Schloss Durlach, Karlsburg

Schloss Durlach, Karlsburg

Schloss Durlach, Karlsburg

Deutschland / Baden-Württemberg

In dem kleinen, mittelalterlichen Örtchen Durlach lag bis in das 13. Jahrhundert eine Niederungsburg. Diese wurde nach 1273 in ein Jagdschloss und später in ein Renaissanceschloss umgebaut. Nach einer Zerstörung begann ein Wiederaufbau im Stil des Barocks. Das Barockschloss wurde nie beendet. Bis heute haben sich zwei Schlossflügel und ein Torturm erhalten, die eine Schule und ein Heimatmusem (Pfinzgaumuseum) beherbergen. Weitere Überreste wurden in umliegenden Privatgebäuden integriert. Von der mittelalterlichen Burg sind heute nur noch unterirdische Reste unter dem Schlossplatz erhalten, die nicht besichtigt werden können.

Schloss Durlach, Karlsburg 1
Schloss Durlach, Karlsburg 2

Baubestand & Beschreibung

Inmitten der kleinen malerischen Altstadt Durlachs stehen die Überreste einer ehemaligen Tiefburg. Die Anlage wurde vermutlich 1273 zerstört und später ersetzt. 1563 entstand an selbiger Stelle durch den Markgrafen von Baden eine riesige Residenz, von der heute nur noch der Prinzessinnenbau und ein Anbau erhalten sind.
Bei der mittelalterlichen Anlage, die später durch die Karlsburg ersetzt wurde, handelte sich um eine Stadtburg, die mit der Stadtmauer verbunden war und diese zur Südostseite hin schützte. Sie flankierte zeitgleich das Osttor, genannt Blumentor. Die dazugehörige Hochburg befindet sich auf dem Turmberg, oberhalb von Durlach.
Die mittelalterliche Tiefburg wurde mit der Verlegung der markgräflichen Residenz nach Durlach überbaut und 1563 durch eine frühbarocke repräsentative Schlossanlage namens Karlsburg ersetzt. Das ausgedehnte, mehrflügelige Schloss lag innerhalb der alten Stadtmauer. Nach Süden hin entstand zeitgleich der heutige Schlossgarten. Er lag mit eigener Wehrmauer außerhalb der Stadtmauer, jenseits des Stadtgrabens, der an der Stelle des heutigen Finanzamts verlief.
Von den Gebäuden her sind nur ein Schlossflügel und der Prinzessinnenbau stehen geblieben. Der Schlossbau behebergt das Pfinzgau-Museum. Der davor liegende Schlossplatz entspricht von der Größe her dem ehemaligen Schlosshof. Der Verlauf der Grundmauern nach Osten wurde in Form von Pflastersteinen auf dem Schlossplatz eingearbeitet um einen Überblick über die Dimensionen und den Standort weiterer Gebäude gewinnen zu können.
An der Südseite des Schlossbaus steht der Prinzessinnenbau, der ursprünglich eine Zugbrücke aufwies, die den alten Stadtgraben überspannte. Zwischen dem Torhaus und dem Schlossbau ist ein polygonaler Treppenturm erkennbar, der zur Erschließung der Gebäude diente. Von dem Torhaus gehen weitere Mauern ab, die zu dem ehemaligen Südflügel gehören.
Weitere Überreste der ehemaligen Karlsburg sind heute in anliegenden Wohnhäusern verbaut. In den einzelnen, privaten Gebäuden auf der anderen Seite des Schlossplatzes lassen sich noch ein gotisches Treppenhaus im alten Stil mit mehreren Steinmetzzeichen, ein ehemaliges Tor und zahlreiche Gewölbe erkennen, die sich teilweise in den Eingangsbereichen der Häuser befinden. Das ehemalige Tor wurde zum Teil zugemauert, weist aber noch deutlich den alten Torbogen auf. Im Zuge einer Sanierung sind alle alten Mauern verputzt worden, so dass viele Gemäuer auf den ersten Blick nicht weiter auffallen.
Zur Pfinztalstraße hin (Hauptstraße) lassen sich die Überreste weitere abgehender Schlossflügel erkennen.
Noch erhalten und auch eine kurze Besichtigung wert, ist das naheliegende Basler Tor in der Basler-Tor-Straße. Es handelt sich hierbei um das einzig erhaltene Tor. Vor dem Tor sind noch die Reste der Stadtmauer und des Grabens erkennbar. Weitere Überreste der Schloss- und Stadtbefestigungen lassen sich überall in der Altstadt finden.

Historie

Wann man die Stadtburg errichtete, ist unbekannt. Sie wurde zusammen mit der oberen Burg auf dem Turmberg 1273 durch Kaiser Rudolf I. von Habsburg zerstört. Grund waren Streitigkeiten über falsch erhobene Zölle. Ob die Burg im Anschluss wieder aufgebaut wurde, ist nicht sicher. Es entstand ein Jagdschloss, aus dem 1563 die Karlsburg hervorging. Zu dieser Zeit verlegten die Markgrafen von Baden ihre Residenz nach Durlach. 1689 wurde die Stadt und damit auch das Schloss durch die Franzosen abgebrannt. Die Kriege haben das Land verarmt, so dass ein Wiederaufbau der riesigen Anlage durch die Durlacher Bürger verweigert wurde. Es kam nur zur Wiederherstellung eines Flügels, in dem 1924 das Pfinzgaumuseum einzog. Der zweite Flügel wurde 1964 für den Bau der Schlossschule abgerissen.

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Anfahrt

Das Schloss Durlach liegt direkt am Schlossplatz. Über die A5 Ausfahrt "Karlsruhe-Durlach" Richtung Durlach. An der ersten großen Kreuzung links abbiegen und der Pfinzstraße folgen. Hinter der S-Kurve bei den Straßenbahngleisen links in die Pfinztalstraße. Der Straße folgen. Auf der linken Seite ist nach 200m das Schloss zu sehen. In der Karlsburgstr. parken.

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Sonstige Einrichtungen

Das Treppenhaus mit den Steinmetzzeichen kann man nach Absprache und Voranmeldung mit dem Max-Reger-Institut besichtigen.
Das Pfinzgaumuseum beschäftigt sich unter anderem mit der Geschichte Durlachs. Es beherbergt neben zahlreichen Exponaten einige Modelle, die das Aussehen der einstigen Karlsburg zeigen.

Sonstige Bemerkungen

Liebe Besucherin, Lieber Besucher,
Wir sind auf der Suche nach Quellen, die auf die mittelalterliche Tiefburg eingehen, die sich hier vor dem Bau der Karlsburg befand. Auf Hinweise bezüglich des Verbleibs und der Geschichte der Burg in Form von Quellen und Literatur würden wir uns sehr freuen.

Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Durlach, Karlsburg erwähnt:

Residenzschloss und alte Burg Idstein, Burg Mandelberg, Burg Langensteinbach, Burg Sulzburg, Burg Turmberg

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 26.10.2013, 31.05.2005


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