Hohenurach

Burg Hohenurach

Deutschland / Baden-Württemberg

Auf einem hohen Berg oberhalb von Bad Urach liegt die Burg Hohenurach. Die Anlage aus dem 11. Jahrhundert wurde später zu einer eindrucksvollen Festung ausgebaut. Bis heute haben sich zahlreiche Reste erhalten, die zum Klettern einladen und unter dem regen kletternden Besucherstrom stark leiden. Torbögen, Verzierungen, Dekorationen, Säulen, Rondelle, Wehranlagen und Brunnen sind bis heute erhalten und laden zum Erkunden und Verweilen ein. Von der Burg eröffnet sich ein Blick auf die umliegenden, urigen Täler.

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Adresse

Burg Hohenurach
72574 Bad Urach
Parken: Parkplatz, kostenpflichtig

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: -
Lage: 685 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:01-16:05 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Hohenurach thront auf einem Berggipfel zwischen dem Maisental und dem Ermstal oberhalb der Gemeinde Bad Urach. Die Anlage liegt auf einer Erhöhung eines steil abfallenden Bergsporns, der im Süden durch einen tiefer verlaufenden Bergrücken mit einem Gebirgszug verbunden ist.
Von der großen Festung haben sich zahlreiche Reste erhalten. Die ursprünglich kleine Burg wurde im Laufe der Jahrhunderte in eine große Festung umgebaut und zieht heute ganzjährig viele Touristen an.
Burg Hohenurach lässt sich in drei Bereiche einteilen: Die äußere Zwingeranlage, die Vorburg und die Kernburg. Alle Bereiche sind in der Zeit der frühen Festungsbaukunst entstanden und weisen dementsprechend dicke Mauern auf, die auf Kanonenbeschuss ausgelegt waren. Heute wie damals gelangt man über einen Zwinger zum Tor der Vorburg. Dieser ist nur noch bedingt erhalten, lässt sich aber noch deutlich erkennen. Er ist der Burg vorgelegt und liegt wesentlich niedriger als Vor- und Kernburg. Die Kernburg befindet sich auf einer Art Schanze, die durch steile Felswände (auch zum Zwinger hin) abgesichert und nur von der Vorburg aus zugänglich war. Der Zugangszwinger führt an einem Wehrturm vorbei, der ein Tor im Zwinger flankierte und mündet in das Tor der Vorburg.
Das Torhaus der Vorburg ist eine knapp 10m lange Konstruktion, die zu späterer Zeit zur Bastion ausgebaut wurde. Ein tunnelartiger Durchgang führt vom Zwinger in die Vorburg. Zur Blütezeit war der Tunnel länger, da Teile des vorliegenden Zwingers ebenfalls überdacht waren. Im Tor stößt man heute (nach Rekonstruktions- und Sicherungsmaßnahmen) auf ein Gewölbe, das neben Kasematten die alte Wachstube beherbergt. Eine Treppe führt in ein unteres Geschoss, das als Lager diente. In der Decke des Tors hat sich noch ein Pechloch erhalten.
Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf die Vorburg - ein leerer großer Platz, der keine Wirtschaftsgebäude beherbergt haben soll. Er war nur als Verteidigungsplattform gedacht und bot die Möglichkeit sich schnell von einem Zwinger in den anderen zu begeben.
Die Vorburg des Mittelalters wich im Zuge des Umbaus zur Festung einer großen Bastion, die die Kernburg zum Bergrücken hin schützte und die Zwinger miteinander verband. Umschlossen ist die Vorburg von einer Mauer, die im Süden einen Batterieturm für Geschütze und im Westen einen Zugang in den westlichen Zwinger beherbergt. Deutlich zu erkennen ist auch das dicke Bollwerk, das die Kernburg von der Vorburg trennte.
Die Kernburg ist der älteste Part von Hohenurach. Geschützt durch ein dickes Bollwerk, das gleichzeitig als Schildmauer diente, ist sie der am stärksten bebauteste Teil der Anlage. Durch den fast 20m langen und tiefen Torbau hindurch gelangt man direkt in den Burghof, der in direkter Verlängerung zum Tor einen rekonstruierten Brunnen aufweist. Es eröffnet sich der Blick auf den großen Burghof, der hauptsächlich an der Nordseite zahlreiche Gebäude beherbergte, die heute noch alle deutlich zu erkennen sind. Nach Westen schloss die Kernburg mit einer knapp drei Meter dicken Mauer ab, die durch mehrere halb erhaltene Treppentürme zugänglich ist und somit begangen werden kann.
Interessant an Hohenurach ist der gute Erhalt zahlreicher Details. Das Angebot reicht von polygonalen Treppentürmen mit Verzierungen bis zu erhaltenen steinernen Türrahmen. Fast alle Gebäude sind nur noch zwei Meter hoch, bzw. wurden bei Rekonstruktionen auf ein Einheitsniveau gebracht, weisen aber dennoch Zierleisten und behauene Steine auf. Gewölbekeller wurden zum Teil wieder erschlossen und können zum Teil über original erhaltene Treppen erforscht werden. In Fenster eingelassene Bänke, wie sie bei vielen Burgen zu finden sind, laden zum Verweilen und Niederlassen ein. Durch die vielen Durchgänge, Übergänge, Treppen und Wege nimmt das Entdecken kein Ende. Selbst von den Zwingern aus lassen sich Elemente erkennen, die aus der Kernburg nicht wahrnehmbar sind, so dass sich ein Abstieg in diesen über die zahlreichen Zugänge lohnt.
Die einzelnen Gebäude und ihre Funktionen sind teilweise deutlich zu erahnen. Eine stehen gebliebene Fassade im Osten zeigt die einstige Höhe einzelner Stockwerke und der gesamten Gebäude. Säulenfundamente lassen die Herrschaftsräume erkennen und Durchgänge weisen darauf hin, welche Gebäude miteinander verbunden waren. Rekonstruierte kleine Details runden die Entdeckungstour ab und stellen den Besucher öfters vor die Frage, ob es sich um ein Original oder um eine Rekonstruktion handelt.
Von der Atmosphäre her ist Burg Hohenurach sehr angenehm und imposant, sofern man sie nicht an Feiertagen, wie z.B. am 1.Mai aufsucht. Die größte Zeit des Jahres liegt die alte Festung ruhig da und lädt zum Verweilen und Entspannen ein.

Liebe Besucher,
Bei unserem Besuch haben wir feststellen müssen, dass viele Menschen auf den Mauern entlangliefen. Vor allem hüpften und kletterten Kinder auf Türbögen herum, um zu sehen, ob diese auch halten. Man nahm Steine von ihren Plätzen um sie beim Grillen als Sitzmöglichkeit zu benutzen. Sehr beliebt waren hierfür die wenigen gut erhaltenen Säulenfundamente, die zusehends schwinden.
Bitte besteigen Sie keine Mauern (von der Westmauer abgesehen) und tragen Sie auch keine Steine weg. Es gibt genug Menschen, die mehr oder minder mutwillig durch z.B. das Verletzen ihrer Aufsichtspflicht oder Gedankenlosigkeit die letzten Zeugnisse dieser Burg zerstören. Im Endeffekt trifft es auch Sie, da die Stadt zur Erhaltung der Burg immer teurere Parkplatzgebühren am Fuß der Burg erhebt.

Historie

Die Burg stammt aus dem 11.-13. Jahrhundert, die Umfassungsmauer wahrscheinlich aus romanischer Zeit. 1265 wird Württemberg Eigentümer. Im 14. und 15. Jahrhundert entstand die heutige Kernburg, die 1540-1556 zur Festung vergrößert wurde, indem die Vorburg gebaut wurde. 1638 wurde die Festung durch Bernhard v. Weimar eingenommen, 1761 wird Hohenurach als Festung aufgegeben.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Hohenurach liegt über dem kleinen Kurort Bad Urach. Ort und Burg sind über die B28 zu erreichen. Innerorts sollte man von Westen her kommend, den ersten Abzweig auf der rechten Seite auf den Wandererparkplatz nehmen (gutes Wegmerkmal ist der Bahnübergang). Hier das Fahrzeug abstellen und zu Fuß der Forststraße folgen. Nach 2,5km gelangt man auf eine Kreuzung, an der drei weitere Wege abgehen. Hier folge man dem unscheinbar kleinen Weg nach links. Es ist der einzige nicht befahrbare Pfad, der von der Kreuzung abgeht. Dieser führt direkt zur Burg.
Neben dem Parkplatz gibt es den Bahnhof "Bad Urach – Wasserfall".

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Burgenarchiv.de
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Literatur


- Günter Schmitt, "Burgenführer Schwäbische Alb- Band 4- Alb Mitte-Nord", Biberacher Verlagsdruckerei, 1991, Biberach
- Diverse, Herausgeber: Dt. Burgenvereinigung, "Burgen in Mitteleuropa- Ein Handbuch", Band 2, Konrad Theiss Verlag GmbH, 1999, Stuttgart, ISBN: Bestellnummer 14464-3

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 17.01.2014, 12.02.2008, 04.08.2005

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