Hohenwittlingen

Burg Hohenwittlingen

Deutschland / Baden-Württemberg

Burg Hohenwittlingen thront auf einem Berg oberhalb des Ermstals. Die Anlage wurde im 11. Jahrhundert zur Sicherung des Talverlaufs errichtet. Bis heute haben sich der Halsgraben, Gebäudefundamente und die eindrucksvolle, über vier Meter dicke Schildmauer erhalten. Von der Burg eröffnet sich ein weiter Blick über das schmale, schöne Tal. Mit ihrer Abgeschiedenheit lädt die Burg zum Verweilen ein.

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Adresse

Burg Hohenwittlingen
72574 Bad Urach-Hohenwittlingen
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: -
Lage: 670 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:02-16:04 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Hohenwittlingen thront oberhalb des Tals des Flusses Erms auf einem Bergsporn. Direkt unterhalb der Burg mündet das Fohrental in das Ermstal. Das Fohrental war im Mittelalter eine Abstiegsmöglichkeit in das Ermstal und verband Plateau mit Tal. Der Bergsporn der Burg ist zu allen Seiten stark abschüssig, teilweise sogar aus Steilwänden bestehend. Nach Osten und somit zum Berg hin, war die Burg durch zwei Halsgräben geschützt. Eine Erhöhung zwischen den Halsgräben deutet auf den Verlauf einer Brücke hin, die wahrscheinlich vor der Entstehung der Vorburg die Kernburg mit dem Berg verband.
Der heutige Zugang erfolgt über einen Weg, der durch den Halsgraben hindurch im Norden an der Anlage vorbeiführt und in der Vorburg mündet. Der Zugang wurde somit von der Nordseite der Kernburg flankiert. Die Vorburg fiel klein aus und besaß wahrscheinlich nur wenige Gebäude. Es sind keine Oberflächenmauern mehr existent. Nur das Plateau erinnert an Größe und Form der Vorburg. Über die Vorburg erfolgte der Zugang zur Kernburg, die den höchsten Punkt des Berges einnimmt. Das Tor der Kernburg wurde durch einen Torzwinger und ein Rondell flankiert, das nur noch von den Grundmauern erhalten ist.
Im Zugangsbereich der Kernburg befindet sich der Palas, von dem nur noch das Kellergwölbe erhalten, ausgegraben und gesichert wurde. Daneben befand sich ein weiterer Bau, der den Gebäudekomplex mit der Schildmauer verband. Balkenauflager in den erhaltenen Mauern deuten auf zwei zweistöckiges Gebäude hin. Beide Gebäude lehnten an der südwestlichen Ringmauer, die die Kernburg vollständig umgab. Der nordöstliche Teil der Ringmauer ist gut erhalten. Alte Balkenauflager deuten auf verschwundene Gebäude hin, die hier standen und wahrscheinlich aus Holz waren. Sowohl die Mauer wie auch die ehemaligen Holzgebäude liegen auf einem höheren Absatz des Berges und waren somit oberhalb des Palas zu finden. Von ihnen aus bot sich eine gute Verteidigungsmöglichkeit des gesamten Eingangsbereiches. Beide Plateaus treffen von der Höhe her bei der Schildmauer aufeinander, so dass sich dort der Burghof vermuten lässt.
Die Schildmauer schließt die Burg nach Süden und somit zum Halsgraben hin ab. Sie war vier Meter dick und übernahm auch die Funktion des Bergfrieds. Ein Turmaufsatz befand sich wahrscheinlich auf der Südecke und diente als Bergfried, bzw. Aussichtsturm. Ähnlich wie bei Amlishagen gab es eventuell ein oberes Stockwerk, das nur über eine abwerfbare oder einziehbare Treppe erreichbar war.
Zwischen Schildmauer und Halsgraben befand sich ein Zwinger, der heute noch vorhanden ist und sich besichtigen lässt. Im Zwinger sind Mauerreste zu finden, die einem Gebäude, einer Schildmauerverstärkung oder einer Wehrplattform angehört haben könnten.
Burg Hohenwittlingen ist sehr angenehm. Die Anlage wirkt verlassen, teilweise auch imposant und lädt mit der Aussicht über das Tal mit seiner Flusslandschaft zum Verweilen ein.

Historie

"Burkhard von Wittlingin" wird erstmals 1090 urkundlich erwähnt. Begonnen wurde die Burg wahrscheinlich nach 1100. Sie wurde 1311 belagert, überstand diese aber weitestgehend unversehrt. Erst 1576 wird sie durch einen Brand, wahrscheinlich ausgelöst durch einen Blitzeinschlag, zum Teil zerstört, aber anschließend wieder aufgebaut. Nach 1648 gilt sie als verlassen und beginnt zu verfallen.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Hohenwittlingen liegt unweit des Ortes Wittlingen. Über die A8 Ausfahrt "Wendlingen" oder über die A81 Ausfahrt "Herrenberg" Richtung Reutlingen-Metzingen und weiter über der B28 nach Bad Urach. Von Bad Urach auf die B465 Richtung Münsingen. Nach drei Kilometern hinter Ortsende links nach Wittlingen abzubiegen. In Wittlingen beginnt die Ausschilderung zum Wandererparkplatz der Burg Hohenwittlingen, der sich im Südwesten des Ortes befindet.

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Literatur

- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
- Diverse, Herausgeber: Dt. Burgenvereinigung, "Burgen in Mitteleuropa- Ein Handbuch", Konrad Theiss Verlag GmbH, 1999, Stuttgart, ISBN: Bestellnummer 14464-3

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 13.01.2012

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