Hohengundelfingen

Burg Hohengundelfingen

Deutschland / Baden-Württemberg

In der Mitte des 11. Jahrhunderts entstand oberhalb des Lautertals die Burg Hohengundelfingen. Ihre Lage auf einem terrassenförmigen Sporn mit Steilhängen bot den Einwohnern nur wenig Platz. Hauptaugenmerk der Burgruine ist der Stumpf des Bergfrieds, der aus riesigen Buckelquadern errichtet wurde und wahrscheinlich über 30m hoch war. Nach 1948 wurden die Überreste der Burg mühsam gesichert und konserviert. Heute lädt sie zum Besuchen, Verweilen und Erkunden ein.

Adresse

Burg Hohengundelfingen
72525 Münsingen-Gundelfingen
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: -
Lage: 730 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 04:14-18:38 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Hohengundelfingen liegt auf einem steilen Felsen über dem Lautertal, der durch seine terrassenartige Form den damaligen Bewohnern viel Platz bot. Man erreicht die Anlage entweder über die Vorburg oder über den Halsgraben, die beide das westliche und östliche Ende der Anlage bilden.
Die Vorburg liegt knapp 15m unterhalb der Kernburg und ist mit dieser nicht verbunden. Früher gab es anscheinend eine Art Holzkonstruktion, Leiter, Treppe oder Tunnel, der von der Vorburg in die Kernburg führte. Heute muss man die Vorburg verlassen und einem Wanderweg weiter folgen um in die Kernburg zu gelangen. Die Vorburg ist eher schlecht erhalten. Man hat zur Orientierung und der Sicherheit wegen die Außenmauern bis auf knapp einen Meter wieder aufgebaut und gesichert. Von dem ehemaligen Innenleben ist in der Vorburg nichts zu finden. Das Tor der Vorburg wurde sehr klein gehalten und ist zum Teil noch originalen Ursprungs. Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf das große leere Plateau der Vorburg und auf die imposanten Felsen und die Steilwände, die ein unüberwindbares Hindernis zwischen Vor- und Kernburg darstellten.
Der Zugang zur Kernburg erfolgte über einen Weg nördlich des Halsgrabens. Der ehemalige Zugang besaß eine Wachstube, von der noch die Grundmauern erhalten sind und endet auf der untersten Ebene der terrassenartigen Anlage, bzw. im alten Burggarten. Die unterste Ebene beinhaltete unter anderem Wirtschaftsgebäude, die hier am Eingang den Weg verengten. Zur Steilwand hin steht auf einem Sporndas Frauenhaus, das ebenfalls nur noch von den Grundmauern her existiert. Dieses bildet den dritthöchsten Punkt, liegt dafür nah zum Tal und bietet neben Sitzmöglichkeiten eine Aussicht auf den Fluss und das Tal. Im Tal befindet sich die Burg Niedergundelfingen auf einem Hügel am Fluss. Zwischen den beiden Anlagen herrschte Sichtkontakt.
Von dem runden, plateauförmigen Frauenhaus hat man mehrere Möglichkeiten in die unterschiedlichen Bereiche der Burg zu gelangen. Es gibt einen Weg, der in die ehemaligen beiden Burggärten führt, die nach Süden ausgerichtet waren und somit zur Ernährung der Burg und als Zwinger dienten. Oberhalb lag die Regenwasserzisterne und der Bergfried.
Der Bergfried ist der am besten erhaltene Punkt der Burg. Er hat eine Höhe von 12 Metern zuzüglich der Höhe des Felsens und besteht aus großen Bossenquadern. Im Schutz des Bergfrieds lag die Regenwasserzisterne, die heute nur noch aus einem tiefen Loch besteht. Wahrscheinlich gibt es noch ein verschüttetes unteres Höhlensystem, da der Kern einer Wendeltreppe im Regenwasserzisternenloch vorzufinden ist.
Burg Hohengundelfingen ist sehr angenehm. Erhaltene Elemente separieren sich von der Restauration, so dass man gut erkennen kann, was erhalten geblieben und was neu ist. Die terrassenförmige Struktur sorgt dennoch für Schwierigkeiten die Reste zuzuordnen.

Historie

Die Burg wurde von den Herren von Gundelfingen in der Mitte des 11. Jahrhunderts errichtet. Der Bergfried weist riesige Bossenquader auf, die mit ihrem sorgfältigen Zuschlag nur selten zu finden sind. Er war wahrscheinlich einst circa 30 Meter hoch und hielt mit seinen Steinen aus hartem Jurakalk den stärksten Schüssen stand.
Ab dem 16. Jahrhundert begann der Verfall der Anlage. 1939 wird die Burg von Hans Römer aus Neu-Ulm gekauft. Hohengundelfingen war durch die schlechte Befestigung der Steine auf dem blanken Fels stark verfallen, so dass sich Hans Römer ab 1948 16 Jahre lang mit dem Wiederaufbau beschäftigte. Die Burg wurde durch ihn und ein kleines Team erst wieder zugänglich gemacht. Es kam zur Entschuttung, Ausgrabung, Freilegung, Sicherung, Ergänzung und Konservierung des Vorhandenen. Man nutzte ausschließlich vorgefundene Steine, was der Burg ein natürliches und altes Aussehen verleiht, dennoch durch die Steinsetzkunst das Alte vom Neuen trennt.

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Anfahrt

Burg Hohengundelfingen ist eine der beiden Burgen, die in Gundelfingen zu finden sind. Burgen und Ort liegen nahe der B465 und sind somit von der A8 Ausfahrt "Wendlingen" über Metzingen, Bad Urach und Münsingen zu erreichen. Innerorts sollte man sich von der Hauptstraße dem ausgeschilderten Wanderweg zuwenden und die Burg über den steilen Weg durch die Vorburg erreichen oder man fährt Richtung Dürrenstetten und parkt hier auf dem hinteren Wandererparkplatz, um von hier die Burg über einen angenehm, leicht ansteigenden, kürzeren Weg zu besuchen. In diesem Falle gelangt man über den Halsgraben zur Burg.

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Literatur

- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 11.01.2012


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