Burg Helfenstein

Burg Helfenstein

Burg Helfenstein

Deutschland / Baden-Württemberg

Burg des Monats

Burg Helfenstein wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats März 2019" gewählt.


Oberhalb von Geisingen entstand um 1100 die Burg Helfenstein. Die Anlage lag auf einem Felsturm mit umliegendem, steilen Bergsporn. Es entstand erst eine kleine Burg, die unter Ulm an Bedeutung gewann und einen Festungsring mit Rondellen und Zwingeranlagen erhielt. Heute ist sie nur noch ruinös erhalten und beherbergt eine Gastronomie. Die Burg lässt sich frei durchlaufen und lässt ihre alte gewaltige Größe noch gut erkennen.

Burg Helfenstein 1
Burg Helfenstein 2

Baubestand & Beschreibung

Burg Helfenstein

Burg Helfenstein thront auf einem Bergrücken hoch über Geislingen, wo die Täler der Eyb, des Rohrbachs und des Talgrabens zusammentreffen. Bis 1930 lag die Anlage tief im Wald und nur wenige Fundamente schauten aus der Erde. Durch das Fällen von Bäumen und einen kontinuierlichem Wiederaufbau, sowie Sicherungsmaßnahmen ist die Burg heute wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.
Helfenstein ist eine klassische Spornburg, die schnell an Bedeutung gewann und bis zu ihrer Zerstörung immer wieder Ausbauten erfuhr, die dem Stand der Belagerungstechnik angepasst waren. Schon 1430 errichtete man die ersten Rondelle, die größere Schusswaffen enthielten und diesen auch standhalten konnten. Heute betritt man die Anlage über eine neu angelegte Brücke, die im Nordosten in das Burggelände mündet. Der ehemalige Zugang wurde ebenfalls durch eine Holzbrücke wieder instand gesetzt und vereinfacht so das Nachvollziehen des Grundrisses. Geschützt wurde Helfenstein durch einen Flankierturm im Osten, der etwas abseits auf einem von fünf vorgelegten Felsen lag. Auf dem Weg zur Helfenstein fallen zahlreiche Halsgräben auf, die das Gelände durchzogen. Der Flankierturm ist heute nicht mehr existent.
Zur Blütezeit der Anlage bestand Burg Helfenstein aus drei Ringen. Es gab die innere Kernburg, die umliegende Restburg, die die Wirtschaftsbauten beherbergte und den äußeren Zwinger, der insgesamt sechs Bastionen beherbergte. Im Norden flachte das Gelände ab, so dass man eine zweite Zwingermauer davor errichtete, die heute nur noch in Grundzügen erahnbar ist. Von den Rondellen lassen sich noch alle gut erkennen. Sie wurden zum Teil restauriert und wieder aufgebaut. Der Zwinger war mit Hilfe von Toren in Teilbereiche aufgeteilt, die man abschotten konnte. Nach hinten waren die Bastionen offen, damit sich Gegner in ihnen nicht verschanzen konnten.
Der Wohn- und Wirtschaftspart der Anlage war der großflächigste Teil. Er umschloss die Kernburg und beherbergte den Pulverturm, das Backhaus, das Zeughaus, die Regenwasserzisterne, sowie den damaligen repräsentativen Palas des Ulmer Burgvogts. Von den Gebäuden ist heute keines mehr existent. Der Palas wurde durch einen kleinen Aussichtsturm ersetzt, der heute ein Restaurant beherbergt. Vom Zeughaus, dem Pulverturm und dem Backhaus fehlen jede Spur. Sachgemäß rekonstruiert wurde der ehemalige Zugang zur Regenwasserzisterne, über den man in Belagerungszeiten Wasser schöpfte. Zudem wurde die ehemalige Wehrmauer wieder auf Brüstungsniveau aufgebaut, so dass sich diese nachvollziehen lässt.
Mittelpunkt der Anlage ist ein großer Fels in der Nähe des Halsgrabens, der den Abschluss der langen Felskette bildet. Er trug unter anderem die innere Kernburg. An ihn lehnte man die Schildmauer, die Burg Helfenstein vor Geschossen schützte. Mit einer leicht runden Form sollten die Kugeln an ihr entlanggleiten und keinen Schaden anrichten. Auf dem Felsen befand sich der Palas des Burgvogts. Zugänglich war der Felsen über eine bewachte Treppe, die im Norden lag. Direkt im Süden befand sich der Zugang zur gesamten Burganlage, dessen Tor wieder rekonstruiert wurde und vollständig steht. Daneben stößt man auf die Regenwasserzisterne für die Kernburg, die sich in den Grundzügen noch erkennen lässt. Auch lassen sich die Grundmauern der Anbauten an den Felsen erkennen, die diesen vollständig umrahmten.
Von der Atmosphäre her ist Burg Helfenstein sehr angenehm. Die verwinkelte Anlage mit den zahlreichen rekonstruierten Elementen lädt zum Verweilen und Entdecken ein.

Historie

Die Burg stammt aus der Zeit um 1100. Die Grafen von Helfenstein wurden erstmals um 1100 in Urkunden erwähnt. Unter den Stauferkaisern gewann das Geschlecht schnell an Bedeutung. Ihr Gebiet besteht Mitte des 14. Jahrhunderts aus Geislingen, Heidenheim, Blaubeuren und Wiesensteig. Ende des 14. Jahrhunderts ging fast alles an Ulm und Württemberg über. Mit Aufkommen der Feuerwaffen um 1400 bauten die Ulmer die Anlage weiträumig aus. Es entstand der äußere Zwinger mit Rondellen, sowie ein Bollwerk auf der Strecke nach Weiler. Gleichzeitig wurde der Ödenturm erbaut. Um die beiden Felsen im Osten errichtete man eine schwer ausgebaute kleine Festung zum Schutz des Burgvogts vor schweren Geschützen. Im "Markgrafenkrieg" fiel die Burg im Jahre 1552 an den Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach. Nach wenigen Tagen eroberten die Ulmer die Helfenstein zurück und schleiften sie. Erst 1932 bis 1937 rodete man den entstandenen Wald und legte die Anlage unter der Leitung von Georg Burkhardt wieder frei.
Geschichte der Stadt Geislingen: Die Stadt wurde um 1200 gegründet. Gründer waren die Grafen von Helfenstein. Ursprung war das Dorf Altenstadt in der Nähe einer Zollstation. Der damalige Name der neuen Stadt war "Giselingen". Anfangs war die Stadt nach staufischem Vorbild quadratisch und wurde im 14. Jahrhundert nach Norden und Süden durch ein Dreieck vergrößert. Aufgrund zu hoher Verschuldungen gingen Stadt und Burg 1396 an die Reichsstadt Ulm. Unter der reichen Stadt Ulm begann ein reger Baubetrieb. Es kamen zahlreiche Fachwerkbauten hinzu. 1422 entstand das alte Rathaus, 1424-28 die Stadtkirche, 1445 der Alte Bau und 1463 der Alte Zoll. 1803 gingen Stadt und Burg an Bayern. 1810 an Württemberg. Ab 1850 entstand der Industriezweig "Geislinger Steige", der besonders in Metall- und Textilverarbeitung seinen Schwerpunkt fand.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Die Burg Helfenstein liegt oberhalb von Geislingen. Von der A8 Ausfahrt "Gosbach" über die B466 oder über die Ausfahrt "Ulm West" und über die B10 nach Geislingen. Innerorts der Ausweisung nach Weiler ob Helfenstein oder der Ausschilderung zur Burg Helfenstein folgen. Vor Weiler ob Helfenstein befindet sich in der letzten Kurve ein großer Parkplatz, von dem ein Weg direkt zur Burg führt. Eine örtliche Wanderkarte hilft im Notfall aus.

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Gastronomie

Im westlichen Aussichtsturm befindet sich heute eine kleine Burgschenke, die mit Vesper, vielen Getränken, sowie Kaffee und Kuchen den Besucher zum Verweilen einlädt. Im Sommer hat man die Möglichkeit draußen zu sitzen und die Burg beim Verzehr auf sich wirken zu lassen. Geöffnet hat die Burgschenke von März bis Dezember an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen.

Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Helfenstein erwähnt:

Burg Berneck, Burg Bichishausen, Burg Bühringen, Burg Burgberg, Burg Falkenstein, Burg Hellenstein, Burg Hiltenburg, Burg Kaltenburg, Burg Katzenstein, Burg Ödenturm, Burg Reußenstein, Schloss Sigmaringen, Burg Sporkenburg, Burg Weinsberg, Burg Wildenstein

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 09.01.2012


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