Burg Güssenburg

Burg Güssenburg

Burg Güssenburg

Deutschland / Baden-Württemberg

Im 12. Jahrhundert entstand auf einem sacht abfallenden Bergsporn die Burg Güssenburg. Der Adel verfiel schnell dem Raubrittertum und so wurde die Burg 1448 durch Ulm zerstört. Heute sind nur noch bedingt Reste erhalten. Die eindrucksvolle Schildmauer mit mehreren Metern Dicke und der Stumpf des Bergfrieds zeugen von Vor- und Kernburg. Die Grabenanlagen erinnern an die äußere Wehranlage. Trotz ihres sehr partiellen Erhalts ist die Burg dennoch sehenswert.

Adresse

Burg Güssenburg Güssenstr.
89568 Hermaringen Parken: an Straße, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Ruine
Burgtyp:Spornburg
Nutzung:-
Lage:495 m.ü.NN.
Sonnenlicht:07:02-15:25 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:offen
Eintrittspreise:frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Güssenburg

Burg Güssenburg liegt auf einem nach Norden ausgerichteten Bergsporn westlich von Hermaringen oberhalb des Tals der Brenz. Die Anlage bestand im Ursprung aus einer Kernburg und einer Vorburg, die durch einen Graben getrennt waren. Zum Bergrücken hin hat man einen zweiten, tieferen Halsgraben in den Berg getrieben und eine 3,5 m dicke Schildmauer errichtet, die sowohl Kern- wie auch Vorburg zur Angriffsseite hin schützte. Der Bau einer Schildmauer in der Vorburg ist eher ungewöhnlich und stellt eine Seltenheit dar.
Von Burg Güssenburg sind heute nur noch die Schildmauer, der Bergfried, der Halsgraben und der innere Burggraben erhalten. An einigen Stellen lassen sich zudem Schuttwälle erkennen, die auf die Grundmauern von Gebäuden und Verteidigungsanlagen hinweisen. Die beiden Plateaus der Vorburg und der Kernburg werden durch das ringsum abfallende Terrain stark hervorgehoben und weisen auf die Dimensionen der Burg hin.
Die erhaltenen Elemente der Schildmauer nehmen vor allem die Südseite ein und wirken durch ihre 3 m Dicke und ihre erhaltenen Höhen von teilweise über 10 m eindrucksvoll und wehrhaft. Abgehende kurze Mauerstücke, sowie Balkenlöcher und -auflager deuten auf Gebäude hin, die sich an der Schildmauer anlehnten. Am westlichen und am östlichen Ende lassen sich Überreste der abgehenden Ringmauer erkennen, die Burg Güssenburg umgab. In der Mitte der Schildmauer fehlt ein großes Stück, in das ein Plateau gesetzt wurde, das eine Aussicht in den Halsgraben ermöglicht. Von der dahinter liegenden Vorburg ist nichts mehr erhalten.
Die Kernburg, die genau wie die Vorburg rechteckig war, weist als einziges erhaltenes Gebäude den Bergfried auf. Die äußere Mauerschale des Turms ist im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen, so dass heute nur die innere Mauerschale und das Füllmaterial erhalten geblieben sind. Auf Bodenniveau hat man die äußere Mauerschale zum Teil wieder aufgebaut bzw. rekonstruiert. Der recht kleine Bergfried mit 5 m Seitenlänge und circa 8 m Höhe war wahrscheinlich frei stehend und diente vermutlich zum Flankieren des Eingangs. Östlich von ihm stößt man auf Schuttwälle, die mittlerweile zugewachsen sind und wahrscheinlich zu Gebäuden gehören.
Vom touristischen Aspekt her ist Burg Güssenburg sehr angenehm. Die gepflegte Anlage ist zwar nicht besonders gut erhalten, weist aber eine imposante und dicke Schildmauer auf. Mit ruhiger Umgebung und teilweise schöner Aussicht lädt die Burg zum Verweilen ein.

Historie

Der Ursprung der Ortschaft Hermaringen liegt im 6. Jahrhundert. Die damalige Siedlung wurde durch die Alemannen gegründet. Im 8. Jahrhundert begann die Christianisierung der Gegend. Mit der Gründung des Adels entstand die Burg. Der Adel wird als Ministerialadel der Staufer erstmals 1171 erwähnt. Die Kernburg entstand wahrscheinlich zum Ende des 12. Jahrhunderts hin, die Vorburg erst im 14. Jahrhundert. Der schnell mächtig gewordene Adel, der schon früh hohe Ämter belegte, verfiel im 14. Jahrhundert dem Raubrittertum. 1339 ging man erstmals gegen die Raubritter Güss vor.
Augsburger Stadtknechte zerstörten Bereiche der Herrschaft der Güssenburger. Hans Güss, der grausamste von ihnen, ließ sich aber nicht abschrecken und nahm weiterhin Kaufmänner aus Ulm, Lauingen und Dillingen gefangen, um Lösegeld zu fordern. Auch umliegende Klöster blieben nicht verschont. 1448 zogen schließlich die Städte Ulm, Dillingen, Lauingen und Giengen gegen den Adel in den Krieg und zerstörten die Burg. Es kam nicht zum Wiederaufbau und die Burg blieb Ruine.
Im Laufe der fünf folgenden Jahrhunderte diente Güssenburg als Steinbruch für umliegende Bewohner. Die 1448 an die Grafen von Württemberg verkaufte Burg ging 1450 an den Herzog von Bayern-Landshut. 1504 wurde die Ruine zurück an den Herzog von Württemberg gegeben. Die Gemeinde Hermaringen erwarb die Anlage mit Umgebung 1709 und stufte sie 1925 als Baudenkmal ein. Der Verein zur Burg, der sich um die Sicherung und den Erhalt kümmert, wurde 1981 gegründet.

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Anfahrt

Burg Güssenburg liegt bei Hermaringen/Giengen. Über die A7 Ausfahrt "Giengen, Herbrechtingen" folgt man der B492 nach Hermaringen. Innerorts, wo die Hauptstraßen aufeinander treffen, hält man sich Richtung Burgberg, biegt aber gleich die erste Straße rechts in die Güssenstr. ab. Dieser folgt man bis zum Parkplatz des Sportplatzes, von dem ein Weg nach Norden in den Wald und somit zur Burg führt.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 09.01.2012


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