Burg Henneburg, Henneberg, Prozelten

Burg Henneberg, Prozelten

Burg Henneberg, Prozelten

Deutschland / Bayern

Burg des Monats

Burg Henneberg, Prozelten wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats August 2014" gewählt.


Die im 17. Jahrhundert verlassene Burg Henneberg liegt auf einem Sporn im Maintal. Heute ist sie nur noch im ruinösen Zustand vorhanden und beeindruckt mit ihren gut erhaltenen Überresten. Zahlreiche kleine Details und eine eindrucksvolle Hoffassade mit Treppentürmen prägen das Bild der Burg und machen sie in ihrer Art einzigartig.

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Burg Henneberg, Prozelten wird in folgenden Artikel erwähnt:
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Burg Henneberg, Prozelten 1
Burg Henneberg, Prozelten 2

Baubestand & Beschreibung

Burg Henneberg liegt direkt an einer lang gezogenen Kurve des Mains und ist aus jeder Richtung kommend, schon von weitem, auf ihrem Berg thronend, zu sehen. Die Straße zur Burg verläuft durch eine steile, kleine Hügellandschaft und führt direkt durch eine tiefe und eindrucksvolle, natürliche Schlucht auf einen kleinen Parkplatz vor dem äußeren Tor.
Durch einen Zwinger gelangt man an der sehr gut erhaltenen Wehrmauer mit ihren drei mächtigen Wehrtürmen vorbei zum Tor der Vorburg. Die alten Wehrmauern tragen heute noch zahlreiche Balkenauflager und Balkenlöcher, die auf die einstige Existenz von Wehrgängen hinweisen. Zudem sind an den oberen Seiten der Türme weitere Auflager zu erkennen, die von gestützten Plattformen zeugen. Zu beiden Seiten verliert sich die langgezogene Mauer im Wald und erinnert an den einstigen Verbund mit der Stadtmauer. Über die Mauer hatte die Besatzung der Burg die Möglichkeit sich an jeden Verteidigungspunkt der Stadt zu begeben. Burg Hennerberg bildete dabei den Abschluss zur Angriffsseite der Stadt und schützte somit den schwächsten Bereich.
Heute wie damals erfolgt der Zugang Hennebergs über das Tor der Vorburg, das durch einen Wehrtürme flankiert wird. Vor dem Tor befand sich ein Halsgraben, über den eine Zugbrücke führte. Diese wurde im Laufe der Jahrhunderte durch eine feste Brücke ersetzt. Hinter der Brücke sind noch die Reste zweier Wehrbauten zu finden, von denen der Angreifer vor dem Tor unter Beschuss genommen werden konnte. Das Tor selber bestand aus einer herkömmlichen Konstruktion, gebildet aus einem großen Haupttor und einer kleinen Mannpforte, also einem Durchgang direkt neben dem Tor. Ornamentik und Türangeln weisen noch auf die dicken nicht mehr existenten Torflügel hin.
Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf die kleine Vorburg, bestehend aus einem großen Hof, der einst Wirtschaftsgebäude beherbergte und heute Tische und Stühle der Gastwirtschaft aufweist. In einem der alten Gewölbe, die wahrscheinlich zu einem Wirtschaftsgebäude gehörten, befinden sich die Räumlichkeiten der Gastwirtschaft. Die Vorburg wird Richtung Osten wieder schmaler, so dass sich eine weitere Hofsituation bildet, die sich von dem Rest der Vorburg abgrenzt. Von hier führen zwei Wege durch Doppeltore in zwei verschiedene Richtungen. Der eine Weg geht in den nordöstlichen Zwinger, der noch Türme und Mauern aufweist, die man schon beim Betreten der Burg von außen gesehen hatte. Der andere Pfad leitet den Besucher direkt durch ein Doppeltor in das Kernstück der alten Anlage.
Die Kernburg von Henneberg ist sehr gut erhalten. Zahlreiche Balkenauflager, ein gotisches Treppenhaus, alte Dachverzierungen, Fenster aus allen Epochen, viele konstruktive Details und vollständig erhaltene Aborts sowie zwei gut erhaltene, hohe Türme, die den Hof mit den Fassaden einrahmen, sorgen für Blickfänge und viel Bausubstanz zum Entdecken. Im Nordosten befindet sich der mächtige Bergfried, dessen Eingang noch heute vollständig vorhanden ist und der den Burghof an dieser Stelle abschließt. An den Seiten stößt man auf teilweise noch verzierten Hoffassaden zweier dreistöckiger Gebäude. Das südwestliche Ende wird durch einen schlanken, filigran wirkenden Wehrturm gebildet.
Der Palas war früher über einen gotischen Treppenturm erschlossen, der heute keine Treppe mehr führt, aber noch vollständig erhalten ist. Stattdessen hat man eine Treppe in die Kellergewölbe und von dort in den ersten Stock gelegt. Um diesen begehbar zu machen, wurde eine Betondecke eingezogen. Von hier lassen sich weitere, zahlreiche Details erkennen, wie z.B. Kamine, Fenster, Fensterbänke und die Ausgänge auf die einzelnen Etagen vom Treppenturm. Am südwestlichen Punkt des Gebäudes befindet sich der Aufstieg zum ehemaligen Wehrturm. Dieser ist noch bis fast unter das Dach erhalten und lässt sich bis auf eine oben eingezogene Plattform besteigen. Im Inneren gibt es eine enge Treppen und niedrige Gänge, die sich in den Außenwänden befinden und einen Eindruck vermitteln, wie steil und eng Treppen und Flur waren. Von oben eröffnet sich eine herrliche Aussicht über Main und Burg. Bei dem Blick auf die Burg hat man die Möglichkeit hinter den Palas zu schauen und die äußere Zwingeranlage auszumachen, deren Eingang sich hinter dem Tor gleich links befindet. Im Inneren weist der Treppenturm ein tiefes Treppenauge auf, das sich über die einzelnen Etagen bis nach ganz unten zieht.
Der zweite und eindrucksvollste Teil der Burg ist der alte Bergfried. Heute ist er vom Bodenniveau her zugänglich. Im Inneren führt eine Treppe bis auf das Dach, das heute eine Aussichtsplattform beherbergt. In den oberen beiden Etagen hört die Holztreppe auf und geht in eine, in der Wand eingelassene, steile und enge Innentreppe aus Stein über. Der Weg endet wieder in einer großen, steinernen Kammer, dem ehemaligen Wachraum mit darüber liegendem Gewölbe, auf dem sich die Plattform befindet. Ein kleiner niederer Durchgang führt zu einem Abort, der noch vollständig erhalten ist und ein Paradebeispiel für die damalige Entsorgung von menschlichen Bedürfnissen widerspiegelt.
Ebenfalls erwähnenswert ist der unterirdische Wehrgang, der fast vollständig die westliche und die nördliche Burgseite umfasst. Er führt durch das Innere der Flankierungstürme der Zwingermauer. Highlight der Türme ist der südöstliche Flankierungsturm. Hier besteht die Möglichkeit bis auf die Ebene des Grabens (vier Stockwerke) zu gelangen.
Burg Henneberg ist von der Atmosphäre her sehr interessant, mysteriös und erlebenswert. In der Vorburg erscheint die Atmosphäre noch leicht unspektakulär und ruhig. Doch umso weiter man sich der Kernburg nähert desto mysteriöser wird sie. Besonders in den Türmen und beim Anblick der einzelnen Konstruktionen, wie z.B. der Aborten versteht man wie die Menschen früher dachten und lebten. Wer für Gedanken über den Alltag im Mittelalter offen ist, wird auf Burg Henneberg seinen Spaß haben. Es gibt sehr viel zu entdecken.

Historie

Die Grafen von Prozelten sind in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts bekannt. Die Burg wurde Ende des selben Jahrhunderts begonnen. Ihr ältester Teil ist der nördliche Bergfried. Ab 1280 wurde die Burg zur Ganerbenburg. 1320 kam Burg Henneberg in den Besitz des Deutschen Ordens. Dieser erweitert die Burg auf die heutigen Ausmaße. Im 17. Jahrhundert wird die Burg verlassen.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Henneberg befindet sich etwas oberhalb von Stadtprozelten, direkt am Main. Innerorts ist sie aufgrund der Gaststätte weitreichend ausgeschildert. Die Anfahrt zur Burg sollte am besten über die A3 "Wertheim" oder über die B469 erfolgen, wobei man sich gleich auf der nördlichen Flussseite halten sollte, da die beiden Ufer in unmittelbarer Nähe nur mit einer Autofähre verbunden sind.

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Gastronomie

Die Gastronomie befindet sich direkt hinter dem Tor zur Vorburg in den Gemäuern eines alten Gebäudes. Vom Biergarten in der Vorburg eröffnet sich aufgrund der fehlenden Wehrmauer eine fabelhafte Aussicht, die zum Verweilen einlädt.

Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Henneberg, Prozelten erwähnt:

Schloss Bertholdsburg, Burg Botenlauben, - Veste Coburg, Burg Fürsteneck, Burg Gößweinstein, Burg Lichteneck, Burg Miltenberg, Burg Trimburg, Burg Veldenstein, Burg Waldenfels, Burg Wildenstein

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 15.01.2019, 02.08.2005


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