Tierberg

Burg Tierberg

Burg Tierberg

Deutschland / Baden-Württemberg

Burg Tierberg liegt auf einem Sporn oberhalb des Tals des Weilersbachs. Die Burg ist heute privat und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Es haben sich die Kernburg und die Zwingeranlage erhalten. Sehenswert sind der Bergfried und die Schildmauer mit davor liegendem Halsgraben. Die Burg aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhundert kann nur vom Tor aus besichtigt werden.

Burg Tierberg 1
Burg Tierberg 2

Baubestand & Beschreibung

Burg Tierberg liegt auf einem trapezförmigen Sporn oberhalb des Tals des Weilersbachs. Die Anlage weist einen klassischen, regionalen Stil, bestehend aus einem tiefen Halsgraben und einem in einer Schildmauer integrierten Bergfried auf. Die Burg ist heute privat und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Das Tor wurde sehr transparent gehalten und ermöglicht einen Blick in die Vorburg. Über einen Weg im Halsgraben gibt es die Möglichkeit die Burg zur Hälfte zu umrunden. Es eröffnet sich ein Blick auf die hohe Schildmauer und Teile der Wehrmauer. Der Ursprung liegt im Palas und der Schildmauer, die auf einem Spornplateau von 84m auf 48m auf 20m Seitenlänge errichtet wurde. Die Schildmauer erhielt erst wesentlich später ihre heutige Höhe. Sie war kleiner. Der Halsgraben, heute teilweise verlandet, war über 14m tief und 70m lang. Unter dem Bergfried, der in der Schildmauer integriert liegt, befindet sich ein Verlies und die alte Regenwasserzisterne.
Die Burg gehört drei Familien. Die Bewohner sind gegenüber Besuchern ziemlich zurückhaltend.

Historie

Die folgenden Informationen basieren auf Auszügen aus dem Buch "Die Tierberger Fehde" von Dr. Eberhard Bechstein, 2004. Burg Tierberg entstand um 1226 unter der Erlaubnis von Kaiser Friedrich II. durch den Würzburger Bischof, der seinem Lehensträger von Langenburg das Recht zum Bau der Burg übertrug. Er ließ die Burg durch einen Ministerialen bauen, der sich anschließend Arnold von Tierberg nannte. 1232 bzw. 1235 kamen derer von Hohenlohe in den Teilbesitz der Burg.
Ulrich von Hohenlohe sah sich aufgrund von Geldnot 1387 gezwungen die Burg mit Besitztümern für nur 1250 Gulden an seine Diener Sigmund von Stetten und Zürch I. von Stetten zu verkaufen. Gottfried III. von Hohenlohe, Bruder von Ulrich, akzeptierte den Verkauf nicht und erhielt schließlich 1391 vom Erzbischof von Trier einen Lehensbrief. Die beiden ehemaligen Diener räumten die Burg nicht, so dass Gottfried 1398 vor Gericht zog und jährlich 120 Gulden Schadensersatz forderte. 1402 endete der Prozess und Gottfried erhielt ein Wiederkaufsrecht von 1900 Rheinischen Goldgulden. Er konnte sich den Kauf nicht leisten.
1474 wollten die Herren von Hohenlohe, mittlerweile Grafen, das Wiederkaufsrecht ausüben. Die Herren von Stetten, Inhaber der Burg, weigerten sich, so dass es 1475 zu einem Angriff und einer Eroberung der Burg kam. Es begann die Tierberger Fehde. Bis 1488 kämpften die Grafen Albrecht II. und Kraft VI. von Hohenlohe gegen Ritter Simon II. und Kilian von Stetten. In einem Berufungsentscheid erklärte der Mainzer Erzbischof die Fehde für beendet.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg nie zerstört, obwohl beim nahegelegenen Herbsthausen die großer Reiterschlacht zwischen Bayern und Frankreich 1645 stattfand. Die Franzosen wurden damals vernichtend besiegt. Nach Ende des Krieges musste die hohenlohische Bevölkerung 1700 fl. Goldgulden an Schweden als Kriegsschuld bezahlen.
Nach dem Krieg geriet die Burg langsam in Verfall. 1657 wird schriftlich festgehalten, dass der Zustand des Schlosses einiger Reparaturen bedürfe. 1682 wird die Burg für 953,20 fl. Goldgulden renoviert. Es entsteht 1699 zudem ein neuer Küchenbau. Weitere Umbauten folgen 1719. Nach dem Tod von Graf Friedrich Eberhard von Hohenlohe-Kirchberg übernimmt Graf Carl August die Burg und ersetzt 1746 die Zugbrücke durch eine Steinbrücke. Sein Nachfolger Fürst Christian Friedrich reißt das Torhaus ab und baut die Burg in ein Jagdschloss um. Unter ihm folgen 1805 der Wohnbau zwischen Palas und Schildmauer und 1809 das Jägerhaus. 1820 bis 1822 folgen durch Fürst Ludwig von Hohenlohe-Kirchberg die Reparatur des Bergfrieds und die Erneuerung aller Zimmer. Stallungen und Zehntscheuer errichtet man 1843.
1863 kommt die Burg an die Linie Hohenlohe-Langenburg. 1974 verkauft Fürst Kraft von Hohenlohe-Langenburg die Burg an Prof. T. Lenk. Grund waren hohe Restaurationsverpflichtungen, die vom Denkmalschutz auferlegt wurden. Mit dem Einzug der neuen Eigentümer verschwindet eine Sammlung von über 3500 Hirsch- und Rehgeweihen. Teile der Burg werden 1976 an Dr. M. Klett und 1989 an Fam. Bechstein verkauft. Weitere Informationen finden Sie in dem Buch "Die Tierberger Fehde" von Dr. Eberhard Bechstein, 2004.

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Anfahrt

Burg Tierberg befindet sich im gleichnamigen Örtchen Tierberg. Über die A6 Ausfahrt "Kupferzell" über Döttingen, Jungholzhausen und Zottishofen oder über die Ausfahrt "Ilshofen" über Obersteinach, Nesselbach, Zottishofen nach Tierberg. Innerorts auf der Hauptstraße bleiben und bis zum Waldanfang fahren. Ab hier sind es noch 5 Min zu Fuß zur Burg.

Buchtipp: Burgen in Baden-Württemberg

Das heutige Baden-Württemberg weist eine der höchsten Burgendichten Europas auf. Wie haben sich die Burgen in Baden-Württemberg ausgebreitet? Mehr dazu in diesem Buch.

Burgenarchiv.de
VER Verlag
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Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Tierberg erwähnt:

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 11.02.2014, 29.05.2005


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