Neuenstein

Burg Neuenstein

Burg Neuenstein

Deutschland / Baden-Württemberg

Im 13. Jahrhundert entstand inmitten des Eppbachs eine kleine Wasserburg namens Neuenstein. Die Anlage wurde ab 1558 zu einem prächtigen Schloss umgebaut und 1906 teilweise erneuert. Heute beeindruckt Neuenstein mit einer schönen Parkanlage und einem schönen Schlossbau, in den die Überreste der Wasserburg integriert wurden. Bergfried und Teile der Ringmauer sind heute in Schlossflügeln verbaut. Sie lassen noch staufische Buckelquader erkennen. Sehenswert ist die alte Schlossküche mit ihren verrußten Wänden und der großen Feuerstelle.

Burg Neuenstein
Burg Neuenstein

Adresse

Burg Neuenstein
Schlossstr. 49
75632 Neuenstein
Parken: Burg, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Schloss
Burgtyp:Niederungsburg, Wasserburg
Nutzung:Museum
Lage:280 m.ü.NN.
Sonnenlicht:05:27-17:32 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:Saisonal
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Eintrittspreise:Burg: frei
Museum: kostenpflichtig
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Kontakt:Hohenlohe-Museum
Schlossstrasse 49
74632 Neuenstein
Tel.: 07942 / 22 09
Fax: 07941 / 60 99 20
Website:Schloss-Neuenstein.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Neuenstein

Schloss Neuenstein liegt inmitten des gleichnamigen Ortes an dem Zusammenfluss von Epbach und Bermbach. Ursprünglich stammt die Anlage aus dem frühen 13. Jahrhundert und wurde als staufische Wasserburg auf einer Sandsteinbank errichtet. Grund war die Nähe zur lukrativen Handelsstraße zwischen Rhein, Wimpfen und der Donau. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burg zu einer weitläufigen Schlossanlage ausgebaut, die heute eindrucksvoll im Zentrum des kleinen Ortes aufwartet.
Schloss Neuenstein besteht aus einem vierflügeligen Gebäudekomplex, der sechs Stockwerke aufweist. Der Profanbau wurde im Stil der Renaissance umgebaut und lässt noch deutlich die integrierte staufische Wasserburg erkennen. Die Anlage stand ursprünglich mitten in einem Sumpf, der zu Gunsten einer Gartenanlage trockengelegt wurde. Heute zeugen nur noch kanalisierte Wassergräben von der ursprünglich weitläufigen Grabenanlage.
Das schöne Schloss beherbergt heute ein Museum und das Archiv der Familie von Hohenlohe. Das Museum gehört zu den ältesten Privatmuseen Deutschlands. Der Zugang erfolgt über eine steinerne Brücke, die den nördlichen Wassergraben überspannt und in das Torhaus mündet, das durch zwei große, runde Flankierungstürme dominiert wird. Über dem Tor hängen die Wappen von Ludwig Casimir von Hohenlohe und seiner Frau Anna von Solms-Laubach. Im Tor lassen sich noch die Löcher erkennen, in denen ursprünglich die Riegel zum Verschließen des Tores eingehängt wurden. Links vom Eingang steht in der Nordostecke der Anlage der Bergfried, der im Zuge der Renaissance in den Gebäudekomplex integriert wurde. Er ist romanischer Herkunft und weist als einziger Turm einen quadratischen Grundriss auf. Seine Grundfläche beträgt 7 auf 8 m. Die Außenmauern sind 1,5 bis 2 m dick. Die anderen Ecken des vierflügeligen Baus werden durch runde Flankierungstürme dominiert, die noch heute ihre ursprüngliche Bedeutung als Wehrtürme erkennen lassen.
Hinter dem Torhaus eröffnet sich der Blick auf den Innenhof, der genau wie die Außenfassade den Stil der Renaissance widerspiegelt. Es lassen sich zwei Treppenhäuser erkennen, die zur Erschließung des Süd- und Westflügels dienten. Ein dritter Treppenturm an der Nordostecke wurde in den Gebäudekomplex integriert. In der Südostecke das Schlosshofs befindet sich die Schlossküche von 1495. Sie ist im Originalzustand erhalten geblieben und kann im Zuge des Rundgangs durch das Museum besucht werden. Der Rundgang führt zudem durch den Kaisersaal und das Königsgewölbe. Der Rittersaal diente im 19. Jahrhundert noch als Archiv. Er ist 41 m lang und 10 m breit. Die interessantesten Ausstellungsstücke sind der Hut von König Gustav II. Adolf von Schweden, ein Schuh der Zarin Katharina der Großen und ein Blasenstein einer der Grafen von Nimburg.
Am südlichen Ende des Hofes befindet sich ein Durchgang direkt neben der Küche, der in die barocken Gartenanlage führt. Sie gibt die Möglichkeit die Anlage noch einmal von Süden zu betrachten. Der Schlossgarten verführt zusammen mit dem See zu einem kleinen Spaziergang.
Schloss Neuenstein ist eine eindrucksvolle und sehenswerte Anlage, die vor allem mit ihrer ruhigen Lage und den zahlreichen erkennbaren Baustilen zum Entdecken und Verweilen einlädt. Ein Besuch lohnt sich.

Historie

Schloss Neuenstein wurde ursprünglich als staufische Wasserburg im 13. Jahrhundert gegründet. Die Anlage lag in einem Sumpfgebiet auf einer Sandsteinbank nahe der Handelsstraße zwischen Rhein, Wimpfen und der Donau. 1230 ist sie im Besitz der Herren von Stein, die sich später von Neuenstein nennen. Um 1300 geht sie an die Grafen von Hohenlohe, die die Anlage zeitweise zu ihrem Stammsitz machen. Im 15. Jahrhundert beginnt man mit den ersten Erweiterungen. Im Auftrag von Ludwig Casimir von Hohenlohe entsteht unter dem Baumeister Balthasar Wolff 1560 ein umfassender Umbau im Stil der Renaissance. Weitere Veränderungen finden im 17. Jahrhundert statt.
Nachdem Wolfgang Julius von Hohenlohe 1698 verstorben ist, zieht die Familie nach Öhringen. Das Schloss beginnt zu verfallen und diente zeitweise als Zuchthaus, Arbeitshaus, Altersheim und Weisenheim. 1870 beginnt die Familie von Hohenlohe mit der Renovierung der Anlage und errichtet eines der ersten Privatmuseen Deutschlands. Ab 1878 ist es für die Öffentlichkeit zugänglich.
Zwischen 1906 und 1925 wird Bodo Ebhardt eingestellt, um das Schloss zu restaurieren. Er fügt der Anlage ein Stockwerk hinzu. Es finden zu dieser Zeit weiträumige Erneuerungen statt, die teilweise das Bild der Anlage prägen.

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    Anfahrt

    Die Burg Neuenstein liegt im gleichnamigen Ort. Über die A6 Ausfahrt "Neuenstein" nach Neuenstein. Innerorts ist die Burg teilweise ausgeschildert und von der Hauptstraße aus zu sehen.

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    Querverweise

    Bei folgenden Burgen wird Neuenstein erwähnt:

    Forchtenberg, Rodeck, Waldenburg, Weikersheim

    Aktualisierung

    Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 12.03.2014, 16.05.2005


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