Lichtenberg

Burg Lichtenberg

Burg Lichtenberg

Deutschland / Baden-Württemberg

Die schöne Burg Lichtenberg gehört heute zu den besterhaltenen Stauferburgen Deutschlands. Mit mittelalterlichem Burghof, zahlreichen baugeschichtlichen Details und Innenräumen, die sich teilweise besuchen lassen, lädt die Anlage zum Entdecken und Verweilen ein. Es lohnt sich!

Burg Lichtenberg 1
Burg Lichtenberg 2

Baubestand & Beschreibung

Burg Lichtenberg

Hoch über der Ortschaft Oberstenfeld thront auf einem Sporn die eindrucksvolle Burg Lichtenberg. Die Anlage wurde nie zerstört oder erobert und gehört zu den ältesten und besterhaltenen Stauferburgen Deutschlands. Ihr heutiges Erscheinungsbild stammt aus der Zeit vom 12. bis zum 15. Jahrhundert und ist in ihrer Art einzigartig. Sie befindet sich seit 1407 im Besitz der Familie derer von Weiler und beherbergt heute ein Restaurant, das nur für Veranstaltungen geöffnet wird. Hof und Bergfried stehen meistens der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Außenanlage
Burg Lichtenberg liegt auf einem Sporn, der das Ende eines Ost-West orientierten Bergrückens zum Bottwartal hin bildet. Man betritt Lichtenfels über eine Brücke. Von der Brücke aus lässt sich eine tiefer gelegene Terrasse im Süden erkennen, die heute als Garten genutzt wird.
Hinter der Brücke eröffnet sich der Blick auf den recht eindrucksvollen äußeren Torbau. Das Bauwerk stammt aus der Gotik und wurde wahrscheinlich 1486 vollendet. Direkt im Anschluss befindet sich der Torzwinger. Rechts führt ein weiteres Tor direkt in die Kernburg.

Kernburg - Palas und Burgkapelle
Der Zugang zur Kernburg erfolgt heute wie damals über eine lange, tunnelartige, rundbogige Durchfahrt, die durch den Torbau führt. Bei dem Bauwerk handelt es sich um den Palas - eine Seltenheit.
Direkt neben der Tordurchfahrt befinden sich Dürnitz (Mannschaftshalle) und Burgkapelle. Das erste Obergeschoss wird durch den Rittersaal eingenommen. Man vermutet, dass das zweite Obergeschoss als Schlaf- und Wohnraum für den Burgherren diente.
Im Erdgeschoss des Palas befindet sich direkt neben der Tordurchfahrt die Burgkapelle. Sie ist dem Heiligen Laurentius geweiht und stammt vermutlich aus der Zeit von 1220-1230. Im Inneren haben sich Wandmalereien erhalten, die man auf das 13. Jahrhundert datiert hat. Die Burgkapelle kann für Hochzeiten gemietet werden.

Kernburg - Bergfried
Der Bergfried befindet sich inmitten der Schildmauer zum Halsgraben hin. Der Turm ist 30 m hoch. Sein heutiges Zeltdach und das oberste Stockwerk stammen von 1908. Im Eingangsgeschoss hat sich ein Abort erhalten.

Kernburg - Westflügel
Gegenüber vom Bergfried liegt der westliche Wirtschaftstrakt. Es handelt sich um einen 40 m langen Gebäudekomplex, der wahrscheinlich Stallungen, Küche, Wohnungen für Gefolge, Lagerräume und sonstige wirtschaftliche Funktionen beherbergte. Das Erdgeschoss besitzt eine sehr hohe Decke, die heute aufgrund einer später eingezogenen Zwischendecke unterteilt ist.
Das oberste Geschoss ist zum Hof hin aus Fachwerk und gibt der westlichen Hofsilhouette ein mittelalterliches Aussehen.

Kernburg - Westturm
In späterer Zeit entstand an der Rückseite des westlichen Gebäudes, also an der Außenmauer, Richtung Westen ein turmartige Vorbau. Er besitzt mehrere Schießscharten und ein gewölbtes Erdgeschoss. Der Zugang erfolgt über das Obergeschoss.

Kernburg - Nordturm
Ein ähnlicher Turm, wie der Westturm entstand im Laufe der Zeit an der Nordostseite. Ursprünglich besaß er eine Wehrplattform auf dem Dach, die im Zuge der Neuzeit durch ein Zeltdach ersetzt wurde.

Ringmauer
Die Kernburg von Burg Lichtenberg wird vollständig von einer Ringmauer umgeben. Alle Gebäude lehnen an der Innenseite dieser hohen Mauer an und sind durch sie geschützt. Sie weist eine ovale Form auf, die der Topographie des Bergsporns folgt.
An der Nordseite hat sich auf dem Fachwerkgang neben dem Nordturm ein Glockenturm erhalten, in dem heute noch eine Uhr und zwei Glocken untergebracht sind. Unterhalb des Glockenturms befindet sich der Burgbrunnen.

Fazit
Burg Lichtenberg ist eine sehr atmosphärische und eindrucksvolle Anlage. Sie besteht fast ausschließlich aus originaler Bausubstanz und wird bis heute von der Familie von Weiler sehr gut erhalten. Man sieht der Anlage ihr hohes Alter anhand der verwendeten Steine und der Bauart sehr gut an. Durch die wenigen Veränderungen in der Neuzeit fühlt man sich etwas in der Zeit zurückversetzt. Ein Besuch lohnt sich.

Historie

Burg Lichtenberg wird erstmals 1197 in einer Urkunde von Markgraf Hermann von Baden im Zusammenhang mit Albertus von Lichtenberg genannt. Im Laufe des 12. Jahrhunderts kam es in dieser Region zu heftigen Kämpfen zwischen den Welfen und Staufern. Die Staufer gewannen schließlich die Oberhand und begannen die Gebiete mit Burgen zu sichern.
Im 13. Jahrhundert erweiterten derer von Lichtenberg ihr Territorium. Sie begannen wichtige Ämter zu bekleiden, sodass sie um 1250 die finanziellen Mittel aufwiesen ihre Burg zu verschönern. 1255 wurde die Stadt Großbottwar unter ihrer Herrschaft gegründet.
In der Folgezeit sicherten sie ihre Macht, indem sie direkt Königen dienten. Zwischen 1302 und 1314 ist Sigibodo von Lichtenberg Geheimschreiber des Königs Albrecht und später Bischof von Speyer. Albrecht Hummel von Lichtenberg diente später als Marschall von Kaiser Ludwig dem Bayer. Hermann von Lichtenberg war Kanzler unter König Ludwig dem Bayer. 1333-1335 nahm er das Amt als Bischof von Würzburg ein, wodurch er zeitgleich der Herzog von Franken war.
1357 verkaufen derer von Lichtenberg ihre Herrschaft an Graf Eberhard den Greiner von Württemberg. Der Grund dafür ist unklar. 1361 vergibt Graf Eberhard von Württemberg das Lehen an Böhmen, die es bis zum Erlöschen 1805 innehaben.
1407 stirbt die Familie Lichtenberg aus. Burg und Vogtei Großbottwar gehen zurück an Graf Eberhard von Württemberg. Beides wird 1483 dem württembergischen Landhofmeister Dietrich von Weiler übergeben. Seit dieser Zeit ist die Burg bis heute im Besitz der Freiherren von Weiler. Dietrich von Weiler beginnt anschließend mit der Renovierung, was ihn über 9.000 Gulden kostet.
1520 werden Dietrich von Weiler (Sohn von Dietrich von Weiler) und sein ältester Enkel nach Weinsberg in den Kampf gegen den Bauernaufstand gerufen. Beide finden in den Auseinandersetzungen den Tod.
Burkhard von Weiler hat 1608 das Amt als württembergischer Hofrichter in Tübingen inne. Im Sommer 1634 kommt es zu einer Schlacht bei Nördlingen, nach der die Burg geplündert aber nicht abgebrannt wird. Laut einer Inventarliste des Burgkaplan, die nach der Plünderung erstellt wurde, gab es nicht viel auf der Burg zu plündern.
Zum Ende des Zweiten Weltkrieges eröffnen die Amerikaner am 19. April 1945 das Feuer auf die Burg Lichtenberg. Obwohl Nationalsozialisten sich auf der Anlage aufhalten, steigt Baronin Marie Luise von Weiler unter Beschuss auf den Turm und hisst die schwedische Flagge. Nach 20 Granateneinschlägen stellen die Amerikaner das Feuer ein. Für die Baronin hat diese Tat keine Folgen vor Gericht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Burg Lichtenberg immer wieder renoviert. 1956 kommt es zu ersten großen Sanierungen und Restaurationen. 1960 werden in der Burgkapelle die alten Fresken freigelegt und das Restaurant eröffnet. 1966 folgt der Ausbau der Gastronomie zusammen mit dem sogenannten Rittersaal im Nordwestflügel. 2006 wird eine eingestürzte Bastion an der Nordecke mithilfe des Denkmalamts wieder aufgebaut.

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Anfahrt

Von der A81 Ausfahrt "13-Mundelsheim" abfahren und der Landstraße Richtung Großbottwar folgen. In Großbottwar Richtung Oberstenfeld abbiegen. Die Burg ist ausgeschildert.

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Gastronomie

Auf der Burg gibt es eine Gastronomie, die nur für Feierlichkeiten geöffnet hat.

Sonstige Bemerkungen

Burg Lichtenberg lässt sich für Hochzeiten und andere Arten von Veranstaltungen mieten. Die kleine Kapelle und die eindrucksvolle Burg verpassen jedem Event das nötige Flair.

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 12.01.2015


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