Burg Löwenstein

Burg Löwenstein

Deutschland / Baden-Württemberg

Inhaltsverzeichnis

Kurz & gut

Löwenstein thront auf einem Bergsporn oberhalb des kleinen, gleichnamigen Ortes. Die Burg wurde um 1100 errichtet und nach mehreren Zerstörungen immer wieder aufgebaut. Bis heute haben sich der ausgeprägte Halsgraben, der eigentümliche Treppenturm des Bergfrieds und zahlreiche Mauerreste erhalten. Das Torhaus mit flankierendem Turm und eine hohe Ringmauer schützten die Burg. Der Erhalt ist sehr partiell, dennoch lädt die Burg vor allem in den Sommermonaten zu einem Besuch ein.

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Baubestand & Beschreibung

Die Burgruine Löwenstein liegt auf einem auslaufenden Bergsporn weit oberhalb der gleichnamigen Stadt und des Tals der Sulm. Die Anlage wurde im 11. Jahrhundert zum Schutz der nahe verlaufenden Salzstraße errichtet und diente später als Ausgangspunkt zahlreicher Auseinandersetzungen zwischen der Kurpfalz und dem Haus Württemberg. Heute stehen nur noch geringe Reste des ehemaligen Baubestands. Gegen 1760 wurden große Teile der Burg abgetragen, um die städtischen Einrichtungen und die Stadtmauer der Stadt Löwenstein zu reparieren.
Der Ursprung der Anlage liegt in einer polygonalen Kernburg, deren Ringmauer zehneckig war. Die Bauwerke lehnten an der Ringmauer an und bildeten in der Mitte einen größeren Hof mit Regenwasserzisterne. Zur Ostseite hin, also zum Halsgraben, wurde die Burg durch einen Zwinger und eine Schildmauer geschützt. Typisch für die Region lag der Bergfried an der Schildmauer und war mit dieser verbunden. Im 15. Jahrhundert wurde die Anlage aufgrund der Auseinandersetzungen zwischen Kurpfalz und Württemberg um mehr als das Doppelte erweitert. Es entstand eine Außenanlage, die auf die neuesten Waffentechnologien der damaligen Zeit eingestellt war.
Bis heute haben sich nur bedingt Reste erhalten. Die Außenanlage weist zum größten Teil nur noch niederes Mauerwerk auf.

Ausnahmen sind die Überreste des Kasemattenturms und das Torhaus. Von der Kernburg sind große Teile der Ringmauer erhalten geblieben. Zudem stößt man auf die Fundamente des Palas, den ehemaligen Standort der Regenwasserzisterne und Überreste der Schildmauer. Es hat sich der Treppenturm des Bergfrieds erhalten, der ursprünglich zur Erschließung der Schildmauer und des Bergfrieds diente.
Der Treppenturm steht an der Rückseite der Schildmauer. Er ist das einzige, fast vollständig erhaltene Gebäude der Burg und weist eine Höhe von 24 m auf. Der untere quadratische Part ist 13 m hoch und beherbergt im Inneren eine Treppe. Auf diese Konstruktion setzte man einen nahezu halbrunden Aufsatz, der die einzelnen Stockwerke des Bergfrieds erschloss. Der Zugang erfolgte über eine erhöhte Öffnung an der Südseite. In der Neuzeit entstand ein ebenerdiger Eingang auf Bodenniveau, der im Mittelalter nicht existent war. Zum ehemaligen Burghof hin weist der Treppenturm Schießscharten auf, über die sich eingedrungene Feinde in der Kernburg bekämpfen ließen.
Von dem daneben stehenden Bergfried sind heute nur noch mächtige Fundamente erhalten, die aufgrund ihrer soliden Steinsetzung zusammen mit der Schildmauer entstanden sein müssen. Aufgrund der Höhe des Treppenturms muss der Bergfried mindestens 24 m hoch gewesen sein.
Die Schildmauer weist zum Teil noch Buckelquader auf und erreicht eine Höhe von maximal 4 m. Ursprünglich war sie bedeutend höher. Vor der Schildmauer befand sich noch eine Zwingeranlage, die heute Grillmöglichkeiten beherbergt. Direkt dahinter schließt der sehr gut erhaltene und vor allem tiefe Halsgraben an.
Gegenüber des Bergfrieds befinden sich die Fundamente des Palas. Das Gebäude maß ca. 20 auf 10 m und lag direkt oberhalb des Zugangs zur Burg. Der Palas lehnte ursprünglich direkt an der Ringmauer an. Im 15. Jahrhundert setzte man an die Ringmauer die Löwensteiner Kammern. Die feingliedrig angeordneten Räume waren klein und haben sich heute noch von den Fundamenten her erhalten. Sie dienten wahrscheinlich zur Verteidigung des Bereichs vor dem Torhaus.
Das Torhaus schließt direkt an den Palas an und gehört zu den jüngsten Gebäuden der Burg. Der Bau besteht aus einem Torhaus mit Schießkammern und einem Erker oberhalb des Tores. Hinter dem Tor eröffnet sich eine Poterne. Das Torhaus wurde durch einen runden Flankierungsturm geschützt, der noch heute zahlreiche Schießscharten aufweist. Hinter dem Tor führt der Weg im Uhrzeigersinn um die Kernburg und konnte von dieser hervorragend flankiert und beschossen werden. Das Torhaus wies nach seiner Entstehung kein Satteldach auf, sondern wurde mit einem Wehrgang versehen, der nur über die Kernburg zugänglich war und heute noch ist. Neben dem Treppenturm ist das Torhaus das einzige erhaltene Gebäude. Die Steinsetzung lässt erkennen, dass das Gebäude im Nachhinein noch einmal verändert wurde.
Obwohl Burg Löwenstein nur sehr partiell erhalten geblieben ist, wirkt die Anlage sehr interessant. Der Baubestand, bestehend aus mittelalterlicher Architektur und Festungsbaukunst der frühen Neuzeit, bildet ein interessantes Ensemble, das zum Entdecken anregt. Der ansässige Imbiss und zahlreiche Sitzmöglichkeiten laden zum Verweilen ein.

Historie

Die erste Burg wurde im 11. Jahrhundert zum Schutz der hier verlaufenden Salzstraße salisch errichtet. Erbauer waren derer von Calw. 1133 kommt es zu Erbstreitigkeiten, so dass Welf VI. von Calw die Burg in jenem Jahr zerstört. Es folgt ein staufischer Wiederaufbau.
Im 13. Jahrhundert geht die Burg an derer von Habsburg. 1287 kam König Rudolf I. zu Besuch und begutachtete Burg und Ort. Er sprach bei seinem Besuch das Stadtrecht für Löwenstein aus. Mit den neuen Privilegien kommt auch der Reichtum in die Stadt und so entstehen eine Zwingeranlage und der Ausbau der Stadt. Wahrscheinlich entstand der Zwinger nach der Zerstörung der Burg durch ein Erdbeben 1356.
In der Folgezeit übernehmen die Kurpfälzer Teile der Burg. Grund waren Verpfändungen an Kurfürst Ruprecht I. 1382. Mit einem geschlossenen Burgfrieden 1394, bzw. 1399 mit den Kurfürsten kommt es zum Streit mit derer von Weinsberg und derer von Württemberg. Es folgt eine Belagerung und der Beschuss der Burg 1405 durch die Württembergischen. Die Kurpfalz erwirbt 1441 Löwenstein und baut sie durch Friedrich den Siegreichen weiter aus. Grund war die Lage an der Grenze zu den Württembergern, die mit der Kurpfalz kein gutes Verhältnis pflegten.
1488 übergibt Kurfürst Friedrich I. Burg und Ort an seinen Sohn Ludwig von Bayern, der sich anschließend nach der Burg benennt und als Graf Ludwig I. von Löwenstein den Grundstein der Linie Löwenstein-Wertheim legt.
Herzog Ulrich von Württemberg erobert schließlich 1504 die Burg und steckt sie in Brand. Weitere Bereiche werden 1512 so stark beschädigt, dass die Burg anschließend aufgegeben wurde. Laut Krahe wurde sie aber erst 1634 durch kaiserliche Truppen zerstört.
Im 18. Jahrhundert nutzt man um 1760 große Teile der Burg um ein Schloss in Löwenstein zu errichten. Zudem wurden die Stadtmauer, die Friedhofsmauer und die Kirche ausgebessert. Erst nach 1970 begann man den Verfall aufzuhalten. Seitdem wird die Anlage restauriert und instand gehalten.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Löwenstein liegt in dem gleichnamigen Ort. Über die A81 Ausfahrt "Weinsberg/Ellhofen" der B39 bis nach Löwenstein folgen. Bei der Serpentine im Ort abbiegen und die fünfte Straße auf der linken Seite folgen. Von dieser Straße (Burgweg) geht nach 300m ein Wanderweg links den Berg hinauf und führt direkt in den Burggraben.

Buchtipp: Burgen in Baden-Württemberg

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Burgenarchiv.de
VER Verlag
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Gastronomie

Die Burg beherbergt eine kleine Imbissbude.

Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Löwenstein erwähnt:

Burg Wertheim, Burg Wildeck

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 16.02.2014, 06.03.2005


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