Burg Hofen

Burg Hofen

Burg Hofen

Deutschland / Baden-Württemberg

Von der einst kleinen, sehr kompakten, aber äußerst wehrhaften Burg haben sich nur Teile der Ringmauer und der Fundamente erhalten. Die Anlage entstand um 1250 zum Schutz eines Neckarübergangs und wurde vor 1648 zerstört. Die erhaltenen Reste der Schildmauer deuten auf eine äußerst dicke und hohe Wehrmauer hin. Die Ruine ist zwar schnell besichtigt, aber dafür recht eindrucksvoll.

Adresse

Burg Hofen Wolfgangstr.
70378 Hofen Parken: Burg, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Ruine
Burgtyp:Hangburg
Nutzung:-
Lage:230 m.ü.NN.
Sonnenlicht:07:07-15:28 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:offen
Eintrittspreise:frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Hofen

Hinter einer lang gezogenen Kurve des Neckars ruhen auf der rechten Uferseite im Nordosten von Stuttgart die Überreste der Burg Hofen. Bei der Anlage handelt es sich um die einzige erhaltene Ruine innerhalb der Grenzen der Stadt Stuttgart. Sie ist Teil der Ortschaft Hofen und lässt sich frei besuchen.

Topographie
Obwohl die Anlage recht klein und stark ruinös ist, hat sie dennoch einige Besonderheiten zu bieten. Bei Burg Hofen handelt es sich um eine Kastellburg mit viereckigem Grundriss. Topographisch gesehen gehört sie zu den sogenannten Randburgen, die aufgrund ihrer schlechten Wehrhaftigkeit relativ selten in Baden-Württemberg vertreten sind. Eine Randburg liegt am Ende einer Ebene oder eines Plateaus zu einer Hangseite hin. Dieser Burgtyp war selten, da er drei Seiten besaß, von denen aus man die Burg hätte angreifen können. Burg Hofen ließ sich von der Nordostseite, der Südostseite und der Südwestseite aus angreifen. Nur die Nordseite war durch einen steilen Hang zum Neckar hin geschützt.

Grabenanlage
Aufgrund ihrer suboptimalen Lage als Randburg musste Burg Hofen durch einen mächtigen Halsgraben geschützt werden. Der teilweise noch erhaltene Graben legt sich u-förmig um die drei Angriffsseiten herum und trennte die Burg von der Umgebung. An der Westseite sind noch Reste der ehemaligen Mauer existent, die die Grabenwände sicherten. Ob sich diese Mauern an allen Seiten des Grabens befunden haben, ist unbekannt.
Man geht davon aus, dass die Grabenanlage nie Wasser geführt hat, da der Graben vor allem zum Neckar hin zugemauert war.. Ob Burg Hofen jemals eine Vorburg oder ähnliches besaß, ist unbekannt.

Zugänge
Der Haupteingang erfolgt heute wie damals über eine Brücke im Südwesten. Sie endete ursprünglich in einem Tor, dessen Ansätze bis heute noch erkennbar sind. Hinter dem ehemaligen Tor befindet sich ein Torzwinger, über den man zum Tor der Kernburg an der Westseite gelangte. Auf der rechten Seite, also Richtung Süden, eröffnet sich der Blick auf einen kleinen erhaltenen Mauerbereich mit einer Schießscharte. Man vermutet, dass sich hier eine Wachstube befand.
Da Burg Hofen zum Schutz einer Furt, Fähre oder Brücke über den Neckar errichtet wurde, besaß sie ursprünglich an der Nordostecke einen zweiten Zugang über den Graben. Von hier gelangte man direkt von der Burg runter zum Neckar. Der ehemalige gotische Durchgang wurde später zugemauert, da er als Schwachstelle in der Verteidigungsanlagen angesehen wurde.

Kernburg
Burg Hofen bestand aus einer Kernburg mit eigener Ringmauer, die vollständig von einer Zwingeranlage umgeben war. Der Zugang zur Kernburg erfolgt heute wie damals über ein nicht mehr existentes Tor an der Südwestseite. Dahinter eröffnet sich der Blick auf den großen Burghof, der heute aufgrund fehlender Gebäude größer erscheint, als er einst war. Eindrucksvollstes Element ist hierbei die Schildmauer, die schon aus weiterer Entfernung recht eindrucksvoll wirkt.

Kernburg - Schildmauer, Bergfried
Die Schildmauer gehört zu den ältesten Elementen der Burg. Sie ist Teil der viereckigen Ringmauer, die die Kernburg einst vollständig umgab. Da es sich bei Burg Hofen um eine Randburg handelt, ließ sich die Anlage von Westen, Süden und Norden unter Beschuss nehmen. Am anfälligsten war die Burg von Süden her, sodass man hier die Schildmauer errichtete. Bis heute haben sich große Teile der eindrucksvollen Schildmauer und ein mittig gesetzter Turmstumpf des Bergfrieds an der Innenseite erhalten.
In der Schildmauer lassen sich vor allem in den oberen Schichten zahlreiche Buckelquader erkennen, die auf die Entstehung oder auf eine Erhöhung in der Stauferzeit verweisen. Die Ecken wurden mit sogenannten Eckquadern verstärkt.
Die Mauer ist ca. 20 m lang und besitzt eine Stärke von 2,5 m. Die abgehende Ringmauer der Kernburg besitzt 2,0 m Mauerdicke und diente somit als Schildmauer nach Westen und Osten. Die Schildmauer ist zwischen 8 m und 13 m hoch (Angaben in der Literatur variieren).
An der Rückseite der Schildmauer befand sich, wie bereits erwähnt, ein angesetzte Bergfried, der eine Grundfläche von 6,5 m auf 6,5 m hatte. Er war ursprünglich mehr als 13 m hoch und ragte wahrscheinlich über die Schildmauer hinaus. Zu seinen Füßen befanden sich links und rechts zwei Gebäude, von denen der östliche Bau der Palas war.

Kernburg - Gebäude
In der Kernburg standen ursprünglich mindestens drei Gebäude. In der Südostecke neben dem Bergfried lag der Palas. Die Südwestecke, über die heute die meisten Besucher die Burg betreten, beherbergte ursprünglich ebenfalls ein Gebäude, dessen Funktion bis heute nicht bekannt ist. In der Nordostecke zum Neckar hin gab es ein drittes Bauwerk, das vor allem als Nebengebäude gedient haben soll.

Fazit
Burg Hofen ist in ihrer Art recht eindrucksvoll. Sie ist schnell besichtigt und weist nur noch relativ wenig aufragende Mauerwerk auf, die dafür teilweise recht imposant wirken. Zusammen mit der gegenübergelegenen Engelburg und der Heidenburg, bilden die Anlagen ein Ensemble, das sich mal besuchen lässt.

Historie

Im Jahre 1120 wird erstmals schriftlich ein Dorf mit dem Namen Hofen in einer Urkunde genannt, dass an einer Furt bzw. an einem Fährhafen lag. Die Region ist 1201 im Besitz des Klosters Bebenhausen. Ein Ritter namens Luithart von Mühlhausen beginnt um ca. 1260 mit der Errichtung einer Burganlage. Sein Sohn übernimmt den Namen des Ortes und gründet damit das Geschlecht von Hofen. In der Folgezeit dient die erhöht gelegene Burg zusammen mit der Engelburg auf der gegenüberliegenden Uferseite zur Überwachung des Flusses.
Schon 1369 stirbt mit Luithart IV. von Mühlhausen die Linie aus. Am 11. September 1369 werden Ort und Burg wirtembergisches Lehen. Lehensherr ist Graf Eberhard II. von Wirtemberg, der es an Ritter Reinhart von Neuhausen übergibt. Derer von Neuhausen werden später Freiherren und bleiben bis 1753 Eigentümer der Burg Hofen.
Im 30-jährigen Krieg wird die Anlage durch Feuer zerstört. Die Schweden, die zuerst noch Hofen links liegen gelassen haben, kehrten auf der Suche nach Proviant noch einmal zurück und zerstörten die Burg. 1685 soll Burg Hofen sehr ruinös gewesen sein. In einer Zeichnung von Andreas Kaiser ist sie als Ruine mit erhaltenem Turm zu erkennen.
Nachdem derer von Neuhausen ca. 400 Jahre Eigentümer der Burg waren, übergeben sie sie am 8.2.1753 mitsamt dem Lehen für 28.000 Gulden an Karl Eugen von Wirtemberg. 1783 werden große Bereiche abgebrochen, um sie für den Neubau der Kirche St. Barbara und den dazugehörigen Gebäuden in Hofen zu nutzen.
In der Folge verfällt die Anlage immer weiter. Erst 1999 kauft die Stadt Stuttgart Burg Hofen aus Privatbesitz und beginnt mit der Restauration. Nach einigen Aufräumarbeiten wird sie im Jahre 2000 für die Besucher und die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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    Die Burg liegt in der Wolfgangstraße im Ortsteil Hofen in Stuttgart. In der Nähe der nahegelegenen Kirche gibt es mehrere Parkmöglichkeiten.

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    Aktualisierung

    Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 25.08.2015


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