Altes Schloss, Neues Schloss, Neckarbischofsheim

Burg Altes Schloss, Neues Schloss, Neckarbischofsheim

Burg Altes Schloss, Neues Schloss, Neckarbischofsheim

Deutschland / Baden-Württemberg

Das Schloss Neckarbischofsheim besteht aus dem Alten Schloss und dem Neuen Schloss. Während das Neue Schloss aus dem 19. Jahrhundert stammt, errichtete man schon im 13. Jahrhundert an der Stelle des Alten Schlosses eine Wasserburg. Das Neue Schloss dient heute als Hotel. Das Alte Schloss lädt mit dem Schlosspark zusammen zu einem kurzen Spaziergang ein.

Burg Altes Schloss, Neues Schloss, Neckarbischofsheim
Burg Altes Schloss, Neues Schloss, Neckarbischofsheim
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Adresse

Burg Altes Schloss, Neues Schloss, Neckarbischofsheim Schlossstr. 1
74924 Neckarbischofsheim Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Schloss
Burgtyp: Wasserburg
Nutzung: Standesamt, Museum
Lage: 180 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 05:07-17:26 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: saisonal
mehr
Eintrittspreise: Außenanlage: frei
Museum: kostenpflichtig
Website: Schlosshotel-Neckarbischofsheim.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Altes Schloss, Neues Schloss, Neckarbischofsheim

Am westlichen Ende der ehemaligen Altstadt von Neckarbischofsheim liegt in einem schönen Schlosspark das Alte Schloss Bischofsheim. Es beherbergt heute ein Trauzimmer und ein Heimatkundemuseum. Zum Ort hin wird der Schlosspark durch das Neue Schloss eingerahmt, das heute ein Hotel mit Restaurant und Tagesstätte aufweist.

Das Alte Schloss
Schönstes Gebäude der Anlage ist heute das Alte Schloss. Es steht in der ehemaligen Kernburg und nimmt wahrscheinlich den Platz eines ehemaligen Wohnturms ein. An der Stelle der Vorburg errichtete man im 19. Jahrhundert das Neue Schloss.
Das Alte Schloss hat sein heutiges Aussehen aus der Zeit um 1546 und wurde vor allem durch die Umbaumaßnahmen von Johann von Helmstatt geprägt. Ursprünglich besaß das Bauwerk vier Stockwerke, von denen das oberste nach dem Stadtbrand 1859 abgetragen wurde. An dem Gebäude waren Querflügel und Wirtschaftsgebäude angebracht, die heute nicht mehr existent sind. Abgehende Mauerreste lassen sich an dem Alten Schloss noch an der Nordostecke und Südseite erkennen.
Das Alte Schloss lässt sich heute zur Hälfte umrunden. Deutlich zu erkennen sind die schönen Eckquader, die die Ecken des Gebäudes verzieren. Die Ostseite weist einen Erker auf, hinter dem der Rittersaal liegt. An der Südseite befindet sich der Treppenturm, über den alle Geschosse erschlossen sind. Hinter dem großen Treppenturm stößt man auf eine dickere Mauer, auf der ein überdachter Balkon (Altane) ruht. Diese Mauer ist wesentlich dicker als die restlichen Mauern des Schlosses und gehört wahrscheinlich zum Wohnturm, der vor der Errichtung des Alten Schlosses hier stand.
Vor dem Eingang in den Treppenturm lässt sich noch ein schießschartenähnliches Fenster erkennen, das wahrscheinlich zum Flankieren der Tür in den Treppenturm diente. Im ersten Obergeschoss befindet sich an der Südostecke vor dem Treppenturm ein zugemauerte Ausgang. Es ist unklar, ob von hier ein Weg auf eine Wehrmauer oder in ein Nachbargebäude führte.
Der Treppenturm ist der einzige erhalten gebliebene Anbau am Alten Schloss. Über dem rundbogigen Eingang hängt das Allianzwappen der Familien Helmstatt und Neipperg.
Folgt man dem Weg weiter Richtung Park gelangt man zur Rückseite (Westseite) des Schlosses. Es eröffnet sich der Blick auf die Westfassade und den See. Der See ist Teil der ehemaligen Wassergrabenanlage, die die Kernburg vollständig umgab. Die Westfassade des Alten Schlosses weist zwei schießschartenähnliche Fenster im Untergeschoss auf, die vermuten lassen, dass die Westfassade Teil der Wehrmauer war.
Im Inneren des Schlosses stößt man auf den sogenannten Rittersaal, der heute als Trauzimmer dient. Der Rest des Bauwerks wird von einem Heimatkundemuseum genutzt. Im Rittersaal finden sich religiöse Darstellungen von ca. 1480, die vermuten lassen, dass der Raum zeitweise als Kapelle genutzt wurde.

Der Schlosspark
Der Schlosspark entstand vermutlich im 16. Jahrhundert und ist 2,6 ha groß. Im Südwesten hat sich ein Renaissancetor erhalten, das von 1590 ist. Es soll durch den Bildhauer Adam Wagner oder Jakob Müller aus Heilbronn entstanden sein.
Der Schlosspark war ursprünglich Teil der Verteidigungsanlage. Er war morastig und beherbergte einen ausgedehnten Wassergraben, der das Alte Schloss umgab und von der Vorburg trennte, die sich an der Stelle des heutigen Hotels befand.
Man geht davon aus, dass die ehemalige Vorburg ebenfalls durch einen Wassergraben von der Stadt getrennt wurde. Dieser befand sich wahrscheinlich an der Stelle der Parkplätze (Schlosstraße) des heutigen Hotels.

Die mittelalterliche Wasserburg
Ursprünglich handelte es sich bei dem Alten Schloss um eine mittelalterliche Wasserburg, die an der Einmündung des nahegelegenen Rosenbachs in den Krebsbach stand. Hier stand ein Wohnturm, der von einer Ringmauer umgeben war. Ein Wassergraben, der durch die Flüsse gespeist wurde, schützte die Anlage in alle Richtungen. Der Bereich des heutigen Schlossparks soll sehr morastig gewesen sein und nur eine Brücke führte zur Burg. Später entstand aus dem Wohnturm heraus das Alte Schloss. Vor dem Alten Schloss befand sich eine ausgedehnte Vorburg, die durch einen Graben von der Kernburg getrennt war.

Das Neue Steinhaus
An der Stelle des Neuen Schlosses (Hotel) entstand spätestens ab dem 14. Jahrhundert eine Vorburg mit eigener Wehrmauer. In der Vorburg wurde 1378 das Neue Steinhaus errichtet, das direkt an der Stelle des heutigen Hotels stand. Es handelte sich um ein Gebäude mit vier Stockwerken, das im Erdgeschoss 1,5 m dicke Mauern hatte. Das Bauwerk wurde 1829 zugunsten des Neuen Schlosses (Hotel) abgerissen. Das Neue Steinhaus muss dem Alten Schloss sehr ähnlich gewesen sein.

Fazit
Schloss bzw. Burg Neckarbischofsheim lädt heute mit ausgedehntem Park und ruhiger Umgebung zu einem Besuch ein. Außerhalb der Öffnungszeiten des Schlossmuseums hat der Besucher die Möglichkeit die Gebäude größtenteils zu umrunden. Während das Neue Schloss als Bauwerk des 19. Jahrhunderts relativ schlicht ist, lässt sich vom Alten Schloss alleine an der Außenfassade sehr viel von seinem Alter ablesen. Zusammen mit dem Schlosspark lädt das Ensemble zu einem kurzen Besuch ein.

Historie

Der Ort Bischofsheim wird erstmals schon im 10. Jahrhundert genannt. 1274 erfolgt eine urkundliche Erwähnung als Reichslehen von König Rudolf von Habsburg an Dieter von Helmstatt. Dieser baute vermutlich die Burg. Das Alte Schloss ist heute das älteste erhaltene Gebäude in Neckarbischofsheim. Noch im 13. Jahrhundert wird die Region Teil des Wormser Lehens.
1378 werden Burg und Ort im Besitz von Weiprecht I. von Helmstatt genannt. Er war ein enger Vertrauter von König Rupprecht. In dem Schriftstück werden Bischofsheim die Stadtrechte verliehen, die anschließend zu großen Umbaumaßnahmen in der Stadt und an der Burg führen. So wird beispielsweise 1420 durch Weiprecht I. oder seinen Bruder Raban III. von Helmstatt in der Vorburg das Neue Steinhaus errichtet. Dieses stand an der Stelle des heutigen Schlosshotels.
1448 wächst die Stadt über ihre Grenzen hinaus, sodass man sie Richtung Süden erweitert. An der Stelle des ehemaligen Grabens entsteht der Marktplatz. Zeitgleich wird mit dem Bau der Stadtkirche begonnen. Im Zuge der neuen Stadtmauer entstand auch der fünfeckige " Hohe Turm", der heute Wahrzeichen der Stadt ist. Der Turm wurde nach italienischem Vorbild als Puntone errichtet. Zeitgleich gliederte man die sogenannte Totenkirche in der Stadt ein, die ursprünglich außerhalb stand. Hier haben sich 41 Grabsteine der Stadtherren erhalten. Die Ältesten gehen bis in das 14. Jahrhundert zurück.
1543 kommt es durch Erbteilung zur Trennung der Güter unter Johann von Helmstatt und Alexander von Helmstatt. 1545 kaufte Johann von Helmstatt zusammen mit seinem Schwiegervater, dem pfälzischen Hofmeister Philipp von Helmstatt, die Anteile Alexanders ab. Zeitgleich erwerben sie das zweite Schloss Alexanderburg (heute Rathaus) im Ort.
Mit dem Kauf kommt es zur Modernisierung. 1546 entstehen am Alten Schloss der Erker, zwei Seitenflügel, ein Treppenturm und das Aussehen des heutigen Rittersaals. Zudem wird die Stadtkirche St. Salvator ausgebaut. Die Familie ist zu diesem Zeitpunkt sehr wohlhabend. Philipp von Helmstatt ist mit Margarete von Neipperg verheiratet, deren Allianzwappen am Treppenturm hängt.
Im Schlossgarten findet man heute ein Tor im Stil der Renaissance. Dieses entstand 1590 und wird den Bildhauern Adam Wagner oder Jakob Müller aus Heilbronn zugeordnet.
Während des 30-jährigen Krieges wird das Alte Schloss Hauptquartier des Feldherren Tilly von Wallenstein. Er zieht am 6. März 1622 ein und beginnt mit der Planung der Belagerung von Heidelberg. Am 4. April 1622 muss er aufgrund von anrückenden Pfälzer Truppen zurückziehen.
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg gegen Ende des 17. Jahrhunderts wird die Stadt nicht zerstört. 1806 wird der Ort Bischofsheim badisch und in Neckarbischofsheim umbenannt, damit es zu keinen Verwechslungen mit Tauberbischofsheim und Rheinbischofsheim kommt. Die Ortschaft liegt mehr als 10 km vom Neckar entfernt.
Das Neue Steinhaus in der ehemaligen Vorburg wird 1829 abgerissen um mit dem Bau des Neuen Schlosses zu beginnen. Es entsteht ein Winkelbau unter Ludwig Nepomuk von Helmstatt. Heute beherbergt der schlichte Bau ein Hotel mit Restaurant.
1859 ist Neckarbischofsheim Opfer eines Stadtbrands. Hierbei wird auch das oberste Stockwerk des Alten Schlosses beschädigt, sodass es in der Folgezeit abgetragen wird. Auch die Querflügel und die Wirtschaftsgebäude werden vollständig abgerissen.
1952 stirbt die Familie von Helmstatt mit dem letzten männlichen Nachfahren aus. 1975 kauft die Stadt das Schloss und beginnt mit Sanierungsmaßnahmen. 1976 stößt man auf Wandmalereien aus der Renaissance im Rittersaal, die größtenteils dem 15. und 16. Jahrhundert zugeordnet werden. Sie wurden freigelegt und können heute besichtigt werden. Das Alte Schloss beherbergt einen Trausaal und ein Heimatkundemuseum.

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Anfahrt

Von der A6 Ausfahrt "33 Sinsheim" auf die B292 Richtung Waibstadt, Neckarbischofsheim. Bei Bernau rechts abbiegen Richtung Neckarbischofsheim und innerorts gleich im Kreisverkehr die erste Ausfahrt nehmen. Das Schloss befindet sich 100 m weiter auf der rechten Seite.

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Literatur

- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart

- Informationstafel vor Ort
- http://www.burgenstrasse.de/showpage.php?SiteID=20&sel=u&sid=112&lang=1 - letzter Aufruf: 26.3.2015
- http://www.neckarbischofsheim.de/pb/,Lde/470548.html - letzter Aufruf: 26.3.2015

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 26.03.2015


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