Burg Stolzeneck

Burg Stolzeneck

Burg Stolzeneck

Deutschland / Baden-Württemberg

Um 1230 entsteht an einer der engsten Stellen des Neckars auf einem Sporn die Burg Stolzeneck. Die Burg diente als Reichsburg und wurde dementsprechend immer wieder erweitert. Im 17. Jahrhundert war sie baufällig und wurde aufgegeben. Von der Anlage haben sich die Kernburg mit Gebäuden und Ringmauer, sowie die eindrucksvolle Schildmauer erhalten. Die weitläufige Vorburg wird heute gerne zum Grillen genutzt. Stolzeneck liegt tief im Wald und ist gern genutztes Ausflugsziel von Familien mit Kindern.

Burg Stolzeneck 1
Burg Stolzeneck 2

Baubestand & Beschreibung

Burg Stolzeneck

Burgruine Stolzeneck liegt auf einem abgelegenem Sporn an einer engen Stelle des Neckartals unweit der Burg Zwingenberg. Sie besteht aus einer kompakten Kernburg mit großer Schildmauer, einem umliegenden Ringzwinger und einer tiefer gelegenen Vorburg.
Ursprünglich existierte nur die Kernburg, die eine bedeutend niedrigere Schildmauer und einen wesentlich kompakteren Innenausbau besaß, der neben dem Palas zahlreiche Gebäude beherbergte, die mit dem Umbau nach 1350 in die Vorburg verlegt wurden. Somit stößt man auf eine neue wesentlich großzügiger gestaltete Anlage.
Burg Stolzeneck betritt man heute über einen Eingang, der im Mittelalter nicht vorhanden war. Der alte Eingang in die Vorburg ist dennoch existent und kann über einen Rundweg von der anderen Seite her genutzt werden. Beim neu angelegten Zugang wird der Besucher über den Bergsporn am unüberwindbaren und eindrucksvollen Halsgraben vorbeigeleitet, der einen Blick auf die sehr hohe und dicke Schildmauer freigibt.
Beide Wege führen in die Vorburg. Diese besteht heute aus einer Grillstelle, die einst als Brunnen diente und dem neuen Brunnen, in dem heute Wasser in ein Becken fließt.
Von der Vorburg ist nicht mehr viel erhalten. Neben der sie umgebenen Wehrmauer stößt man auf die Reste eines Wehrturms, sowie zahlreiche Fundamente und Grundmauern, die in unterschiedlichen Verfallsstadien zu sehen sind. So trifft man auf gut erhaltene Fundamente zweier Gebäude und die wenigen Reste anderer Bauten, die sich kaum noch erkennen lassen. Nach Osten hin erhebt sich die höchste Außenmauer der Vorburg, die zeitgleich Außenmauer der Zwingeranlage der Kernburg war. Sie weist heute noch Schießscharten und Fenster auf, sowie ein Tor, das über alte Treppen zugänglich ist.
Die Zwingeranlage der Kernburg, die diese zu allen Seiten, außer zum Halsgraben hin umgibt, ist heute noch beidseitig von Mauern umgeben. Sie diente zum Schutz der Kernburg und war auf allen Seiten von dieser gut einsehbar.
Die Kernburg Stolzenecks bildet den eindrucksvollsten Part der Anlage. Beim Bau nutzte man an vielen Stellen Buckelquader und Eckquader, sowie Verzierungen, die auf einen gehobenen Wohlstand der Erbauer hindeuten. Die Quader weisen größtenteils noch Tragelöcher der Kranzange, genannt Wolf, auf.
Der Zugang der Kernburg erfolgt durch ein kleines ebenerdiges Tor mit Spitzbogen. Ein vorspringender Bereich der Ringmauer gab die Möglichkeit Gegner vor dem Tor von der Kernburg aus anzugreifen. Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf den kleinen Innenhof, der durch fehlende Gebäude größer wirkt, als er einst war. Zur rechten Seite erhebt sich die riesige Schildmauer, die den größten Teil der Kernburg einnimmt. Zur Linken erkennt man die Hoffassade des Palas, der nach 1350 entstanden ist. Sie weist neben zahlreichen Fenstern und Balkenauflagern auch Verzierungen und eine Tür auf. Das Innere des Palas ist kernlos. An der Innenseite der Hoffassade lassen sich noch Balkenauflager erkennen, die auf die innere Struktur und die Geschossdecken hinweisen.
Der Zugang der Schildmauer, heute eine steinerne Treppe, erfolgte im Mittelalter über eine Treppenkonstruktion neben dem Palas. Diese Treppe ließ sich abwerfen oder zerstören. Die Schildmauer diente somit zeitgleich als Bergfried. Im oberen Stück verläuft der Aufgang in der Schildmauer, die zum Teil Gänge und Räume beherbergte. An der Hofseite erkennt man noch Balkenauflager, die an einen Wehrgang erinnern. Die Schildmauer besaß einen guten Einblick in die Kernburg, die Vorburg und den Halsgraben und konnte somit optimal für Verteidigungszwecke eingesetzt werden.
Von dem touristischen Aspekt her ist Burg Stolzeneck sehr angenehm. Die Anlage wirkt durch den üppigen Efeu sehr alt und strahlt durch die hohe Schildmauer einen herrschaftlichen Charme aus.

Historie

1268 wird die Burg erstmals mit dem Namen "De Stoltzinecke" erwähnt. Erbaut wurde sie wahrscheinlich 1230. Die Burg besaß anscheinend zu diesem Zeitpunkt noch einen Bergfried. Um 1275 entstand dann die heute vorhandene Burgform, bestehend aus Palas, weiteren Gebäuden, Schildmauer und Ringmauer. Die Schildmauer war ursprünglich 20m hoch und 26m lang. Die Wehrplattform dient heute als Eingang und lag auf 9m Höhe. Nach 1350 wurde die Kernburg beendet. Der Palas erhielt seine Form um 1509. Zeitgleich sind Zwinger, Vorburg und äußere Wehranlagen entstanden. Grund des Baus war die Sicherung des Neckars und somit der Handelseinnahmen. Stolzeneck wird 1284 an die Herren von Heidelberg verkauft, so dass diese Nackar aufwärts einen "Puffer", bzw. Schutz besaßen und somit eine Abwehranlage ihr Gebiet in diese Richtung schützte. Bis 1610 dient sie anschließend als Lehen. Im genannten Jahr stirbt der letzte Lehen. Die Burg war zu dieser Zeit baufällig und der Weiler Krösselbach regelrecht ausgestorben. Die letzten Bewohner Krösselbachs wurden nach Zwingenberg umgesiedelt. Die Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg zusätzlich zerstört um keine neue Machtfestigung zu garantieren.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Stolzeneck befindet sich südlich von Eberbach auf einem kleinen Plateau an den Hängen des südlichen Neckarufers. Über die A5 Ausfahrt "Heidelberg" auf die B37 durch Heidelberg nach Eberbach oder über die A6 Ausfahrt "Heilbronn Neckarsulm" auf die B27 /B37 nach Eberbach. In Eberbach sollte man über die einzige Brücke den Neckar überqueren und sich auf der anderen Seite gleich links in die Rockenauer Str. halten. Der Rockenauer Str. folgen am Schleusenwerk vorbei. Die Straße ist hier sehr eng und erscheint teilweise wie ein Fahrradweg. Das Befahren ist trotzdem erlaubt. Dem Weg sollte man folgen, bis man einen Wanderparkplatz erreicht, der eine Informationstafel aufweist. Der Parkplatz liegt gegenüber von Lindach und das Weiterfahren auf dieser Seite des Flusses ist verboten. Neben der Infornationstafel führt ein Weg den Berg hoch. Über diesen bis zur Forststraße, dann links. Ab hier erkennt man den Zugang zur Burg.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 28.02.2012


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