Waldangelloch

Burg Waldangelloch

Burg Waldangelloch

Deutschland / Baden-Württemberg

Oberhalb des Waldangelbachs liegt auf einem Sporn die Burg Waldangelloch von 1206. Von der Anlage haben sich nur die äußere Ringmauer mit ausstehenden Türmen und die rekonstruierten Fundamente eines Gebäudes erhalten. Der Eingang verläuft immer noch über eine Rampe und wird von einem Turm flankiert. In der Kernburg standen ursprünglich mindestens drei Gebäude, die von einer weiteren Mauer umgeben waren. Im 19. Jahrhundert hat man die Kernburg vollständig abgebrochen. Die Turmstümpfe wurden mit einem Fachwerkaufsatz und einem Dach versehen.

Adresse

Burg Waldangelloch 74889 Sinsheim-Waldangelloch Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Ruine
Burgtyp:Spornburg
Nutzung:privat
Lage:200 m.ü.NN.
Sonnenlicht:07:11-15:28 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:offen
Eintrittspreise:frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Waldangelloch

Oberhalb der Stelle, wo die Flüsse Borhardsklinge, Winkelbach und Waldangelbach zusammentreffen, wurde in Spornlage die Burg Waldangelloch errichtet. Die Anlage lag strategisch günstig und diente zur Überwachung von vier Tälern, die hier aufeinandertreffen.
Von der Burg sind nur noch wenige Reste erhalten geblieben. Ursprünglich bestand Waldangelloch aus einer Kernburg, die von einer Zwingeranlage umgeben war und durch einen Halsgraben vom Bergrücken getrennt wurde. Die Kernburg stand ursprünglich auf einer Erhöhung, die im Zuge des 20. Jahrhunderts vollständig eingeebnet wurde. Bis heute haben sich nur zwei Türme, die äußere Wehrmauer und das eingeebnete Burgplateau erhalten.
Der Zugang erfolgt heute wie damals von der westlichen Talseite her über einen steil ansteigenden Torzwinger, der von der Burg flankierte wurde. Am vermuteten unteren Tor steht ein rechteckiger Wehrturm, der zahlreiche Schießscharten, Bogenfriese und einen Fachwerkaufsatz aufweist. Er diente ursprünglich zur Verteidigung des Bereichs vor und hinter dem unteren Tor. Ein weiteres Tor befand sich am oberen Ende der Rampe. Beide Tore haben sich nicht erhalten.
Hinter dem Torzwinger eröffnet sich der Blick auf eine große, leere Wiese, auf der die Kernburg stand. Ursprünglich führte der Weg hier in einen kleinen Burghof, um den drei Gebäude angeordnet waren. Die Bauten lagen ca. vier Meter höher als heute. Im Zuge des 20. Jahrhunderts wurden die Bauwerke mitsamt des Burgbergs beseitigt und eingeebnet. Heute stößt man einzig und allein auf die nachgebildeten, bzw. rekonstruierten Fundamente des Südostbaus. Der ehemals westlich davon gelegene Palas besaß zur Hofseite einen Treppenturm, der mit einer Wendeltreppe im Renaissancestil versehen war. Die Wendeltreppe lässt sich heute im Buchenauer Hof finden.
Die Kernburg war ursprünglich fünfeckig und besaß eine Ringmauer. Im Zuge des 16. und 17. Jahrhunderts wurde sie mehrmals umgebaut und erhielt Wehrelemente im Festungsbaustil. Dazu gehörte auch eine Bastion im Südosten, die sich heute noch vom Terrain abhebt. Hinter den vorhandenen Fundamenten der Kernburg befand sich ein Halsgraben, der die Anlage vom Bergrücken trennte. Da das gesamte Grundstück abgetragen wurde und die Höhe des Grabens aufweist, ist dieser nicht mehr erkennbar. Nur die Steilwand mit der Böschung an der Südseite des Grundstücks erinnert an den Verlauf des Grabens. Der Graben war im Stil der Festungsbaukunst beidseitig gemauert.
Von der Außenanlage hat sich die gesamte Wehrmauer zum Tal hin erhalten, bzw. wurde rekonstruiert. Neben dem bereits erwähnten Flankierungsturm des unteren Tors ist noch ein zweiter Turm an der Nordspitze existent. Auch er erhielt im Zuge der Neuzeit einen Fachwerkaufsatz. Unterhalb des Turms lassen sich die Grundmauern weiterer Wehrmauern erkennen, die auf Zwingeranlagen hindeuten.
Vom touristischen Aspekt her ist Burg Waldangelloch sehr angenehm und recht selten besucht. Zahlreiche Sitzbänke und Tische laden zum Niederlassen und Verweilen ein. Leider ist die Burg aufgrund des Abbruchs nur noch sehr bedingt erhalten und recht schnell besichtigt.

Historie

Die Burg Waldangelloch wurde vermutlich vor 1206 durch die Grafen von Eberstein errichtet. Sie taucht im 14. Jahrhundert in Urkunden auf. Der nach ihr benannte Adel findet 1363 durch Gerhard von Angelloch erstmals schriftliche Erwähnung. In dem Schriftstück wird festgehalten, dass er von den Grafen von Eberstein die Burg als Lehen erhält. Der Name Angelloch und der Angelhaken im Wappen deuten darauf hin, dass die Flüsse im Tal aufgestaut wurden und man hier Fischzucht betrieb.
Die äußere Zwingeranlage, die die Kernburg umrahmt, entstand vermutlich Anfang des 16. Jahrhunderts. Am Tor befindet sich ein Stein mit der Jahreszahl 1503.1613 stirbt das Geschlecht Angelloch aus. Die Burg geht zurück an die Herren von Eberstein, von denen ein Wappen von 1626 gefunden wurde. 1679 ist Waldangelloch eine Mitgift für eine Hochzeit und geht in den Besitz von derer von Württemberg.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg und wahrscheinlich in Vorbereitung auf den Pfälzischen Erbfolgekrieg wird die Anlage durch Herzog Friedrich August von Württemberg-Neuenstadt 1685 erweitert. Man vermutet die Entstehung der äußeren Bastionen zu dieser Zeit.
1803 gehen Ort und Burg in den Besitz von Speyer über. Württemberg bleibt Teilinhaber. Mit der Neuaufteilung der Region 1806 gehört Waldangelloch zukünftig zu Baden. 1860 ist die Burg stark baufällig und wird schriftlich als ruinös genannt. Einzig der Palas soll erhalten geblieben sein. Um 1900 folgt der Abbruch der gesamten Kernburg und die Einebnung des Grundstücks, um einen Sportplatz zu errichten. Die Wendeltreppe im Treppenturm des Palas wird im Buchenauer Hof verbaut. Weitere Überreste werden später bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Heute zeugen nur noch Reste der äußeren Wehranlage von der Burg.

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    Anfahrt

    Burg Waldangelloch liegt im gleichnamigen Ort bei Sinsheim. Über die A6 Ausfahrt "Sinsheim" auf die B39 Richtung Angelbachtal und weiter nach Waldangelloch. Innerorts Richtung Weiler abbiegen. Auf der rechten Seite befindet sich kurz hinter der Kreuzung die "Schlossbergstr.". Hier parken und zu Fuß zur Burg gehen.

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    Aktualisierung

    Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 20.03.2014, 06.08.2006


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