Emerkingen, Römerturm

Burg Emerkingen, Römerturm

Burg Emerkingen, Römerturm

Deutschland / Baden-Württemberg

Der Römerturm in Emerkingen wurde lange Zeit für römisch gehalten, daher der Name. Der Wohnturm stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist letzter Rest einer Wasserburg. Die Anlage war Stammburg derer von Emerkingen, einem der reichsten Geschlechter Schwabens. Aufgrund von Einsturzgefahr hat man im 20. Jahrhundert die Burg bis auf den Bergfried abgerissen. Der Graben wurde verfüllt. Durch die Nähe zur Kirche richtete man eine Glocke und eine Turmuhr ein um den Turm als Kirchturm zu nutzen. Zudem findet man ein Museum im Inneren des Turms.

Adresse

Burg Emerkingen, Römerturm 89607 Emerkingen Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Burg
Burgtyp:Niederungsburg
Nutzung:Museum
Lage:530 m.ü.NN.
Sonnenlicht:07:04-15:29 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:Ganzjährig
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Eintrittspreise:Außenanlage: frei
Turm: kostenpflichtig
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Kontakt:Bürgermeisteramt
Schlossstraße 23
89607 Emerkingen
Tel.: 07393 / 22 39

Baubestand & Beschreibung

Burg Emerkingen, Römerturm

Inmitten der kleinen Ortschaft Emerkingen steht heute der Wohnturm der ehemaligen Burg Emerkingen. Die Anlage stammt ursprünglich aus der Zeit um 1100 und wurde mit dem Reichtum des Geschlechts derer von Emerkingen immer größer. Im 19. und 20. Jahrhundert hat man schließlich die Burg bis auf dem Turm und die Kapelle vollständig abgerissen.
Das Burgareal bildet heute eine große Wiese und einen kleinen Platz, auf denen der Wohnturm und die Kapelle stehen. Die Kapelle wurde in der Neuzeit mehrmals verändert und erneuert. Der Wohnturm, der zeitgleich auch als Bergfried diente, war Mittelpunkt der Anlage und beherbergt heute ein Museum. Im 19. Jahrhundert entstand ein ebenerdiger Eingang und ein weiteres Obergeschoss, das einen Glockenstuhl und eine Turmuhr trägt. Westlich des Turms wurde archäologisch das Schloss nachgewiesen. Das lange Gebäude stand mit einem größeren Abstand neben dem Wohnturm.
Nach dem Grundriss von Krahe lagen das Schloss, die Kapelle und der Bergfried wahrscheinlich in einer rechteckigen, großen Ringmauer, die von einem Ringgraben umgeben war. Es gab eventuell noch weitere Gebäude, die heute nicht mehr nachgewiesen werden können. Die Kirchstraße verläuft zum Teil auf dem ehemaligen Graben. Auch nördlich des Turms lässt sich noch der Grabenverlauf andeutungsweise erkennen.[1]
Von der einst wahrscheinlich eindrucksvollen Anlage, die die Stammburg eines der reichsten Adelsgeschlechter Schwabens war, steht heute nur noch der Wohnturm. Das hohe Gebäude ist zum Wahrzeichen der Stadt geworden und wird durch die Gemeinde gut erhalten. Man bemüht sich löblich den mittelalterlichen Bezug der Stadt in Ehren zu halten.

Historie

Schon die Römer besiedelten den Galgenberg bei Emerkingen. Es gab sogar ein römisches Kastell. Bis 600 hausten die Alemannen in der Region. 805 wird erstmals die Gemeinde Emerkingen genannt, als sie durch derer von Alaholfingen an das Kloster St. Gallen verschenkt wurden.
1103 wird die Burgkapelle geweiht. Heinrich von Emerkingen wird im Zusammenhang damit genannt. Die Burg muss also vor 1103 entstanden sein. Forscher, wie Krahe, gehen heute von einer Wasserburg aus.
Schon im 12. Jahrhundert waren die Herren von Emerkingen relativ mächtig. Zu Anfang des 15. Jahrhunderts stirbt das Geschlecht aus.
1832 gehen die mittelalterlichen Gebäude an Eduard Schuster, der große Teile der Anlage abbrechen lässt. 1845 fand man im Turm eine römische Münze, woraufhin der Turm "Römerturm" genannt wurde. Aufgrund des Funds glaubte man, dass der Turm römischen Ursprungs sei. 1921 wird der Bergfried zum Glockenturm umfunktioniert und erhält sowohl Glocken, wie auch später eine Uhr. 1952 erfolgte der Abbruch des restlichen Schlosses. Der Turm blieb weiterhin erhalten. Heute beherbergt der Turm ein Museum und kann besichtigt werden.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Die Anlage befindet sich in dem Ort Emerkingen. Entweder über die B311 von Ulm aus kommend oder über Nürtingen, Metzingen, Bad Urach, Münsingen und Ehingen von Norden aus. Über die B311 sollte man von Ehingen aus nach Munderkingen fahren und der Straße nach Emerkingen folgen. In Emerkingen befindet sich die Burg hinter der Dorfkirche.

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Sonstige Einrichtungen

Heute befindet sich im Bergfried ein Museum. Im Erdgeschoss wird auf derer von Emerkingen und die Burg eingegangen. In den oberen Stockwerken stößt man auf Informationen über die kirchliche Gemeinde, das Leben auf dem Land, die Römerzeit und die Glocken, sowie die Turmuhr und eine weite Aussicht.

Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Emerkingen, Römerturm erwähnt:

Rechtenstein

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 13.04.2013


Fußnoten

[1]Der in Kursiv geschriebene Textabschnitt basiert auf eigenen Beobachtungen. Literaturhinweise oder Informationen im Internet wurden dazu nicht gefunden. Das Veröffentlichen und Verbreiten der Informationen ist sowohl in digitaler Form, wie auch in Printform oder im Internet nur als Zitat mit Verweis auf den Autoren und die Website, bzw. die App erlaubt.

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