Burg Rechtenstein, Stein

Burg Rechtenstein, Stein

Burg Rechtenstein, Stein

Deutschland / Baden-Württemberg

Burg Rechtenstein thront auf einem Bergkamm, direkt oberhalb der Donau. Der Adel wurde schon 728 genannt, die Bauzeit der Burg ist unbekannt. Der Berg bot nicht viel Platz, so dass sich die Gebäude einen engen Raum teilten. Ursprünglich waren es zwei Burgen, die beidseitig des Bergfrieds lagen und im Osten eine gemeinsame Vorburg hatten, die heute privat ist. Erhalten haben sich der Bergfried, Teile der Vorburg, der Halsgraben und einer später entstandene Kirche. Die Vorburg ist heute privat und kann nicht besichtigt werden. Der Besitzer der Vorburg hat den Schlüssel für den Bergfried. Zwei Kernburgen mit gemeinsamen Bergfried sind eine Seltenheit.

Adresse

Burg Rechtenstein, Stein 89611 Rechtenstein Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Ruine
Burgtyp:Kammburg, Spornburg
Nutzung:privat
Lage:555 m.ü.NN.
Sonnenlicht:07:03-15:29 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:Saisonal
mehr
Eintrittspreise:frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Rechtenstein, Stein

Burg Rechtenstein liegt auf einem Bergrücken, oberhalb des gleichnamigen Ortes, direkt an der Donau. Die Burg bestand zu ihrer Blütezeit aus zwei Burgen, die vom Bergrücken und vom Tal zugänglich waren, später aber zusammengelegt wurden. Heute ist die Burg zum Teil privat, zum Teil Eigentum des Ortes. Dementsprechend gibt es einen Zugang vom Ort aus und eine private Auffahrt, die früher der Haupteingang war.
Von der Vorburg fehlt heute jede Spur. Die Vorburg bestand aus drei Teilen, die durch drei Tore von einander getrennt waren. Das letzte Tor zur ältesten Vorburg bestand aus einem Torbau mit zwei flankierenden Türmen. Heute ist dieser Bereich ein Hof und von mehreren Gebäuden eingerahmt. Begrenzungsmauern, wie z.B. vom privaten Garten, sowie die beiden südlichen Gebäude sind Elemente der alten Vorburg. Im Norden steht noch ein privater Bau, der ebenfalls zur alten Burg gehört. An der Seite zum Graben hin, kann man noch den Ansatz des Tors erkennen, das einst letztes Hindernis vor der Zugbrücke gewesen war.
Der Halsgraben eröffnet sich direkt zwischen dem öffentlichen und dem privaten Bereich. Er ist und war von beiden Seiten von Wehrmauern eingerahmt und mit einer Zugbrücke überspannt. Die Brücke wich einer Aufschüttung, über die man die Kernburg heute erreicht.
Die Kernburg bestand ursprünglich aus der westlichen und der östlichen Burg. Die Östliche gehörte zur Vorburg und war die Größere. Die westliche Burganlage bestand aus dem gemeinsamen Bergfried, der mit dem Palas verbunden war und somit eine untypische Konstruktion bildete. Dem Palas zu Füßen gab es einen weiteren Bau und die barocke Kapelle, sowie einen vorgelegten Zwinger.
Heute stößt man bei den beiden Kernburgen auf einen privaten Bau im östlichen Teil mit alten Elementen, auf den großen gemeinsamen Bergfried, den südlichen Zwinger, die vollständig erhaltene Kapelle und wenige Grundmauern des Palas, sowie die Grundmauern eines weiteren Gebäudes. Der Bergfried wirkt durch zwei Eingänge in seiner Fassade etwas durchlöchert, hebt diesen filigranen Effekt aber durch seine eindrucksvolle Höhe und Dicke wieder auf. In seinem Inneren stößt man auf Informationstafeln, die detailliert Geschichte und Zeichnungen wiedergeben und auf eine weit reichende Aussicht über das Donautal und das Kloster in Obermarchtal. Der Bergfried kann heute fast vollständig umrundet werden. Bis in das 19. Jahrhundert gab es hier einen Türmer, der bei Gefahr Alarm geschlagen hat.
Bis auf den Bergfried existieren keine weiteren Gebäude, die sich von innen besichtigen lassen. Zahlreiche alte Elemente, wie z.B. Fensterstürze, Türöffnungen, alte Mauern, eingelassene Wappen und Schmuckelemente sind in den Fassaden der privaten Gebäude zu erkennen.

Historie

Das Adelsgeschlecht Stain wird mit Leopold vom Stain schon 728 genannt. Das erste Mitglied der Familie, das aber mit Burg und Ort in Verbindung gebracht werden könnte, ist ein Heinrich von Stain aus dem Jahre 922. Durch Namensgleichheiten in der Umgebung wird offiziell 1331 der Name der Familie der Burg Rechtenstein zugeordnet.
Um 800 wird der Adel erstmals als Dienstadel erwähnt. 992 stellt sich der Sohn von Heinrich von Stain an die Spitze eines Bauernaufstandes und verliert. 1331 wird einer seiner Nachfahren ebenfalls aufständisch gegen den Hochadel. 1150 geht Gerung von Stain als Mönch in das Kloster Zwiefalten und reist 1156 nach Jerusalem. 1174 begleiten derer von Stain Kaiser Barbarossa nach Italien. In den Jahren von 1283-1327 ist Eberhard von Stain Abt in Zwiefalten. Sein Nachfolger bezeichnet sich 1331 erstmals als "von Rechtenstein".
1348 besaß die Burg zwei Burggebäude. Es handelte sich dabei um eine Doppelburg, die von derer von Stein und derer von Rechtenstein bewohnt war. Noch im selben Jahr kommt es zum Einsturz einiger Burgelemente durch ein Erdbeben, die sofort wieder aufgebaut werden. 1360 werden die Brüder Wolf und Eberhard vom Stain als Dienstmannen Sienas in Italien genannt. Um 1390 geht die Burg in den Besitz der benachbarten Burg Reichenstein über. Burgherr war Walz vom Stain, der aus der Linie Reichenstein stammt. Er sorgte für den Bau der Kapelle am Hang und verkaufte die Burg anschließend an Graf Eberhard von Württemberg. 1421 werden durch Wolf vom Stain die Herrschaften Stain, Reichenstein und Rechtenstein zusammengelegt. Im Donaueschinger Wappenbuch stößt man ab 1433 auf das Wappen derer von Stain. Im Jahre 1440 übergibt der kinderlose Wolf vom Stain Rechtenstein an seine Schwester Elisabeth, die Peter von Hoheneck heiratet. Wolf vom Stain stirbt 1446 und somit seine Linie aus. 1554 geht ein Bernhard vom Stain zu Emerkingen das Erbe seines Vaters an, das unter anderem ein Viertel der Burg Rechtenstein beinhaltet. Er kauft die restlichen Anteile auf und ist somit Besitzer beider Burganlagen. Die Burg war somit ab 1557 im vollen Besitz derer vom Stain. Bernhard erhält 1558 das Stadtrecht und das Blutrecht. Im Dreißigjährigen Krieg verschuldet sich der Adel sehr stark. Die Bezahlungen und Streitigkeiten dessen ziehen sich bis in das 17. Jahrhundert. Im spanischen Erbfolgekrieg von 1701 bis 1715 musste die Familie hohen Kontributionsforderungen und Einquartierungen nachgehen. Der Burgherr Franz Puppelin floh mit seiner Familie im Jahre 1704 in die Schweiz. 1721 bis 1739 wird Heinrich-Ferdinand vom Stain als Burgherr auf Rechtenstein erwähnt. Nach seiner Herrschaft vollendete man die Barockkirche. Bis 1791 wurden wieder Teile der Burg verkauft. 1817 kam es schließlich zum Abbruch der Burg bis auf den Bergfried. Heute ist die Kernburg Teil der Gemeinde und die Vorburg in Privatbesitz. Bis um 1900 beherbergte der Turm einen Turmwächter, der bei Feuer in der Stadt Alarm läuten sollte.

Events in der Nähe

Zu dieser Burg und den Nachbarburgen liegen uns keine Veranstaltungen vor. Sie können hier gerne eine eintragen:

Veranstaltung eintragen

Anfahrt

Die nächsten Autobahnen in der Nähe von Rechtenstein sind die A8 und die A7. Von beiden sollte man über Landstraßen nach Ehingen fahren und dort der B311 Richtung Riedlingen folgen. Bei Untermarchtal verlässt man die B311 und fährt über Lauterach nach Rechtenstein. Innerorts parkt man irgendwo unterhalb der Kirche und folgt dem Weg hoch, an der Kirche vorbei zur Burg.

Diese Burg auf dem Navi:
Diese Burg finden Sie in unserem Produkt "Burgenführer". Direkte Navigation zu über 1.000 Burgen und deren Parkplätze.
Pocketnavigation.de
Deutschlands-Burgen.de
Diese Burg auf dem Navi:
Diese Burg finden Sie in unserem Produkt "Burgenführer". Direkte Navigation zu über 1.000 Burgen und deren Parkplätze.
Pocketnavigation.de
Deutschlands-Burgen.de

sonstige Bemerkungen

Bei der Burg handelt sich um ein Privatgrundstück. Bitte benehmen Sie sich dementsprechend.

Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Rechtenstein, Stein erwähnt:

Reichenstein

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 30.01.2012


Burgen in der Umgebung

weitere Burgen im Umkreis laden

Kommentar verfassen