Residenzschloss Darmstadt

Residenzschloss Darmstadt
Deutschland / Hessen

Inhaltsverzeichnis

Kurz & gut

Inmitten des Stadtzentrums von Darmstadt steht das Residenzschloss Darmstadt. Die schöne Anlage wurde im Laufe der Zeit mehrmals zerstört und immer wieder auf- und umgebaut. Heute erstrahlt der Bau in neuem Glanz und gibt deutliche Einblicke in die einzelnen Epochen seiner Entstehung.
Das Residenzschloss Darmstadt geht auf eine alte Wasserburg zurück, die durch die Herren von Katzenelnbogen errichtet wurde. Es handelte sich um eine nahezu dreieckige Burg, die dem heutigen innersten Hof, dem Kirchenhof, entsprach. Die Außenmauern des Herrenbaus an der Nordwestseite des Hofs stammen teilweise noch aus der Zeit der Burg und gehören zum ehemaligen Palas. Der Bergfried, der einst am Palas angrenzte, existiert heute nicht mehr. Er wurde zugunsten des Weißen Saalbaus abgerissen. Die anderen Gebäude um den Kirchenhof beherbergen heute nicht sichtbar die alte Ringmauer der Burg in sich. Der Zugang erfolgte heute wie damals von Norden.
Im Laufe der Zeit wurde das Residenzschloss Darmstadt mehrmals umgebaut. So verlegte und verschüttete man auch Teile des Wassergrabens, an dessen Stelle heute Gebäude stehen. Durch den lockeren Untergrund gibt es immer wieder Probleme mit der Statik des Schlosses.
Das Schloss unterteilt sich in drei Bereiche: die äußere Wehranlage, das Renaissanceschloss und das Barockschloss. Zur Stadt hin stößt man auf den mächtigen Barockbau, der aus zwei Schlossflügeln besteht. Er ist recht symmetrisch gehalten und prägt das Bild der ehemaligen Burg nach Süden und Westen.
Der Norden wird durch einen Park eingenommen, der zur alten Wehranlage gehört. An seiner Stelle befand sich einst der tiefe Wassergraben, der das Residenzschloss Darmstadt vollständig umgab. Ebenfalls im Norden und Nordwesten erkennbar, sind die mächtigen Bastionen, die mit dem Aufkommen der Schusswaffen das Schloss in diese Richtung schützen sollten.
Im Südosten befindet sich der Glockenbau. Es handelt sich um einen hohen Bau mit einem 39 m hohen Glockenturm an seiner Hofseite. Der Turm wird leider oft für den alten Bergfried gehalten.
Kernstück des Residenzschloss Darmstadt ist das alte Renaissanceschloss. Es besitzt heute noch die nahezu dreieckige Form der alten Kernburg und setzt sich aus den Schlossflügeln Herrenbau, Weißer Saalbau, Kaisersaalbau, Kirchenbau und dem Kirchenhof zusammen. Der Zugang zu dem Hof erfolgt heute wie damals von Norden her. Hier wurde ein Portalbau vorgesetzt, vor dem sich ursprünglich eine Zugbrücke befand. Von der Stadt aus führt ein weniger bewehrtes Tor direkt durch das Barockschloss in den südlichen Hof.
Das Residenzschloss Darmstadt ist heute Wahrzeichen der Stadt Darmstadt. Der schöne Bau lädt zu einem Besuch ein.

Best-of-Listen

Residenzschloss Darmstadt wird in folgenden Artikeln erwähnt:
Die Schlösser und Burgen um Worms
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Bilder

Adresse, Karte & Parken


Residenzschloss Darmstadt
Marktplatz 15
64283 Darmstadt

Parken: In der nahen Ortschaft zu Residenzschloss Darmstadt gibt es zahlreiche, kostenpflichtige Parkplätze.

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Schloss
Burgtyp: Wasserburg
Nutzung: Museum, Universität
Lage: 140 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 08:12-19:02 Uhr Info
Residenzschloss Darmstadt

Historie

Zu Anfang des 13. Jahrhunderts entsteht an der Stelle eines frühmittelalterlichen Wohnsitzes eine Wasserburg durch die Grafen von Katzenelnbogen. Im Jahr 1330 erhält der Ort Darmstadt, in dem die Burg liegt, Stadtrechte. Es folgt 1331 erstmals die urkundlich Nennung der Wasserburg. Ab 1386 verliert die Burg an Bedeutung und wird zum Witwensitz und Nebenresidenz.
Im 14. und 15. Jahrhundert finden unter den Grafen von Katzenelnbogen immer wieder Um- und Ausbauten statt. Es entsteht die erste Grundbausubstanz vom heutigen Residenzschloss Darmstadt.
Nach dem Aussterben der Grafen von Katzenelnbogen im Jahr 1479 geht die Wasserburg in den Besitz des Landgrafen Heinrich III. von Hessen über und wird unter seinen Nachfahren stark vernachlässigt. Im Jahr 1518 lässt Philipp der Großmütige die Wasserburg aufgrund von Streitigkeiten mit Franz von Sickingen zerstören. Es folgt ein Wiederaufbau.
Unter Landgraf Ludwig IV. von Hessen-Marburg erfolgt erneut ein Wiederaufbau nachdem ein durch kaiserliche Truppen gelegter Brand im Schmalkaldischen Krieg 1546 das Residenzschloss Darmstadt zerstörte. Die Fachwerkgeschosse des ehemaligen Palas und des Saalbaus werden aus Stein neu errichtet. Die Gebäude erhalten neue Dächer.
Landgraf Georg I. der Fromme von Hessen-Darmstadt erhebt Darmstadt 1567 zur Residenzstadt und lässt die Wasserburg zum Residenzschloss ausbauen. Die alte Wasserburg wird von Christoph Müller, Jakob Wust und ab 1580 unter Jakob Kesselhuth zum Residenzschloss Darmstadt ausgebaut. Die Wallmauern und Bastionen werden verstärkt. Der Wassergraben vertieft und der Herrenbau erweitert.
Nach 1589 entstehen die Kanzlei, der Marstall und das Zeughaus, die heute nicht mehr existent sind. Nur kurze Zeit später lässt Landgraf Georg I. von Hessen-Darmstadt ab 1594 Waisenkinder im Schloss unterrichten.
Der Kaisersaalbau und der Kirchenbau werden zwischen 1595 und 1597 ergänzt. Hinzu kommt noch der Paukergang, der den Herrenbau mit dem Kirchenbau verbindet.
Es entstehen im 17. Jahrhundert unter Landgraf Georg II. von Hessen-Darmstadt und später unter Landgraf Ludwig VI. von Hessen-Darmstadt unter der Leitung der Baumeister Jakob Müller und Johann Wilhelm Pfannmüller zahlreiche Erweiterungen am Schloss.
1627 wird wieder unter Jakob Müller das Wallhäuschen und ein Torbau im Norden ergänzt. Bis 1678 kommen der Glockenbau, der Holländische Bau, das Brückenhäuschen, die Kanzlei und der Prinz-Christian-Bau unter der Leitung von Johann Wilhelm Pfannmüller hinzu. Es entsteht eine Dreiflügelanlage. Der alte Bergfried der Wasserburg wird abgebrochen.
Nur kurze Zeit nach der Fertigstellung wird 1693 Darmstadt im Zuge des Pfälzer Erbfolgekrieges angegriffen. Das Residenzschloss Darmstadt brennt wieder ab.
Es kommt 1715 zu einem weiteren Schlossbrand. Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt lässt unter Louis Remy de la Fosse das Schloss in barocker Form neu errichten. De la Fosse entwarf einen gewaltigen vierflügeligen Bau mit zentralem Turm. Er wollte das alte Schloss komplett abbrechen und durch einen Neubau ersetzen. 1716 beginnt man diesen Plan in die Realität umzusetzen. Das Schloss wird abgerissen und durch den Neubau ersetzt.
Als ein Viertel des neuen Residenzschloss Darmstadt nach den Plänen von De la Fosse fertig ist, wird die Arbeit 1726 wegen fehlender Finanzierung eingestellt. Die Schlossflügel bleiben im Rohbau. Nach und nach werden Räume im Erdgeschoss fertiggestellt. Das Hessische Staatsarchiv, die Schlosswache und die Rentkammer ziehen ein.
Im Jahr 1806 tritt die Herrschaft Hessen-Darmstadt dem Rheinbund bei. Das Schloss wird zum Sitz der Großherzöge von Hessen-Darmstadt.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts werden die Obergeschosse des neuen Schlosses eingerichtet und mit Fensterverglasung versehen. Im Jahr 1842 ziehen die Universitäts- und Landesbibliothek sowie die Großherzogliche Sammlung mit Naturalienkabinett in das Residenzschloss Darmstadt ein. Schon seit dem 18. Jahrhundert wird das Schloss immer seltener von den Großherzögen bewohnt und es werden immer mehr Institute dort untergebracht. Ein Teil bleibt Staatsgästen als Unterbringung vorbehalten.
Im Jahr 1893 werden unter Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein erneut bauliche Maßnahmen am Schloss vorgenommen, darunter der Bau des Anbaus mit Teepavillon am Herrenbau.
1924 zieht das Schlossmuseum in den alten Bereich des Residenzschlosses Darmstadt ein. Im Zweiten Weltkrieg in der Nacht vom 11. auf den 12. September 1944 brennt das Residenzschloss Darmstadt bei der Darmstädter Brandnacht vollständig aus. Es bleibt nur eine leere Ruine übrig. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geht das Schloss an das Land Hessen über.
Von 1946 bis in die 1970er Jahre wird das Residenzschloss Darmstadt vollständig wiederaufgebaut, wobei darauf geachtet wird, das äußerliche Erscheinungsbild nicht zu verändern.
Eine umfassende Gesamtinstandsetzung beginnt im Jahre 2008. Der Glockenbau wird 2016 fertiggestellt.
Heute dient das Residenzschloss Darmstadt als Sitz der Technischen Universität, des Deutschen Polen-Instituts und des Schlossmuseums. Bisher flossen 41 Millionen Euro in die Sanierung. Anschließend sollen noch weitere Institutionen in dem Schloss untergebracht werden.

Eintritt und Öffnungszeiten

Eintrittspreise oder Öffnungszeiten nicht mehr aktuell? Hier bitte einreichen.
Öffnungszeiten: Ganzjährig
Schloss: offen
Museum: ganzjährig
Fr-So:
10.00-17.00 Uhr
Eintrittspreise: Außenanlage, Schlosshof: frei
Museum: kostenpflichtig
Website: Schlossmuseum-Darmstadt.de
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Sonstige Einrichtungen

Das Residenzschloss Darmstadt beherbergt heute Institute der Technischen Universität Darmstadt, das Schlossmuseum, das Deutsches Polen-Institut im Herrenbau, eine Studentenkneipe und einen Club. Zudem gibt es den öffentlichen Schlossgarten.
Die Ausstellung des Museums beschäftigt sich mit dem höfischen Leben und der Geschichte der Landgrafschaft und des Großherzogtums Hessen.

Sonstige Bemerkungen

Der Zugang zum Museum kann zur Zeit nur über den Karolinenplatz und die Wallbrücke, also von Norden her erfolgen.
Laut Internet ist das Residenzschloss Darmstadt für die Öffentlichkeit zugänglich. Als wir das Grundstück über die Wallbrücke betraten, wurden wir von einer leitenden Person der sich hier befindlichen Technischen Universität grundlos rüde und sehr unfreundlich des Grundstücks verwiesen. Aufgrund des unnötigen Platzverweises blieb uns auch ein Besuch des Schlossmuseums verwehrt. Anscheinend sind sich die Institutionen im Schloss nicht darüber einig, inwieweit das Grundstück der Öffentlichkeit und dem Tourismus zur Verfügung steht.

Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Darmstadt erwähnt:

Burg Alzenau, Schloss Bad König, Burg Dieburg, Burg Frankenstein, Burg Katz, Burg Clingenburg, Burg Lemberg, Burg Lindenfels, Burg Lissberg, Landgrafenschloss Marburg, Burg Plesse, Festung und Burg Rheinfels, Schloss Romrod, Burg Staufenberg

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 05.04.2019


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