Krautheim

Burg Krautheim

Burg Krautheim

Deutschland / Baden-Württemberg

Burg Krautheim liegt auf einem Bergsporn oberhalb der Mündung des Klingenbachs in die Jagst. Die schöne Anlage wurde zwischen 1225 und 1240 errichtet. Sie hat sich bis heute gut erhalten. Einige Elemente wurden 1889 neogotisch renoviert und sind heute bewohnt. Der Eintritt ist kostenpflichtig. Außerhalb der Öffnungszeiten kann man die Burg teilweise umrunden und bekommt Graben und Außenmauer zu sehen. Es haben sich nahezu alle Bereiche erhalten. Krautheim ist in jeder Hinsicht sehenswert.

Adresse

Burg Krautheim 74238 Krautheim Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Ruine
Burgtyp:Spornburg
Nutzung:-
Lage:290 m.ü.NN.
Sonnenlicht:07:09-15:24 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:Saisonal
mehr
Eintrittspreise:Außenanlage: frei
Burg: kostenpflichtig

Baubestand & Beschreibung

Burg Krautheim

Oberhalb der Mündung des Klingenbachs in die Jagst liegt auf einem dreieckigen Sporn die Burg Krautheim. Die Anlage bildet das südliche Ende der Altstadt, die sich erst nach Errichtung der Burg hier gebildet hat. Heute dient die Burg als Museum und kann während der Öffnungszeiten besichtigt werden.
Burg Krautheim besteht aus einer Kernburg, die von einem Zwinger umgeben wird. Es gab auf der Stadtseite eine Vorburg, die sich an der Stelle des heutigen Altenheims befand. Ein mächtiger Halsgraben schützte die Kernburg zur Stadt hin, die direkt auf dem fortlaufenden Bergrücken entstand und eine eigene Stadtmauer besaß. Teile der Stadtmauer sind noch heute mit der Burg verbunden.
Der Zugang erfolgte schon damals wie heute über ein Tor an der Westseite. Heute führt hier ein Forstweg talwärts. Es wird ein zweiter Zugang zur Stadt hin vermutet. Im Zwinger lassen sich zum Tal hin noch ein Rondell und ein rekonstruierter, runder Flankierungsturm erkennen, der Fuchsbau genannt wird. Das ehemalige Westtor wurde wieder hergerichtet und besteht aus einem steinernen Tor mit aufgesetztem Fachwerkbau. Der Zwinger bietet eine gute Möglichkeit die Anlage zur Hälfte zu umrunden und sich einige Elemente der Anlage, wie zum Beispiel die Kapelle, von außen anzusehen.
Den Mittelpunkt von Burg Krautheim nimmt eine große Kernburg ein, die nach ihrer Gründung mehrmals erweitert wurde. Ein mächtiger Halsgraben, dessen Außenwände gemauert wurden, schützte die Anlage bis in das 18. Jahrhundert zur Stadt hin. Anschließend wurde er 1723 zum Teil zu Gunsten eines Schlossgartens verfüllt und umgebaut. Bei dieser Umbaumaßnahmen verschwand auch ein schlecht erhaltene Teil der Ringmauer, um einen Zugang zum Garten zu gewähren. Im Graben verlaufen mehrere Mauern. In der Mitte steht ein Flankierungsturm, der die Schildmauer und den Graben vor Angreifern schützte. Er teilt noch heute den Halsgraben in zwei Bereiche auf.
Der ursprüngliche Eingang zur Kernburg erfolgte ab 1239 über ein Tor an der Westseite, das heute Wohnungen beherbergt und seit 1723 nicht mehr als Durchgang genutzt wird. Stattdessen entstand 1889 ein Durchbruch in der Schildmauer, der heute direkt auf den Burghof mündet. Vor 1239 verlief der Zugang über ein Tor, das sich direkt an der Stelle befand, wo heute die Kapelle zu finden ist. Von der Kernburg haben sich ein Schlossbau, der Palas, die Kapelle, der Bergfried und die Schildmauer erhalten. Die Bauwerke bilden einen Gebäudekomplex, der die Südseite einnimmt. Die Nordseite beherbergte wahrscheinlich ebenfalls Gebäude, die 1723 abgebrochen wurden. Alle Gebäude lehnen an der äußeren Ringmauer an. Burg Krautheim war somit eine Randhausburg. Nur der Bergfried ist freistehend und befindet sich direkt hinter der Schildmauer.
Die Schildmauer schützte die Anlage zur Hauptangriffsseite nach Osten, Norden und teilweise nach Westen hin. Sie ist 18 m hoch und über 2,8 m dick. Direkt hinter ihr steht der Bergfried, der eine Höhe von 30 m und einen Durchmesser von 8 m aufweist. Er ist vom Grundriss her rund und besitzt einen Eingang in 10,5 m Höhe. Der Turm ist das älteste Gebäude der Anlage, was an den staufischen Buckelquadern und dem Sockel aus Muschelkalk deutlich zu erkennen ist. Sein Zugang erfolgt heute wie damals über eine Brücke, die aus dem obersten Stockwerk des Palas hinüber führt. Vor Entstehung des Palas diente eine hölzerne Treppenkonstruktion als Erschließung. Eine ehemals vorhandene Turmwächterstube wurde 1795 abgebrochen. Kleine Fenster in den Mauern erinnern an diese.
Der Palas befindet sich direkt neben dem Bergfried. Der heutige Eingang führt durch das ehemalige Kellergewölbe des Bauwerks. Er stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde im Zuge der Neuzeit leicht verfremdet. Das ursprüngliche Portal von 1239 ist noch vorhanden. Ursprünglich besaß das Gebäude vier Geschosse. Im Kellergeschoss befanden sich Vorratskeller (heutige Zugang). Das Untergeschoss diente zur Erschließung und besitzt das herausragende Portal an der Eingangspforte. Im ersten Obergeschoss liegt ein Saal mit ca. 160 qm und einem großen Kamin. Auch dieser entstand um 1240. Das oberste Stockwerk wird durch ein Wohngeschoss geprägt, das vermutlich erst im 15. oder beginnenden 16. Jahrhundert errichtet wurde.
Die Südseite des Gebäudes nimmt die ehemalige Kapelle ein, die um 1240 entstanden ist. Sie ist in ihrer Form selten für die Epoche und ein herausragendes Beispiel der deutschen Frühgotik. Ursprünglich führte der erste Zugang zur Burg von 1200 bis 1239 durch die heutige Kapelle und wurde erst mit der Entstehung dieser verlegt. Das Untergeschoss der Kapelle wurde von den Bediensteten genutzt. Auf der Empore nahmen die Herrschaften Platz. Die Empore war ursprünglich nur vom Palas aus zugängig. Das prächtige Bauwerk wurde leider 1795 größtenteils zerstört und der Schmuck der Kapelle abgebrochen. 1889 wurde sie wieder neogotisch erneuert.
An die Kapelle schließt der Südbau an, der 1723 entstanden ist. Man vermutet das an selbiger Stelle ein Gebäude stand, über dessen Funktion und Größe man heute nichts mehr weiß. 1612 entstand vis-a-vis des Palas der so genannte Schlossbau, der an seinem polygonalen Treppenturm gut zu erkennen ist. Mit seiner Entstehung verlor die Burg ihren Zugang, der seit 1239 hier in die Anlage führte. Der Schlossbau von 1612 weist noch an der nördlichen Giebelwand typische verzierte Elemente dieser Zeit auf.
Von der Atmosphäre her ist Burg Krautheim eindrucksvoll. Die Anlage weist zahlreiche kleine konstruktive Details auf, die zum Entdecken und Verweilen einladen. Die ruhige Ausstrahlung und die wenigen Besucher machen einen Aufenthalt sehr angenehm. Ein Besuch lohnt sich.

Historie

Den Bergsporn der Stadt nutze man schon in der Vorgeschichte als Siedlung. Die Stadtmauer, die aus dem späten 14. Jahrhundert stammt, wurde auf ganzer Länge auf einem vorgeschichtlichen Ringwall errichtet. Dieser zog sich auf 220 m Länge vom südöstlichen zum nordwestlichen Plateaurand. Man vermutet, dass dieser aus der Zeit zwischen dem 9. und dem 5. Jahrhundert v. Chr. stammt.
Die Höhenburg Krautheim wurde um 1200 vermutlich durch die Edelherren von Krautheim errichtet. Der Erbauer soll Ruthardus von Krautheim gewesen sein, der 1172 in einer Urkunde erwähnt wird. Drei Brüder, genannt Wolfrat, Kraft und Konrad, erweiterten die Burg gegen Ende des 12. Jahrhunderts erheblich. Zu Anfang des 13. Jahrhunderts besaß das Geschlecht aufgrund von Erbe, das durch derer von Boxberg hinzukam, ausgedehnte Herrschaften. Sie waren unter anderem mit deren von Mulfingen und den Staufen verwandt, was ihnen eine gewisse Macht und finanzielle Mittel gab.
1306 erhält der Ort hinter der Burg durch König Albrecht I. das Stadtrecht. Bei dem Streit zwischen König Heinrich VII. und seinem Vater ergriff das Geschlecht Partei gegen König Heinrich VII.. Es folgte die Belagerung der Burg bei Ballenberg 1234. Ein Angriff auf Burg Krautheim wird vermutet. Im Anschluss haben derer von Krautheim die Anlage an Gottfried von Hohenlohe verkauft. Dieser hatte anscheinend aufgrund der königlichen Streitigkeiten eine Geldentschädigung erhalten, die den Kauf der Burg, den Ausbau der Kapelle bis 1239 und die Errichtung einer Burg diesen Ausmaßes ermöglichte.
Im Bauernkrieg trat die Stadt auf die Seite der Aufständischen und formierte sich mit bis zu 8000 Mann in Krautheim. Infolgedessen wurde das Schloss geplündert und niedergebrannt. Kurze Zeit später wurde der Trupp bei Königshofen vernichtet.
1612 wurde durch das Erzbistum Mainz das neue Schlossgebäude neben dem Palas errichtet. Im Dreißigjährigen Krieg gab es mehrere Besitzerwechsel. 1625 lagerten in der Stadt 10.000 Soldaten der Truppen von Wallenstein. Sie brachten die Beulenpest in den Ort.
Im 18. Jahrhundert riss man Teile der Außenanlage ab und errichtete Gartenanlagen. Ab 1845 wurde die bereits stark verfallende Burg durch den Großherzog Leopold von Baden restauriert. Seit 1977 führt das Land Baden-Württemberg ausgiebige Renovierungsmaßnahmen durch.

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    Anfahrt

    Burg Krautheim liegt im gleichnamigen Ort, südlich von Bad Mergentheim. Über die A81 Ausfahrt "Osterburken" über Merchingen nach Krautheim. In Krautheim in der Serpentine über die König-Albrecht-Straße Richtung Süden fahren und in der Straße Burgweg parken. Anschließend zu Fuß zur Burg gehen.

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    Querverweise

    Bei folgenden Burgen wird Krautheim erwähnt:

    Lichteneck

    Aktualisierung

    Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 11.03.2014, 27.05.2008


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