Burg Wehrstein

Burg Wehrstein

Burg Wehrstein

Deutschland / Baden-Württemberg

Burg Wehrstein liegt auf einem Bergrücken am Neckar. Die Anlage aus dem 11. Jahrhundert wurde mehrmals umgebaut und erweitert, so dass man heute auf eine weitläufige Ruine stößt. Sie wurde zu zwei Seiten durch ausgiebige Grabenanlagen geschützt. Es haben sich zahlreiche Reste, wie z.B. eine eindrucksvolle, hohe Mauer erhalten, die seit 2006 von einem Förderverein tatkräftig gesichert, gepflegt und konserviert werden. Die partiell erhaltene Anlage lädt heute mit einer schönen Aussicht und einem interessanten Erhalt zu einem Besuch ein.

Burg Wehrstein 1
Burg Wehrstein 2

Baubestand & Beschreibung

Die Burg Wehrstein befindet sich auf einer Plateauecke oberhalb der kleinen Ortschaft Fischingen. Die Anlage ist nur sehr bedingt erhalten, weist aber dennoch einige Details auf. Elemente wie die Wehrmauer zum Tal hin wurden teilweise mit Beton wieder aufgebaut und mit Zementputz vor weiterem Verfall gesichert.
Burg Wehrstein liegt auf einer eher selten genutzten Terrainsituation. Es handelt sich dabei um eine Plateauecke, bzw. eine Art auslaufende Schanze. Zur einen Seite wurde die Burg durch eine Wehrmauer mit dahinter verlaufendem Steilhang und zur anderen Seite hin durch zwei Gräben mit Wällen gesichert. der Zugang erfolgt heute wie damals über einen Eingang an der Ostseite, der unter anderem noch den flankierenden Wehrgang aufweist. Direkt dahinter liegen die neu aufgebaute südliche Wehrmauer und ein Gebäude. Über einen langgezogenen Zwinger gelangte man in die höher gelegene Kernburg, die sich noch heute dank ihrer erhöhten Lage oberhalb der Zwingeranlage befindet.
Von der Kernburg aus hat man eine Aussicht auf beide anliegenden Täler. Es haben sich die Westfassade eines repräsentativen Gebäudes, wahrscheinlich der Palas und Teile eines weiteren Baus erhalten. Zwei weitere Wehrmauern und die Reste eines Wehrturms lassen sich zum Eingang hin im Westen erkennen. Anscheinend war das Tor in die Kernburg ebenfalls mit einem Turm flankiert.
Von der Atmosphäre her ist die Burg angenehm. Es sind bedingt Reste erhalten, die sich gut zuordnen und besichtigen lassen.

Historie

Die Burg Wehrstein reicht wahrscheinlich bis in das 11. Jahrhundert zurück, doch sind die Reste wahrscheinlich jünger. 752 werden die Orte Fischingen und Empfingen erstmals urkundlich genannt. Der Sage nach soll Karl der Große die Burg besucht haben.
Die ersten schriftlichen Erwähnungen der Edelfreien von Wehrstein erscheinen im 11. Jahrhundert. Es werden Marquard und Gepa genannt, die dem Kloster Hirsau Ländereien zukommen ließen. Die Familie soll am Kreuzzug Barbarossas teilgenommen haben. Als Dank für die Rettung eines Familienmitglieds nach einem Schiffbruch auf dem Mittelmeer soll der Anker im Wappen der Wehrsteiner entstanden sein. Vor 1329 wird ein Hiltibold von Wehrstein Abt von St. Gallen. Das Geschlecht stirbt 1409 mit Benz von Wehrstein aus.
1331 ist die Burg im Besitz derer von Hohenberg. Sie verpfänden die Herrschaft Wehrstein an die Herren von Weitingen, die die Burg weiter ausbauen und teilweise als Wohnsitz nutzen.
1381 erwirbt Herzog Leopold von Österreich die Grafschaft Wehrstein mit allen Gütern von Rudolf III. von Hohenberg. Die Grafschaft bleibt bis 1806 im Besitz Österreichs. 1400 verpfändet man die Burg an Burkard von Mansperg. Später entsteht aus der Verpfändung ein Lehen, das 1419 von den Weitingern zurückerworben wird.
Von den Wirren des Bauernkrieges 1525 bleibt Wehrstein verschont. Die intakte Burg wird 1528 von Graf C. Von Nellenburg-Tengen erworben. Nach seinem Tod 1539 wird sie 1552 an Jos Niklas von Zollern verkauft, der die Grafschaft seinem Vettern Karl von Zollern vermacht. Bis 1585 setzt man auf der Burg einen Vogt für die Verwaltung ein.
Im Dreißigjährigen Krieg wird Wehrstein durch kurbayerische Truppen zerstört (1643 laut Wehrstein.de, 1645 laut Krahe). Der Verfall beginnt.
Mit der Auflösung der österreichischen Oberlehensherrschaft 1806 geht Wehrstein an derer von Hohenzollern-Sigmaringen. Im 19. Jahrhundert ist die Burg größtenteils verfallen und wird 1842 repatiert (repariert - Wehrstein.de , abgebrochen - Krahe). 1850 wird die Grafschaft schließlich preußisch.
Ab 2003 wird die Anlage ausgiebig durch den Freundeskreis "Burgruine Wehrstein" saniert und erhalten. Der Empfinger Schotterwerksbesitzer Alois Gfrörer kauft die Burg 2006. Am 30.Juli 2009 wird der Förderverein "Burgruine Wehrstein" gegründet, der sich heute um die Anlage kümmert und die letzten Reste vor dem Verschwinden bewahrt.

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Anfahrt

Burg Wehrstein befindet sich nahe dem Ort Sulz / Fischingen. Über die A81 Ausfahrt "Empfingen" über Empfingen nach Fischingen. Am Ende des Ortes Richtung Neckarhausen befindet sich die Burg-Wehrstein-Str., von der man aus zu der Burg gelangt. Man folgt der Straße bis auf der rechten Seite ein Zigarettenautomat neben einer Scheune erscheint. Hier gibt es Parkmöglichkeiten. Auf der anderen Straßenseite geht eine Treppe zwischen zwei Grundstücken hoch. Folgt man dem Weg, gelangt man nach 5 Minuten Fußweg zur Burg.

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Sonstige Einrichtungen

Burg Wehrstein wird in dem Roman "Die Herrin der Burg" von Ulrike Schweikert erwähnt.

Literatur

- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
MillerBW - Örtliche Informationstafel
- Wehrstein.de/historie/ (05.02.2014)

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 05.02.2014, 23.10.2004


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