Haigerloch, Römerturm

Burg Haigerloch, Römerturm

Burg Haigerloch, Römerturm

Deutschland / Baden-Württemberg

In einer Schleife der Eyach entstanden im Zuge des 11. und 12. Jahrhunderts zwei Burgen. Die eine Anlage lag auf dem Berg, heute Römerturm genannt, die andere auf dem Sporn in der Flussschleife - Aus ihr entwickelte sich 1576 das heutige Schloss, das zum Sitz der damals neu gegründeten Seitenlinie Hohenzollern-Haigerloch wurde.
Der eindrucksvolle Schlossbau mit der imposanten Barockkirche dominiert bis heute das Bild des Ortes. Die Anlage ist von den Höfen her frei besuchbar. Die Gebäude sind privat oder dem Hotel vorenthalten.

Burg Haigerloch, Römerturm
Burg Haigerloch, Römerturm
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Adresse

Burg Haigerloch, Römerturm Schlossstr.
72401 Haigerloch Parken: Burg, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Schloss, Burg
Burgtyp:Spornburg
Nutzung:Hotel, privat
Lage:460 m.ü.NN.
Sonnenlicht:05:50-16:28 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:ganzjährig
mehr
Eintrittspreise:Außenanlage, Burghof: frei
Gebäude: Hotel, privat
Website:Schloss-Haigerloch.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Haigerloch, Römerturm

In einer engen doppelten Flussschleife der Eyach liegt an steilen Talhängen die kleine Ortschaft Haigerloch. Ihr Ortsbild wird bis heute vor allem durch das eindrucksvolle, große Schloss und den weit sichtbaren Römerturm dominiert.

Stadt
Haigerloch bestand ursprünglich aus einer Oberstadt, einer Unterstadt und einer Vorstadt. Zuerst gab es nur die obere Burg, also den Römerturm. Hinter ihm begann die Entstehung einer Siedlung, aus der später die Oberstadt wurde.
Mit dem Bau der unteren Burg, an deren Stelle heute das Schloss steht, begann auch hier die Expansion der Unterstadt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Ortschaft nach Nordosten in die Flussschleife hinein, wo dann die Vorstadt entstand. Alle Bereiche waren mit Toren und eigenen Stadtmauern versehen. Es handelte sich also um zwei Ortschaften mit eigenen Burgen und gemeinsamer Vorstadt.

Römerturm und Oberburg
Der Römerturm heißt eigentlich nicht Römerturm, sondern bekam die Bezeichnung von Forschern im 19. Jahrhundert, die davon ausgingen, dass der Turm aus der Zeit der Römer stamme. Sein richtiger Name ist Oberstadtturm, Oberer Turm oder Hoher Turm. Er ist der Rest der ersten Burg von Haigerloch, die um 1000 hier entstand.
Die obere Burg liegt auf einem schmalen Felsgrat, der die Oberstadt ursprünglich mit dem westlichen Gebirgszug verband. Von ihr ist heute noch der Römerturm stehengeblieben. Es handelte sich um eine kleine Burganlage, die ungefähr 50 m lang und 40 m breit war. Sie nahm die Fläche ein, die heute neben dem Turm als unbebaute Grünfläche vorzufinden ist. Im 19. Jahrhundert gab es anscheinend noch Mauern, die vom Turm abgingen und zu einem nach Osten orientierten Gebäude gehörten.
Die Burg lag auf einem schmalen Felsgrat und musste passiert werden, damit man in die Oberstadt kam. Von ihrer Position aus ließ sich der gesamte Weg flankieren. Sie gehört zu den seltenen Kammburgen. Die Oberburg befand sich innerhalb der Stadtmauer der Oberstadt und soll noch im Mittelalter zur Ruine geworden sein.
Bis heute hat sich nur der Römerturm erhalten. Er stand zur Hauptangriffsseite hin und diente zeitgleich als Bergfried und Schildmauer gegen einschlagende Geschosse vom Bergrücken im Westen. [1]

Man geht davon aus, dass er erst gegen 1100 oder später errichtet wurde. Der Turm besteht größtenteils aus Buckelquadern und besitzt eine Höhe von 19,5 m. Sein ehemaliger Eingang ist ein Rundbogen in 10,5 m Höhe. Der Turm hat eine quadratische Grundfläche von 10,8 m auf 10,8 m. Seine 3,4-3,6 m dicken Mauern weisen auf seine Funktion als Schildmauer hin.
Das Obergeschoss, bestehend aus einem oktogonalen Aufbau, wurde erst 1744-1746 durch den Baumeister Christian Beyer geschaffen. Bis 1839 stand neben dem Turm die Sankt Ulrich Kirche, die den Aufsatz auf dem Römerturm für ihre Glocken nutzte. Bevor der Römerturm zum Glockenturm umfunktioniert wurde, besaß er einen Fachwerkaufsatz mit Krüppelwalmdach.

Schloss Haigerloch
Im 13. Jahrhundert kommt es zu Spannungen zwischen derer von Hohenberg und den Zollern. Heftige Kämpfe, wie zum Beispiel 1267 sind wahrscheinlich der Grund, warum zu Anfang des Jahrhunderts auf der anderen Flussseite eine Gegenburg zur Oberburg entsteht. Sie wurde auf einem schroffen Sporn errichtet, der zu nahezu allen Seiten steil abfällt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die kleine Burg immer wieder ausgebaut, sodass ein eindrucksvolles und schönes Renaissanceschloss entstand.
Das Schloss wurde entlang des Felssporns gebaut und nimmt eine Gesamtlänge von über 180 m ein. Bei der Expansion der Anlage wurde der mittelalterliche Halsgraben, der die Burg zum Bergrücken hin schützte, überbaut.[1]
Schloss Haigerloch beherbergt ein Hotel. Der Schlosshof und der Bereich um das Schloss steht der Öffentlichkeit zur Verfügung. Von der Unterstadt führt ein Weg an der westlichen Wehrmauer des Schlosses entlang und mündet hinter einem Torturm im Nordwesten vor dem Haupteingang des Schlosses. Über dem Durchgang hängt das Allianzwappen der Familien Hohenzollern und Berg.
Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf den länglichen Burghof, der im Norden, Nordosten, Westen und Süden von Gebäuden eingerahmt wird. Im Osten fällt das Gelände sehr steil ab, sodass hier keine Gebäude errichtet wurden. Es eröffnet sich der Blick auf die schöne Flussschleife und die Vorstadt.
Das Schloss wird vor allem durch den Hauptflügel dominiert, der zwischen 1580 und 1585 von Christoph von Hohenzollern-Haigerloch im Stil der Renaissance auf den Grundmauern der mittelalterlichen Burg errichtet wurde. In den drei darauffolgenden Jahren entstanden der Fruchtkasten und die Hofkaplanei. Das Hauptgebäude wurde unter Fürst Meinrad I. noch einmal 1662-1670 aufgestockt während man zeitgleich die Obervogtei erbaute. Der Neue Bau kam erst 1697-1700 hinzu. Zu dieser Zeit entstanden in einigen Gebäuden Stuckdecken, die von Graf Franz Anton in Auftrag gegeben wurden.
Erwähnenswert ist die Schlosskirche. Sie beherbergt einen Hochaltar aus der Renaissance, der mit über 60 Holzplastiken verziert wurde. Er gehört zu den bedeutendsten Kunstgegenständen der Hohenzollern.
Im Berg unter dem Schloss befindet sich der sogenannte Atomkeller. Es handelt sich um eine Versuchsanstalt mit Reaktor zur Entwicklung der Atombombe. Die Einrichtung stammt aus dem Zweiten Weltkrieg. Heute ist sie Teil eines Museums, das besucht werden kann.

Fazit
Schloss Haigerloch und der Römerturm bilden zusammen mit den Kirchen und dem Stadtbild einen eindrucksvollen Anblick. Überall in dem kleinen Ort haben sich Spuren aus allen Epochen der letzten 800 Jahre erhalten. Neben den beiden Burgen gibt es noch zwei weitere Schlösser, die ihren Ursprung in der frühen Neuzeit haben. Zusammen mit der eindrucksvollen Topographie des Tals lädt die kleine Ortschaft zu einem Besuch ein.

Historie

Die erste bekannte, mittelalterliche Wehranlage wurde von der Herren von Haigerloch um 1000 errichtet. Sie stand vermutlich an der Stelle des heutigen Römerturms. Erstmals wird die Burg 1095 in einer Urkunde erwähnt. Das Schriftstück erzählt von einer Schenkung einer Reliquie des Heiligen Georgs an das Kloster St. Georgen im Schwarzwald, die auf der Burg vollzogen wurde.
Nach dem Aussterben der Grafen von Hailgerloch ging die Herrschaft um 1170 in den Besitz der Grafen von Hohenberg über. Vermutlich heiratete einer derer von Hohenberg die Erbin der Grafschaft Haigerloch.
Um 1200 errichteten derer von Hohenberg auf der anderen Talseite an der Stelle des heutigen Schlosses eine weitere Burganlage. Die Lage war bedeutend günstiger und besser zu verteidigen. Grund hierfür waren wahrscheinlich die heftigen Kämpfe zwischen den Familien Hohenberg und Zollern. Noch in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts vergibt Rudolf von Habsburg dem Ort Stadtrechte. Er war der Schwager von Albrecht II. von Hohenberg-Haigerloch, dem zu diesem Zeitpunkt die Stadt gehörte.
1354 kommt es zu Streitigkeiten, sodass man Oberstadt und Unterstadt voneinander trennt. In der Folgezeit wird der Römerturm 1375 erstmals schriftlich erwähnt. Er trägt zu diesem Zeitpunkt noch den Namen Oberer Turm oder Hoher Turm. Die Ortschaft wird 1381 wieder vereinigt, als sie zusammen mit der Grafschaft Hohenberg an Habsburg angegliedert wird.
1497 wird das gesamte Herrschaftsgebiet mit Graf Eitel Friedrich II. von Zollern gegen die Herrschaft Rhäzüns getauscht. In der Folgezeit bildet sich eine Seitenlinie der Familie, die sich Hohenzollern-Haigerloch nennt. Graf Christoph von Hohenzollern-Haigerloch baut anschließend die alte Burg in ein Renaissanceschloss um und gibt ihr damit das heutige Aussehen. Baumeister war Michael Beer. Die Schlosskirche wird die neue Grablege der Familie. Es entsteht 1609 ein Hochaltar, der zu den wichtigsten Renaissancewerken der Familie der Hohenzollern gehört.
1634 stirbt die Seitenlinien Hohenzollern-Haigerloch aus. Um 1700 wird die Anlage verändert und der Neue Bau entsteht. Fürst Josef Friedrich von Hohenzollern zieht zeitweise 1745 von Wien nach Haigerloch ins Schloss und baut es weiter aus. In der Folgezeit wird 1784 die Schlosskirche aufwendig im Stil der Epoche angepasst. Anschließend verliert Schloss Haigerloch bis in das 20. Jahrhundert an Bedeutung.
1850 zieht im Schloss die preußische Oberamtsverwaltung ein. In der Nachkriegszeit dient die langsam verfallene Anlage ab 1947 als Landwirtschaftsschule und Verwaltungsschule. 1974 erwirbt die Stadt den Römerturm und 1975 kauft ein privater Unternehmer das Schloss. Es folgt 1981 der Ausbau zum Hotel, Restaurant und Kongresszentrum. Der behutsame Umgang mit der Bausubstanz und die herausragende Leistung in Bezug auf den Denkmalschutz führt dazu, dass das Schloss 1989 den Peter-Haag-Preis für herausragende Restaurierung gewinnt. Die Schlosskirche ist heute die Pfarrkirche der Gemeinde und heißt Sankt Trinitatis.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Von der A81 Ausfahrt "Empfingen" auf die B463 Richtung Haigerloch. Bei Haigerloch abfahren und der Ausweisung zum Schluss folgen.

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Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Haigerloch, Römerturm erwähnt:

Sigmaringen

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 09.06.2015, 18.04.2015


Fußnoten

[1]Der in Kursiv geschriebene Textabschnitt basiert auf eigenen Beobachtungen. Literaturhinweise oder Informationen im Internet wurden dazu nicht gefunden. Das Veröffentlichen und Verbreiten der Informationen ist sowohl in digitaler Form, wie auch in Printform oder im Internet nur als Zitat mit Verweis auf den Autoren und die Website, bzw. die App erlaubt.

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