Burg Neuenfels

Burg Neuenfels

Burg Neuenfels

Deutschland / Baden-Württemberg

Um 1250 entstand auf einem Ausläufer des Schwarzwaldes in die Rheinebene eine kleine, rechteckige Burganlage, bestehend aus zwei Gebäuden. Von der Burg haben sich die komplette Ringmauer und Teile eines Baus erhalten. Zudem ist ein noch recht tiefer Halsgraben erkennbar. Die Anlage birgt ein dunkles Geheimnis. Der letzte Besitzer und seine Familie wurden hier in einer dunklen Nacht ermordet. Anschließend begann der Verfall.

Adresse

Burg Neuenfels 79410 Badenweiler Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Ruine
Burgtyp:Spornburg
Nutzung:-
Lage:585 m.ü.NN.
Sonnenlicht:07:09-15:39 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:offen
Eintrittspreise:frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Neuenfels

Burg Neuenfels liegt inmitten tiefer Wälder an einem Hang oberhalb des Ehebachs. Die gut gesicherte Ruine weist noch heute einen langgezogenen, viereckigen Grundriss mit abgerundeten Ecken und eine Ringmauer mit äußerer Wehranlage auf, die von einem Graben umgeben ist. Die Burg war 30m lang und 9m breit. Die Ringmauer misst noch heute zwischen 2m und 4,5m Dicke.
Der Eingang befindet sich immer noch an selbiger Stelle wie damals und führt direkt auf einen Hof, der durch fehlenden Gebäude größer und leerer wirkt, als er einst wahrscheinlich war. Durch den starken Verfall innerhalb der Ringmauer sind von dem Innenleben und den Hoffassaden der Burg nur niederes Mauerwerk und Fundamente erhalten geblieben, die die Ruine in drei Drittel teilen. Zu erkennen sind zahlreichen Balkenauflager und Löcher, die darauf hinweisen, dass die Burg einen sehr kleinen Hof mit Holzbauten aufwies, wahrscheinlich Ställe. Der Hof wurde im Osten und im Westen durch zwei Gebäude eingerahmt.
Burg Neuenfels diente als reine Wohnburg. Es gab keinen Turm und keine großen Abwehranlagen. Nur eine dicke, fensterlose Schildmauer und ein tiefer Halsgraben schützten die Burg vor Angriffen. Im Erdgeschoss wies die Anlage keine Fenster nach außen auf.
Die Eingangssituation besteht heute aus einem Durchbruch. Wahrscheinlich befand sich der Zugang zur Burg im ersten Obergeschoss und war nur über eine Treppe oder Leiter erreichbar. Ein Tor auf Bodenniveau wäre leicht einzunehmen gewesen. Im Falle eines erhöhten Zugangs hätte die gesamte Burg die Funktion eines Bergfrieds übernommen.[1].
Rechts am Eingang hat man bei der Restauration die Möglichkeit gelassen sich auf eine Aussichtsplattform zu begeben, von der ein wunderbarer Blick auf das Rheintal und auf die Burg zum Verweilen einlädt. An dieser Stelle wird sich vermutlich der Westbau, ein Palas befunden haben. Vermutungen, nach denen sich hier ein Turm befand (Wikipedia), lassen sich widerlegen. Der Palas beherbergt mehrere Fenster mit Sitzbänken. Das Gebäude besaß mindestens drei Stockwerke. Das unterste Stockwerk war fensterlos und vom kleinen Hof her vermutlich belichtet. Die Hoffassade lässt sich heute noch im Ansatz erkennen.[1]
Gegenüber des Palas lag der Ostbau. Die Dicke der ehemaligen Hoffassade lässt vermuten, dass auch dieses Bauwerk als Wohnbau diente. Die Außenmauer weist hier eine Dicke von 4,5m auf und diente als Schildmauer zum Graben hin. Das Gebäude besitzt keine Fenster nach außen hin und wurde wahrscheinlich nur über die kaum noch existente Hoffassade belichtet. Ob das Gebäude einen Fachwerkaufsatz besaß, ist unbekannt. Es diente eventuell als Lager und war fensterlos.[1]
Die Ruine ist aufgrund des einfachen Aufbaus schnell erkundet. Ein Rundweg führt in die Außenanlage, die eine eindrucksvolle Perspektive auf die hohen Außenmauern freigibt. Zum Bergrücken hin ist der mächtige Halsgraben stark abfallend und sehr tief. Folgt man dem Rundweg kommt man an zahlreichen Mauerresten vorbei, die auf eine Wehrmauer vor dem Graben hinweisen.

Historie

Die Burg wurde vor 1250 gebaut und war bis ins 16. Jahrhundert Sitz und Eigentum des Rittergeschlechts von Neuenfels. Ihr Besitz bezog sich auf die gesamte Umgebung von bis zu 30 Km Entfernung. Sie bekleideten viele Berufe und Stände. 1538 verkaufte der letzte Ritter seinen Besitz aus Geldmangel, behielt aber die Burg als Wohnsitz. Kurz darauf 1540 wird in einem Lagerbuch erwähnt, dass der Ritter, seine Hausfrau, die Tochter, zwei Mägde und übriges Gesinde in einer Nacht ermordet wurden. Den Mörder hat man nicht gefunden. Die Burg geriet anschließend in Verfall.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Neuenfels liegt an einer Verbindungsstraße zwischen Britzingen und Oberweiler nahe Müllheim an der B3. Über die A5 Ausfahrt "Müllheim / Neuenburg" nach Müllheim und über die L125 nach Britzingen. Vor Ortsbeginn in der langgezogenen Linkskurve in die Schwärzestraße abbiegen. Der Straße bis zur Kreuzung / Serpentine Richtung Waldparkplatz folgen. In der Forststraße an der Serpentine parken oder zum Waldparkplatz fahren. Von dem Parkplatz sind es 300m mehr Fußweg. Zu Fuß bis zur Kreuzung laufen, bei der es rechts zum Waldparkplatz geht. Hier links halten und dem Weg weiter folgen. Die Forststraße trifft nach kurzer Zeit auf den "Eichenbergweg". Diesem folgend, erscheint auf der linken Seite eine Ausschilderung zur Burg.

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Sonstige Einrichtungen

Nach M. Duwe wurde der Wald nicht aus Geldmangel verkauft, sondern um sich nach Pruntrut abzusetzen, wo die Tochter des Ritters lebte und er bereits begütert war. Auch wurde nicht seine Ehefrau erschlagen, sondern starb einige Jahre später eines natürlichen Todes in Ebnet. Vielen Dank für die Ergänzungen an Michael Duwe

sonstige Bemerkungen

Nach M. Duwe wurde der Wald nicht aus Geldmangel verkauft, sondern um sich nach Pruntrut abzusetzen, wo die Tochter des Ritters lebte und er bereits begütert war. Auch wurde nicht seine Ehefrau erschlagen, sondern starb einige Jahre später eines natürlichen Todes in Ebnet.
Vielen Dank für die Ergänzungen an Michael Duwe

Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Neuenfels erwähnt:

Michelsburg

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 17.01.2014, 15.10.2004


Fußnoten

[1]Der in Kursiv geschriebene Textabschnitt basiert auf eigenen Beobachtungen. Literaturhinweise oder Informationen im Internet wurden dazu nicht gefunden. Das Veröffentlichen und Verbreiten der Informationen ist sowohl in digitaler Form, wie auch in Printform oder im Internet nur als Zitat mit Verweis auf den Autoren und die Website, bzw. die App erlaubt.

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