Burg Berwartstein

Burg Berwartstein

Burg Berwartstein

Deutschland / Rheinland-Pfalz

Burg Berwartstein gehört zu den schönsten Burgen der Pfalz und ist ein gutes Beispiel für eine wieder aufgebaute, bzw. erhaltene Felsturmburg. Die Anlage, die unter Kaiser Barbarossa 1192 erstmals genannt wird, wurde 1893 zu Wohnzwecken erneuert. Heute beherbergt sie ein Hotel und ein Museum, das nur im Zusammenhang mit einer Führung besucht werden kann. Highlights sind der über 100 m tiefe Brunnen, die mittelalterliche Küche und die eindrucksvolle Anlage an sich. Ein Besuch der Burg, vor allem im Zusammenhang mit einer Führung, lohnt sich.

Burg Berwartstein
Burg Berwartstein

Adresse

Burg Berwartstein 76891 Erlenbach Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Halbruine, Festung
Burgtyp:Felsturmburg, Gipfelburg
Nutzung:Gastronomie
Lage:276 m.ü.NN.
Sonnenlicht:06:35-15:50 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:Ganzjährig
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Eintrittspreise:Außenanlage: frei
Kernburg: kostenpflichtig
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Kontakt:Tel: 06398 / 210
Fax: 06398 / 99 333 518
Website:Burg-Berwartstein.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Berwartstein

Burg Berwartstein ist eine gut gelungene Mischung aus Sehenswürdigkeit, Touristenmagnet und Privatbesitz. Die gut erhaltene, bzw. gut rekonstruierte Wehranlage liegt inmitten eines lichten Wäldchens auf einem hohen Felsplateau. Von außen hat man die alte Wehranlage, die den Fuß des Felsens schütze in ihrem Zustand als Ruine belassen und nur den Part auf dem Felsen wieder aufgebaut. Zudem wurde ein neuer Eingang gelegt und Teile des Zwingers privatisiert. Berwartstein ist nur mit einer Führung zu besichtigen.
Vom Parkplatz führt ein Weg den kleinen Berg hinauf zur äußeren Wehranlage. Diese wird heute nicht mehr durch ein Tor geschützt, so dass man auf einen großen, leeren Vorhof trifft, der im Mittelalter höchstens als Zwingeranlage existent und somit von einer Wehrmauer umrahmt war. Im nördlichen Teil der Burg, der privat ist, sind noch Elemente der alten Zwingeranlage, wie zum Beispiel Mauern und Wehrtürme erhalten, die vom einstigen Aussehen des großen Vorhofes zeugen. Zur Blütezeit der Burg führte von hier der Weg über ein doppeltes Vorwerk zu dem Eingang der Kernburg. Dieser Eingang bestand aus einem sehr langen Tunnel, der auf natürlichem Weg, wahrscheinlich durch abfließendes Regenwasser in dem Fels entstanden ist und mit 70 Prozent Steigung nach oben führt. Über eine Strickleiter gelangte man zur Kernburg. Diese wurde bei Belagerungen natürlich eingezogen, wodurch die Kernburg unerreichbar war.
Heute sind die Vorwerke noch in gutem Zustand, doch wurde der Weg nach oben an anderer Stelle neu angelegt. Der große Hof bzw. ehemalige Zwinger vor den Vorwerken dient heute als Hauptaufenthaltsort großer Touristengruppen. Von der Vorburg aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Kernburg, die man aber nur mit einer Führung besichtigen kann. Durch den heutigen Eingang, gelangt man vorbei an der kleinen Terrasse des Restaurants, über eine Holztreppe zu einem Eingang, an dem allgemein die Führungen beginnen. Ein kleines Schildchen weist auf den Beginn der nächsten Führung hin.
Die Führung ist alleine des ersten Raumes wegen sehenswert. Man tritt durch die Tür des Vorbaus, direkt auf den Felsen und fühlt sich wie in eine andere Burg versetzt. Teilweise bestehen wie im Vorraum Decke und einzelne Elemente immer noch aus liebevoll rekonstruierten Holzkonstruktionen, doch weist dieser Raum direkten Kontakt zum Felsen auf, der geschickt in den Anbau integriert wurde. Knapp ein Drittel des Zimmers besteht aus blankem Fels. Die beiden großen Sehenswürdigkeiten des Raumes sind zu einem die mittelalterliche gut nachgebaute Küche, die schon damals in den blanken Fels gehauen wurde und noch heute verrußte Stellen aufweist und zum anderen der tiefe Brunnen. Rekonstruierte Kochstellen und Unmengen an Gefäßen, sowie ein leichtes Chaos lassen die Küche so erscheinen, als ob der Koch gleich wiederkäme.
Der tiefe Brunnen, der mit knapp 105m Tiefe bis zur Talsohle reicht, stellt ein Meisterwerk der mittelalterlichen Baukunst dar. Zwar war er in den französischen Unruhen mit Möbeln bis auf 40m aufgefüllt worden, doch wurde er wieder freigelegt, so dass man heute dem Wiederhall von Wasser lauschen kann, das erst nach einigen Sekunden zu hören ist, nachdem der Burgführer es in den Brunnen gekippt hat. Sehr interessant ist der Bau des Brunnens. Oft waren es spezialisierte Facharbeiter, die Brunnen ausgehoben haben, da dies eine heikle und nicht gerade ungefährliche Arbeit war. Bei der Arbeit in großer Tiefe kam es oft zu Ablagerungen von Kohlendioxid, wodurch die Arbeiter ohnmächtig wurden, eventuell sogar erstickten. Um dies zu vermeiden, errichtete man im Inneren des Brunnens eine Wand, die diesen in zwei Hälften teilte. Über der einen Öffnung installierte man einen Ofen, der die "schlechte Luft" (Ausdruck dafür im Mittelalter) nach oben zog, d.h. das Feuer zog aus dem Brunnen Luft zum Brennen, so dass von der anderen Seite Frischluft nachkam. Hinter der nächsten Tür bekommt man noch den Standort des Ofens zu sehen.
Die Führung führt weiter durch den Felsen und die alte Burganlage, vorbei an Rüstkammer und Foltergeräten. Es wird auf die Geschichte von dem Ritter von Drodt (Trotha) eingegangen, der Weissenburg unter Wasser setzte. Bei dem Rundgang gelangt man auf die beiden oberen Plattformen, die eine fabelhafte Aussicht bieten. Ständig wechseln sich Fels und menschliche Bebauung ab. Alte Rüstungen und sonstige mittelalterliche Gegenstände sind auf dem Weg zu begutachten, auf die aber nicht weiter eingegangen wird. Bei dem Rundgang bewegt man sich hauptsächlich in Gängen und Fluren, da fast alle Zimmer vermietet sind oder als Ferienwohnung dienen. Es wird auf sehr interessante Geschichten und auf die Historie eingegangen. Schwerpunkt ist der Wandel der Burgen bei der Entdeckung von Feuerwaffen.
Nachdem man die Burg erkundet hat, gelangt man in die äußere Wehranlage, die wie oben schon gesagt als Vorwerk diente. Hier wird auf den ehemaligen Eingang und Belagerungsgeräte eingegangen. Anschließend führt der Weg durch die alten Kasematten, also die Behausungen der Soldaten, die im Felsen liegen wieder nach draußen auf den Vorhof. Alles in allem eine sehr interessante und lange Veranstaltung, die durch den einen oder anderen Witz immer wieder aufgeheitert wird und die Geschichte bei weitem nicht so trocken erscheinen lässt, wie bei vielen anderen Führungen. Alleine wegen des tiefen Brunnens, der wunderbaren Aussicht und der Vermittlung von wichtigem Geschichtsmaterial ist die Führung und vor allem die Burg bei weitem Zeit und Geld wert und sollte auf jeden Fall besucht werden.
Durch den guten Erhalt des Wesentlichen und den teilweise sehr original gehaltenem Wiederaufbau ist Burg Berwartstein ein Juwel unter den Pfälzer Burgen.

Historie

Urkundlich wurde die Burg 1192 erstmals unter Kaiser Barbarossa erwähnt. Die Kernburg muss also zu der Zeit schon existent gewesen sein. 1314 wurde sie zerstört und anschließend wieder aufgebaut. 1480 wurde sie wesentlich verstärkt und mit Wehrgängen ausgestattet. 1591 fiel sie einem Brand zum Opfer und wurde 1893 als Wohnzweck erneuert. Unter der Burg existieren heute noch zahlreiche Kammern und Gänge.

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    Anfahrt

    Die Burg Berwartstein liegt nahe der Ortschaft Erlenbach. Über die Autobahn A65 Ausfahrt "Landau" (oder südlicher) über Bad Bergzabern auf die Bundesstraße B427. Von der B427 nach Berwartstein. Burg und Ort sind weiträumig ausgeschildert und schon von weitem zu sehen.

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    Gastronomie

    Das Restaurant befindet sich im alten Rittersaal, der erste und einzige Raum in der Burg, der ein Kreuztonnengewölbe aufweist. Verbunden war der Saal über einen Aufzug mit der Küche, über den die Speisen in den Raum gebracht wurden. Dieser ist heute immer noch existent und wurde weiter ausgebaut, so dass die neue Küche oberhalb der mittelalterlichen Küche weiter Speisen nach unten senden kann.

    Querverweise

    Bei folgenden Burgen wird Berwartstein erwähnt:

    Kleinfrankreich

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    Aktualisierung

    Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 05.07.2005


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