Dauchstein

Burg Dauchstein

Burg Dauchstein

Deutschland / Baden-Württemberg

Burg Dauchstein stammt aus dem 14. Jahrhundert. Die Anlage wurde wahrscheinlich als Zollstelle in einer Talbiege errichtet und gehört zu den eher typischen Hangburgen. Dauchstein wurde durch einen Halsgraben zum Hang und einem natürlichen Fluss im Westen geschützt. Heute haben sich Teile der Ringmauer, eine Gebäuderuine und der wieder instand gesetzte Bergfried erhalten. Terrassierungen im umliegenden Wald deuten darauf hin, dass die Burg mal von bewirtschafteten Flächen und nicht von einem Wald umgeben war.

Adresse

Burg Dauchstein 74862 Binau - Österling Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Ruine
Burgtyp:Hangburg
Nutzung:privat
Lage:210 m.ü.NN.
Sonnenlicht:07:12-15:27 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:offen
Eintrittspreise:frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Dauchstein

Burg Dauchstein liegt an einer Schleife des Neckars und ist die kleinste Burg am Unterneckar. Sie steht auf einem Sporn am Hang und wies somit eine strategisch recht ungünstige Lage auf.
Die Anlage liegt weit unterhalb des oberen Plateaus, so dass ein Angriff mit Hilfe von Belagerungsmaschinen von oben her kein Problem war. Grund der misslichen Lage war der Bau an einer Handelsstraße. Burg Dauchstein diente eher als Zollburg und war weniger für Zuflucht und Machtsicherung erbaut worden.
Die Anlage bestand aus einem Palas, einem Wohnturm, der als Bergfried gedient haben kann und mindestens einem weiteren Bauwerk. Sie war von einer Ringmauer umgeben. Im Westen verläuft ein Bach, der die Anlage zu dieser Seite hin schützte. Im Norden sind die Reste eines Halsgrabens erkennbar. Im Süden befindet sich ein Steilhang. Der Zugang erfolgte wahrscheinlich von Osten her.
Der Turm ist das einzige vollständig erhaltene, bzw. restaurierte Gebäude. Er ist 20m hoch und besitzt eine Grundfläche von 6 x 6m. Zahlreiche Fenster wurden mit Fensterrahmen und Glas verbaut. Auf dem Dach trägt er ein Stockwerk aus Holz mit aufsitzendem Spitzdach. Der Wohnturm ist aufgrund seiner dünnen Außenmauern ein so genannten Luginsland. Er diente also eher der Überwachung, als der Verteidigung und Zuflucht wegen. Zum Bergrücken hin weist er eine verstärkte Mauer auf und diente zusammen mit der Schildmauer zum Schutz vor einschlagenden Geschossen. Im Inneren des Turms befindet sich ein gut erhaltenes Verlies. Ungewöhnlich für einen Turm dieser Breite ist eine Treppe, die im Mauerwerk liegt und über sehr enge Gänge die Stockwerke verbindet. Eine weitere Besonderheit ist ein Abortschacht, der im Inneren des Gebäudes nach unten verläuft.
Vom Halsgraben gabelt sich der Weg in drei verschiedene Richtungen. Der eine führt in den Halsgraben, der andere in die Burg und der dritte Richtung Osten, aus der Burg in den Wald hinein, wo zum Teil noch alte Treppen zu den einzelnen Terrassen zu finden sind, die im 19. Jahrhundert oder früher dem Weinanbau dienten.
Die Kernburg hat sich partiell erhalten. Von dem Turm gehen die Reste einer recht breiten Schildmauer ab, die Teil der Ringmauer war. Die Ringmauer ist noch im Westen und im Osten existent. An ihrer Innenseite lehnten wahrscheinlich mehrere Gebäude an. Die fensterlose Mauer lässt darauf schließen, dass sie zu den äußeren Wehrmauern gehörte, sich also auf dieser Seite eventuell keine Vorburg oder Zwingeranlage befand.
Zum Hang hin liegen die Überreste eines Gebäudes, das völlig asymmetrisch zu der strukturierten Burg stand. Es haben sich noch drei Außenwände, die drei Fenster und einen Türsturz aufweisen, erhalten. Die hintere Außenwand, Richtung Tal, ist bereits abgerutscht und verschwunden. Die Ecken des Gebäudes wurden mit großen Eckquadern versehen. Für viele Burgenforscher ein Hinweis, dass es sich um den Palas handelt. Die fensterlosen Fassaden und der unrepräsentative Aufbau in asymmetrischer Form deuten aber eher auf einen Lagerbau hin. Der Palas lag wahrscheinlich direkt unterhalb des Turms. Vom Wohnturm sondert sich noch eine Mauer ab, die mit knapp 1,5m Höhe der einzige Rest des Palas ist. Kleine eckige Fenster weisen darauf hin, dass auch sie nach außen zu der äußeren Wehranlage gehörte. Im Palas hat sich ein Zugang zu einem Gewölbekeller erhalten, der mit Betonplatten zugedeckt wurde.
Die Atmosphäre auf Burg Dauchstein ist sehr angenehm. Die recht gut erhaltene Burg und die bizarren Felsformationen laden mit dem kleinen, plätschernden Bach zum Besuchen und Verweilen ein.

Historie

Die sehr kleine Burg ist wahrscheinlich als kurpfälzische Zollstelle im 14. Jahrhundert entstanden. Gefundene Rüsthölzer von 1334/1335 weisen auf die Zeit des Erbaus hin. Über die Zerstörung ist nichts bekannt.

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    Anfahrt

    Die Burg liegt nordwestlich von Obrigheim zwischen Binau und Österling am Hang zwischen Ortschaften und Bundesstraße. Über die A6 Ausfahrten "Sinsheim" oder "Neckarsulm" auf die B292, bzw. die B27 nach Obrigheim. In Obrigheim auf die B37 Richtung Norden (Guttenbach/Zwingenberg/Eberbach) wechseln. Von dieser gleich noch in der lang gezogenen Linkskurve nach Binau abfahren. Der Straße durch Binau folgen und an der letzten Kreuzung des Ortes (Sonnenhalde / Burg-Dauchstein-Straße) parken. Direkt gegenüber geht ein kleiner Trampelpfad den Berg hinunter. Dieser führt direkt zur Burg.

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    Aktualisierung

    Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 25.10.2013, 17.07.2005


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