Hohengeroldseck

Burg Hohengeroldseck

Deutschland / Baden-Württemberg

Hohengeroldseck liegt auf einem hohen Berg und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Nachdem die Vorgängerburg Alt-Geroldseck aufgegeben wurde, zog das Geschlecht auf diese eindrucksvolle Anlage. Ursprünglich bestand die Burg aus zwei Wohntürmen, die mit Wehrmauern verbunden waren und in ihrer Mitte einen Hof besaßen. In späterer Zeit errichtete man eine Zwingeranlage, die die Burg vollständig umgab. Bis heute hat sich nur einer der imposanten Wohntürme, bzw. Palas erhalten und lädt mit seinem eindrucksvollen Auftreten zum Besuchen und Verweilen ein.

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Adresse

Burg Hohengeroldseck
77960 Seelbach-Schönberg
Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: -
Lage: 530 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 04:22-18:30 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Hohengeroldseck liegt auf dem 545 m hohen Schönberg inmitten eines kleinen Waldes oberhalb des Reisebächles und dem Emersbach. Vorgängerburg war Alt-Geroldseck, auch Raukasten genannt, die nur wenige hundert Meter nördlich lag. Das hier ansässige Adelsgeschlecht wurde durch den Bergbau in der Region wohlhabend. Die Herrschaft befand sich im Mittelalter in einer strategisch und wirtschaftlich hervorragenden Lage. Sie liegt zwischen dem Schuttertal und dem Kinzigtal und nahm somit die Passstraße zwischen Rhein und Neckar ein. Die ertragsreiche Region war schon im 12. Jahrhundert beneidet, sodass man sich für den Bau der damals uneinnehmbaren Burg Hohengeroldseck entschied. Sie gehört zu den reizvollsten und größten Burgen des Schwarzwaldes.
Die Anlage besteht aus einer Kernburg, die auf einem Porphyrfelsen steht und einer Unterburg, die die Kernburg von allen Seiten einrahmt. Die Kernburg setzt sich aus zwei Palas zusammen, zwischen denen ein Hof lag. Die Unterburg wurde auf einer Terrasse errichtet, die sich vollständig um die Kernburg zog. Sie bestand aus einer Ringmauer, an der mehrere Gebäude anlehnten und nahm eine Fläche von 95 m auf 50 m ein. Ursprünglich wollte man gegen Ende des 17. Jahrhunderts einen Bastionsring errichten, der die Unterburg vollständig umgab. Reste dieser Erweiterungen findet man heute teilweise noch im Wald.

Außenanlage und Unterburg
Nach der Zerstörung der Burg durch die Franzosen 1689 kam die Idee auf die Anlage in eine Festung zu verwandeln. Beaulaincourt begann mit der Anfertigung eines Grundrisses, auf dem die Burg von großen sternenförmigen Bastionen umgeben war. Vor dem Tor der Burg erkennt man heute noch ein Plateau, das Teil dieses Wiederaufbaus war und ursprünglich eine Bastion, bzw. ein Schanzwerk werden sollte. Aufgrund der hohen Baukosten wurde das Projekt aber eingestellt, so dass heute der eingeebnete Graben vor dem Tor nicht mehr existiert. Ursprünglich verlief hier ein sehr schmaler Weg, der ab dem heutigen Waldanfang mit zwei Toren gesichert war und nach außen Palisaden aufwies.
Der Zugang zur Burg erfolgt heute wie damals über einen Torbau, der Teil der Ringmauer war. Davor befand sich ursprünglich ein kleiner Graben mit Zugbrücke, der eingeebnet wurde, als man die Burg in eine Festung verwandeln wollte (siehe oben). Das Tor war eine Doppeltorkonstruktion mit Torzwingeranlage. Hinter dem Tor mündet der Weg in die Unterburg. Deutlich erkennbar ist die äußere Wehrmauer, die zum größten Teil erhalten geblieben ist. Sie war ursprünglich über 9 m hoch und an manchen Stellen bis zu 2m dick. Auf der Ringmauer verlief ein hölzerner Wehrgang mit Schießscharten, der teilweise überdacht war. Im Wehrgang lagen unter anderem Schartürme. Die Steine der Mauer stammten aus dem Einebnung des Burgplateaus. Hier befand sich ursprünglich eine große Bergkuppe, die man abtrug. Den Mörtel holte man aus der Grube im Greuertal. Man vermutet, dass viele Steine auch von der alten Burg Alt-Geroldseck stammen könnten. Teilweise lassen sich noch im Stein Schießscharten und Balkenauflager erkennen, die auf den hölzernen Wehrgang hinweisen. Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf die eindrucksvolle Kernburg und das Brunnenhaus.
Das Brunnenhaus war ursprünglich Teil der oberen Anlage. Es beherbergte den ehemals 65 m tiefen Brunnen, der heute noch 27 m tief ist. Man vermutet dass die Brunnenanlage, errichtet durch Walter I. von Hohengeroldseck, ursprünglich von Bergbauspezialisten in den Fels getrieben wurde, die in den umliegenden Bergbaustollen arbeiteten. Bei dem Brunnenhaus handelte es sich gleichzeitig um einen Turm, der über eine steile Treppe mit dem Burghof der Kernburg verbunden war. Diese Treppe war der einzige Zugang, sodass nur von der Kernburg Wasser geholt werden konnte. Dies war vor allem in Belagerungen wichtig, falls die Unterburg schon gefallen sein sollte.
Der Brunnenturm hatte zudem eine verteidigen Funktion. Er stand direkt vor dem Eingang zur Kernburg und flankierte diesen. Das angrenzende Haupttor war der einzige Eingang in die Kernburg.
Gegenüber des Brunnenturms stehen die Reste eines Treppenturms (vor dem Vereinshaus), der ursprünglich zu einem größeren Gebäude gehörte. Während die Kernburg nur den Burgherren vorbehalten war, lebten und arbeiteten die Bediensteten in der Unterburg. Aus diesem Grund nimmt man an, dass sich an dieser Stelle das Gesindehaus befand. Der gut gearbeitete Treppenturm, der an der Hoffassade stand und die direkte Lage vor dem Haupttor der Kernburg sprechen dagegen.
An der Stelle steht heute das hölzerne Vereinshaus und die Reste des Treppenturms. Ursprünglich handelte es sich um ein 18 m langes Gebäude mit drei Stockwerken, das aus der Renaissance stammt und im 15. bis 17. Jahrhundert umgebaut wurde. Über die Funktion des Bauwerks ist heute nichts bekannt. Die Größe und der Aufbau eines typischen Palas der Spätrenaissance sprechen gegen die Funktion als Gesindehaus.
Folgt man dem Weg am Vereinshaus vorbei an die Ostseite der Anlage, so erreicht man in der Südostecke die Reste des Rupprecht-Stocks. Das Bauwerk wird namentlich 1435 erstmals erwähnt. Es beherbergte den Kerker der Anlage. Ursprünglich besaß das Gebäude zwei Stockwerke und ein unterirdisches, 3,5 m tiefes Gewölbe mit einem Durchmesser von 2,5 m. Über ein Loch von 65 cm Größe in der Decke, genannt Angstloch, wurden die Gefangenen in das Gewölbe heruntergelassen. Heute sind im Erdgeschoss noch zwei von drei Tonnengewölbe erkennbar, die Räume unterschiedlicher Nutzung aufweisen. Wahrscheinlich handelte es sich um kleinere Kerkerzellen. Der Rupprechtstock ist wahrscheinlich älter als angenommen, da man am Boden des Kellergewölbes ein Stück Eichenholz von 1265 fand.
An der Südseite der Unterburg stößt man an der Wehrmauer auf ein Loch. Hier befand sich die Schmiede. Sie wurde 2011 bei Mauersanierungsarbeiten mit einem Bodenradar gefunden. Die Schmiede war 6m auf 6m groß und hatte eine vermutete Raumhöhe von 3m. Der alte Kaminzug und die gemauerte Ofenanlage wurden in alten Sanierungsmaßnahmen fast vollständig beseitigt. Man fand unzähliges Rohmaterial und Werkzeuge, sowie einen Amboss. Auch die aufgetrennten Bleche einer eisernen Brustplatte (Harnisch) aus dem 17. Jahrhundert waren vorhanden. Wichtigster Beweisfund war der Löschtrog zum Abkühlen der neu geschmiedeten Ware. Er steht jetzt hier an der Wehrmauer vor dem alten Ofen.

Kernburg
Der Zugang zur Kernburg erfolgt heute wie damals über eine Rampe neben dem Brunnenturm. Vom Brunnenturm lässt sich eine kleine Brücke mit einem Rundbogen an der Felswand erkennen, die aus dem 19. Jahrhundert stammt. Ursprünglich befand sich an dieser Stelle eine Zugbrücke. Sobald die Zugbrücke hochgezogen war, war die Kernburg von der Unterburg getrennt und nicht mehr erreichbar. Die Rampe wurde sowohl vom Brunnenhaus, wie auch vom Neuen Haus (zweiter Palas der Kernburg) flankiert.
Die Kernburg setzt sich aus zwei Palas zusammen, die das Alte Haus und Neue Haus genannt werden. Sie standen sich spiegelverkehrt gegenüber und besaßen beide jeweils einen Treppenturm. Zwischen ihnen lag ein Hof, der von beiden Seiten mit Wehrmauern versehen war, auf denen hölzerne Wehrgänge lagen. Über den südlichen Wehrgang waren die beiden Gebäude miteinander verbunden.
Die Bezeichnung Neues Haus ist eigentlich falsch. Die beiden Gebäude sind zeitgleich entstanden. Das Neue Haus ist wesentlich schlechter erhalten, als das Alte Haus. Das Bauwerk wurde am 16. Juni 1390 von einem Blitz getroffen und brannte ab. Anschließend baute man es wieder auf. Es wird oft vermutet, dass es aufgrund des Blitzeinschlag so schlecht erhalten ist.
Eigentlicher Grund ist die Nutzung des Bauwerks als Steinbruch. An der Stelle des heutigen Vereinshauses wurde ursprünglich die Ringmauer entfernt, damit man Steine, die man aus dem Neuen Haus gebrochen hatte, den Berg hinunterrollen konnte. Auf vielen Steinen findet man Steinmetzzeichen, sodass später eine Zuordnung möglich war. So weiß man zum Beispiel das bei dem Bau der Ludwigstraße durch Tulla Steine vom Neuen Haus zum Einsatz kamen.
Das Neue Haus und Alte Haus sind aufgrund von Familienteilungen entstanden. Die Familie von Hohengeroldseck besaß viele Mitglieder, sodass meistens zwei Familien oder mehr auf der Burg wohnten. Von 1370 hat sich ein Teilungsbrief erhalten, in dem Georg und Heinrich von Geroldseck gemeinsam in den beiden Gebäuden auf der Burg wohnten und sich den Brunnen teilten. In der Folgezeit kommt es öfters zu Teilungsverträgen zwischen Brüdern.
Auf der anderen Hofseite befindet sich das größte und eindrucksvollste Gebäude der Burg. Das Bauwerk wird Altes Haus oder auch Vorderhaus genannt. Im Gegensatz zum Neuen Haus wurde es nicht abgebrochen und ist seit Jahrhunderten Wahrzeichen der Burg. Der alte Palas besitzt vier Stockwerke, ist 26 m hoch, 15 m lang und bis unter das Dach teilweise erhalten. Der Zugang erfolgte genau wie beim Neuen Haus über einen Treppenturm im Hof. Der heute ebenerdige Zugang mündet im fensterlosen Erdgeschoss, in dem ein Waffenmagazin und Proviant untergebracht waren. Über der Tür befindet sich eine eingemauerte Wappentafel, die ursprüngliche rechts neben dem Treppenturm hing. Sie stammt wahrscheinlich aus der Zeit um 1540 und zeigt das Wappen derer von Geroldseck mit Löwen als Schildhalter. Die Inschrift erzählt über den angeblichen Bau der Burg durch den Schwabenherzog Gerold.
Die Mauern des Palas sind 2 m dick. Im Falle einer Belagerung konnte man direkt im Erdgeschoss aus dem Waffenmagazin sich bewaffnen und das Feuer über die Schießscharten eröffnen. Das Bauwerk flankierte zusammen mit dem Brunnenturm die gesamte Burganlage. Die untere Burg war offen, sodass eingedrungene Feinde direkt aus dem Palas heraus angegriffen werden konnten, ohne dass der Gegner Deckung suchen konnte. Das Bauwerk wurde aus dem Bruchstein des Felsens errichtet. An den Ecken verstärkte man die Mauern mit mächtigen Sandsteinquadern.
An der Innenseite der Hoffassade des Alten Hauses lässt sich eine lange, vertikale Öffnung erkennen, die oft für einen Kamin gehalten wird. In dieser Öffnung verliefen ursprünglich die Gewichte einer großen Uhr aus dem 17. Jahrhundert. Daneben lassen sich die Aussparungen eines Kamins erkennen. Die Innenseiten der Mauern sind mit zahlreichen Kragsteinen und Auflagern versehen. Sie erinnern an die ursprüngliche Aufteilung der Decken. Aufgrund der Fenster vermutet man, dass im ersten Obergeschoss der Burgherr gewohnt hat. Die gekoppelten Spitzbogenfenster im zweiten Obergeschoss gehörten zum Rittersaal, der ursprünglich mehr als 80 m² und somit das gesamte Stockwerk einnahm. In den Fenstern lassen sich noch Sitzbänke (Fensterbänke) erkennen. Das dritte Obergeschoss beherbergte die Wohnräume und Kemenaten der höher gestellten Frauen.

Fazit
Hohengeroldseck gehört zu den schönsten Anlagen des Schwarzwaldes. An den mächtigen Mauern lassen sich vielerorts zahlreiche Details erkennen, die auf den Reichtum und die Macht des Geschlechts hindeuten. Der sehenswerte Palas, bzw. das Alte Haus, gibt einen Eindruck davon, zu welchen Leistungen die Menschen in der Region fähig waren.
Von der Atmosphäre her ist Hohengeroldseck sehr eindrucksvoll und herrschaftlich. Mit ihrer Höhe und ihrer untypischen Bautypologie sticht sie aus den herkömmlichen Anlagen stark heraus und bildet auf diese Weise eine Einzigartigkeit. Vor allem die nicht auffallende und gute Restauration, bzw. Sicherung der Anlage lässt sie unbelassen und urig erscheinen. Ein Besuch lohnt sich!

Historie

Die Geschichte, dass Burg Geroldseck aus karolingischer Zeit stammen soll, wurde widerlegt. Das Castrum "Geroltes Ecke" wurde am 27. Februar 1139 in einer päpstlichen Urkunde von Papst Innozenz II. an das Kloster Gengenbach erstmals erwähnt. Wahrscheinlich handelte es sich noch um Alt-Geroldseck. Sie war der Vorgängerbau, der nur wenige 100 m entfernt lag. Sie wurde 1016 errichtet.
Im 9. Jahrhundert begann der Eisenerzbergbau in der Region, der vor allem derer von Geroldseck zum späteren Reichtum verhalf. Ihre Burg lag direkt zwischen den beiden Westausgängen der Passstraße durch das Kinzigtal, die Neckar mit Rhein verband und war somit eine lukrative Einnahmequelle.
Nach 1250 wurde die Anlage durch Walther I. von Geroldseck errichtet. Alt-Geroldseck wurde aufgegeben. Mit den Geldern von Prinzbach, das 1257 zur Stadt ernannt wurde, wurde auch die neue Burg (Hohengeroldseck) immer weiter ausgebaut. Große Buckelquadersteine erinnern an die Bauzeit. 1260 wurde Walther II. von Geroldseck zum Bischof und Stadtherren von Straßburg. Das Geschlecht gewann weiter an Macht.
1277 stirbt Walther I. von Geroldseck und seine Herrschaft wird unterteilt. Graf Heinrich, Sohn von Walther I. von Geroldseck und die Söhne von Hermann von Geroldseck (Enkel von Walther I. von Geroldseck) müssen sich die Herrschaft und die Burg zukünftig teilen. 1370 wird eine weitere Teilung zwischen den Brüdern Georg und Heinrich von Geroldseck schriftlich erwähnt. 1375 mussten sich die beiden dem Grafen Eberhard von Württemberg wegen eines Überfalls auf die Grafen von Wildbad verantworten.
Am 16. Juni 1390 wurde das Neue Haus, westlicher Palas, durch einen Blitzeinschlag abgebrannt.
1432 stirbt Walther V. von Geroldseck, der von seinen Söhnen Diebold und Heinrich von der Anlage verjagt wurde. Es folgt die Wiedereroberung durch Johann und Georg von Geroldseck. Die beiden Brüder beginnen einen Streit über die Teilung, den sie 1434 beilegen.
1442 wurde die Anlage von Walter von Geroldseck mitsamt der Hälfte der Herrschaft für 30.000 Gulden an Markgraf Jakob I. von Baden verkauft. 1473 wurde die Burg durch die Straßburger belagert, da von hier aus Raubzüge auf Kaufleute gestartet wurden. Das Schloss in Schuttern, das ebenfalls im Besitz der Burgherren war, war bereits zerstört. Die Belagerung verlief erfolglos.
1486 versuchte Diebold II. sich aus den Erbdiensten des Pfalzgrafen Philipp II. zu entziehen. Philipp II. begann eine Belagerung mit 8009 Mann, 1600 Pferden, 87 Geschützen und 200 Hakebusen. Nach Beschädigung der Anlage gab der Burgherr auf und öffnete das Tor. Diebold II. erhält zusammen mit Gangolf I. die Burg 1504 als Lehen vom Kaiser zurück. Doch erkennt die Kurpfalz das erst 1534 an.
1599 zieht Jakob von Hohengeroldseck auf sein neues Schloss Dautenstein in Seelbach. 1634 stirbt er dort. Seine Tochter Anna Maria von Hohengeroldseck (verheiratet mit Markgraf Friedrich V. von Baden-Durlach) war einzige Erbin. Damit die Anlage nicht zurück an die Habsburger ging, belehnte sie 1636 Kraft Adolf Otto Graf von und zu Cronberg mit der Burg und der Herrschaft.
Ihre letzte Zerstörung erlebte Burg Hohengeroldseck 1689, als die Franzosen die Anlage anzündeten. Um sich den Rückweg in die Heimat zu sichern, verbrannten die Franzosen alle Anlagen auf dem Weg. Dies diente vor allem der Machtsicherung.
1692 stirbt das Haus Cronberg aus. Unter Österreich geht das Lehen an die Grafen von der Leyen aus dem Hunsrück. Man beginnt mit dem Wiederaufbau zur Festung. Es sollte ein Bastionsring um die Burganlage errichtet werden, der aber aus Kostengründen 1693 eingestellt wurde. Die Veränderungen in der Topographie lassen sich noch deutlich erkennen.
1711 werden Burg und Herrschaft Teil der Reichsgrafschaft. 1806 erklärt Napoleon Hohengeroldseck zum selbständigen Fürstentum, was 1815 wieder aufgehoben wird. 1819 wird die Herrschaft an das Großherzogtum Baden übergeben, die die Anlage derer von der Leyen als Eigentum erlassen. Ihnen gehörte Burg und Herrschaft schon seit 1692. Sie ist bis heute im Besitz der Familie.
1892 bis 1901 begann man mit ersten Restaurationen, die durch den Lahrer Schwarzwaldverein durchgeführt wurden. Die notdürftigen Restaurierungen sollten die Burg vor dem weiteren Verfall schützen. Es entsteht 1952 die Wendeltreppe im Turm, die heute die Aussichtsplattform erschließt. 1958 wird schließlich der Verein zur Erhaltung der Burg durch Dr. Wimmer gegründet. 2005 und 2011 kam es zu aufwendigen Restaurationen.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Über die A5 Ausfahrt "Lahr" nach Lahr und weiter auf der B415 Richtung Biberach / Kinzigtal. Die Straße verläuft nach dem Abzweig nach Seelbach durch einen kleinen Ort namens Schönbach. Anschließend kommt eine Kreuzung, von der eine Straße nach links (aus Richtung Lahr) abgeht und gerade auf den Burgberg zuläuft. Hier rechts abbiegen und auf dem Parkplatz an der Straße parken. Zu Fuß über die Straße und sich an der nächsten Kreuzung rechts halten. Anschließend um den Berg herumlaufen und sich bei der Häuseransammlung links halten. Dem Waldweg zur Burg folgen.

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Burgenarchiv.de
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Literatur


- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart S.210
- E. Batzer, A. Städele, "Burgen und Schlösser Mittelbadens", Konkordia Verlag, 1937, Bühl S.337ff
- Diverse, Herausgeber: Dt. Burgenvereinigung, "Burgen in Mitteleuropa- Ein Handbuch", Band 2, Konrad Theiss Verlag GmbH, 1999, Stuttgart, ISBN: Bestellnummer 14464-3
- örtliche Informationstafel
- Darius Lenz, "Burgen in Baden-Württemberg- Die geographisch-topographische Ausbreitung zwischen dem 7. und dem 15. Jahrhundert", VER Verlag, 2014, Karlsruhe, ISBN: 978-3-944718-01-9

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 17.01.2014, 05.08.2003

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