Kapfenburg

Burg Kapfenburg

Burg Kapfenburg

Deutschland / Baden-Württemberg

Schloss Kapfenburg liegt auf einem Sporn weit oberhalb von Lauchheim. Die Ordensburg wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Es wird vermutet, dass eine Vorgängerburg an selbiger Stelle stand. Mit der Entstehung der heutigen Anlage baute man die mittelalterliche Burg zu einem großen Schloss mit Festungselementen aus. Das eindrucksvolle Ordensschloss ist heute eine internationale Musikakademie und kann von außerhalb der Gebäude frei besichtigt werden.

Adresse

Burg Kapfenburg Kapfenburger Str.
73466 Lauchheim Parken: Burg, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Burg, Schloss
Burgtyp:Spornburg
Nutzung:Musikakademie, Museum
Lage:620 m.ü.NN.
Sonnenlicht:07:03-15:24 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:Ganzjährig
mehr
Eintrittspreise:Burghof: frei
Führung: kostenpflichtig
Website:Schloss-Kapfenburg.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Kapfenburg

Schloss Kapfenburg befindet sich auf einem auslaufenden Bergrücken oberhalb des Ortes Lauchheim. Die strategisch gute Lage gab der Burg, die vor dem Schloss existierte, schon früh ihren Namen ("Kapfen" bedeutet Aussicht). Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage vor allem durch den Baustil des Deutschen Ordens geprägt. Ständige Um- und Anbauten ließen die Burg wachsen und zu einer großen, repräsentativen, eindrucksvollen Schlossanlage werden.
Schloss Kapfenburg besteht heute aus einer unteren und einer oberen Schlossanlage. Der Ursprung der Burg liegt im 12. Jahrhundert und ist in der oberen Schlossanlage zu finden. Der untere Schlosshof entstand erst wesentlich später und liegt wie ein Vorwerk unterhalb der Kernburg zum Bergrücken hin. Zur Verstärkung der unteren Schlossanlage errichtete man 1534 einen großen Torbau, der bis heute als Eingang dient. Der Bau steht aus der Mauerflucht hervor und bot die Möglichkeit sowohl das Tor, wie auch die äußere Mauer der unteren Schlossanlage zu verteidigen.
Die untere Schlossanlage, bzw. der untere Schlosshof besteht aus mehreren Gebäuden, die sich hufeisenförmig um einen großen Hof reihen. Zur Kernburg hin, also nach Norden, weist der Hof keine Gebäude auf und gibt die Sicht auf die obere Schlossanlage frei. Die Gebäude der unteren Schlossanlage befinden sich heute im Besitz der internationalen Musikakademie und sind für die allgemeine Öffentlichkeit außerhalb von Führungen nicht zugänglich. Im Nordosten des Hofes befindet sich die Lorenzkapelle, die erst spät im barocken Stil errichtet wurde.

Die Kernburg von Kapfenburg liegt mehr als zehn Meter über dem unteren Schlosshof und weist einen leicht tropfenförmigen Grundriss auf. Durch zahlreiche Umbauten entstanden im und nach dem 16. Jahrhundert mehrstöckige Gebäude, die heute das Bild des Schlosses prägen. Nach Norden, Westen und Osten wurden mehrere Zwinger errichtet, die sich terrassenförmig an den Berg legen. Herausstehende halbrunde Wehrtürme an den Gebäuden verleihen dem repräsentativ wirkenden barockem Schloss einen wehrhaften Charakter. Aufgrund der Topographie errichtete man einen Tunneleingang, der unter den Gebäuden hindurchführte und auf dem oberen Schlosshof, bzw. ehemaligen Kernburghof endet. Der Tunnel ist heute noch einziger Zugangsweg in die Oberburg. Er geht zwischen dem Westernachbau und dem Hohenlohbau hindurch, die die beiden größten Gebäude des Schlosses bilden. Im Zuge der zahlreichen Umbauten erhielt der Tortunnel ein sich davor befindliches Torhaus, genannt Oberes Torhaus.
Der obere Schlosshof fällt aufgrund der engen Bebauung sehr klein aus. Die einheitlichen Fassaden der Gebäude lassen ihn gleichmäßig erscheinen. An der Südseite befindet sich ein Treppenturm, der zur Erschließung der südlichen Gebäude dient.
Von dem touristischen Aspekt her ist Schloss Kapfenberg sehr angenehm. Die recht große Anlage, die ähnlich wie Bad Mergentheim den typischen architektonischen Stil des Deutschen Ordens aufweist, wirkt durch ihre Höhe sehr eindrucksvoll. Die mittelalterliche Anlage lässt sich trotz der großflächigen Umbauten gut erkennen.

Historie

Burg Kapfenburg wird das erste Mal im Jahre 1250 genannt. Es ist unbekannt ob eine Burg aus dem 11. Jahrhundert schon stand und erweitert wurde oder man eine Neue errichtete.
Die Burganlage wurde 1311 durch die Grafen von Oettingen übernommen und von Burgvögten verwaltet, wie z.B. 1340 durch Brunn und 1353 durch Eberhard von Gromberg. Im Jahre 1364 verkaufen die Grafen von Oettingen Burg Kapfenburg an den Komtur Marquardt von Rottenstein vom Deutschen Orden (Ordenshaus Mergentheim). Ein weiterer Komtur folgte 1372.
Im Jahre 1398 erwerben die Kommende Kapfenburg das Recht des Halsgerichts, 1402 das Marktrecht und 1431 durch König Sigismund das Stadtrecht für die Stadt Lauchheim. 1465 gehen die Ordenshäuser Kapfenburg, Ulm und Donauwörth ein Schutzbündnis ein, das durch Pfalzgraf Ludwig und den Herzögen von Oberbayern und Niederbayern unterschrieben wird. Anschließend stellen sich die Besitzer 1490 auf die Seite des Schwäbischen Bundes.
In den Bauernkriegen 1525 versuchen Bauern des Ellwanger Haufens drei Mal die Burg zu stürmen, bleiben aber erfolgslos. Es folgt 1534 ein Ausbau mit der Verstärkung der Befestigungsanlage durch einen neuen Torbau. 1538 entsteht der Hohenlohebau und 1539 das umgebaute Kaplangebäude, das 1545 modernisiert wird unter dem Komtur Balthasar Graf von Nassau.
Im Schmalkaldischem Krieg wird Kapfenburg 1546 durch den Grafen von Reifenberg und 1552 durch den Markgraf Albrecht von Brandenburg geplündert. Es folgt 1585 der Neubau der Schlossscheuer durch Jerg Uhl aus Westerhofen.
Nach der Benennung von Johann Eustach von Westernach zum Komtur des Schlosses 1590 wird 1591 der Westernachbau auf den Grundmauern der mittelalterlichen Burg neu errichtet. Die gesamte Anlage wird unter der Leitung des Baumeisters Balthasar Reißler aus Lauchheim zum prächtigen Schloss umgebaut. Die Schlosskapelle wird erst 1593 und der Rittersaal erst um 1610 fertiggestellt.
Im Dreißigjährigen Krieg folgen mehrere Besitzer- und Verwalterwechsel. 1627 wird Georg Wilhelm von Eckershausen als Komtur eingesetzt. 1630 werden aufgrund der dortigen Situation alle Wertgegenstände in Sicherheit gebracht. Es folgt 1632 die Besetzung des Schlosses durch General Gustav Horn. Die Schweden verschenken die Anlage 1633 an Graf Friedrich den Jüngeren von Hohenlohe-Langenburg.
Nachdem 1634 die Schweden vertrieben wurden, setzte man wieder einen Kommenden ein. Es folgen weitere Auseinandersetzungen mit Frankreich, bei denen 1645 Lauchheim durch Duc d´Enghien niedergebrannt wird. Nach 1716 folgen weitere Umbaumaßnahmen. In jenem Jahr wird der Westernachbau, 1717 das Hohenlohehaus, 1718 der Küchenbau, 1719 die Lorenzkapelle, 1720 die Stallungen und 1721 der Ochsenkastenbau moderniesiert bzw. neu errichtet. Es entsteht 1743 ein neues Torhaus im Graben des alten Schlosses.
Nach der Auflösung des Ritterordns wird Kapfenburg 1806 an König Friedrich von Württemberg übergeben. Das Schloss unterliegt anschließend unterschiedlichen Nutzungen wie z.B. 1808 als Kameralamt, 1810 als Oberamt Neresheim und 1811 als Forstamt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg widmet man sich von 1957-1962 der Restauration der oberen Schlosskapelle, sowie dem Rittersaal. Im Zuge dessen werden 1960 die Bierbrauerei stillgelegt und 1961 die Gaststätte in den Hohenlohebau verlegt. 1971-1973 renovierte man die Lorenzkaplle und löste das Forstamt auf. Neue Einrichtungen waren 1986 das Heimatmuseum und 1999 die Musikschule.

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    Anfahrt

    Schloss Kapfenburg liegt auf einem Sporn zwischen Lauchheim und Hülen. Über die A7 Ausfahrt "Aalen / Westhausen" auf die B29 Richtung Lauchheim fahren. Vor Ortsanfang von Westerhofen nach links abbiegen. Die Straße führt direkt zum Schloss. Verpasst man den Abzweig folgt man der Ausschilderung in Lauchheim zum Schloss.

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    Sonstige Einrichtungen

    In dem Schloss befindet sich die Internationale Musikakademie Schloss Kapfenburg, die unter anderem auch fachkundliche Führungen anbietet.

    Aktualisierung

    Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 01.01.2013, 18.01.2012


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