Burg Tannenberg

Burg Tannenberg

Burg Tannenberg

Deutschland / Hessen

Tannenberg liegt auf dem Gipfel eines hohen Berges über dem Stettbacher Tal. Die Anlage wurde schon 1399 zerstört, 1849 freigelegt und später gesichert und konserviert. Sie diente als Raubritterburgen, was zu ihrer frühe Zerstörung führte. Die große und weitläufige Anlage ist heute recht gut erhalten. Die meisten Mauern sind zwar nur ein bis zwei Meter hoch, lassen aber Gebäude und Mauerverläufe bestens erkennen. Der Bergfried mit über 9,5 Meter Durchmesser und drei Meter dicken Mauern ist nur noch als Turmstumpf erhalten und liefert zusammen mit dem tiefen Halsgraben einen eindrucksvollen Anblick. Die Anlage ist sehenswert.

Burg Tannenberg 1
Burg Tannenberg 2

Baubestand & Beschreibung

Burg Tannenberg thront auf einem Bergsporn hoch über dem Stettbachtal. Die Anlage ist durch einen unüberwindbaren, über zehn Meter tiefen Halsgraben vom Berg getrennt und somit nur über eine Brücke zugänglich.
Hinter der Brücke eröffnet sich der Blick auf die versteckt gelegene Anlage. Zur Rechten macht sich der Rest der Bergkuppe breit, die einst in Form einer Vorburg bebaut war. Nur noch wenige Reste zeugen von dieser. Die Kernburg wurde größtenteils wieder aufgebaut. Es gibt die Möglichkeit die Anlage zu umrunden oder sich direkt in die Kernburg zu begeben.
Die Vorburg lag ein wenig tiefer als die Kernburg. Die Grundmauern eines Gebäudes und die umgebene Wehrmauer rahmen die Vorburg ein und lassen ihre Größe erahnen. Am Ende der niedrigen Mauern erreicht man eine Rampe, die einst unter einem Torturm hindurch in die Kernburg führte. Durch ein Stück fehlende Mauer des nebenliegendem Zwingers besteht die Möglichkeit der äußeren Ringmauer aus der Vorburg in den westlichen Zwinger zu folgen. In diesem sind neben wieder aufgebauten Mauerresten unter anderem die Stümpfe zweier Wehrtürme zu finden, die noch heute die eine oder andere Schießscharte beherbergen.
Die Kernburg wurde zum Teil restauriert, so dass alle Mauern mindestens kniehoch existent sind. Zum Tal hin eröffnet sich eine weite Aussicht zwischen den Bäumen hindurch Richtung Rhein. In der Mitte der Anlage und damit am nächsten zum ehemaligen Eingang steht ein Brunnen, der wieder freigelegt und gesichert wurde. Südlich von diesem stößt man auf zwei große Löcher, die sich beide als Kellergewölbe entpuppen. Interessant ist die Anordnung der Keller zum Brunnen und Bergfried hin. Die Gebäude standen entfernt von der Wehrmauer und schienen leicht willkürlich um den Brunnen angeordnet gewesen zu sein. Ihre Größe lässt auf stattliche Gebäude schlussfolgern. Bei dem kleineren Kellergewölbe sind vor allem noch zwei meterdicke Mauern zu erkennen, die auf einen soliden und anscheinend wehrhaften Bau rückschließen lassen.
Der Bergfried war relativ dick und wahrscheinlich sehr hoch, so dass er einen imposanten Eindruck hinterlassen haben muss. Neben dem Bergfried liegen große Brocken, bei denen es sich um Ausbrüche handelt, die anscheinend aus dem ehemaligen Bergfried bei dessen Zusammenfall fielen. Östlich von diesen und somit direkt neben dem Bergfried eröffnet sich der Blick auf eine Fassade und eine davor liegende Steinkugel. Die Steinkugel war einst ein Geschoss und bei der Fassade handelt es sich um die Reste des ältesten Baus der Burg. Das Gebäude ist unter dem Namen Münzberger Bau bekannt und soll noch vor dem Bergfried entstanden sein. Eine Treppe führt ins Innere und lässt neben einigen Nischen noch einen Türsturz, Balkenauflager und einige kleinere Details erkennen. Von hier eröffnet sich wieder der Blick auf die merkwürdige Bergkuppe, die aus dieser Perspektive eindeutig Gebäude der Vorburg trug.
Burg Tannenberg wirkt von der Atmosphäre her sehr mysteriös, aber auch größtenteils wieder aufgebaut. Trotz des großen Eingriffes der Restauratoren behielt die Anlage ihren Charme und ihre Ausstrahlung bei und scheint noch zahlreiche Geheimnisse zu beherbergen. Obwohl sie recht deformiert aussieht, gibt sie viele Dinge preis, die sich erkunden lassen und über die es sich nachdenken lässt. Einige Bänke geben die Möglichkeit diese Überlegungen nicht im Stehen machen zu müssen. Burg Tannenberg ist ein schöner Ort zum Verweilen, Erkunden und Entspannen.

Historie

Der "Danberc" wurde 1264 urkundlich erwähnt. Zerstört wurde sie als Raubritternest im Jahre 1399 und 1849 freigelegt. Entstanden ist sie wahrscheinlich um 1230.

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Anfahrt

Burg Tannenberg liegt unweit des Ortes Seeheim-Jugenheim. Zu erreichen sind Ort und Burg gut über die A5 Ausfahrt "Seeheim-Jugenheim". Nach der Autobahnausfahrt sollte man sich innerorts wenden und dort der Ausschilderung zur Burg folgen. Diese leitet aus dem Ort heraus und ist ab Ortsausgang leicht zu übersehen. Aus diesem Grund sollte man der Ausweisung zum Lufthansa Schulungszentrum folgen bis man auf den "Lufthansaring" stößt. Die Ausfahrt zu diesem befindet sich kurz hinter Ortsausgang auf der Straße Richtung Ober-Beerbach. Auf dem Lufthansagelände sollte man sich wiederum immer bergauf wenden und bei den terrassierten Parkplatzebenen parken. Hier befinden sich auch zwei Schilder, die den weiteren Weg zur Burg ausschildern.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 28.11.2005


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