Inhaltsverzeichnis
- Kurz und gut
- Bilder
- Adresse, Karte & Parken
- Kurzinfo
- Baubestand
- Historie
- Preise und Ăffnungszeiten
- Anfahrt
- Gastronomie
- Literatur und Quellen
Kurz & gut
Die schöne Burganlage gehörte ursprĂŒnglich zu drei Burgen, die auf dem Sporn lagen. Bis heute hat sich nur die mittlere Burg erhalten. Die eindrucksvolle Ruine beherbergt zahlreiche Steinmetzarbeiten, die nahezu einzigartig sind. Ein Besuch fĂ€llt relativ kurz aus aber es lohnt sich. Es eröffnet sich eine weite Sicht Richtung SĂŒden und Westen.
Best-of-Listen
Burg Lobdeburg wird in folgenden Artikeln erwÀhnt:
Die Schlösser und Burgen um Gera
Die Schlösser und Burgen um Weimar
Die Schlösser und Burgen um Jena
Bilder
Adresse, Karte & Parken
Burg Lobdeburg
Lobdeburgweg
07747 Jena
Parken: Es gibt fĂŒr Burg Lobdeburg einen kostenlosen Parkplatz. Von hier belĂ€uft sich der FuĂweg zur Anlage auf 200 m.
Kurzinfo
| Punkte: | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Zustand: | Ruine |
| Burgtyp: | Spornburg |
| Nutzung: | Gastronomie |
| Lage: | 295 m.ü.NN. |
| Sonnenlicht: | 07:39-19:07 Uhr Info |
Baubestand & Beschreibung
Auf einem steilen GebirgsauslĂ€ufer sĂŒdlich von Jena thront oberhalb des Zusammenflusses von Roda und Saale die kleine, aber eindrucksvolle Burg Lobdeburg. Bei der Anlage handelte es sich ursprĂŒnglich um drei Burgen, die in die untere, die mittlere und die obere Burg aufgeteilt waren. Bis heute haben sich nur ErdwĂ€lle der oberen Burg und eine beeindruckende Ruine der mittleren Burg erhalten. Als untere Burg bezeichnet man heute ein Schloss im Ort aus dem 16. Jahrhundert, das mit der mittelalterlichen Anlage nichts mehr zu tun hat.
Obere Burg
Burg Lobdeburg liegt auf einem lang gezogenen Sporn, der zu allen Seiten durch SteilhĂ€nge geschĂŒtzt wird. Nur im Nordosten ist der Berg mit dem Gebirgszug verbunden. Hier errichtete man zum Schutz eine obere Burg, die die Anlage zu dieser Angriffsseite hin wie ein Vorwerk schĂŒtzen sollte.
Von der Oberburg lassen sich nur noch ErdwÀlle im Waldboden erkennen. In einer Beschreibung von 1860 wird noch auf die Fundamente eines Turms hingewiesen, der bis ca. 1850 vorhanden gewesen sein soll. Diese Reste sind mittlerweile spurlos verschwunden.
Mittlere Burg
Den Namen Lobdeburg verbinden die meisten Menschen heutzutage mit der mittleren Burg. Die eindrucksvolle Ruine ist schon von der Autobahn A4 aus zu sehen. Der heutige Baubestand belĂ€uft sich gröĂtenteils auf das 12. Jahrhundert. Die erhaltenen Verzierungen und der existente Bauschmuck zĂ€hlen zu den bedeutendsten Zeugnissen romanischer Profankunst in ThĂŒringen.
Burg Lobdeburg besteht aus einer kleinen Kernburg. Sie wird im Nordosten durch einen Halsgraben von der oberen Burg getrennt. Ein weiterer Graben an der gegenĂŒberliegenden Westseite schĂŒtzt sie vor einem Plateau am Ende des Sporns. Bisher vermutete man hier die untere Burg, doch wurden keine Fundamente oder Hinweise auf eine Bebauung gefunden. Von hier eröffnet sich eine weite Aussicht ĂŒber das Land, die die strategisch wichtige Lage und die damit verbundene Ăberwachung der Umgebung erklĂ€rt.
Burg Lobdeburg setzt sich aus drei bekannten GebĂ€uden zusammen, die L-förmig aufgebaut waren. Zur Angriffsseite hin orientierte sich der mĂ€chtige Wohnturm, der die GemĂ€cher der Herren von Lobdeburg beherbergte. Direkt daneben stand an der Nordseite ein gröĂeres Bauwerk mit sakraler Funktion. Die SĂŒdseite wurde durch ein lĂ€ngliches GebĂ€ude eingenommen, das in mehrere kleine RĂ€ume unterteilt war. Es beherbergte anscheinend die WohnrĂ€ume der Dienstmannen. Im Nordwesten befand sich ein Hof, der nach Norden hin durch eine mĂ€chtige Wehrmauer geschĂŒtzt wird. In der Mauer lassen sich eine sehr kleine TĂŒröffnung und ein Wehrturm erkennen.
GröĂte SehenswĂŒrdigkeit der Burg ist der Wohnturm mit angrenzender Kapelle. Er besitzt noch heute drei Stockwerke und hat eine GrundflĂ€che von 5,5 auf 5,5 m. An der SĂŒdseite des Wohnturms haben sich Blendnischen mit doppelten Fensterarkaden erhalten, an deren Innenseite man sich ursprĂŒnglich auf steinerne BĂ€nke setzen konnte. Aufgrund der kleinen InnenflĂ€che verlĂ€uft die Treppe des Turms teilweise in der Mauer. Heute lĂ€sst sich der Wohnturm aufgrund von Einsturzgefahr nicht mehr besuchen.
An der Ostseite stöĂt man im obersten Geschoss auf eine romanische TĂŒröffnung mit Verzierung. Direkt daneben lĂ€sst sich der eindrucksvolle Kapellenerker, bzw. die Apsis erkennen, die ursprĂŒnglich eine Altarnische beherbergte. Sie lĂ€uft nach unten spitz zu und war zu ihrer Bauzeit eine Besonderheit, die auf wohlhabende Burgherren hindeutete. Die Bauweise ist sehr selten.
Die Apsis, bzw. der Kapellenerker wird von zwei kleinen, romanischen Rundbogenfenstern eingerahmt, die sich halbrund in der Mauerschale weiten. Sowohl von innen, wie auch von auĂen bieten Wohnturm und ehemalige Kapelle einen eindrucksvollen Anblick.
Fazit
Die kleine, aber imposante Anlage aus Kalkstein ist sehenswert. Trotz ihrer Zerstörung und dem fortgeschrittenen Verfall haben sich zahlreiche Steinmetzarbeiten erhalten, die nahezu einzigartig sind. Mit der schönen Aussicht und der Möglichkeit sie vollstÀndig zu umrunden, lÀdt die Anlage zum Besuchen und zum Entdecken ein.
Historie
Burg Lobdeburg wurde im 12. Jahrhunderts nach dem Zusammenbruch des ThĂŒringer Reiches errichtet. Zu dieser Zeit kamen die Herren von Anhausen in die Region, da die Gegend neu strukturiert und verwaltet werden musste. 1133 wird Hartmann von Anhausen als Zeuge der GrĂŒndungsurkunde des Klosters ThalbĂŒrgel genannt. 1166 tauchen bereits Hartmann I. und Otto I. von Lobdeburg im Gefolge des Markgraf von MeiĂen in einer Urkunde in Camburg auf, was auf eine Umbenennung des Geschlechtes Anhausen in Lobdeburg hinweist.
Burg Lobdeburg wurde vermutlich 1185 fertig gebaut. 1186 findet sie erstmals Einzug in SchriftstĂŒcke. Die dazugehörige Linie derer von Lobdeburg teilt sich um 1216 auf. Eine Seitenlinie beginnt mit dem Bau der Burg Leuchtenburg bei Kahla. Zwischen 1220 und 1250 erreicht die Ausdehnung des Territoriums derer von Lobdeburg seine maximale GröĂe. Unter anderem werden mĂ€chtige Positionen wie zum Beispiel durch Otto II. von Lobdeburg bezogen, der zwischen 1207 und 1223 Bischof von WĂŒrzburg ist. Sein Amt bekleidet von 1225-1254 Hermann III. von Lobdeburg-Saalburg.
1221 grĂŒndet Hermann IV. die Linie Lobdeburg-Burgau. Mit Otto IV. von Lobdeburg-Arnshaugk und Hermann V. von Lobdeburg-Elsterberg werden 1235 und 1252 erstmals erneut zwei Seitenlinien genannt. Mit Hartmann XI. stirbt die Linie Lobdeburg-Arnshaugk 1289 aus.
In der Folgezeit wird Burg Lobdeburg nur noch durch Burgmannen besetzt, zu denen unter anderem die Familie Puster gehört. Unter den einzelnen Familienmitgliedern brechen gegen Mitte des 13. Jahrhunderts vermehrt Auseinandersetzungen und Streitigkeiten aus, die wirtschaftliche MissstĂ€nde und den Verlust politischer Stellungen mit sich bringen. In der ersten HĂ€lfte des 14. Jahrhunderts geraten infolgedessen die Herren von Lobdeburg in finanzielle Probleme. Sie verschulden sich und verpfĂ€nden groĂe Teile ihrer Herrschaft, unter anderem Jena, Leuchtenburg, Roda und Kahla an die Herren von Schwarzenburg. Die VerpfĂ€ndung wird nie wieder eingelöst.
Mit Albrecht IV. von Leuchtenburg stirbt 1346 die Linie Lobdeburg-Leuchtenburg aus. 1358 treten derer von Lobdeburg-Burgau in die Lehnshoheit des Markgrafen von MeiĂen. Die Burg wird 1380 als Lehen an die Familie Puster ĂŒbergeben, die seit lĂ€ngerer Zeit Burgmannen auf Burg Lobdeburg sind.
1447 bricht der ThĂŒringer Bruderkrieg aus. Mit Johannes IV. von Lobdeburg-Burgau erlischt 1448 mitten im Krieg eine weitere Linie. 1450 wird die Burg durch Herzog Wilhelm von Sachsen zerstört. Sie bleibt noch bis 1591 im Besitz der Familie Puster und wird anschlieĂend zum Teil abgerissen, um die Steine zum Bau der SaalebrĂŒcke bei Burgau zu verwenden. Heute wird die Anlage aufwendig durch den zustĂ€ndigen Burgverein erhalten.
Eintritt und Ăffnungszeiten
Eintrittspreise oder Öffnungszeiten nicht mehr aktuell? Hier bitte einreichen.| Öffnungszeiten: | offen |
| Eintrittspreise: | frei |
| Website: | Lobdeburg.de |
Anfahrt
Von der A4 Ausfahrt Jena-Zentrum auf die B88 und diese direkt danach wieder verlassen Richtung Lobeda. AnschlieĂend gleich links in die Paul-Schneider-StraĂe abbiegen und sich am Ende der StraĂe links in den Drackendorfer Weg halten. Nach 20 m in die StraĂe Unter der Lobdeburg rechts abbiegen und gleich wieder rechts in den Lobdeburgweg. Dieser StraĂe bis zu dem Parkplatz folgen und dort zu FuĂ die 700 m hoch zur Burg laufen. Alternativ weiterfahren bis zur Gastronomie und von dort 100 m laufen. Der Parkplatz der Gastronomie ist nur fĂŒr GĂ€ste!
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Gastronomie
Unter der Burg gibt es eine Gastronomie.
Querverweise
Bei folgenden Burgen wird Lobdeburg erwÀhnt:Literatur
- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", StĂŒrtz Verlag, 2000, WĂŒrzburg, ISBN: 3-88189-360-1
- Informationstafel
- http://www.lobdeburg.de - letzter Aufruf: 15.11.2015
Aktualisierung
Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 16.11.2015

Burg des Monats
Burg Lobdeburg wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats Dezember 2015 & Februar 2018" gewählt.
Burgen in der Umgebung
Burg Leuchtenburg |
| Burg 07768 Seitenroda Entfernung: 9.64 km |
Burg Kapellendorf |
| Halbruine 99510 Kapellendorf Entfernung: 14.31 km |
Burg Dornburg |
| Schloss 07778 Dornburg Entfernung: 13.41 km |
Wasserburg NiederroĂla |
| Burg 99510 NiederroĂla Entfernung: 18.81 km |
Burg Camburg |
| Schloss 07774 Camburg Entfernung: 19.06 km |



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