Burg Limburg

Deutschland / Baden-Württemberg

Inhaltsverzeichnis

Kurz & gut

Burg Limburg liegt an einer steilen Felskante direkt über dem Rhein. Grund für den Bau war eine flache Furt im Rhein, die sich zum Passieren des Flusses eignete und für ordentliche Einnahmen sorgte. Von der mittelalterlichen Zollburg aus dem 12. oder 13. Jahrhundert haben sich kaum Reste erhalten.
Burg Limburg ist heute stark zugewuchert. Es sind noch der Halsgraben, der Stumpf des Bergfrieds und Reste der Ringmauer erkennbar. In der Nähe befindet sich ein Westwallbunker, der im Zweiten Weltkrieg gegen die Franzosen eingesetzt wurde.

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Burg Limburg am Kaiserstuhl wird in folgenden Artikeln erwähnt:
Die Schlösser und Burgen um Freiburg im Breisgau

Bilder

Adresse, Karte & Parken


Burg Limburg am Kaiserstuhl
79361 Sasbach am Kaiserstuhl

Parken: Im angrenzenden Ort zu Burg Limburg am Kaiserstuhl gibt es zahlreiche, kostenlose Parkmöglichkeiten. Von hier beläuft sich der Fußweg zur Anlage auf 350 m.

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Hangburg
Nutzung: -
Lage: 220 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 05:45-21:07 Uhr Info

Baubestand & Beschreibung

Die Burg Limburg am Rhein betritt man heute über einen anderen Weg als im Mittelalter. Das eigentliche Eingangstor befand sich zum Bergrücken und somit zum Halsgraben hin und ist beim Aufgang vom Tal her erst spät auszumachen.
Burg Limburg, auch Limpurg genannt, gehört zu den klassischen, eher seltenen Eckburgen. Sie liegt in einer Ecke eines Plateaus und besaß somit zwei Angriffsseiten. Während im Norden und im Westen steile Felshänge einen Angriff unmöglich machten, musste nach Süden und Osten zum Plateau hin ein mächtiger Halsgraben in den Berg getrieben werden. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Halsgraben der Burg Limburg für den Bau eines Bunkers des Westwalls genutzt. Den Eingang findet man hier heute noch.
Burg Limburg verteilt sich auf insgesamt drei Terrassen. Die Unterste diente als Vorburg und beherbergte anscheinend mindestens ein Gebäude und einen Brunnen. An einigen Stellen lässt sich erkennen, dass die Vorburg künstlich aufgeschüttet wurde um ein ebenes Plateau zu schaffen.
Die mittlere Terrasse wies repräsentative Wohnbauten auf. Folglich befand sich hier anscheinend der Palas. Auf der oberen Terrasse und damit auf dem höchsten Punkt lag der Bergfried mit abgehenden Gebäude. Die Kernburg umfasste die mittlere und die obere Terrasse und hatte ungefähr ein Ausmaß von 40 auf 80 m.
Der Bergfried war noch bis vor dem Zweiten Weltkrieg deutlich höher und größtenteils erhalten. Durch Beschuss im Krieg ist er eingestürzt, sodass nur sein Stumpf übrig geblieben ist. Von hier eröffnet sich eine herrliche Aussicht über die Rheinebene und den Rhein.
Unweit des Bergfrieds haben sich noch alte Kellergewölbe aus dem 16. Jahrhundert erhalten. Sehenswert ist die östliche Ringmauer, die eine Rundbogentür enthält. Sie wurde aus kleinen Vulkangesteinblöcken errichtet und stammt vermutlich aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Ihre Außenseite wurde mit dem Aufkommen von Artilleriewaffen verstärkt. Auch im Süden trifft man auf eine ausgeprägte Schildmauersituation.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Burg Limburg sehr begehrt war. Immer wieder versuchten Adelige Anteile zu kaufen, da unterhalb der Burg eine viel genutzte Fähre und eine Furt verliefen. Zusammen mit der Überwachung des Rheins und der Erhebung von Zöllen erzeugte die Anlage einen hohen Gewinn, der zum größten Teil an die Besitzer ging. Erst mit dem Bau der Rheinbrücken im Spätmittelalter begannen die Einnahmen zu schwinden.
Heute lädt die Ruine mit einer schönen Aussicht ein. Die meisten Elemente sind leider stark zugewachsen und lassen sich zwischen den ganzen Büschen und Sträuchern kaum zuordnen.

Historie

Die Burg Limburg im Kaiserstuhl wurde vermutlich im 13. Jahrhundert oder früher errichtet. Vor 3000 Jahren siedelten sich die ersten Menschen auf dem Berg im Kaiserstuhl an. Er wurde immer wieder als Siedlungsort genutzt.
Graf Albrecht IV. von Habsburg könnte 1215 oder 1221 den Abt des Klosters Ebersheimmünster im Elsass auf der Limburg gefangen gehalten haben. Es bleibt jedoch unklar, ob es sich um diese spezielle Burg Limburg handelte. Gewissheit bringt das Jahr 1231. Ein Burgvogt der Limburg wird zu dieser Zeit schriftlich erwähnt.
Im Jahr 1239 bietet Rudolf I. von Habsburg-Laufenburg seinem Sohn die Hälfte einer Burg Limburg als Mitgift zur Hochzeit an. Es kommt 1275 zu einem Konflikt zwischen Rudolf IV. von Habsburg, auch bekannt als König Rudolf von Habsburg, und Graf Egino von Freiburg. König Rudolf verlangt die Rückgabe der Anlage als Reichsburg, doch wird ihm das verweigert.
Ab dem Jahr 1300 werden verschiedene Adlige als Lehensträger der Limburg benannt. Die Herren von Bergheim, die aus dem heutigen Elsass stammen, sind 1273 Lehensträger oder Besitzer der Limburg. Im Jahr 1300 müssen die Herren von Bergheim, vermutlich nach einer verlorenen Fehde, die Burg Limburg an die Grafen von Freiburg abtreten. Sie erhalten sie jedoch als Lehen zurück.
1398 greifen der Bischof, die Stadt Straßburg und der Reichslandvogt Dietrich von der Wytenmüllen die Limburg aus unbekannten Gründen an. Sie können die Burg auf ihrem steilen Felsen nicht erobern, aber es entsteht ein Brand in der Vorburg und mehrere Dörfer werden angezündet.
Dietrich von der Wytenmüllen ist 1417 zu einem Viertel Eigentümer der Burg Limburg, der Fähre und der Dörfer. In diesem Jahr treten die Grafen von Freiburg ihre Rechte und Burganteile an Österreich ab.
Hans von Hohenstein beansprucht 1424 seinen Burganteil. Doch durch eine Belehnung von König Sigmund von Österreich verlieren derer von Hohenstein ihren Anteil.
In den Jahren 1428 und 1431 wird die Burg als Reichslehen bezeichnet. Bis 1457 kommt Burg Limburg vollständig in den Besitz der Habsburger.
Zwischen 1498 und 1590 bis 1630, kaufen die Grafen von Tübingen immer wieder Anteile und werden schließlich Alleinbesitzer. Im 17. Jahrhundert verfällt die alte Anlage vermutlich durch fehlende Reparaturen oder wird im Dreißigjährigen Krieg oder im Erbfolgekrieg zerstört.
Das 19. Jahrhundert sieht Limburg immer mehr zur romantischen Ruine werden, die Künstler und erste Fotografen anzieht. 1873 entsteht ein Rheinübergang in Form einer Schiffsbrücke, die die Fähre ersetzt.
Während des Zweiten Weltkriegs wird der Westwallbunker unterhalb der Burg Limburg im Kaiserstuhl beschossen. Hierbei werden der Bergfried und die Ruinen der Burg so stark getroffen, so dass sie fast vollständig zerstört werden.

Eintritt und Öffnungszeiten

Eintrittspreise oder Öffnungszeiten nicht mehr aktuell? Hier bitte einreichen.
Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Anfahrt

Burg Limburg am Kaiserstuhl thront oberhalb einer Häuseransammlung nördlich von Sasbach, direkt am Rhein. Am besten erreicht man die Burg über die A5 Ausfahrt “Endingen“. Man folgt der Straße Richtung Frankreich und biegt vor der Brücke, die über den Rhein geht, links ab in die Straße “Am Rhein“. Nach einem kurzen Weg stößt man auf eine Ansammlung Restaurants zwischen denen sich rechter Hand ein großer Parkplatz befindet. Gegenüber dieses Parkplatzes beginnt der Fußweg hoch zur Burg.

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Sonstige Einrichtungen

In der Nähe befindet sich noch ein Bunker des Westwalls aus dem Zweiten Weltkrieg, der aber verschlossen ist. Dennoch sollte man einen Blick riskieren.

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 09.06.2021, 19.06.2004


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