Burg Limburg am Kaiserstuhl

Deutschland / Baden-Württemberg

Inhaltsverzeichnis

Kurz & gut

Burg Limburg liegt an einer steilen Felskante direkt über dem Rhein. Grund für den Bau war eine flache Furt im Rhein, die sich zum Passieren des Flusses eignete und für ordentliche Einnahmen sorgte. Von der mittelalterlichen Zollburg aus dem 12. oder 13. Jahrhundert haben sich kaum Reste erhalten.
Burg Limburg ist heute stark zugewuchert. Es sind noch der Halsgraben, der Stumpf des Bergfrieds und Reste der Ringmauer erkennbar. In der Nähe befindet sich ein Westwallbunker, der im Zweiten Weltkrieg gegen die Franzosen eingesetzt wurde.

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Burg Limburg am Kaiserstuhl
79361 Sasbach am Kaiserstuhl

Parken: Im angrenzenden Ort zu Burg Limburg am Kaiserstuhl gibt es zahlreiche, kostenlose Parkmöglichkeiten. Von hier beläuft sich der Fußweg zur Anlage auf 350 m.

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Hangburg
Nutzung: -
Lage: 220 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:18-19:26 Uhr Info

Baubestand & Beschreibung

Die Burg Limburg am Rhein betritt man heute über einen anderen Weg als im Mittelalter. Das eigentliche Eingangstor befand sich zum Bergrücken und somit zum Halsgraben hin und ist beim Aufgang vom Tal her erst spät auszumachen.
Burg Limburg, auch Limpurg genannt, gehört zu den klassischen, eher seltenen Eckburgen. Sie liegt in einer Ecke eines Plateaus und besaß somit zwei Angriffsseiten. Während im Norden und im Westen steile Felshänge einen Angriff unmöglich machten, musste nach Süden und Osten zum Plateau hin ein mächtiger Halsgraben in den Berg getrieben werden. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Halsgraben der Burg Limburg für den Bau eines Bunkers des Westwalls genutzt. Den Eingang findet man hier heute noch.
Burg Limburg verteilt sich auf insgesamt drei Terrassen. Die Unterste diente als Vorburg und beherbergte anscheinend mindestens ein Gebäude und einen Brunnen. An einigen Stellen lässt sich erkennen, dass die Vorburg künstlich aufgeschüttet wurde um ein ebenes Plateau zu schaffen.
Die mittlere Terrasse wies repräsentative Wohnbauten auf. Folglich befand sich hier anscheinend der Palas. Auf der oberen Terrasse und damit auf dem höchsten Punkt lag der Bergfried mit abgehenden Gebäude. Die Kernburg umfasste die mittlere und die obere Terrasse und hatte ungefähr ein Ausmaß von 40 auf 80 m.
Der Bergfried war noch bis vor dem Zweiten Weltkrieg deutlich höher und größtenteils erhalten. Durch Beschuss im Krieg ist er eingestürzt, sodass nur sein Stumpf übrig geblieben ist. Von hier eröffnet sich eine herrliche Aussicht über die Rheinebene und den Rhein.
Unweit des Bergfrieds haben sich noch alte Kellergewölbe aus dem 16. Jahrhundert erhalten. Sehenswert ist die östliche Ringmauer, die eine Rundbogentür enthält. Sie wurde aus kleinen Vulkangesteinblöcken errichtet und stammt vermutlich aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Ihre Außenseite wurde mit dem Aufkommen von Artilleriewaffen verstärkt. Auch im Süden trifft man auf eine ausgeprägte Schildmauersituation.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Burg Limburg sehr begehrt war. Immer wieder versuchten Adelige Anteile zu kaufen, da unterhalb der Burg eine viel genutzte Fähre und eine Furt verliefen. Zusammen mit der Überwachung des Rheins und der Erhebung von Zöllen erzeugte die Anlage einen hohen Gewinn, der zum größten Teil an die Besitzer ging. Erst mit dem Bau der Rheinbrücken im Spätmittelalter begannen die Einnahmen zu schwinden.
Heute lädt die Ruine mit einer schönen Aussicht ein. Die meisten Elemente sind leider stark zugewachsen und lassen sich zwischen den ganzen Büschen und Sträuchern kaum zuordnen.

Historie

Vor 3000 Jahren
Erste Besiedlung des Berges durch Menschen.

1215 oder 1221
Graf Albrecht IV. von Habsburg soll den Abt des Klosters Ebersheimmünster im Elsass auf der Limburg gefangen gehalten haben. Da es sehr viele Burgen und geschichtliche Orte mit dem Namen Limburg gibt, kann nicht bestätigt werden, dass es diese Burg war. Es wäre zumindest die erste Nennung der Anlage.

1231
Ein Burgvogt der Limburg wird genannt.

1239
Die Hälfte einer Burg Limburg wird von Rudolf I. von Habsburg-Laufenburg seinem Sohn als Mitgift zur Hochzeit dargeboten.

1275
Rudolf IV. von Habsburg bzw. König Rudolf von Habsburg und Graf Egino von Freiburg geraten in einen Konflikt. König Rudolf fordert die Anlage als Reichsburg zurück.

Ab 1300
Verschiedene Adlige werden als Lehensträger genannt.

1273
Die Herren von Bergheim aus dem heutigen Elsass sind Lehensträger oder Besitzer.

1300
Nach dem Tod von Rudolf von Habsburg müssen die Herren von Bergheim (vermutlich nach einer verlorenen Fehde) die Burg Limburg an die Grafen von Freiburg abtreten. Sie erhalten sie als Lehen zurück.

1398
Aus unbekanntem Grund greifen der Bischof, die Stadt Straßburg und der Reichslandvogt Dietrich von der Wytenmüllen die Limburg an, können Sie aber nicht erobern. Es kommt zu einem Brand in der Vorburg und mehrere Dörfer werden angezündet.

1417
Dietrich von der Wytenmüllen ist zu einem Viertel Eigentümer der Burg, der Fähre und der Dörfer. Die Grafen von Freiburg treten ihre Rechte und Burganteile an Österreich ab.

1424
Hans von Hohenstein beansprucht seinen Burganteil. Durch eine Belehnung von König Sigmund von Österreich verlieren derer von Hohenstein ihren Anteil.

1428 und 1431
Die Burg wird als Reichslehen bezeichnet.

1457
Burg Limburg ist vollständig im Besitz der Habsburger.

1498 bis 1590
In der darauffolgenden Zeit kaufen die Grafen von Tübingen immer wieder Anteile, sodass sie schließlich von 1498 bis 1590 oder vielleicht sogar 1630 Alleinbesitzer waren.

17. Jahrhundert
Die alte Anlage ist vermutlich durch fehlende Reparaturen langsam verfallen oder wurde im Dreißigjährigen Krieg oder im Erbfolgekrieg zerstört.

19. Jahrhundert
Limburg wird immer mehr zur romantischen Ruine, die Künstler und erste Fotografen anzieht.

1873
Es entsteht ein Rheinübergang in Form einer Schiffsbrücke. Sie ersetzt die Fähre.

Zweiter Weltkrieg
Im Zweiten Weltkrieg wird der Westwallbunker unterhalb der Burg beschossen. Hierbei werden der Bergfried und die Ruinen der Burg getroffen, die durch den Beschluss fast vollständig zerstört werden.

Eintritt und Öffnungszeiten

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Anfahrt

Burg Limburg am Kaiserstuhl thront oberhalb einer Häuseransammlung nördlich von Sasbach, direkt am Rhein. Am besten erreicht man die Burg über die A5 Ausfahrt "Endingen". Man folgt der Straße Richtung Frankreich und biegt vor der Brücke, die über den Rhein geht, links ab in die Straße "Am Rhein". Nach einem kurzen Weg stößt man auf eine Ansammlung Restaurants zwischen denen sich rechter Hand ein großer Parkplatz befindet. Gegenüber dieses Parkplatzes beginnt der Fußweg hoch zur Burg.

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Burgenarchiv.de
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Sonstige Einrichtungen

In der Nähe befindet sich noch ein Bunker des Westwalls aus dem Zweiten Weltkrieg, der aber verschlossen ist. Dennoch sollte man einen Blick riskieren.

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 09.06.2021, 19.06.2004


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