Burg & Festung Heldrungen

Burg & Festung Heldrungen

Deutschland / Thüringen

Inhaltsverzeichnis

Kurz & gut

Festung Heldrungen liegt unweit der A71 nördlich von Erfurt. Die Anlage geht aus einer Burg hervor, die im 12. Jahrhundert hier errichtet wurde. Der Umbau zur Festung erfolgte im 17. Jahrhundert. Es entstand ein weitläufiger, Komplex nach vaubanischen Vorbild. Doppelte Grabenanlagen schützten sie zu allen Seiten hin. Ihre vaubane Form ist recht selten unter den Schlössern und Burgen in Deutschland.
Der mittelalterliche Burgkern war ursprünglich romanisch, wurde aber in der Gotik und der Renaissance großzügig verändert. Die Festung lässt sich heute außerhalb der Gebäude komplett begehen. Sie dient als Jugendherberge. Mehrere Rundwege liefern interessante Fotomotive.

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Burg & Festung Heldrungen wird in folgenden Artikeln erwähnt:
Die Schlösser und Burgen um Erfurt
Die schönsten Schlösser und Burgen in Deutschland

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Burg & Festung Heldrungen
Schlossstraße 13
06577 Heldrungen

Parken: Es gibt für Burg & Festung Heldrungen einen kostenlosen Parkplatz. Von hier beläuft sich der Fußweg zur Anlage auf 100 m.

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Festung
Burgtyp: Wasserburg
Nutzung: Jugendherberge
Lage: 130 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 09:00-17:06 Uhr Info

Baubestand & Beschreibung

Burg & Festung Heldrungen

Die mächtige Festung Heldrungen liegt in einer Niederung am südöstlichen Ende des gleichnamigen Ortes. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich aus einer kleinen Wasserburg des 12. Jahrhunderts ein mächtiges Bollwerk. Es entstanden vier Bastionen mit umlaufendem Wassergraben und Wallanlagen. In ihrer Mitte wurde der mittelalterliche Kern mit einem weiteren Wassergraben umbaut, sodass dieser im Zentrum der Festung auf einer Insel liegt. Heute beherbergt die Festung Heldrungen eine Jugendherberge und ist größtenteils für die Öffentlichkeit begehbar.

Festung Heldrungen - Das niedrige Tor wird gut durch zwei Rondelle geschützt. Eine kleine Mannpforte diente an der Seite als Durchlass für einzelne Personen.
Festung Heldrungen - Das niedrige Tor wird gut durch zwei Rondelle geschützt. Eine kleine Mannpforte diente an der Seite als Durchlass für einzelne Personen.

Man betritt die alten Gemäuer über einen Damm im Nordosten, der den mächtigen, äußeren Festungsgraben durchläuft. Vor dem Tor lag einst eine Zugbrücke, die durch eine Aufschüttung ersetzt wurde. Eine dunkle Poterne führt durch das Tor in den äußeren Verteidigungsring der Festung.
Das Tor trägt noch einen Wappenstein mit Inschrift und führt in Form einer Poterne durch den mächtigen Wall, der die Festung Heldrungen umgibt. Mindestens zwei Tore mit Fallgittern schützten den Durchgang. Ein rekonstruiertes Fallgitter ist heute noch voll funktionsfähig und wird durch Bolzen gesichert. Zur ehemaligen Zugbrücke hin gab es neben dem großen Tor auch eine Mannpforte.
Hinter dem eindrucksvollen Tortunnel beginnt die äußere Festungsanlage. Ein Rundweg bietet die Möglichkeit die einzelnen Bastionen zu erkunden und Burg Heldrungen bzw. Festung Heldrungen vollständig zu umrunden. Mauerreste und Fundamente zeugen im Bereich des Eingangs von einer Bebauung und einer militärischen, nachmittelalterlichen Nutzung.

Festung Heldrungen - Die Erdwälle der Bastionen sind noch deutlich erkennbar.
Festung Heldrungen - Die Erdwälle der Bastionen sind noch deutlich erkennbar.

Die Kernburg liegt auf einer Insel, die durch einen zweiten Graben von der äußeren Verteidigungsanlage getrennt wird. An der Zugangsseite im Nordosten wurde ebenfalls die Brücke durch einen Damm ersetzt. Links davon lassen sich die Reste eines halbrunden Wehrturms erkennen, der das Tor der Kernburg flankierte und jeden Eindringling durch das Haupttor unter Beschuss nehmen konnte. Das Tor der Kernburg ist heute vollständig verschwunden. Von der Verteidigungsanlage zum Graben hin haben sich neben dem Flankierungsturm fünf weitere Rondelle bzw. Bastionen erhalten, die die alte Burg Heldrungen zu allen Seiten hin schützten.

Festung Heldrungen - Die Rondelle sind heute noch gut zu erkennen. Es gab fünf von ihnen, die Festung Heldrungen in alle Richtungen schützten.
Festung Heldrungen - Die Rondelle sind heute noch gut zu erkennen. Es gab fünf von ihnen, die Festung Heldrungen in alle Richtungen schützten.

Die mittelalterliche Burg Heldrungen nimmt die nordwestliche Hälfte der Insel ein. Der hufeisenförmige Gebäudekomplex ist nach Südosten hin offen und besteht aus mehreren Bauwerken. Der Komplex ist noch größtenteils im alten gotischen Stil erhalten. Im nördlicheren Teil erkennt man noch schwach den später integrierten Wohnturm. Der Bergfried wurde gekürzt um ihn unter das, auf die Burg vollständig gesetzte Dach zu bekommen. Er trägt den Beinamen Müntzer-Turm, benannt nach dem hier gefangen gehaltenen, aufständischen Bauernanführer. Das gotische Treppenhaus und die später ausgebaute Wehranlage, die heute noch die Burg umgibt, sind beide sehr gut erhalten.

Festung Heldrungen - Die einzigen Wohngebäude der Festung lagen im Zentrum. Sie gehen auf die mittelalterliche Burg zurück.
Festung Heldrungen - Die einzigen Wohngebäude der Festung lagen im Zentrum. Sie gehen auf die mittelalterliche Burg zurück.

Seit Einzug der Jugendherberge wurde viel verändert und umgebaut. So findet man z.B. einen gläsernen Eingang, der sich in unterirdischen Gängen verliert und zu zahlreichen Funktionsräumen führt, die zu den unterirdischen Anlagen gehören.
Die Südseite der Insel wird von den Resten einer Vorburg eingenommen. Hier stehen der Marstall und ein angrenzendes Gebäude, von dem sich nur die Fundamente erhalten haben.

Festung Heldrungen - Der Marstall.
Festung Heldrungen - Der Marstall.

Von den Grundzügen her ist Festunge Heldrungen gut erhalten geblieben. Beim Ausbau zur Festung beließ man die mittelalterliche Burg in ihrer Grundform bei und baute eine Festungsanlage um diese herum. Die Anzahl der Gebäude war sehr niedrig gehalten. Stattdessen entstanden zahlreiche äußere Rondelle im inneren Graben, die sich heute noch als Stümpfe begutachten lassen. Auch die äußeren Bastionen sind noch deutlich erkennbar. Ein Besuch lohnt sich!

Historie

1126 wird Hartmann von Heldrungen erwähnt. Die Kernburg ist romanischen Ursprunges, wurde jedoch in der Gotik und Renaissance großzügig umgebaut. Um 1400 ist sie im Besitz der Grafen von Hohnstein und geht wegen hoher Verschuldung 1479 an den Grafen Ernst II. von Mansfeld-Hinterort. Zwischen 1512 und 1518 folgt der Ausbau zum Renaissanceschloss. 1519 werden 12 Rondelle und zwei Wassergräben errichtet.
Es folgt ein Ausbau zum Schloss Heldrungen im 16. Jahrhundert und später zur Festung im vaubanischen Stil. Einige Zeit gilt die Anlage als uneinnehmbar. Sie gehörte zu den typischen bastionierten Schlössern der Region.
In den Bauernkriegen diente Heldrungen als Rückzugsort für Adelige, deren Burgen und Festungen nicht dem Ansturm der Bauern standhalten konnten. Thomas Müntzer, Anführer des Aufstandes, wurde 1525 hier gefangen gehalten, gefoltert und schließlich zur Hinrichtung übergeben.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde am 23. Oktober 1632 die Festung durch die Truppen Wallensteins unter General Merode erobert. Alle Bewohner wurden getötet. In der Folge kommt es im Krieg mehrmals zu Besitzerwechseln und Zerstörungen. Nach 1680 folgte der Verfall. Die letzte Garnison wurde am 17. Dezember 1712 abgezogen.
Wiederaufbaumaßnahmen erfolgten ab 1930. Heute wird eine Jugendherberge in den alten Räumlichkeiten betrieben.

Eintritt und Öffnungszeiten

Öffnungszeiten: Außenanlage, Burghof: offen
Eintrittspreise: frei

Anfahrt

Burg Heldrungen liegt im gleichnamigen Ort. Über Sömmerda A71 Ausfahrt "Sömmerda" oder über die B86 nach Heldrungen. Der Ausschilderung zur Festung Heldrungen / Jugendherberge folgen. Parkplätze sind in der Burg hinter dem Tor rechts. Bitte nicht in der Feuerwehreinfahrt vor der Burg parken!

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Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Heldrungen erwähnt:

Burg und Schloss Mansfeld

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 23.10.2019, 06.09.2004


Burg des Monats

Burg Heldrungen wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats März 2016" gewählt.


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