Burg Kyffhausen, Kyffhäuser Denkmal

Burg Kyffhausen, Kyffhäuser Denkmal

Burg Kyffhausen, Kyffhäuser Denkmal

Deutschland / Thüringen

Burg des Monats

Burg Kyffhausen, Kyffhäuser Denkmal wurde bei Burgenarchiv.de von den Besuchern zur "Burg des Monats Juni 2015" gewählt.
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Das Kyffhäuser Denkmal steht inmitten einer riesigen Burganlage, die über 600 m lang und 60 m breit ist. Außerhalb der Hauptsaison ist das weltbekannte Denkmal deutlich weniger besucht und lädt zusammen mit den Ruinen der alten Burg zum Entdecken und Verweilen ein. Die Anlage unterteilt sich in eine Oberburg, eine Mittelburg und eine Unterburg. Während die Oberburg heute hauptsächlich touristisch genutzt wird und Gastronomien, sowie das Denkmal aufweist, sind Mittelburg und Unterburg nur als Ruine erhalten und liegen abseits der Touristenströme. Vor allem der 179 m tiefe Brunnen in der Oberburg ist sehenswert.

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Adresse

Burg Kyffhausen, Kyffhäuser Denkmal Kyffhäuser
06567 Steinthaleben Parken: Parkplatz, kostenpflichtig

Kurzinfo

Punkte:
Zustand:Ruine
Burgtyp:Kammburg
Nutzung:Gastronomie
Lage:435 m.ü.NN.
Sonnenlicht:07:12-15:09 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten:ganzjährig
mehr
Eintrittspreise:Unterburg, Mittelburg: frei
Oberburg: kostenpflichtig
mehr
Kontakt:Tel: 034651 / 2780
Website:Kyffhaeuser-Tourismus.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Kyffhausen, Kyffhäuser Denkmal

Auf einem westlichen Ausläufer des Kyffhäuser Gebirges nördlich des Harzes thront die eindrucksvolle Burg Kyffhausen. Die langgezogene Anlage wirft mit Rekordzahlen um sich: Mit 600 m Länge und 60 m Breite gehört sie zu den größten Burgen Deutschlands. Zusammen mit dem Kyffhäuser Denkmal ist sie eine der frequentiertesten Sehenswürdigkeiten des Landes. Zudem hat sich ein Brunnen von 176 m Tiefe erhalten, der von vielen Burgenforschern als der tiefste mittelalterliche Brunnen Mitteleuropas bezeichnet wird. Mit drei Jahren Belagerungszeit (1115-1118) und mehr als 2000 Soldaten innerhalb der Burg zu diesem Zeitpunkt zählt sie zusammen mit diesem Ereignis zu den eindrucksvollsten belagerten Burgen Thüringens. Für den Bau mussten mehr als 20.000 m³ Erdreich und 60.000 m³ Stein mit mittelalterlichen Werkzeugen weggeräumt werden. Heute wird das Grundstück von zahlreichen Gastronomien und touristischen Einrichtungen eingenommen.

Die drei Burgen
Kyffhausen bestand ursprünglich aus drei Burgen, die durch Abschnittsgräben voneinander getrennt wurden. Auch innerhalb der einzelnen Burgen gab es Unterteilungen durch Mauern und weitere Gräben. Den höchsten Punkt nimmt die Oberburg zusammen mit dem Denkmal ein. Im Osten schließt auf einem schmalen Felsgrat die Mittelburg und direkt östlich davon auf einem Sporn die Unterburg an.
Alle drei Anlagen sind größtenteils unter den Salierkaisern Heinrich IV. und Heinrich V. entstanden. Sie wurden nur mit kurzen zeitlichen Abständen direkt nacheinander errichtet. Mit dem Bau des Denkmals hat man die gesamte östliche Oberburg überbaut, sodass die lange Burganlage durch das Denkmal voneinander getrennt wird. Vor der Errichtung des Kyffhäuser Denkmals hat man leider nur sehr spärliche Untersuchungen der Bausubstanz vorgenommen, sodass man heute nicht mehr weiß, wie die Burg an dieser Stelle aussah. Mehr als ein Drittel der Oberburg wurde durch den Bau des Denkmals unwiederbringlich zerstört.

Oberburg
Die Oberburg nahm ursprünglich einen schmalen Felsgrat ein, der bis zur Mittelburg im Osten reichte. Bis heute haben sich einige Elemente westlich des Denkmals erhalten. Die halbrunde Mauer vor dem Denkmal ruht teilweise auf den Fundamenten der äußeren Wehrmauer der Oberburg. Im Gegensatz zur Mittelburg und zur Unterburg wird die Oberburg touristisch sehr stark genutzt und weist zahlreiche neuzeitliche Gebäude auf.

Oberburg damals
Ursprünglich handelte es sich bei der Oberburg um eine längliche Anlage, die in drei Abschnitte unterteilt war. Sie wurde im Westen begonnen und nach Osten immer wieder erweitert. Die ältesten Bereiche im Westen sollen bis in das 10. Jahrhundert zurückreichen und sind damit die ältesten Elemente der Burg.
Südwestlich des Kyffhäuser Denkmals stößt man auf das Erfurter Tor, das ehemals der einzige Eingang in die Oberburg war. Es handelt sich um ein romanisches Kammertor aus dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts. Der Torbau liegt zurückversetzt in der Wehrmauer und gehört zu den ältesten Gebäuden der Oberburg. Hinter dem Eingang befand sich auf der großen Freifläche vermutlich ein runder Bergfried, der um die 30 m hoch war. An der Stelle des Denkmals standen mehrere Wirtschaftsgebäude und drei Türme, die die Nordostecke, die Südostecke und die Ostseite einnahmen und sicherten. Der östlichste Turm diente als Torturm und war wahrscheinlich mit einer Brücke mit der Mittelburg verbunden.
Laut mündlichen Überlieferungen sollen sich an der Stelle des Denkmals ein Palas, der bereits erwähnte Bergfried, eine Kapelle, mehrere Wohnbauten, ein Burggarten und die bereits erwähnten Türme befunden haben. Die Geschichten werden immer wieder ausgeschmückt und übertrieben dargestellt, sodass auch von aufwendigen Mosaikfußböden und reich bemalten Gebäudefassaden die Rede ist.
Nach Westen, also links hinter dem Erfurter Tor, gab es ursprünglich einen Graben, über den eine Brücke führte. Dieser wurde zugeschüttet und lässt sich nicht mehr kennen. Direkt dahinter befanden sich mehrere Wirtschaftsgebäude, die ungefähr an den selben Stellen standen wie die Restaurants heute.
Der westlichste Part wird durch einen zweiten noch deutlich erkennbaren Graben geschützt. Graben und westliche Oberburg sind als einziges relativ gut in ruinösem Zustand erhalten geblieben. Viele Bereiche der Oberburg waren schon vor dem Bau des Kyffhäuser Denkmals zerstört, da der Burgfelsen zu dieser Zeit schon lange als Steinbruch diente.

Oberburg - Brunnen
Gegenüber des Erfurter Tors und nordwestlich des Kyffhäuser Denkmals befindet sich der 176 m tiefer Burgbrunnen. Er zählt bei vielen Forschern als der tiefste mittelalterliche Brunnen Mitteleuropas. Am unteren Ende befinden sich durchgehend 9 m Wassertiefe, die durch Regenwasser und Sickerwasser immer wieder aufgefüllt werden. Es handelt sich bei dem Brunnenwasser nicht um Grundwasser. Dieses findet man erst 300 m tiefer.
Die Brunnenröhre hat einen Durchmesser von 2 m. Man vermutet, dass der Schacht zwischen 1140 und 1180 angelegt wurde. Über die Dauer der Bauzeit ist nichts bekannt. Heute kann man an einem Automaten kleine Steine erwerben, die man in den Schacht werfen kann. Es dauert 20 Sekunden bis zum Aufprall auf der Wasseroberfläche. Die Steine werden unten in einem Korb im Wasser gesammelt und regelmäßig wieder entnommen, damit sich der Brunnen nicht füllt.

Westliche Oberburg
Die Oberburg ist vor allem im Westen recht gut erhalten. In der Mitte und im Osten wird sie größtenteils von dem Denkmal und einzelnen touristisch genutzten Neubauten eingenommen. Der westliche Bereich wurde hingegen gesichert und in seinem Zustand belassen. Neben dem mächtigen Bergfried haben sich zahlreiche Überreste mehrerer Gebäude erhalten, die heute das Bild der westlichen Oberburg prägen.
Der Zugang erfolgt heute wie damals über eine Brücke, die über den Halsgraben führt. An der Stelle der modernen Brücke befand sich eine Zugbrücke, deren Auflager sich noch erkennen lassen. Hinter der Brücke sind noch die Fundamente eines Torturms zu erahnen.
In der Mitte thront der 17 m hohe Stumpf des ehemaligen Bergfrieds. Im Süden schließen die Fundamente eines großen Palas mit eigenem Innenhof an. Im Norden des Turms lassen sich die Überreste des ehemaligen Küchenbaus erkennen. An der Westseite stand direkt an der Außenmauer ein großer Wehrturm, der die Burg vor Beschuss aus dieser Richtung schützte. Man geht davon aus, dass weitere Wirtschaftsgebäude in der westlichen Oberburg zu finden waren. Bis auf den mächtigen Bergfried lehnen alle Bauwerke an der Innenseite der Ringmauer an.

Oberburg - Bergfried, Barbarossaturm
Das einzige erhaltene und anscheinend auch mächtigste Bauwerk der Oberburg war der Barbarossaturm. Er steht auf dem höchsten Punkt des Berges und besitzt eine Höhe von 17 m. Ursprünglich war er vermutlich 30 m hoch und diente als Wohnturm. Ein zweiter, runder Turm gleicher Größe stand an der Stelle des Hintereingangs (Westeingang) des Kyffhäuser Denkmals.
Der Barbarossaturm misst eine Grundfläche von 10,2 m auf 10,8 m. Im Sockelbereich hat er 3 m starke Mauern, die sich nach oben hin bis auf 1,75 m verjüngen. Der Eingang liegt auf 10,5 m Höhe und führt in das zweite Obergeschoss des Turms. Vermutlich war der erhöhte Eingang ursprünglich über eine Treppe oder eine Brücke direkt mit dem Palas verbunden.
Der Bergfried ist größtenteils mit Buckelquadern verkleidet, was auf die staufische Bauzeit hindeutet. Im Inneren besaß der Turm bei drei von vier Stockwerken Kamine und Aborte. Auf der Mauerkrone ruhte ein Zeltdach, das mit Ziegeln gedeckt war. Heute beherbergt der Barbarossaturm ein kleines Museum mit zahlreichen Informationen über die Burg, die Sanierung des Turms und die heutige Nutzung.

Mittelburg
Westlich des Kyffhäuser Denkmals befinden sich die spärlichen Reste der Mittelburg. Zwischen der Oberburg und der Mittelburg liegt noch heute ein tiefer Graben, der ursprünglich mit einer Brücke überspannt war. Sowohl Oberburg wie Mittelburg besaßen an den Enden der Brücke Tortürme. Vermutlich handelte es sich bei der Brücke um eine Zugbrücke, die hochgezogen werden konnte, um die Burgen voneinander zu trennen, sollte eine der beiden in die Hände des Gegners gefallen sein.
Die Mittelburg war ungefähr so groß wie das westliche Ende der Oberburg. Bis heute haben sich nur sehr wenige Reste erhalten, da die Hälfte des Burgbergs durch einen Steinbruch zur Gewinnung von Mühlsteinen im 17. und 18. Jahrhundert weitestgehend zerstört und abgetragen wurde. An der Stelle der südlichen Mittelburg klafft heute eine große Schlucht, die Resultat des Steinbruchs ist.
Die Mittelburg ist heute nicht mehr zugänglich. Sie liegt stark verwuchert auf ihrem Burgfelsen und kann von einem Pfad, der an der Südseite entlangführt, eingesehen werden. Es haben sich die Reste eines runden Bergfrieds, eines quadratischen Turms, des Torturms zur Oberburg hin und Teile der nördlichen Wehrmauer erhalten. Ursprünglich bestand die Mittelburg aus mehreren Gebäuden, die an einer äußeren Ringmauer anlehnten und in der Mitte einen Hof besaßen. Die Nordwestecke wurde durch den Bergfried eingenommen, der einen Durchmesser von 9,6 m hatte und rund war. Seine Mauern waren 2,2 m dick und man vermutet, dass er ca. 30 m hoch war. Er stand zur Oberburg hin und schützte die Gebäude hinter sich vor Beschuss aus dieser Richtung.
In dem Steinbruch lassen sich unter anderem Wandeinschlüsse von versteinerten Holzstämmen erkennen. Diese sind teilweise über 300 Millionen Jahre alt und vor allem für Geologie- und Fossilienfans interessant. Hinter dem Steinbruch führt der Weg weiter bergab zu Unterburg.

Unterburg
Die Unterburg unterscheidet sich deutlich zu der Oberburg und der Mittelburg. Sie war wesentlich enger bebaut und ist in einem bedeutend besseren Zustand erhalten. Der Zugang erfolgt von Westen von der Mittelburg her über ein zurückversetztes Kammertor, das von Mauerwangen flankiert wird.
Die Unterburg ist genau wie die Oberburg in eine Westburg und in eine Ostburg unterteilt. Eine lange Mauer trennt noch heute die beiden Bereiche voneinander. Sie ist von einer Ringmauer umgeben, die sich teilweise hervorragend erhalten hat. Über einen Wanderweg gibt es die Möglichkeit die Unterburg einmal vollständig zu umrunden. Hierbei fällt vor allem die ausgeprägte Grabenanlage auf, die aus zwei Gräben und einem Wall besteht. Sie umschloss die Unterburg von allen Seiten.

Unterburg - Ringmauer
Die gut erhaltene Ringmauer gehört zusammen mit dem Tor zu den ältesten Elementen der Unterburg. Die Wehrmauer ist 1,5 m dick und war bis zum Wehrgang 10 m hoch. Sie wurde teilweise rekonstruiert, besteht aber unter anderem aus originaler Bausubstanz, die sich bis zum Zinnenkranz erhalten hat. Am Nordostende schützte ein Turm das östliche Ende der gesamten Burganlage.

Westliche Unterburg
Hinter dem Tor der Unterburg eröffnet sich der Blick auf einen großen Burghof, der von allen Seiten mit Gebäuden bebaut war. Bis heute haben sich größtenteils nur Fundamente und kniehohe Mauern erhalten, die aber deutlich die Standorte der einzelnen Bauwerke erkennen lassen.
Während der Ausgrabungen im 20. Jahrhundert entdeckte man Brandschichten an mehreren Stellen, die von der Eroberung 1118 zeugen. Sie sind heute noch teilweise in stark verwitterter Form erkennbar.

Unterburg - Bergfried
Die Gebäude der westlichen Unterburg dienten größtenteils als Wirtschaftsbauten oder Wohnbauten. Den Norden dominierte ein heute noch deutlich erkennbarer Bergfried.
Die Fundamente des Bergfrieds sind rund und besitzen einen Durchmesser von 11 m. Mit 3,5 m dicken Mauern und vermutlich 30 m Höhe passte er sich von den Dimensionen her den Türmen der Mittelburg und der Oberburg an. Direkt im Nordosten an der Rückseite der Kapelle stand vermutlich ein Wohnturm, der als Palas diente und direkt mit der Kapelle verbunden war.

Oberburg - Kapelle
Die Burgkapelle wurde noch genutzt, als die gesamte Burg schon eine Ruine war. Ihr heutiges Erscheinungsbild mit Portal und Spitzbogenfenster erinnert an die Gotik und stammt aus dem 15. Jahrhundert. Sie sind Reste aus der Umbauzeit und der Nutzung als Wallfahrtskirche.
Die Kapelle diente noch lange Zeit als Wallfahrtsort. Die Fundamente und die Mauern sind größtenteils aus der Erbauungszeit im 11. oder 12. Jahrhundert. Auf den roten Sandstein trug man ursprünglich einen rotfarbigen Putzschlamm auf, der die Gebäude und vor allem die Kapelle farbiger erscheinen ließ. 1995 waren noch Reste des Putzschlamms erkennbar.

Östliche Unterburg
Die östliche Unterburg wird vor allem durch die Kapelle in der Nordwestecke dominiert. Die Innenseite der Ringmauer wird vollständig von Fundamenten und Gebäudespuren unterschiedlicher Bauwerke eingenommen, die als Wirtschaftsgebäude und Wohnhäuser genutzt wurden. Zahlreiche Überreste, wie zum Beispiel Balkenauflager oder Balkenlöcher erinnern an die enge Bebauung. In der Mitte des Hofs befindet sich ein kreisrundes Gebilde, über dessen Funktion bis heute nichts bekannt ist. Man vermutet, dass es sich um einen weiteren Bergfried oder eine Regenwasserzisterne gehandelt haben mag.

Kyffhäuser Denkmal
Die östliche Oberburg wurde zwischen 1890 und 1896 mit dem Kyffhäuser Denkmal überbaut. Der eindrucksvolle Turm ist 81 m hoch und besitzt 247 Stufen. Damaliger Architekt war Bruno Schmitz. Das Gebäude besteht vor allem aus Kyffhäuser Sandstein, der aus der Region stammt. Das Reiterstandbild zeigt Wilhelm I. und ist 10,5 m hoch. Es wurde durch den Bildhauer Emil Hundrieser aus 3 mm starken Kupferblech geschaffen.
Zu Füßen von Kaiser Wilhelm I. sitzt Kaiser Barbarossa. Er stammt von dem Bildhauer Nikolaus Geiger und hat eine Höhe von 6,5 m. Die Figur ist aus speziellem Sandstein, der aus dem Steinbruch aus Edersleben stammt.
Von der Spitze des Denkmals eröffnet sich eine herrliche Sicht über das Land und die Burganlage.

Fazit
Das Kyffhäuser Denkmal ist zusammen mit der Burganlage vor allem im Sommer touristisch völlig überlaufen. Es empfiehlt sich in der Nebensaison (zum Beispiel Oktober) die Anlage zu besuchen. Während die Oberburg größtenteils überbaut und touristisch völlig überrannt und ausgenutzt wird, sind Mittelburg und Unterburg nur sehr bedingt besucht.
Der gute Erhalt der Unterburg ist recht erstaunlich. Merkwürdigerweise leidet sie kaum unter dem touristischen Ansturm und wird nicht von der Menschenmasse des Kyffhäuser Denkmals völlig zerstört. Bei der Oberburg hingegen wurde jeder einzelne Stein mit Zement gesichert, damit er nicht als Souvenir in der Tasche eines Touristen landet.
Außerhalb der Hauptsaison lädt die Anlage mit dem eindrucksvollen Brunnen, dem imposanten Denkmal und den Resten der Burg aus dem 11. und 12. Jahrhundert zum Besuchen und Entdecken ein.

Historie

An der Stelle der heutigen Burg stand ursprünglich im 6.-5. Jahrhundert vor Christus eine Fluchtburg. Diese war größer als die heutige Anlage und zog sich noch weiter den Südhang hinunter. Zahlreiche archäologische Funde verweisen darauf.
Die heutige Burg wurde wahrscheinlich im späten 10. Jahrhundert errichtet. Zuerst entstand an der Stelle der Oberburg eine kleine Wehranlage, die immer wieder nach Osten vergrößert wurde. Burg Kyffhausen diente vor allem zur Sicherung der tiefer gelegenen Pfalz Tilleda und war lange Zeit Reichsburg. Sollte die Pfalz angegriffen werden, konnte man von der Burg dem Gegner in die Flanke fallen.
In der Zeit um ca. 1080-1110 bestand Burg Kyffhausen aus einer sehr wehrhaften Burgengruppe. Dies spiegelt sich vor allem in der dreijährigen Belagerung wider, die zwischen 1115 und 1118 stattfand. Am 11. Februar 1115 verlor das kaiserliche Heer am Welfesholz die Schlacht gegen die Sachsen. Die letzten Truppen zogen sich daraufhin auf die Burg zurück und wurden anschließend durch den sächsischen Herzog Lothar von Supplinburg belagert. Nach dreijähriger Belagerungszeit fiel die Burg 1118 schließlich und wurde geschleift. 2000 Soldaten, die sich zu diesem Zeitpunkt noch auf Burg Kyffhausen befanden, wurden getötet.
Die lange Belagerungszeit hat Herzog Lothar von Supplinburg bewiesen, dass Burg Kyffhausen Potenzial besitzt und so ließ er die Anlage wieder aufbauen. Friedrich I. Barbarossa führte seine Arbeiten fort, besuchte aber anscheinend nie Kyffhausen. 1174 verweilte er einmalig in der Pfalz Tilleda.
Vor allem im 12. Jahrhundert wird Burg Kyffhausen ständig erweitert und ausgebaut, sodass eine 600 m lange Wehranlage entsteht. Im 13. Jahrhundert errichtet man weitere Gebäude, auch wenn die Kyffhausen schon ab 1200 an Bedeutung für das Königshaus verliert. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts werden schließlich nur noch Reichsministerialen zur Verwaltung eingesetzt.
In der Folgezeit kommt es mehrfach zu Besitzerwechseln. Nachdem die Grafen von Rothenburg ausgestorben sind, erhält Friedrich V. von Beichlingen Kyffhausen und Rothenburg als Lehen von König Rudolf von Habsburg. Er darf sich zukünftig als königlicher Burggraf bezeichnen.
Unter den Landgrafen von Thüringen werden die beiden Burgen 1378 an die Herren von Schwarzburg verpfändet. Die Verpfändung kann nicht wieder zurückgezahlt werden, sodass das Lehen 1407 an die Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt geht. Zu dieser Zeit und vor allem um 1420 soll es sich bei Kyffhausen nur noch um eine Ruine gehandelt haben, auf der nur noch vereinzelt Menschen wohnten. 1433 baut man die Kapelle in der Unterburg zur Wallfahrtskapelle um und weiht sie auf den Namen Zum Heiligen Kreuz. Mit der Reformation und der anschließenden Säkularisierung findet aber auch dieser Wallfahrtsort sein Ende.
Im 15. Jahrhundert beginnt man in der Mittelburg einen Steinbruch anzulegen. Die Anlage ruht auf einen speziellen Felsen, der sich vor allem für die Anfertigung von Mühlsteinen eignet. In der Folgezeit sind alle drei Burgen unbewohnt und verfallen zusehends.
Im 18. Jahrhundert wird das Kyffhäuser Gebirge während der Romantik zu einem touristischen Anziehungspunkt. 1776 besuchen Johann Wolfgang von Goethe und Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar Burg Kyffhausen. Im 19. Jahrhundert wird die Anlage Treffpunkt für Freiheitsstrebende, die an der Schaffung eines deutschen neuen Nationalstaats interessiert sind. Vor allem Burschenschaften zieht es um 1848 immer wieder auf die Ruine.
Burg Kyffhausen wird durch Literatur und Poesie dermaßen mit Barbarossa in Verbindung gebracht, sodass gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Entscheidung fällt, dass auf der Burg ein Denkmal an Gedenken an Kaiser Wilhelm und Kaiser Barbarossa entstehen soll. Zwischen 1890 und 1896 wird das heutige Kyffhäuser Denkmal errichtet. Dabei geht viel Bausubstanz der alten Burg endgültig und ohne archäologische Grabungen verloren.
Nach der Novemberrevolution 1918 wird Kyffhausen Eigentum des Freistaats Thüringen. 1934 bis 1937 beginnt man mit archäologischen Untersuchungen der Unterburg und der Oberburg, sowie der Freilegung der alten Mauern. Nach dem Zweiten Weltkrieg möchte man das Denkmal sprengen, was auch die Burg in Mitleidenschaft gezogen hätte. Die Pläne werden verworfen.
Während der DDR-Zeit beginnt man mit ersten Sicherungsmaßnahmen an Ruine und Denkmal. Nach der Wende wird verstärkt an der alten Bausubstanz gearbeitet. Konservierungen, kleinere Ausgrabungen und Bauforschungen finden immer wieder statt. Heute gehört das Kyffhäuser Denkmal zu den meistbesuchtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands.

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Anfahrt

Von Norden: Von der A38 Ausfahrt Berga auf die B85 und der Bundesstraße über Berga und Goldene Aue der Ausschilderung zum Kyffhäuser Denkmal folgen.
Von Süden: Von der A71 über die B86 oder die B85 über Oldisleben nach Bad Frankenhausen und der Bundesstraße weiter Richtung Norden folgen. In Bad Frankenhausen beginnt die Ausschilderung zum Kyffhäuser Denkmal.

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Legenden

Die riesige Burg inspirierte schon vor der Entstehung des Kyffhäuser Denkmals die Menschen zu zahlreichen Legenden und Geschichten. Vor allem die Verbindung zu Kaiser Barbarossa sorgte für die Sage, dass der Kaiser nie gestorben sei, sondern unter dem Berg schliefe, um eines Tages den Thron wieder zu besteigen, wenn das Abendland unter einer Herrschaft geeinigt ist.

Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Kyffhausen, Kyffhäuser Denkmal erwähnt:

Rothenburg

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 13.05.2015


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