Große Burg Monreal, Burg Löwenburg

Große Burg Monreal, Löwenburg

Große Burg Monreal, Löwenburg

Deutschland / Rheinland-Pfalz

Weit sichtbar thront über dem malerischen Ort Monreal die eindrucksvolle Große Burg Monreal, auch Burg Löwenburg genannt. Die Anlage besteht aus einem mächtigen Bergfried, einer Schildmauer und den Ruinen unzähliger Gebäude, die sich am Fuße des Turms an die Ringmauer anschmiegen. Die Anlage wurde hier von Hermann III. von Virneburg auf dem Grundstück seines Bruders Philipp errichtet, der das nur zähneknirrschend hinnahm. Als Zeichen des Protestes und der Macht baute er keinen Steinwurf entfernt seine Burg Philippsburg. Später kam es aufgrund dieser Unstimmigkeiten noch zu einer Fehde. Heute laden beide Burgen zu einem ausgiebigen Besuch ein. Es lohnt sich!

Große Burg Monreal, Löwenburg 1
Große Burg Monreal, Löwenburg 2

Baubestand & Beschreibung

Große Burg Monreal, Löwenburg

Burg Monreal, auch Burg Löwenburg genannt, thront malerisch über der Ortschaft Monreal auf einem auslaufenden Sporn im Nordosten der Stadt. Die Anlage bildet zusammen mit Burg Philippsburg eine Burgengruppe, die von den Brüdern Philipp und Hermann III. von Virneburg um 1200 errichtet wurde. Hermann ließ auf dem Territorium seines Bruders die Burg Löwenburg bauen, was Philipp zähneknirschend akzeptierte. Später entbrannte aus der Burggründung eine Fehde, die in einem Vergleich endete. Vermutlich ließ Philipp, die nach ihm benannte, benachbarte Burg Philippsburg als Gegenburg bauen um Präsenz auf dem Gebiet zu zeigen. Heute tragen sie auch die Beinamen Große Burg Monreal und Kleine Burg Monreal.
Die Burg Monreal bzw. Burg Löwenburg ist deutlich besser erhalten als Burg Philippsburg. Sie besteht aus einer sehr engen Kernburg, die anscheinend irgendwann erweitert wurde. Der Anfang der Anlage liegt in einem runden, 25m hohen Bergfried, der auf dem höchsten Punkt des Felsens steht. Er ähnelt dem Turm der Burg Mayen und besitzt 3,5 m dicke Mauern. Mit einem Durchmesser von 10 m und einem Eingang in 5 m Höhe stellt er das einzige intakte Gebäude da.
Zum Tal hin liegt zu seinen Füßen ein Plateau, das die erste, enge Kernburg trug. Zum Bergrücken stößt man auf einen Teil der Ringmauer, die das kleine Plateau umgab. Sie wurde hier zur Schildmauer verstärkt und schützte die untere Hälfte des Bergfrieds vor einschlagenden Geschossen. Die Schildmauer weist einen spitzen Knick zur Angriffsseite hin auf, was auf eine Errichtung im 15. Jahrhundert schlussfolgern lässt. Als Feuerwaffen in Belagerungen modern wurden, wurde die Schildmauer zum Schutz des Turmes erbaut. Am westlichen Ende der Mauer sind die Ansätze des Tores der oberen Kernburg erkennbar.
Schon recht früh errichtete man 8 m unterhalb der Kernburg einen weiteren Ring von Gebäuden, die die alte Kernburg vollständig umgaben. Hier haben sich die Reste mehrere Gebäude erhalten, die alle an der äußeren Ringmauer anlehnten. Ein sechseckiger Bau neben dem Nordtor beherbergte eine Kapelle, die ihre Grundzüge im 14. Jahrhundert hat. Die Kernburg wurde folglich recht schnell erweitert. Zusammen mit der Schildmauer wurden auch die Mauern der Kapelle verstärkt, sodass auch sie vor einschlagenden Geschossen besser geschützt wurde.
Bis heute lassen sich deutlich die spitzbogigen Fenster bzw. Gewölbereste der Kapelle erkennen. An der nördlichen Außenmauer zum Halsgraben hin befinden sich die Reste eines Aborts, was auf einen bewohntes Obergeschoss schlussfolgern lässt.
Der obere Part der Kapelle, wie auch alle anderen Gebäude der Kernburgerweiterung werden von Forschern heute ins 15. Jahrhundert datiert. Wahrscheinlich entstanden sie unter Graf Robert IV. von Virneburg. Einige andere Gebäudeelemente sind Barock und sind aus dem 17. Jahrhundert. Viele Bauwerke lassen sich noch deutlich mit Balkenlöchern, Fenstern, Schießscharten, Giebelwänden und Mauern genau zuordnen.
Neben der erwähnten Kapelle befindet sich ein Tor, das einen Zugang aus Richtung Burg Philippsburg gewährte. Ein weiterer Zugang befand sich im Osten. Hier sind die Reste der Vorburg erkennbar, die auf einem Sporn zwischen zwei Gräben lag. Die Kernburg der Burg Monreal bzw. Burg Löwenburg wird durch einen mächtigen 19 m tiefen Halsgraben geschützt, der sie im Norden und Osten vom Berg trennte. Die später entstandene Vorburg war über eine Brücke mit ihr verbunden. Die Brücke endete in einem Torbau und von dort in der äußeren Kernburg. Auch die Vorburg weist im Osten die Reste eines Torturms und einen weiteren Graben mit ehemaliger Zugbrücke auf. Halbrunde Schalentürme und die Ruinen von Wirtschaftsgebäuden haben sich in der Vorburg erhalten.
Im Süden war Burg Monreal bzw. Burg Löwenburg mit der Stadtmauer des Ortes verbunden. Hier wurden abgehende Mauerelemente restauriert und können am Hang bewundert werden.
Heute laden die beiden Burgen zusammen mit dem schönen Ort zu einem ausgiebigen Besuch ein. Vor allem die Burg Löwenburg bzw. Burg Monreal ist mit ihrem eindrucksvollen Auftreten eine Besichtigung wert.

Historie

Vor 1229
Burg Monreal bzw. Burg Löwenburg wird durch Graf Hermann III. von Virneburg errichtet. Hermann lässt die Anlage in der Vogtei seines Bruders Philipp mit dessen Zustimmung und Hilfe errichten. Sie heißt zu dieser Zeit "Monroial". Der Name stammt von dem französischen Wort für Königsberg, Mont Royal, ab. Er wird häufig im Bereich des heutigen Rheinlandes benutzt. So trifft man auf Monschau, Montabaur, Montfort, Monreal usw. Anscheinend wurde die Idee aus den Kreuzzügen mitgenommen, die zusammen mit Frankreich und dessen Adel stattfanden.
Schon kurz nach der Gründung der Burg kommt es zu einer Fehde zwischen Graf Hermann III. von Virneburg und seinem Bruder Philipp. Man ist sich über die Territorialherrschaft im Bereich der Burgen uneins. Die Fehde endet in einem Vergleich und Philipp von Virneburg tritt den Bereich an seinen Bruder ab.
Ähnlich wie bei den Burgen Katz und Maus am Rhein, bilden sich hier schnell im Volksmund die Namen Löwe und Reh, also Löwenburg und Burg Rech.

1244 oder 1246
Heinrich II. von Virneburg geboren. Er wird Dompropst zu Köln.

1306
Heinrich II. von Virneburg wird Erzbischof von Köln.

1334
Nachdem Heinrich II. von Virneburg und sein Sohn Robert III. die Stadt Mayen mehrfach überfallen haben, kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Burgherren und dem Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg. Der Bischof erlangt schließlich die Lehnshoheit über die Burg und die Herrschaft Monreal.

14. Jahrhundert
Im Zuge des 14. Jahrhunderts wurden die Herren von Virneburg sehr mächtig. Sie stellen beispielsweise in diesem Zeitraum sechs Mitglieder des Domkapitels.

Zwischen 1384 und 1445
Burg Monreal wird unter Graf Robert IV. ausgebaut.

1484
Philipp II. von Virneburg überschreibt Burg und Ort Monreal seiner Gattin Walburga von Solms als Witwensitz. Ihr wurde die Niederburg zugesprochen.

16. Jahrhundert
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wird die Virneburg von Monreal als Hauptresidenz abgelöst.

1545
Mit dem Tod von Kuno von Virneburg stirbt die Grafenlinie aus. Der Trierer Kurfürst Johann von Baden belehnt Graf Heinrich von Leiningen und Dagsburg mit der Anlage und der Herrschaft Monreal.

1555
Nach der Rückgabe des Lehen wurde es nicht neu vergeben. Auf der Anlage entsteht der Sitz eines Amtes, das von einem kurtrierischen Amtmann zu Mayen verwaltet wird. Anschließend schweigen die Quellen zu der Burg.

1632
Die Burg wird im Zuge des Dreißigjährigen Krieges von schwedischen Truppen eingenommen.

1689
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstören die Franzosen die Anlage.

1815
Die Ruine kommt in den Besitz des preußischen Staates.

1970
Die Schlösserverwaltung Rheinland-Pfalz wird Besitzerin der Burg. In jenem Jahr wird die Anlage saniert und gesichert.

Events in der Nähe

Zu dieser Burg und den Nachbarburgen liegen uns keine Veranstaltungen vor. Sie können hier gerne eine eintragen:

Veranstaltung eintragen

Buchtipp: Burgen in Baden-Württemberg

Das heutige Baden-Württemberg weist eine der höchsten Burgendichten Europas auf. Wie haben sich die Burgen in Baden-Württemberg ausgebreitet? Mehr dazu in diesem Buch.

Burgenarchiv.de
VER Verlag
Buchtipp: Burgen in Baden-Württemberg

Das heutige Baden-Württemberg weist eine der höchsten Burgendichten Europas auf. Wie haben sich die Burgen in Baden-Württemberg ausgebreitet? Mehr dazu in diesem Buch.

Burgenarchiv.de
VER Verlag

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 12.07.2019


Burgen in der Umgebung

Kleine Burg Monreal

Ruine
56729 Monreal
Entfernung: 0.15 km

Schloss Bürresheim

Burg
56727 Mayen
Entfernung: 5.97 km

Burg Genoveva, Genovevaburg

Burg
56727 Mayen
Entfernung: 5.18 km

Burg Trutzeltz

Ruine
56294 Wierschem
Entfernung: 16.25 km

Burg Eltz

Burg
56294 Wierschem
Entfernung: 16.42 km

Burg Cochem

Burg
56812 Cochem
Entfernung: 17.61 km

Burg Olbrück

Ruine
56651 Niederdürenbach-Olbrück
Entfernung: 16.74 km
weitere Burgen im Umkreis laden

Kommentar verfassen