Schloss Güstrow

Schloss Güstrow

Schloss Güstrow

Deutschland / Mecklenburg-Vorpommern

Schloss Güstrow liegt in malerischer Lage am Südrand der gleichnamigen Altstadt. Der eindrucksvolle Schlossbau ist nur ein Bruchteil der majestätischen Anlage, die hier einst stand. Ursprünglich war der Gebäudekomplex mehr als doppelt so groß und besaß mehrere Schlossflügel.
Im 16. und 17. Jahrhundert zählte Schloss Güstrow zu den wichtigsten Residenzen der Herzöge von Mecklenburg und gehört zu den bedeutendsten Renaissancebauwerken Norddeutschlands. Die Bausubstanz ist weitestgehend original und wurde im Zuge der Umbaumaßnahmen des 19. Jahrhundert nur geringfügig verfälscht. Heute beherbergt Schloss Güstrow ein Museum.
Der Ursprung des Prachtbaus geht auf eine slawische Burg zurück, die mit der Stadtmauer verbunden war und den Ort nach Süden hin schützte. Mit der Entstehung des prächtigen Schlossgartens wurde der Wassergraben der Stadt verlegt. Dieser hat sich vor allem in der Umgebung des Schlosses deutlich erhalten.
Der Zugang zum Schloss erfolgt über das 1671 entstandene Ensemble aus Schlossbrücke und Torhaus. Noch deutlich lässt sich im Gelände die Grabensituation erkennen, die das Schloss ursprünglich zum Teil von der Umgebung und der Stadt trennte. Hinter der Durchfahrt durch den Westflügel eröffnet sich der Blick auf einen einst großen Schlosshof. Recht schnell ist erkennbar, dass dem strukturierten Renaissancebau die komplette Osthälfte fehlt.
Im 16. Jahrhundert wurde die mittelalterliche Burg immer wieder durch das heutige Schloss Güstrow ersetzt. So entstand 1557 der heute noch erhaltene Südflügel und 1591 der Nordflügel. Der prächtige Ostflügel von 1594 wurde wegen Baufälligkeit schon 1795 abgebrochen, sodass heute eine offene Hofsituation entsteht.
Die eindrucksvollen Fassaden des Schlosses spiegeln unter anderem französischen und italienischen Renaissancestil mit antiken Elementen wider. Sie erinnern in vielen Punkten an andere prächtige Schlösser wie Meißen, Torgau und Schloss Heidelberg. Sehenswert ist vor allem die Ostseite des heute noch erhaltenen Südflügels. Durch den verschwundenen Anbau wirkt sie wie der Schnitt durch ein Gebäude und gibt einzigartige Einblicke in das Mauerwerk eines Renaissancebaus preis.
Schloss Güstrow lädt heute vor allem mit dem prächtigen Garten, dem Museum, der Altstadt und den majestätischen Schlossflügel zu einem ausgiebigen Besuch ein. Es lohnt sich!

Schloss Güstrow 1
Schloss Güstrow 2
Schloss Güstrow

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Historie

1307
An der Stelle des heutigen Schlosses Güstrow wird eine slawische Burg des Fürsten von Werle urkundlich erstmals erwähnt.

1436
Die Fürsten von Werle sterben aus. Ihr Besitz geht an die Herzöge von Mecklenburg, die ursprünglich aus dem Geschlecht der Obodriten hervorgingen. Die slawische Burg in Güstrow wird recht früh zweitwichtigste Wohnsitz im Herzogtum.

1477
Nach dem Tod von Herzog Heinrich dem Dicken wird die Herrschaft Mecklenburg intern aufgeteilt. Es bilden sich die Linien Mecklenburg-Güstrow und Mecklenburg-Schwerin. Beide sind nach ihren Hauptresidenzen benannt. Die Unterteilung bleibt vorerst nur intern und hat nach außen hin keine Bedeutung. Die Teilherzogtümer sind in Ost und West getrennt.

1547 und 1552
Es kommt zu einer erneuten Teilung unter den Brüdern Herzog Johann Albrecht I. von Mecklenburg-Schwerin und Herzog Ulrich von Mecklenburg-Güstrow. Während Ulrich in Güstrow residiert, wohnt Johann Albrecht auf dem Schweriner Schloss. Letzterer nutzt unter anderem den Fürstenhof in Wismar als Zweitresidenz.

1557
Der Südflügel der mittelalterlichen Burg brennt vollständig ab. Es entsteht durch den italienischstämmigen Baumeister Franz Parr ein massiver Umbau an selbiger Stelle.

1558
Der Eingangsflügel im Westen und die westliche Hälfte des Schlossflügels zum Garten hin werden errichtet.

1565
Franz Parr gibt nach Fertigstellung des Rohbaus die Bauleitung ab und übernimmt den Wiederaufbau des Schlosses Uppsala in Schweden im Auftrag des Königs. Sein Bruder Christoph Parr bleibt noch bis 1570 in Güstrow und arbeitet als Bildhauer weiter bevor er seinem Bruder folgt.

1586
In jenem Jahr sorgt ein Brand für die Zerstörung des Nordflügels der mittelalterlichen Burg.

1587 bis 1591
Der Niederländer Philipp Brandin baut den Nordflügel nach damals moderner Manier wieder auf.

1594
Es entsteht unter Claus Midow der Ostflügel.

1621
Die beiden Linien Mecklenburg-Güstrow und Mecklenburg-Schwerin sorgen für eine offizielle Anerkennung der bis dato vorhandenen internen Teilung des Herzogtums Mecklenburg. Ab diesem Zeitpunkt ist vor allem Güstrow als eigenständiges Herzogtum mit Sitz und Stimmen auf den Reichstagen vertreten.

1628 bis 1630
Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges werden die Herzöge von Mecklenburg als Nachfolger der Obodriten verjagt. Der kaiserliche General Albrecht von Wallenstein residiert zwischen seinen Feldzügen auf Schloss Güstrow. Er ist zu dieser Zeit Herzog von Mecklenburg.

1631
Nachdem Wallenstein mehrmals Befehle missachtete und seine Stellung in Mecklenburg verlor, zog Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Güstrow wieder auf der Residenz ein.

1671
Das Torhaus und die Schlossbrücke entstehen unter der Leitung von Charles Philippe Dieussart.

1695
Die Linie der Herzöge von Mecklenburg-Güstrow stirbt aus. Das Erbe geht an die Schweriner Linie, die Schloss Güstrow als Nebenresidenz und Wohnsitz der Kurtisanen nutzen. Es beginnt der Verfall.

1795
Der Ostflügel ist derart ruinös, dass er wegen Einsturzgefahr abgebrochen werden muss.

1800
Schloss Güstrow dient als Kriegslazarett

1817
Die Anlage wird als Landesarbeitshaus genutzt.

19. und 20. Jahrhundert
Durch die Nutzung als Altenheim und andere Funktionen wird Schloss Güstrow im inneren Bereich immer weiter zerstört. Viele Elemente gehen verloren.

1963 bis 1978
Es finden umfassende Restaurierungen des Schlosses durch die DDR statt. Die Gartenanlage im Stil des einstigen Renaissancegartens wird wiederhergestellt und zählt zu dieser Zeit zu den Besonderheiten Deutschlands.

1972
Das Museum für norddeutsche und mittelalterliche Kunst sowie Prunk- und Jagdwaffen wird eröffnet. Heute ist es Teil der Staatlichen Schlösser und Gärten M-V.

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Sonstige Bemerkungen

Die Nutzung von Drohnen oder anderen unbemannten Flugobjekten mit Kameras ist hier strengstens verboten.

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 23.02.2019


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