Schloss Ahrensburg

Schloss Ahrensburg
Deutschland / Schleswig-Holstein

Inhaltsverzeichnis

Kurz & gut

Inmitten eines weitläufigen Parks unweit von Hamburg steht auf einer kleinen, künstlich angelegten Insel das märchenhafte Schloss Ahrensburg. Bis in das 16. Jahrhundert befand sich weiter südöstlich die Burg Arnesvelde, die zu jener Zeit zugunsten der Errichtugn von Schloss Ahrensburg vollständig abgetragen wurde.
Der wunderschöne Herrensitz gehört heute zu den schönsten Schlössern und Burgen in Deutschland, auch wenn es sich bei Schloss Ahrensburg im herkömmlichen Sinn um kein Schloss handelt. Es gab hier nie eine gehobene Hofkultur.
Schloss Ahrensburg erinnert stark an Schloss Glücksburg. Die Anlage wurde im Stil der niederländischen Renaissance gebaut. Im Inneren befinden sich Veranstaltungsräume, ein Museum und die Schlossverwaltung. Heute lädt es mit einer schönen Parklandschaft, dem Museum und einer interessanten Vergangenheit zu einem Besuch ein. Vor allem für Hamburger ist dieser malerische Flecken Erde schnell erreicht.

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Schloss Ahrensburg wird in folgenden Artikeln erwähnt:
Die Schlösser und Burgen um Hansestadt Lübeck
Die schönsten Schlösser und Burgen in Deutschland

Bilder

Adresse, Karte & Parken


Schloss Ahrensburg
Lübecker Str. 1
22926 Ahrensburg

Parken: Es gibt für Schloss Ahrensburg einen kostenlosen Parkplatz. Von hier beläuft sich der Fußweg zur Anlage auf 150 m.

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Schloss
Burgtyp: Wasserburg
Nutzung: Museum, Standesamt
Lage: 50 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 06:28-20:11 Uhr Info

Baubestand & Beschreibung

Schloss Ahrensburg liegt auf einer kleinen künstlichen Insel inmitten eines weitläufigen Parks nordöstlich von Hamburg. Die Anlage ist die Nachfolgerin der Burg Arnesvelde, die südwestlich des Ortes stand. Die alte Burg wurde im 16. Jahrhundert vollständig abgetragen um hier eine neue zentrale Stelle des Territoriums zu errichten.
Schloss Ahrensburg ist im herkömmlichen Sinne kein Schloss. Der Herrensitz wurde als Verwaltungszentrum eines ehemals adeligen Gutes errichtet und war weder ein Rittersitz noch die Residenz eines Adeligen. Das Privileg Gebäude zu errichten, die den Beinamen “Schloss“ oder “Burg“ erhielten, besaßen ursprünglich nur durch den König eingesetzte Landesherren. Aufgrund seines starken Einflusses und seiner Macht am dänischen Königshofs wurde der von Christian zu Rantzau erbaute Herrensitz doch noch zum Schloss bestimmt. Es herrschte auf Schloss Ahrensburg dementsprechend auch nie die fürstliche, gehobene Hofkultur der landestypischen Fürstenhäuser.
Heute gehört Schloss Ahrensburg zu den Perlen Schleswig-Holsteins. Es ist eines der bedeutendsten Bauwerke der regionalen Renaissancearchitektur. Im Inneren befinden sich einige Veranstaltungsräume, ein Museum und die hiesige Schlossverwaltung. Das Museum nimmt einen Großteil des Gebäudes ein und zieht zusammen mit über 250 Veranstaltungen im Jahr mehr als 30.000 Besucher an.
Schloss Ahrensburg erinnert vom Aussehen her stark an Schloss Glücksburg. Die Anlage im Stil der niederländischen Renaissance ist circa ein Drittel kleiner als das Glücksburger Schloss. Es handelt sich um drei Langhäuser, die direkt aneinander stehen. Die Ecken werden von mächtigen, aber schlanken Türmen überragt, auf denen laternenartige Hauben ruhen. Die Giebel der Häuser und auch der Türme sind typisch für die niederländische Architektur geschweift. Auf den Türmen lassen sich Windfahnen erkennen, die ein Ross mit Reiter zeigen. Sie erinnern an den Erbauer Daniel Rantzau, der der Sage nach bei der Schlacht von Varberg auf seinem Pferd von einer Kanonenkugel tödlich getroffen wurde.
Schloss Ahrensburg wurde von der Familie Rantzau errichtet und zählt als das letzte von über siebzig Gütern, die durch die Familie geschaffen wurden. Sie hinterließen eine spezielle architektonische Handschrift, die sich auf Schloss Ahrensburg noch gut erkennen lässt. Bis heute ist der Bau von außen nahezu unverändert und verdeutlicht somit einen architektonischen Einblick in die damalige Zeit.
Das 1585 erbaute Schloss Ahrensburg mit seinen 18m auf 20m Grundfläche war ursprünglich nicht weiß angemalt und besaß um alle Öffnungen Sandsteinrahmungen. Der Bau erschien somit eher rot und gliederte sich in einer Reihe Backsteinbauten der Region ein. Es steht auf einer Schlossinsel, die von der Hunnau, einem Zufluss der Alster, umflossen wird. Der Schlossgraben direkt am Schloss wurde 1759 verschüttet, woraufhin das Wasser in den Keller des Gebäudes eindrang. Mit der Rekonstruktion der Gräben wurde dieses Problem im 20. Jahrhundert wieder beseitigt. Der Zugang zur Schlossinsel erfolgt heute wie damals über eine steinerne Brücke an der Ostseite. Auf der Schlossinsel standen vis-a-vis noch Wirtschaftsbauten, die Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissen wurden. Heinrich Carl Schimmelmann plante einen Umbau der Schlossinsel, der aber nur partiell durchgeführt und im 20. Jahrhundert wieder entfernt wurde. So steht das Schloss heute alleine auf der weitläufigen Schlossinsel inmitten des Parks. Ursprünglich befanden sich hier ein hufeisenförmiger Gutshof und später ein Tor in neogotischer Form.
Heute lädt Schloss Ahrensburg mit seiner Parklandschaft, dem Museum und der interessanten Geschichte zu einem ausgiebigen Besuch ein. Vor allem für Hamburger ist der schöne Flecken Erde der perfekte Rückzugsort um für ein paar Stunden dem Alltag der Großstadt zu entkommen. Ein Besuch lohnt sich!

Historie

Im 10. Jahrhundert wird unweit des heutigen Schlosses Ahrensburg die Burg Arnesvelde errichtet, vermutlich durch die Grafen von Schauenburg. Zumindest werden diese später als Besitzer erwähnt.
Bis 1327 wird die Burg mitsamt der Ländereien zum Eigentum des Klosters Reinfeld. Im Laufe der Zeit verfällt die Anlage, da sie strategisch unwichtig ist und kaum bemannt wird.
Bis in das 16. Jahrhundert bleibt sie unbedeutend. Erst dann wird das Reinfelder Kloster im Zuge der Säkularisierung dazu gezwungen, die Ländereien abzugeben. Die völlig verfallene Burg Arnesvelde gerät in den Besitz des Königs Friedrich II. von Dänemark.
1564 übergibt der König von Dänemark Burg Arnesvelde an die Familie Blome. Am 9. März 1567 erhält Feldherr Daniel Rantzau die völlig vernachlässigte Burg als Ausgleich für Schulden, die seitens des Königs bei ihm anfielen. Als Entlohnung für seine Arbeit als Feldherr bekommt er zusätzlich die Dörfer Woldenhorn, Ahrensfelde, Meilsdorf und Bünningstedt.
1569 fällt Daniel Rantzau in der Schlacht um die schwedische Festung Varberg. Da er Burg Arnesvelde in diesen zwei Jahren nicht besuchen konnte und sein Familienzweig mit ihm ausstirbt, tritt sein Bruder Peter Rantzau das Erbe an. Er beginnt das Land zu bewirtschaften und Gewinne zu erzielen. Der Mittelpunkt wird ein Gutshof zwischen Ahrensburg und dem Dorf Woldenhorn, welches heute ein Stadtteil von Ahrensburg ist. Er erbaut ein Herrenhaus am Bachtal der Hunnau und nutzt die Steine der vollständig abgebrochenen Burg Arnesvelde. Der Name wird in abgewandelter Form übernommen und aus Burg Arnesvelde wird das Herrenhaus bzw. das spätere Schloss Ahrensburg.
1596 wird die Schlosskapelle fertiggestellt. Peter Rantzau, der Erbauer hat vor, dass alle zukünftig verstorbenen Rantzaus hier beerdigt werden. Ein Jahr später, 1597, ist Schloss Ahrensburg fertiggestellt und wird als teurer Bau mit Räumen aus Gold und Silber beschrieben. Peter Rantzau plant hier seinen Altersruhesitz und wünscht sich, dass der Bau der Familie als Hauptresidenz über Jahrhunderte dient. Doch mit seinem kinderlosen Sohn Daniel Rantzau stirbt die Familie aus. Familienzweige leben jedoch bis ins 18. Jahrhundert über sieben Generationen hier.
1648 gerät das Gut um Schloss Ahrensburg aufgrund der Verwüstung im Land im Dreißigjährigen Krieg in finanzielle Schwierigkeiten.
Im 18. Jahrhundert geraten durch die Bewirtschaftung des Gutes in eigenen Interessen die Familie Rantzau und die Leibeigenen aneinander. Es fehlt an Lebensqualität in der Bevölkerung. Die Folge sind Aufstände, die im Ahrensburger Bauernkrieg enden.
Nach dem Tod von Detlev Rantzau 1746 wird das hochverschuldete Gut 1759 durch Christian Rantzau für 180.000 Reichstaler verkauft. Schloss Ahrensburg wird 1762 durch den neuen Besitzer, Heinrich Carl von Schimmelmann, wieder zum Leben erweckt und aus der schweren Krise geführt. Er diente 1756 im Siebenjährigen Krieg als Getreidelieferant der preußischen Armee und kaufte das gesamte Lager der Meißener Porzellanmanufaktur. Mit dem Verkauf der Ware wurde er reich. Seine Geschäfte im Sklavenhandel machten ihn zu einem der wohlhabendsten Männer des Landes.
1768 wird Schimmelmann königlicher Schatzmeister von Dänemark. Obwohl er Herrenhäuser in Hamburg und an allen anderen Handelsorten besitzt, besucht er Schloss Ahrensburg nur selten. Es wird jedoch zum spätbarocken Landschloss ausgebaut und dient ihm als Sommerresidenz. Unter all seinen Herrenhäusern zählt es zu seinen Favoriten.
Mit der Fertigstellung von Schloss Wandsbek 1778 wird Schloss Ahrensburg seltener von Schimmelmann besucht. Nach Heinrich Carl von Schimmelmanns Tod 1788 wird das Erbe unter seinen sechs Nachkommen aufgeteilt. Friedrich Joseph Schimmelmann, der Schloss Ahrensburg erbt, hebt als Erstes die Leibeigenschaft in der Herrschaft auf. Geschäfte liegen ihm nicht und er verschuldet sich zunehmend.
Das 19. Jahrhundert bringt nach den Napoleonischen Kriegen einen wirtschaftlichen Abstieg für das Gut um Schloss Ahrensburg. Der Besitz, der unter verschiedenen Familienmitgliedern aufgeteilt war, wird von Ernst Schimmelmann wieder zusammengeführt. Der Wirtschaftshof auf der Schlossinsel wird abgerissen. Schloss Ahrensburg erfährt eine Modernisierung. Neue Bauwerke entstehen östlich des Mühlenteichs und eine Pferdezucht wird etabliert.
Nach dem Ersten Weltkrieg 1918 folgen wieder große finanzielle Schwierigkeiten. Die Ländereien werden teilweise veräußert. Schloss Ahrensburg steht leer und verkommt langsam.
1927 werden Teile des Inventars versteigert. Zwei Jahre später, 1929, kauft die Sparkasse alle verfügbaren Reststücke für 25.000 Reichsmark. 1932 erwirbt die Sparkasse das Schloss Ahrensburg und öffnet es für die Öffentlichkeit. 1935 richtet die Sparkasse das erste Museum auf dem Schloss ein.
Im Jahr 1938 wird ein Schlossverein zur Unterstützung des Erhalts gegründet. 1941 wird das Inventar des Schlosses aus Angst vor dem anrückenden Feind in Sicherheit gebracht. Gleichzeitig wird Schloss Ahrensburg mit Tarnnetzen versehen, um es für Luftangriffe unsichtbar zu machen. Während 1943 unter den Tarnnetzen im Schloss ein Lazarett entsteht, wird es 1944 zum Sitz der Deutschen Seewarte.
Das Schloss bleibt 1945 über den Krieg hinweg unbeschadet. Es wird zur Residenz einer britischen Kommandostelle und nimmt später etwa 400 Flüchtlinge auf. Zwischen 1947 und 1954 zieht eine Berufsschule ins Schloss. 1955 erlebt Schloss Ahrensburg die Wiedereröffnung des Museums durch Hans Schadendorff.
Es folgt zwischen 1984 und 1986 eine Sanierung durch Horst von Bassewitz. Am 21. Februar 2003 wird Schloss Ahrensburg Teil einer Stiftung, die durch das Land Schleswig-Holstein, den Kreis Stormann, die Stadt Ahrensburg und die örtliche Sparkasse gegründet wurde. Öffentliche Fördermittel decken bis heute ein Drittel der Erhaltungskosten. Den Rest tragen das Museum und das Schloss selbst. Der Zuschuss beträgt 25.600 Euro.

Eintritt und Öffnungszeiten

Eintrittspreise oder Öffnungszeiten nicht mehr aktuell? Hier bitte einreichen.
Öffnungszeiten: ganzjährig
Mrz-Okt:
Di-Do, Sa-So:
11.00-17.00Uhr
Nov-Feb:
Mi, Sa-So:
11.00-17.00Uhr
Eintrittspreise: Außenanlage: frei
Schloss: kostenpflichtig
Erwachsene: 7,00€
Ermäßigt: 4,50€
Kinder(4-14J): 3,50€
Kinder(<6J): frei
Familie (2E,3K): 16,00€
Website: Schloss-Ahrensburg.de
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Sonstige Einrichtungen

Kurzinfo Auf Schloss Ahrensburg kann man heiraten. Die Räume der Anlage können im Zuge einer standesamtlichen Vermählung gemietet werden. Es können der Gartensaal, der Salon Louis Seize im zweiten Obergeschoss oder die Bibliothek genutzt werden.

Sonstige Bemerkungen

Schloss Ahrensburg diente als Kulisse für den Film „Der grüne Bogenschütze und die seltsame Gräfin“ von Edgar Wallace. Zudem wurden hier Außenaufnahmen der Schlosskapelle für „Die toten Augen von London“ verwendet. ARD nutzte Schloss Ahrensburg als Drehort für Märchen wie z.B. „Das tapfere Schneiderlein.

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 27.07.2019


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