Königstein

Burg Königstein

Burg Königstein

Deutschland / Hessen

Festung Königstein liegt oberhalb der gleichnamigen Stadt im Taunus. Die Anlage gehört zu den größten Burgruinen Deutschlands und ist trotz einer Sprengung 1796 sehr gut erhalten. Die Ruinen setzen sich aus Gebäuden und Wehrelementen aus mehr als 500 Jahren Baugeschichte zusammen. Die einzelnen Epochen lassen sich deutlich erkennen und laden zum Umherwandern und Entdecken ein. Sehenswert sind vor allem die unterirdischen Gänge, die die einzelnen Festungsabschnitte miteinander verbinden. So gibt es beispielsweise den 80 m langen Dunklen Bogen, ein Tunnel, der als ursprünglicher Eingang diente. Bei seinem Besuch sollte man unbedingt eine Taschenlampe mitbringen. Es lohnt sich!

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Adresse

Burg Königstein Burgweg
61462 Königstein im Taunus Parken: im Ort, kostenpflichtig

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: -
Lage: 410 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 05:45-16:39 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: ganzjährig
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Eintrittspreise: Außenanlage: kostenpflichtig
Burg: kostenpflichtig
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Baubestand & Beschreibung

Burg Königstein

Auf einem Bergplateau oberhalb der kleinen schönen Stadt Königstein liegt die Festung Königstein. Die Anlage stammt ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert und wurde bis 1670 kontinuierlich erweitert, sodass sie heute zu den größten Burgruinen Deutschlands gehört. Die Festung besteht aus einem Bastionsring, einem Kasernenhof und einer Kernburg, die ihren Ursprung im 12. Jahrhundert hat. Zuvor befand sich an selbiger Stelle eine Vorgängerburg aus dem 10. Jahrhundert. Ihre strategisch wichtige Lage an der Handelsstraße zwischen Frankfurt und Köln machte sie zu einer heiß umkämpften Wehranlage, die mehrmals gewaltsam den Besitzer wechselte. Bis zu ihrer Sprengung Ende des 18. Jahrhunderts war sie militärisch bedeutend und wurde immer der aktuellen Waffentechnologie angepasst.
Heute wie damals teilt sich die Ruine in zwei Bereiche. Es gibt die mittelalterliche Kernburg, die zeitgleich als Versorgungstrakt, Lager, Gefängnis und Wohnstätte diente und die Außenanlage, die sich vor allem aus Bastionen, Kasernen und Verteidigungselementen für Feuerwaffen zusammensetzt. Unter der Anlage haben sich zahlreiche Gänge erhalten, die bis heute die einzelnen Bereiche miteinander verbinden und mit einer Taschenlampe erkundet werden können. Der Eintritt in die Festung ist kostenpflichtig.

Äußere Festungsanlage
Die Außenanlage wurde terrassenförmig um die Kernburg angelegt. Hierfür wurden große Veränderungen im umliegenden Gelände vorgenommen, um Platz für die einzelnen Bastionen zu schaffen. Die gewonnenen Steine, die bei der Terrassierung entstanden sind, wurden in der Anlage wieder verbaut.
Der Zugang erfolgt heute von Süden her über das sogenannte Mainzer Tor. Es gehört zu den letzten Elementen, die vor 1670 entstanden sind. Errichtet wurde es bis 1666 durch den Erzbischof Freiherr von Schönborn. Ursprünglich gab es ein eisernes Gitter und eine dicke Holztür. Direkt dahinter liegt die Spitze Bastion, die zusammen mit dem Tor entstanden ist.
Hinter dem Tor trifft man auf die Wachstube und das Kassenhaus. Von hier beginnt der Weg in die Burg, der einmal halb um die Festung herum führt. Dieser wird durch das Rondell am Scharfen Eck und das Mittlere Rondell, sowie das Äußere Rondell im Norden flankiert. Der Bereich war damals genauso frei wie heute. Es gab hinter dem Tor keine Gebäude, damit der Gegner sich nicht verschanzen konnte, sollte er bis hierhin vorgedrungen sein.
Um in die Festung zu gelangen, gab es hinter dem Mainzer Tor zwei Eingänge: Zu einem den sogenannten "Dunklen Bogen" und den "Hellen Bogen". Der Dunkle Bogen ist ein 80 m langer Gang, der direkt auf dem Hauptplatz (Exerzierplatz und Kasernenhof) endet. Er ist fensterlos und unterirdisch. Aufgrund der absoluten Dunkelheit, die in dem Gang herrschte, besaß der Verteidiger einen Vorteil. Der Name des Tunnels, bzw. der Poterne, leitet sich von dem dunklen Gang ab. Im Tunnel lassen sich noch einzelne Abzweige finden, die zu äußeren Verteidigungselementen führen. So trifft man auf einen Gang auf der linken Seite direkt neben dem Eingang, der an den Schießscharten des Rondells am Scharfen Eck endet. Sehenswert sind hier die Treppenschießscharten, die man von außen erkennt.
Der zweite Eingang wird Eppsteiner Tor genannt. Es handelt sich um Tor mit dahinterliegendem, 30 m langen Tunnel, der den Namen "Heller Bogen" trägt. Das Zugangstor (Eppsteiner Tor) besaß ursprünglich eine Zugbrücke und einen Graben, die heute nicht mehr existent sind. Der Tunnel macht eine Kurve und war aufgrund seiner 30 m Länge bei offenen Toren beleuchtet, daher der Name Heller Bogen. Zur Talseite hin findet man vor dem Tor unterhalb der Talmauer die Grundmauern mehrerer Tonnengewölbe, die ursprünglich eine Kasematte beherbergten und den Haupteingang bildeten.
Das Eppsteiner Tor wurde in der Herrschaftszeit de Grafen von Eppstein zwischen 1418 und 1535 errichtet. Die Äußere Bastion, die das Tor flankiert (auf der rechten Seite) wurde durch die Österreicher geschaffen und trägt daher auch den Beinamen "Österreichische Bastion".
Im Inneren des Hellen Bogens befindet sich das Falkensteiner Tor. Es ist das älteste Tor der Festung und war wahrscheinlich im 14. oder 15. Jahrhundert entstanden. Im Laufe der Entstehung wurde es in den Tunnel integriert. Hinter dem Tor trifft man auf der rechten Seite (noch im Tunnel) auf die ehemalige Wachstube und einen ehemals beheizten Raum, die beide zum Falkensteiner Tor gehörten.

Innere Festungsanlage
Die innere Festungsanlage liegt westlich der mittelalterlichen Burg. Über den Dunklen Bogen und den Hellen Bogen war und ist sie noch heute erreichbar. Der Platz der ehemals inneren Festung wird heute von einer großen Wiese eingenommen. Ursprünglich befand sich hier der Kasernenhof mit Exerzierplatz, der von allen Seiten von Gebäuden eingerahmt war. Die Gebäude wurden im Zuge des Steinraubs durch die Bevölkerung des Ortes Königstein abgebrochen.
An der Nordseite hat sich das ehemalige Waffenarsenal zum Teil noch erhalten. Man stößt auf die ehemalige Hoffassade mit Eingangssituation. Innerhalb des ehemaligen Waffenarsenals steht heute die Besuchertoilette.
Vor dem Waffenarsenal findet man mitten auf der Wiese einige Mauern. Diese gehörten zur ursprünglichen Zisterne mit Springbrunnen. Das große Becken diente als Pferdetränke und vermutlich auch als Pferdeschwemme. Der Springbrunnen wurde über eine Wasserleitung versorgt, die durch den Dunklen Bogen von Osten her in die Festung führte. Das Wasser stammte vom Falkensteiner Hain und wurde schon vor 1583 über die Leitung hierher transportiert.
Links neben dem Waffenarsenal stand ursprünglich das Holzmagazin und die Infanteriekaserne. Hinter dem Holzmagazin hat sich der alte Pulverturm erhalten, in dem im Kellergewölbe hinter massiven Mauern Schießpulver eingelagert wurde. Bis heute haben sich eindrucksvolle Schießscharten und die halbe Höhe des Turms erhalten.
Die Infanterie- und die Kavalleriekaserne haben die gesamte Westseite eingenommen. Die Gebäude sind bei der Sprengung durch die Franzosen vollständig zerstört worden. Ursprünglich beherbergten sie sowohl die Pferde, wie auch die Soldaten. An der Kavalleriekaserne soll es einen Treppenturm gegeben haben. Hinter der Kavalleriekaserne stößt man auf die Neue Bastion, von der dem Gegner vor dem Tor in den Rücken geschossen werden konnte. Sie flankierte somit das Mainzer Tor (Eingang und Kasse).
An der Südseite mündet der Dunkle Bogen auf dem Platz. Direkt daneben befanden sich die Schmiede und die Münze, in denen Werkzeug und Zahlungsmittel hergestellt wurden.
Die Ostseite des Hofs wird heute durch die eindrucksvolle Ruine der mittelalterlichen Kernburg geprägt.

Mittelalterliche Burg / Kernburg
Die ehemals mittelalterliche Kernburg nimmt den höchsten Punkt der Festung ein. Sie liegt auf einem leicht erhöhten Felsplateau und weist die typische, polygonale Form einer staufischen Kastellburg auf. Auch sie wurde bis in das 17. Jahrhundert erweitert und verändert.
Ursprünglich handelte es sich um eine Burganlage, die aus einer Ringmauer, einem Palas und einem Bergfried bestand. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Ringmauer von allen Seiten mit Gebäuden bebaut, die teilweise an der Innenseite, teilweise an der Außenseite der Ringmauer anlehnen. Aufgrund der regen Bautätigkeit trifft man heute auf völlig unterschiedliche Baustile aus fünf Jahrhunderten.
Der mittelalterliche Eingang liegt direkt oberhalb des Paradeplatzes und besteht aus einer kleinen Öffnung in der Ringmauer an der Westseite. Rechts davon, an der Südwestecke, stehen die Reste eines eindrucksvollen Torbaus, der in der Mitte des 15. Jahrhunderts entstanden ist, um auch Kutschen und Geschütze in die Kernburg zu transportieren.
Der mittelalterliche Zugang an der Westseite stammt aus der Entstehungszeit der Burganlage. Eine Rampe führt hoch zum Tor. Die Rampe wird heute Urrampe genannt, da sie zu den ältesten Elementen der Burg gehört. Durch ihre Enge verhinderte sie, dass man vor dem Tor eine Ramme anbringen konnte. Direkt daneben lässt sich in der Ringmauer noch Fischgrätenmauerwerk erkennen, das zu den ältesten Teilen der Burg gehört und vor 1215 entstanden sein muss. Fischgrätenmauerwerk findet man relativ selten. Vor allem in der Ringmauer ist es bis jetzt eine Einzigartigkeit in Deutschland.
Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf den ehemaligen Burghof. Auf der rechten Seite erkennt man die Ruinen der ehemaligen Torstube und der Bäckerei. Die Südwestecke wird durch den hohen Bergfried eingenommen, der ursprünglich das Zugangstor flankierte. Der Turm ist 35 m hoch und hat einen Eingang in 7 m Höhe. Die unteren 7 m des Turmes wurden vollständig gemauert und besaßen somit kein Kellergeschoss. Er hat eine Seitenlänge von 8,5 auf 8,5 m und wurde im Laufe der Zeit mehrmals aufgestockt. Ursprünglich stammt er aus der Zeit vor 1300 und wurde zwischen 1390 und 1430 bis zu der Höhe des Bogenfrieses erhöht. Der Bereich oberhalb des Bogenfrieses stammt aus der frühen Neuzeit und beherbergte ursprünglich eine Türmerwohnung, von der die Umgebung überwacht wurde. 1819 wurde der Turm durch einen Blitzschlag beschädigt. Das Turmdach und der Glockenturmabschnitt sind dabei abgebrannt. Die Bausubstanz unterhalb des Bogenfrieses ist original und wurde nie verändert. Heute befindet sich im Inneren eine Treppe mit 147 Stufen, die 1858 entstanden ist.
Die Südseite wurde ursprünglich durch den Palas eingenommen, der direkt mit dem Bergfried verbunden war. Man vermutet, dass sich an der Stelle vor der Entstehung des Bergfrieds, also vor 1255, ein Wohnturm oder Ähnliches befand. Der Palast, heute Falkensteiner Palas genannt, wurde unter Mainz nach 1670 in eine Garnisonskirche umgebaut. Er unterlag seit seiner Gründung unterschiedlichen Nutzungen. Unter anderem war hier auch zeitweise die Schatzkammer untergebracht, aus der die Garnison ihr Soll bezog. An der Hofseite des Palas wurde nach 1535 ein Laubengang mit Galerie errichtet.
Mit dem Umbau zur Garnisonskirche errichtete man an der Südseite, also der Außenmauer, einen Glockenturm, dessen Ruine sich bis zum ersten Stock erhalten hat. Die Talseite, ehemals Giebelwand, wird heute noch durch zwei eindrucksvolle Rundtürme dominiert, die um 1400 als Geschützplattformen errichtet wurden. Ursprünglich befand sich vor diesen beiden Rundtürmen der Ingelheimer Saal, der Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet wurde und vor 1790 abgebrochen wurde.
Die Ostseite, also die Talseite, war zum Burghof hin mit Laubengängen versehen und muss einen repräsentativen Anblick geliefert haben. Die Gebäude beherbergten den Osttrakt, der unter derer von Falkenstein entstanden ist. Er beherbergte im Erdgeschoss eine riesige Küche, über der der Speisesaal lag. Im Obergeschoss befand sich ein weiterer Saal. Das Gebäude wurde später unter Stolberg 1535 in einen Renaissancebau umgebaut. Durch das Gebäude führt heute der "Österreichische Gang". 1796 sprengten die Österreicher einen Weg quer durch das Gebäude, um die Geschütze schneller von einem Rondell auf das andere transportieren zu können.
In der Nordostecke des Burghofs (direkt vor dem Falkensteiner Bau) steht heute der abgedeckte, mittelalterliche Brunnen. Er führte ursprünglich in eine Regenwasserzisterne und war 32 m tief. Ihm gegenüber befindet sich die zweigeschossige Burgkapelle, unter der der Bleikeller lag. Im Bleikeller wurde die Munition für die ersten Schusswaffen gelagert. Das Bauwerk stammt aus der Zeit um 1460.
Die Nordseite wird durch den Nordflügel dominiert, der mit großen Fenstern und einem eigenen Treppenturm auf ein Wohngebäude hinweist. Der Keller unterhalb des Gebäudes diente als Gefängnis. Die Nordmauer des Nordflügels ist mehr als 6 m dick. Sie steht auf der ehemaligen Schildmauer, die die Burg nach Norden hin vor der Entstehung der Festung vor Geschossen schützte. An der Mauer lassen sich an den Ecken noch kleine Ecktürme erkennen, die um 1400 als Geschützplattformen errichtet wurden.

Fazit
Festung Königstein macht ihrem Namen alle Ehre. Die Anlage ist trotz der Sprengung recht gut erhalten und weist bis heute unzählig viele Details auf. Die einzelnen Epochen und Baustile, die Burg Königstein prägen, sind deutlich erkennbar und laden zum Umherwandern und Entdecken ein. Für den Besucher sind nahezu keine Bereiche gesperrt, sodass man sich sowohl oberirdisch wie auch unterirdisch frei bewegen kann. Vor allem die unterirdischen Tunnel, die die einzelnen Festungselemente miteinander verbinden, sind sehenswert. Man sollte auf jeden Fall eine Taschenlampe mitbringen. Ein Besuch lohnt sich!

Historie

Einer Sage nach wurde Burg Königstein von dem Merowinger König Ludwig (466-511) gegründet. Eine Jungfrau soll ihm im Taunus in einer Prophezeiung gesagt haben, dass er den Kampf gegen die Alemannen gewinnt. Aus Dank ließ er die Burg und eine Kapelle im Tal, die der Ursprung des heutigen Ortes ist, errichten.
Über das tatsächliche Gründungsjahr weiß man heute nichts. Der Berg mit der Festung wurde so oft umgebaut, dass die ältesten, erhaltenen Elemente aus der Zeit um 1000 stammen. Sie gehören zu einer Vorgängerburg, die durch die Grafen von Nüring errichtet worden sein soll. 1171 werden derer von Münzenberg als Besitzer genannt. Von 1232-1255 ist sie im Besitz der Seitenlinie Hagen-Münzenberg.
Das Fischgrätenmauerwerk gehört heute zu den ältesten oberirdischen Mauern und weist auf das Ende des 12. Jahrhunderts hin. Der Ursprung liegt in einer trapezförmigen Kastellburg der Staufer.
Ab dem 13. Jahrhundert verlief unterhalb der Burg die Handelsstraße zwischen Frankfurt und Köln, die von der Burg aus überwacht wurde. Sie wird immer wieder an Ministerialen vergeben. Ab 1255 ist Königstein im Eigentum derer von Bolanden-Falkenstein.
In den Reichskriegen von Ulrich III. von Hanau mit dem Wetteraurer Städtebündnis wird die Anlage durch Philipp VI. von Falkenstein von 1364 bis 1366 belagert, stark beschädigt und übernommen. 1374 erobern die Herren von Reiffenberg die Anlage zurück. Philipp VI. kommt bei dem Fluchtversuch durch einen Unfall ums Leben.
Bis in das 16. Jahrhundert ist Königstein zum Teil Ruine und nur notdürftig repariert. In der Renaissance passte man die Anlage der jeweiligen Waffentechnologie an und so entstand durch die Grafen von Eppstein, die seit 1418 Besitzer sind, das heutige Renaissanceschloss. Graf Eberhard IV. von Eppstein und später Ludwig zu Stolberg (Besitzer ab 1534) errichteten drei mächtige Rondelle an der Ostseite, bzw. Talseite.
1581 wird die Anlage durch die Kurfürsten von Mainz erobert. Bis 1803 ist sie im Besitz des Kurfürstentums Mainz. Zwischen 1660 und 1670 wurden einzelne Bereiche, wie die Eckbastion an der Südseite durch Erzbischof Johann Philipp von Schönborn ausgebaut. Auf der Burg war eine Garnison untergebracht.
Am 21. Oktober 1792 wird Mainz und anschließend Königstein von der französischen Armee erobert. Am 2. Dezember 1792 greifen die preußischen Truppen Ort und Festung Königstein an. Am 6. Dezember eröffnete Friedrich Ludwig zu Hohenlohe von Falkenstein aus den Beschuss auf die Festung. Vier Fünftel der Wohnhäuser der Ortschaft Königstein wurden durch Brandbomben zerstört, die ursprünglich die Festung treffen sollten.
Nach erfolgreicher Eroberung fällt die Festung 1796 wieder in die Hände der Franzosen. Sie gruben Minen an den Außenmauern und füllten den Burgbrunnen mit Pulver auf. Am 10. September 1796 wurden die Sprengladungen schließlich gezündet. Die Anlage musste verfrüht gesprengt werden, da der Rückzug der Franzosen schneller als geplant verlief. Bei der verfrühten Sprengung kamen die Sprengmeister ums Leben. Die Festung wurde stark beschädigt. Der Effekt der vollständigen Zerstörung blieb jedoch durch die verfrühte Zündung aus.
Auch der Ort Königstein hat in den Koalitionskriegen stark gelitten. Vor allem 1792 wurden viele Häuser durch den Beschuss von Preußen zerstört, sodass nach der Sprengung 1796 die Steine der Burg im Zuge mehrerer Auktionen versteigert wurden. Bei den Steinen handelte es sich um die Ruinen der Gebäude am Paradeplatz. Auf diese Weise verschwanden die Infanterie- und die Kavalleriekaserne. Ab ca. 1850 war der Abbruch der Anlage verboten.
Im 19. Jahrhundert erwarb Herzog Adolph von Nassau die Burgruine und vererbte sie seiner Tochter Hilda von Baden. Die Großherzogin schenkte sie 1922 der Stadt Königstein. Seit jenem Jahr ist sie im Besitz der Stadt und zum Teil verpachtet.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Von der A3 oder der A5 auf die A66 Richtung Bad Soden / Königstein im Taunus und weiter von der A66 Ausfahrt "Frankfurt-Höchst" auf die B8 Richtung Königstein. In Königstein der Ausschilderung zur Burg, bzw. zum Amtsgericht folgen. Beim Amtsgericht parken und dem Weg zur Burg zu Fuß folgen.

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Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Königstein erwähnt:

Diez, Falkenstein, Höchst, Maus, Oberreifenberg, Rockenberg, Wernigerode, Wertheim

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Literatur

- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
- Sascha Goldberg, Ina Maiwald, "Willkommen auf Burg Königstein im Taunus", Goldritter GmbH, 2014
- Informationstafeln
- Taunus.info - letzter Aufruf: 30.09.2014
- Kur-Koenigstein.de - letzter Aufruf: 30.09.2014
- Informationsblätter (Kasse)

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 30.09.2014


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