Lichtenberg

Burg Lichtenberg

Deutschland / Rheinland-Pfalz

Auf einem Bergkamm oberhalb des Zusammenflusses von Aalbach, Pfeffelbach und Hesselbach liegt die riesige und eindrucksvolle Burg Lichtenberg. Die Anlage ist über 300 m lang und bestand ursprünglich aus zwei verschiedenen Burgen, die Wehrmauern gegeneinander aufzuweisen hatten. Erst im 15. Jahrhundert wuchsen die Anlage aus dem 12. und 13. Jahrhundert zusammen. In der Vorburg der eindrucksvollen Ruinen stehen heute eine Jugendherberge und ein Standesamt. Von den Kernburgen haben sich mehrere Gebäude bis zum Dachansatz erhalten. Zahlreiche Festungselemente verstärken den Eindruck. Die schöne Anlage ist heute frei besuchbar und sollte besichtigt werden. Es lohnt sich.

Burg Lichtenberg
Burg Lichtenberg

Adresse

Burg Lichtenberg 66871 Thallichtenberg Parken: Parkplatz, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Jugendherberge, Standesamt
Lage: 380 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 05:50-16:42 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: privat, offen
Eintrittspreise: frei
Website: Burglichtenberg.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Lichtenberg

Burg Lichtenburg gehört mit 300m Seitenlänge zu den größten Burgen Deutschlands. Der heutige Zugang vom Parkplatz wird durch einen großen Batterietürme flankiert. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Eingang, gekennzeichnet durch einen Torturm, der noch bis zum ersten Obergeschoss existent ist und einige Details wie Pechnasen aufweist. Auf den Turm hat man ein Spitzdach angebracht, das sich gut in das Szenario einpasst. Die Wehrmauer zwischen Torturm und Batterieturm ist auf gleichem Höhenniveau wie die beiden Türme.
Im Torbereich stößt man auf das Vorwerk, das erst im 16.-17. Jahrhundert entstand und den Zugang zum Bastionsturm beherbergte. Im direkten Anschluss führt der Weg durch ein kleineres und schmaleres Tor, hinter dem sich einst der Graben befand. Dieser wurde auf der Seite zur Burg hin zugeschüttet und beherbergt heute einen kleinen Kiosk und einige Sitzmöglichkeiten, sowie den Zugang zum Wehrturm an der Mauer vor dem Graben. Zum Tal hin erkennt man noch, aufgrund des Höhenniveaus den Graben und dessen ursprüngliche Tiefe.
Hinter dem Graben beginnt die jüngere Burg. Bei der Rekonstruktion hat man versucht Jugendherberge, Standesamt und Restaurant etwas außerhalb zu halten, so dass der großzügig umgebaute Zwinger wie eine Vorburg wirkt. Von hier führen zwei Wege in verschieden Richtungen. Der eine Pfad geht in die gut erhaltene und gut ausgebaute obere Kernburg, der andere führt vorbei an der Jugendherberge in die weniger erhaltene, untere Burg.
Hinter der Jugendherberge eröffnet sich der Blick auf die Unterburg. Diese ist zum Teil privatisiert, andere Elemente stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung. Zahlreiche Wege führen durch niedrige Mauern und wieder vollständig aufgebaute Gebäude, wie z.B. die alte Kapelle. Die Wege sind wie bei einer Parkanlage kurvenreich angeordnet worden. Neben einer Kirche, einem Kräutergarten und einem Museum stößt man auf die Reste des Bergfrieds und auf zahlreiche Mauern, die sich nur schwer zuordnen lassen.
Die obere Kernburg, die wesentlich kompakter errichtet wurde, ist sehenswerter als die untere Burg. Während die untere Burg sehr licht und weiträumig erbaut wurde, achtete man bei der oberen Burg auf eine enge und wehrhaftere Bebauung. Man betritt die Burg heute wie damals über das selbe Tor. Anschließend eröffnet sich der Blick auf die Reste eines größeren Wehrturms, den zugeschütteten Brunnen und einen weiteren Eingang in einer Wehrmauer, der zur Unterburg führt. Vor dem Brunnen führt der Weg leicht ansteigend in die innere Kernburg. Der Vorhof mit dem Brunnen wirkt etwas leer, da die gesamten Gebäude nicht mehr existent sind und nur die Außenmauern vom Wehrturm, Batterieturm und einem Gebäude erhalten geblieben sind und diesen einrahmen.
In direktem Anschluss hebt sich mit den Fundamenten des inneren Burgtors schlagartig der Grad der Erhaltung. Plötzlich ist der mittelalterliche Straßenbelag zu erkennen, die Gebäude sind bis zum Dach hin erhalten. Direkt hinter dem Durchgang befindet sich links die große Ruine eines ehemaligen Herrschaftsgebäudes, die sogar noch die Struktur des Satteldachs beherbergt. Zahlreiche Details, wie zum Beispiel Kaminschächte, Fenster aus verschiedenen Epochen und gotische Säulen stechen ins Auge. In direktem Anschluss eröffnet sich der Blick auf weitere Gebäudereste, die obwohl sie gut erhalten sind, sich teilweise nur schwer zuordnen lassen. In unmittelbbarer Nähe befindet sich ein gotisches Treppenhaus, das einst den Aufgang zu den unterschiedlichen Gebäuden bildete. Direkt dahinter stößt man auf den Zugang zum Bergfried, der sich heute wie damals auf der selben Höhe befindet und mit einer Holztreppe erschlossen ist. Im Inneren weist der Bergfried eine große Innenfläche auf, die auf einen Wohnturm schließen lässt. Bei den Restaurationsarbeiten hat man den Bergfried mit einem Dach versehen. Dennoch geben die Fenster eine fabelhafte Aussicht auf Burg und Umgebung frei.
Von der Atmosphäre her wirkt die Burg an vielen Stellen sehr unterschiedlich. Während die Vorburg, bzw. der Zwinger, der Jugendherberge und Restaurant beherbergt, sehr lebhaft ist, wirkt der Rest der Burg sehr ruhig und angenehm, teilweise sogar urig. Durch die enorme Größe verteilen sich die Besucher sehr gut, so dass man sehr oft alleiniger Besucher der einzelnen Bereiche ist und die Burg für sich hat.

Historie

Die Burg gehört mit über 300m Seitenlänge zu den größten Burgen der Region. Die ursprünglich zwei Burgen sind erst im 15. Jahrhundert zusammengelegt worden mit einer Mauer. Erbauer beider Burgen waren die Grafen von Veldenz. Die westliche Burg wurde 1200 begonnen und war somit die erste der beiden. Sie sollte auf Befehl von Kaiser Friedrich II. 1214 abgebrochen werden, blieb jedoch erhalten. Sie war vermutlich von Anfang an eine Burgmannenburg. Die Oberburg ist wahrscheinlich nur 25 Jahre später entstanden, also 1225. Die Zwingeranlage entstand im 14. Jahrhundert und um 1400. Die gesamten Batterietürme wurden im Jahre 1620 errichtet, die Burg wurde zur Festung ausgebaut. Beide Burgen wurden 1689 durch die Franzosen zerstört und verfielen. Erst 1894 wurden sie teilweise wieder hergestellt.

Events in der Nähe

Zu dieser Burg und den Nachbarburgen liegen uns keine Veranstaltungen vor. Sie können hier gerne eine eintragen:

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Anfahrt

Die Burg Lichtenberg liegt nahe dem Ort Kusel, direkt bei Thallichtenberg. Über die A62 Ausfahrt "Kusel" auf die B420 nach Kusel und weiter nach Thallichtenberg. Innerorts gleich rechts abbiegen und der Straße zur Burg folgen. Die Burg ist weiträumig als Jugendherberge ausgeschildert.

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Burgenarchiv.de
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Sonstige Einrichtungen

In den alten Gemäuern befindet sich eine Jugendherberge, die einen Neubau beherbergt. Sie genießt einen guten Ruf.

Gastronomie

Burg Lichtenberg beherbergt heute ein Restaurant.

Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Lichtenberg erwähnt:

Falkenburg, Lemberg, Schöneck

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 03.07.2005


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