Zwingenberg

Burg Zwingenberg

Deutschland / Baden-Württemberg

Zwingenberg liegt auf einer Anhöhe an einer der engsten Stellen des Neckars. Die Burg aus dem 13. Jahrhundert wurde im 19. Jahrhundert umfassend restauriert und ist heute privat. Eine Besichtigung ist erst ab zehn Personen mit Voranmeldung möglich. Aus dem Tal eröffnet sich ein eindrucksvoller Blick auf die imposante Anlage. Es haben sich zahlreiche Reste, wie z.B. der 30 Meter hohe Bergfried oder die 2,2 Meter dicke Ringmauer erhalten.

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Adresse

Burg Zwingenberg
69439 Zwingenberg
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte: keine Bewertung
Zustand: Burg
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: privat
Lage: 200 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:06-16:04 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: privat, geschlossen
Eintrittspreise: nicht zugänglich
Kontakt: Reservierungen, Führungen:
Tel.: 06263 / 41 10 10

Baubestand & Beschreibung

Burg Zwingenberg liegt auf einem Bergsporn hoch oberhalb des Neckars an der Wolfsschlucht. Die Anlage gehört heute den direkten Nachfahren der Herzöge von Baden und kann nur im Zusammenhang mit einer vorangemeldeten Führung besucht werden. Der Zugang vom Tal aus gibt die Möglichkeit bis vor das Tor der Vorburg und in den Halsgraben zu gelangen.
Die Anlage besteht aus einer kompakten Kernburg und einer Vorburg. Die Vorburg besitzt zwei Eingänge und lag an einer Straße, die durch diese hindurchführte. Die Kernburg weist eine doppelte Ringmauer auf, die noch vollständig erhalten ist. Über eine zweifache Torzwingeranlage gelangt man vor die Kernburg, die wesentlich höher als die Vorburg liegt. In der Kernburg befinden sich heute noch ein Palas mit Treppenturm, Bergfried, Schildmauer und Burghof. Sehenswert soll der Kapellenanbau sein, der 1424 durch die Herren von Hirschhorn entstanden ist. Im Inneren finden sich zahlreiche mittelalterliche Malereien, die die gesamten Wände einnehmen.
Die Kernburg besteht aus einem kompakten Gebäudekomplex mit Innenhof. Sie weist eine Ringmauer auf, die durch einen Ringzwinger geschützt wird. Die Ecken der Zwingeranlage wurden mit Rondellen versehen. Das älteste Gebäude der Kernburg sind der Palas und der Bergfried. Der Palas ist ein viergeschossiger Bau, der zahlreiche Räume, wie zum Beispiel das Jagdzimmer, das Archiv und den Rittersaal beherbergt. Zudem hat sich vor dem Palas ein Treppenturm von 1574 erhalten. Dieser entstand unter den Herren von Hirschhorn. Im Seitenanbau befindet sich die bereits genannte Kapelle.
Höchstes Gebäude der Kernburg ist der Bergfried, der mitten in der Schildmauer liegt. Er steht zum Halsgraben hin, also nach Osten und diente zeitgleich als Schildmauer. Er ist über 38 m hoch und besitzt fünf Stockwerke. Seine Grundfläche beträgt 10 auf 10 m und seine Mauern sind 2 bis 3 m dick. Der ehemalige Eingang liegt 7,5 m über dem Hof. Mit seiner Höhe und den dicken Außenmauern schützte er die Burg zum Bergrücken hin vor einschlagenden Geschossen. Vor dem Bergfried liegt ein tiefer Halsgraben. Dieser zieht sich hufeisenförmig um die halbe Kernburg und beherbergt heute eine Forststraße. Ursprünglich war der Graben tiefer.
In der Neogotik erfuhr die Anlage einige Umbauten, so dass man heute auf große stilistische Elemente dieser Zeit trifft. Unter anderem entstand in der Vorburg ein Wehrturm von grundauf neu. Zahlreiche Gebäude wurden restauriert und verändert. Dennoch hebt sich viel von der ehemaligen, mittelalterlichen Bausubstanz ab. Vergleicht man Burg Zwingenberg mit der flussabwärts gelegenen Burg Hirschhorn lässt sich deutlich der Einfluss derer von Hirschhorn erkennen. Die Rundbogenfriese sind hierfür ein deutliches Beispiel.
Burg Hirschhorn ist für den spontanen Burgenbesuch eher unspektakulär, da man die Anlage nur nach einer Voranmeldung einer größeren Gruppe besichtigen kann. Vom Tal aus bildet sie eine eindrucksvolle Silhouette und ein schönes Fotomotiv. Der frei begehbare Halsgraben eröffnet imposante Einblicke auf den Bergfried und die äußeren Wehrmauern. Im Zusammenhang mit weiteren Burgen der Region lohnt sich ein kurzer Besuch.

Historie

Burg Zwingenberg wurde im 13. Jahrhundert durch den staufischen Ministerial Wilhelm von Wimpfen errichtet. 1253 wird der Burgadel erstmals erwähnt, die Burg erst 1326. Über Wilhelm von Wimpfen gelangt sie an seinen Neffen, der sich zukünftig von Zwingenberg nennt. Lehnsherren waren die Grafen von Hohenlohe. Mit der guten Lage direkt am Neckar kam Geld in die Kassen des Burgherren. 1338 zwangen der Grafen von Württemberg, der Pfalzgraf Rupprecht I. und der Erzbischof von Mainz Heinrich von Virneburg die Besitzer von Zwingenberg zum Öffnungsrecht. Als Druckmittel entstand 1340 durch den Mainzer Erzbischof die Burg Fürstenstein oberhalb von Zwingenberg. Derer von Zwingenberg gaben nach und unterschrieben das Öffnungsrecht. Zwischen 1340 und 1343 musste die Burg Fürstenstein aber wieder auf königlichen Erlass abgebrochen werden. In der Zeit darauf begannen derer von Zwingenberg Raubritterzüge in der Region, die den Kaiser 1363 dazu zwangen die Burg zu belagern und derer von Zwingenberg zu vertreiben. Da die Streitigkeiten um die lukrativ gelegene Burg, die sich gut zum Erheben von Zoll am Neckar eignete, nicht aufhörten, ließ der Kaiser die Burg zerstören und verkaufte die Ruine an das Erzstift Mainz und die Kurpfalz zu gleichen Teilen.
Die völlig zerstörte Anlage wurde 1403 als Lehen an Hans und Eberhard von Hirschhorn vergeben, die ihre Stammburg flussabwärts besaßen. Sie bauten die Burg wieder auf und prägten das heutige Aussehen. Mit dem Aussterben der Linie 1632 wechselt mehrmals der Besitzer. Anfangs ging sie an die Kurpfalz. Sie gehörte zwischenzeitig der Kurmainz.
1806 wird sie in das Großherzogtum Baden eingegliedert. Karl Friedrich von Baden erwirbt 1808 die Burg privat und schenkt sie seinen Kindern, den Herren von Hochberg. Bis heute ist sie im Besitz einer Linie von Baden und wird von Ludwig Prinz von Baden, Nachfahre von Karl Friedrich von Baden, bewohnt.
Im 19. Jahrhundert erfolgte der Wiederaufbau in romantischer Burgenarchitektur, der heute das Bild der Burg stark prägt.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Zwingenburg befindet sich in unmittelbarer Nähe des gleichnamigen Ortes. Die Anlage ist über die B37 zu erreichen, die parallel zum Neckar bis nach Heidelberg und somit zur A5 führt.

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Literatur


- Marion Sattler, Peter W. Sattler, "Burgen und Schlösser im Odenwald", Edition Diesbach, 2004, Weinheim, ISBN: 3-936468-24-9
- Diverse, Herausgeber: Dt. Burgenvereinigung, "Burgen in Mitteleuropa- Ein Handbuch", Band 2, Konrad Theiss Verlag GmbH, 1999, Stuttgart, ISBN: Bestellnummer 14464-3

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 06.05.2014, 30.07.2004

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