Sauerburg, Sauerberg

Burg Sauerburg, Sauerberg

Deutschland / Rheinland-Pfalz

Auf einem Berggipfel oberhalb des Tiefenbachs liegt die aus dem 12. Jahrhundert stammende Burg Sauerburg. Nach ihrer Zerstörung 1689 war sie eine Ruine und wurde später neogotisch wieder aufgebaut. Heute ist sie Firmeneigentum und wird durch einen Verwalter instand gehalten. Es haben sich nahezu alle Bereiche, bis auf einige Gebäude erhalten. Der Bergfried ist ruinös und bildet mit seinem Aussehen und seinen 22 m Höhe einen eindrucksvollen Anblick. Die Anlage ist heute privat, kann aber für Feste gebucht werden. Eine Besichtigung ist nur mit Voranmeldung möglich.

Adresse

Burg Sauerburg, Sauerberg
Sauerburg
65391 Sauerthal
Parken: Burg, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: Hotel, Privat
Lage: 310 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 04:19-18:46 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: privat, geschlossen
Eintrittspreise: nicht zugänglich
Website: Sauerburg.com

Baubestand & Beschreibung

Burg Sauerburg ist in Privatbesitz und kann nur zusammen mit dem Verwalter der Burg besichtigt werden.
Burg Sauerburg befindet sich auf einem Sporn oberhalb des Ortes Sauerthal, leicht abseits des Rheins in einem Nebental des Wispertals. Die Anlage besteht aus einem unteren, kleinen Torzwinger, einer Vorburg und einer Kernburg. Im Zuge des Ausbaus zur Festung entstanden zudem ein äußerer Zwinger, ein Ringgraben, sowie ein Rondell und eine Bastion. Zum Bergrücken hin ist sie durch einen Halsgraben gesichert, der einst mit einer Zugbrücke überbrückt war. Heute dient eine Steinbrücke mit anschließendem, neogotischen Torhaus als Zugang zur Anlage.
Burg Sauerburg ist zum Teil wieder aufgebaut, zum Teil Ruine, also eine sogenannte Halbruine. Die Anlage beherbergt ein Hotel, das sich vor allem auf Veranstaltungen spezialisiert hat. Der untere Zwinger unterliegt heute hauptsächlich der Erschließung der Burg und weist nur die ehemalige Wachstube als einziges Gebäude auf. An der Innenseite der Tormauer lassen sich, neben dem spitzbogigen Tor und den Schießscharten, Elemente des ehemaligen Wehrgangs erkennen, der oberhalb des Tores verlief. Auch die Wachstube erfuhr im Laufe der Jahrhunderte einige Umbauten und beherbergt in ihren Wänden die eine oder andere zugemauerte Tür.
Hinter dem Torzwinger führt der Weg in die Vorburg. Diese beinhaltet neben ihrem und dem Eingangstor der Kernburg, einen großen Burghof, der einst weiteren Gebäuden als Standort diente. An den äußeren Mauern lassen sich unter anderem Reste von Treppen und Elementen eines Wehrgangs und Anbauten erkennen. Der große Hof, der dank der fehlenden Gebäude entstanden ist, dient heute als Veranstaltungsort für private Feiern, die im Rahmen des Hotels gebucht werden können. Direkt neben dem Tor zur Vorburg stößt man auf einen auslagernden Wehrturm, der im Zuge der Ausbauten des 16. und 17. Jahrhunderts zur Kapelle umfunktioniert wurde. Diese kann unter anderem für Hochzeiten gemietet werden. Der Kapelle gegenüber befindet sich ein großes Kellergewölbe mit meterdicken Außenmauern, das ebenfalls dem Hotel unterliegt und für Feiern genutzt wird. An der Südecke der äußeren Ringmauer trifft man auf eine kleine Aussichtsplattform, die auf den Überresten eines ehemaligen Turms ruht. Von hier eröffnet sich der Blick auf die umliegenden, nahezu unberührten und großflächigen Wälder, die zum Besitz gehören.
Die Kernburg liegt circa acht Meter höher als die Vorburg und ist nur über eine Treppe von dieser aus erreichbar. Umgeben ist die Kernburg von einer nicht mehr vollständigen Ringmauer, die zahlreiche Spuren und Reste von ehemals anlehnenden Gebäuden aufweist. Im Zuge der Restauration zwischen 1908 und 1910 entstand an der Nordostseite ein neogotischer Bau, der unter anderem das Hotel und dessen Zimmer beherbergt. Die Südmauer wurde ebenfalls restauriert und weist auf der Mauerkrone einen Wehrgang aus Fachwerk auf. In diesem befindet sich eine hundert Jahre alte Kegelbahn, die von Hotelgästen gebucht und genutzt werden kann.
Die Kernburg war wahrscheinlich zur Blütezeit sehr kompakt bebaut. Vor allem die Westmauer weist zahlreiche Fenster, Bogenfriese, Treppenreste, Kamine, Fensterstürze, Gewölbeansätze, Balkenauflager und Balkenlöcher auf. Im Hof lassen sich der ehemalige Brunnen und ein unterirdischer Hühnerstall besichtigen.
Den nördlichen Bereich der Kernburg nimmt der Bergfried ein, der als ältestes Gebäude der Burg geschätzt wird. Seine Grundfläche deutet auf die Nutzung als Wohnturm hin. Sowohl von innen, wie auch von außen lassen sich zahlreiche Spuren erkennen, die auf eine rege Nutzung hindeuten. Im Inneren stößt man auf die Überreste von Kaminen, Balkenauflager und zahlreichen kleinen konstruktiven Details. Durch die meterdicken Mauern wirkt er imposant und eindrucksvoll. Sein ruinöser Zustand mit fehlender, östlicher Ecke geben ihm das Aussehen eines Turmes aus der Romantik. Neben dem Bergfried entstand in der Neuzeit ein Durchbruch, der in die äußere Verteidigungsanlage im Westen der Kernburg mündet.
Die äußere Verteidigungsanlage besteht aus einem Zwinger, der Kernburg und Vorburg nach Westen, Norden und Süden einrahmt. Seine Errichtung ist auf das 17. Jahrhundert zurückzuführen. Er weist typische Merkmale der Festungsbaukunst aus dieser Zeit auf. Zur gleichen Zeit wurde der wesentlich tiefer liegende Graben unterhalb der Zwingeranlage mit Mauern versehen, die heute teilweise noch existent sind. Von der Burg aus lassen sich einzelne kleine Bereiche, aussehend wie Bastionen, erkennen, die nicht besonders dicke aber sehr hohe Mauern aufweisen.
Im Zwinger, westlich der Kernburg, befinden sich im Süden die Überreste einer Bastion, die zur Ländergrenze hin ausgelegt war. Neben einer Angriffsplattform beherbergt sie Schießscharten für Kanonen und Geschütze der damaligen Zeit. Während der Ausgrabungen im Jahre 2004 stieß man in der Bastion auf Kanonenkugel, die heute als Exponate im Hotel ausgestellt sind. Im Norden wurde zur Angriffsseite hin ein verstärkter Turm errichtet, dessen Außenmauern zum Teil noch erhalten geblieben sind. Auch diese weisen das gerne verwendete Bogenfries und kleine Schießscharten auf.
Von der Atmosphäre her wirkt Burg Sauerburg sehr urig und teilweise auch eindrucksvoll. Die Anlage ist von der Burgtypologie her eher selten. Leider ist eine Besichtigung für die Öffentlichkeit nur bedingt möglich.

Historie

Die erste urkundliche Erwähnung der Burg Sauerburg stammt von 1120. 1290 verkauft Heinrich I. von Sponheim die Burg an den Pfalzgrafen Ludwig II. 1339 nehmen die Pfalzgrafen Rudolf Ruprecht der Ältere und Ruprecht der Jüngere die Burg in den Burgfrieden auf. Der erste große Ausbau im militärischen Sinne erfolgte wahrscheinlich mit der Erlaubnis zum Bauen vom Erzbischof Gerlach von Mainz an den Pfalzgrafen Ruprecht. Der Pfalzgraf Ruprecht ernennt 1361 Johann Hertwig von Lorch zum Burgmann auf Sauerburg. 1505 verkauft Kurfürst Philipp von der Pfalz die Burg an Philipp von Kronberg. Nach seinem Tod vererbt dieser 1617 die bereits stark verfallene Anlage an die Brömser.
Nach dem Mittelalter erfährt die Burg unter den Brömsern nach 1618 zahlreiche Ausbauten. Im Stil der Festungsbaukunst entstehen die Bastionen und das Rondell, sowie das äußere Mauerwerk am Graben. Kapelle und Brunnen werden ebenfalls in diese Zeit eingeordnet. Den Dreißigjährigen Krieg überlebt die Anlage bis 1635 relativ unbeschadet. In jenem Jahr wird sie durch Bernhard von Weimar eingenommen und zerstört.
Burg Sauerburg ist bis 1668 im Besitz der Brömser. 1668 stirbt der letzte Brömser und die Burg geht an derer von Metternich. Mit dem Einzug der Truppen von Ludwig XIV. wird die Burg völlig zerstört. Drei Jahre später, 1692, erben derer von Sickingen die Sauerburg und behalten sie bis 1834. 1834 stirbt der letzte Burgherr des Adelsgeschlecht von und zu Sickingen. Bis 1908 wechseln die Besitzer des Öfteren. Der Geheime Rat von Loehr baut bis 1910 die Burg in den wesentlichen Teilen wieder auf.
2003 erwirbt die Vieso AG aus der Schweiz die Anlage mit Hof und Gut und saniert sie bis 2004. Heute wird sie durch einen Verwalter instand gehalten.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Sauerburg befindet sich oberhalb des Ortes Sauerthal, leicht abseits des Rheins. Über die B42, die am Nordufer des Rheins entlangführt zum Ort Lorch. Hier die B42 verlassen und der Hauptstraße Richtung Presberg folgen. Kurz nach Ortsende geht der Abzweig nach Sauerthal ab. In Sauerthal ist die Burg ausgeschildert. Parkplätze befinden sich direkt vor der Burg.

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Gastronomie

Burg Sauerburg beherbergt ein Hotel, das viel Platz für Veranstaltungen bietet.
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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 23.02.2008


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