Stockholm Slott, Tre Kronor, Schloss Stockholm

Schloss Stockholm Slott, Tre Kronor

Schloss Stockholm Slott, Tre Kronor

Schweden / Schweden

Das Schloss Stockholm ist heute Sitz der königlichen Familie und liegt direkt im Zentrum der Hauptstadt. Die Anlage ruht auf den Fundamenten der ehemals größten Burg Europas, die im 17. Jahrhundert abgebrannt ist. Sowohl das eindrucksvolle Schloss, wie auch die Fundamente der noch eindrucksvolleren Festung lassen sich in vier Museen besichtigen. Auch wenn die Eintrittskarten recht teuer sind, lohnt sich ein Besuch!

Schloss Stockholm Slott, Tre Kronor 1
Schloss Stockholm Slott, Tre Kronor 2

Baubestand & Beschreibung

Schloss Stockholm liegt inmitten der großen Hauptstadt Schwedens auf der kleinen Insel Stadsholmen im Fluss Norrström. Seit circa 1750 ist das Schloss die Residenz des königlichen Geschlechts, steht aber zum Teil der Öffentlichkeit in Form der vier Museen Tre Kronor, Antikenmuseum Gustavs III., Schlossmuseum und Schatzkammer zur Verfügung. Der große im italienischen Barock gehaltene Bau besteht aus vier Flügeln, die in rechteckiger Form um einen großen Innenhof angelegt sind. Im Nordosten schließt der Schlossgarten mit den Flügelbauten Logården an. Im Südwesten stößt man auf einen halbkreisförmigen Anbau, der einen größeren halbrunden Hof beherbergt.
Der Ursprung des Schlosses liegt in einer der größten und am stärksten befestigten Burgen Schwedens. Die Burg wurde 1252 erstmals urkundlich genannt. Zu dieser Zeit hieß sie noch Tre Kronor und bestand nur aus einem Wehrturm, der den Fluss sicherte. Bis zum 14. Jahrhundert baute man die Anlage großzügig aus. Es entstand eine zinnenbewehrte Ringmauer mit Palas an der Ostseite und ein großer Wehrturm an der Südostseite. Der Bergfried war und blieb zentraler Mittelpunkt. Der Eingang zur Kernburg erfolgte über einen sehr engen Zwinger, der im Norden in einer großen Vorburg mündete und durch einen Turm und die Kernburg im süddeutschem Stil flankiert wurde. Gegen Ende des 14 Jahrhundert entstand an der Nordseite eine 5,5 m dicke, 7 m hohe und 115 m lange Mauer, die zu ihrer Zeit die dickste Mauer in der baltischen Region war. Sie bestand größtenteils aus Ziegelsteinen, die im 14. Jahrhundert aufgrund der teuren Herstellungskosten nur selten verwendet wurden.
Bis in das 17. Jahrhundert folgte ein kontinuierlicher Ausbau der bestehenden Burg. 1663 besaß die Anlage kein freistehendes Stück Wehrmauer, das nicht bebaut war. Innerhalb der Burgmauern arbeiteten circa 1.000 Menschen, die hier auch wohnten, was zu der engen Bebauung der Anlage führte. Zum Schutz errichtete man einen äußeren Ringzwinger, mehrere Rondelle, bzw. Kanonentürme und einen Wassergraben, der nur den Zugang auf der Westseite sicherte. Der Eingang bestand aus einer Toranlage und einer Brücke.
Trotz der zahlreichen Umbauten ließ sich die Anlage in ihrer Grundstruktur noch gut erkennen. Es bildeten sich der untere und der obere Burghof, die sich vor allem durch eine Höhendifferenz voneinander unterschieden. Der kleinere, obere Burghof beherbergte bis circa 1690 die Gemächer der Königsfamilie, die aber mit dem Bau des neuen Nordflügels in den unteren Burghof umzog.
Der Nordflügel ist der einzige erhaltene Rest der alten Burganlage, die 1697 vollständig abgebrannt ist. Der Schlossflügel wurde später zum Bestandteil des neuen Schlosses und bildet bis heute die Hauptfassade. Vor dem Nordflügel stößt man heute noch auf die Auffahrt Lejonbacken, die ihren Namen durch die zwei bronzenen Löwen erhalten hat, die 1702 und 1704 im Zuge des Wiederaufbaus hier aufgestellt wurden. Unterhalb der Auffahrt befindet sich heute der Eingang in das Kellergeschoss des Schlosses, das das Tre Kronor Museum beherbergt. Unter anderem stößt man in dem Museum auf alte Grundmauern und Fundamente der abgebrannten Burg und auf archäologische Funde beispielsweise Säulen von der alten Schlosskapelle.
Im Museum sind die Fundamente der 5 m dicken Außenmauer und der ehemaligen Burgküche aus dem 14. Jahrhundert erkennbar, die an der Innenseite der Mauer angebaut war. Zudem stößt man auf einen Ofen von 1530, der bei der Errichtung des neuen Nordflügels zerstört wurde. Die Küche zog zu dieser Zeit in das Erdgeschoss des Nordflügels. Ihr ehemaliger Standort wurde in ein Lager umfunktioniert. Das Museum beherbergt heute zahlreiche Ausstellungsstücke zur Burg und der Geschichte des Schlosses. Die anderen Museen setzen sich mit dem Schloss nach 1697 auseinander. Das Schlossmuseum gibt die Möglichkeit einen Blick in die eindrucksvollen, geschmückten Räume zu werfen. Im Museum der Schatzkammer befinden sich heute zahlreiche wertvolle Ausstellungsstücke, zu denen auch königlicher Schmuck gehört. Das Museum befindet sich im Kellergeschoss und lässt zahlreiche alte Grundmauern und Fundamente der alten Burg erkennen.
Vom touristischen Aspekt her ist Schloss Stockholm sehr interessant. Sowohl Burgenfans, wie auch Schlossliebhaber kommen hier auf ihre Kosten.

Historie

Die Stadt Stockholm und die Burg wurden das erste Mal 1252 urkundlich genannt. Der ursprüngliche Name der Anlage war "Tre Kronor" (deutsch: drei Kronen). Die Burg wurde zum Schutz des Sees Mälaren und des Flusses Norrström errichtet und stellte eine lukrative Einnahmequelle durch Zoll für den Wasserweg dar. Die Anlage gewann durch die Einnahme schnell an Bedeutung und wurde kontinuierlich militärisch relevant ausgebaut, so dass sie im 14. Jahrhundert zu einer der modernsten Festungen des Baltischen Raums gehörte.
Während der Regentschaft von König Erik von Pommern, der über alle drei Nordländer regierte, kam es zwei Mal zu Belagerungen. Die längste Belagerung in der Zeit Schwedens fand hier 1395 bis 1398 statt. In einer Belagerung 1436 sind von der damaligen Burgbesatzung von 500 Mann 133 verhungert. Im März 1520 belagerte König Kristian II. von Dänemark Stadt und Burg. Verteidigerin war Kristina Gyllenstierna, Witwe von Sten Sture dem Jüngeren, die im September gegen die Bedingung ihr Schutz und freies Geleit zu gewähren, aufgab. König Kristian II. kam der Bedingung nach, ließ aber zahlreiche ihrer Anhänger hinrichten. Die ganze Situation endete schließlich im Stockholmer Blutbad November 1520.
1544 war die Burg im Besitz von Gustav Vasa, der sie mit Artillerie und Rondellen versehen ließ. Der Bergfried wurde in einen Kanonenturm umfunktioniert. Die älteste, bekannte Kanone Schwedens wurde hier schon 1395 aufgestellt. Anfangs war Tre Kronor selten durch die Könige besucht. Erst später durch Gustav Vasa war das Königsgeschlecht des öfteren auf der Burg anwesend.
Bis 1570 wohnten die Könige in der oberen Burg, die den Bergfried als Zentrum hatte. In jenem Jahr ließ König Johan III. den neuen Nordflügel errichten, der in der unteren Burg lag. Die obere Burg stand aber immer noch der Königin zur Verfügung, die unter anderem bis 1650 hier lebte.
Unter der Regentschaft von Erik XIV. arbeiteten 600 Personen in der Burg, da der König neun Monate des Jahres hier verbrachte. Zum Ende des 16. Jahrhunderts hin waren es 1.000 Personen, was ein Zehntel der Bevölkerung Stockholms ausmachte.
1577 fingen die ersten großen Umbauten und Modernisierungen der veralteten und militärisch unmodernen Burganlage an. Es entstand eine katholische Kapelle im Nordostturm für Prinzessin Katharina Jagellonica von Polen, errichtet durch Johan III. Später kamen noch ein Pool, Tennisplätze und Gebäude für Ballspiele hinzu. Circa 1650 entwarf Jean de la Vallée Pläne zur Umfunktionierung und zum Umbau der gesamten Anlage, die aber nicht realisiert wurden. Königin Christina bat den Architekten de la Vallée passende Räumlichkeiten für die Büchersammlung zu errichten, die zu ihrer Zeit die größte Bibliothek Europas war. Karl X. Gustav teilte die Meinung seiner Frau, verstarb aber frühzeitig, so dass Karl XI. in den 1680er Nicodemus Tessin den Jüngeren einstellte. Erst mit Nicodemus Tessin dem Jüngeren in den 1690er entstanden größere Projekte, die von 1692 bis nach dem großen Brand umgesetzt wurden. 1696 errichtete er die wunderschöne königliche Kapelle nach dem Vorbild der Kapelle von Johan III., die keine fünf Monate später dem Feuer zum Opfer fiel. Im Museum sind heute noch Säulen der Kapelle zu finden.
Am 7. Mai 1697 brach oberhalb der Reichshalle gegen zwei Uhr Mittag ein Feuer aus, dessen Grund bis heute nicht herausgefunden werden konnte. Die Königin bemerkte es durch ein Hoffenster und entkam nur knapp. Durch die schnelle Ausbreitung fing der zentral gelegene Bergfried schnell Feuer und steckte die anderen Gebäude der oberen Burg an. Die Wächter, die eingeteilt waren um nach Feuer Ausschau zu halten, waren nicht auf ihren Posten, wodurch kein Alarm geschlagen wurde. Bei dem Feuer starb niemand. Sogar den Leichnam von Charles (Karl) XI., der kurze Zeit vorher eines natürlichen Todes verstorben war und aufgebarrt in einem Gebäude lag, wurde herausgetragen. Der Oberbefehlshaber der Feuerwache wurde zum Spießrutenlauf verurteilt, den er nicht überlebte.
Die Schäden des Feuers waren immens. Die Burg lag bis auf den neu errichteten Nordflügel vollständig in Schutt und Asche. Zwei Drittel der Bibliothek (größte Europas zu der Zeit) und ein Drittel vom Nationalarchiv waren zerstört. Noch am 8. Mai 1697 beauftragte die Königin Dowager Hedvig Eleonora den Architekten Tessin den Jüngeren mit dem Bau eines neuen Schlosses, dessen Form bis heute erhalten geblieben ist. Der Bau begann sechs Wochen später und dauerte 60 Jahre. Die Königsfamilie wohnte zu dieser Zeit auf Karlberg und zehn Jahre später im Wrangelska Palas auf Riddarholmen 50 Jahre lang.

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Anfahrt

Das königliche Schloss von Stockholm befindet sich auf einer Insel inmitten der Innenstadt und ist nicht zu übersehen. Als Parkmöglichkeiten sollte man die Parkhäuser im Norden benutzen.

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Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Stockholm Slott, Tre Kronor erwähnt:

Burg Kärnan, Burg Klempenow, Burg Krageholm, Burg Läckö, Schloss Sondershausen, Burg Torup

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 01.06.2009


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