Burg Läckö

Burg Läckö

Burg Läckö

Schweden / Schweden

Auf einer Halbinsel am Südufer des Vänern Sees thront das Schloss Läckö. Die schöne Anlage besteht heute aus drei Höfen, die unterschiedlichen Funktionen unterliegen. Das Schloss ruht auf den Grundmauern einer Burg aus dem 14. Jahrhundert. Durch unzählige Türme und Mauern hat sich bis heute der Charme einer mittelalterlichen Burg erhalten. Die eindrucksvolle Anlage lädt zu einem Besuch ein.

Burg Läckö 1
Burg Läckö 2

Baubestand & Beschreibung

Das Schloss Läckö liegt auf einer Halbinsel am Südufer des Vänern Sees. Die Anlage wurde 1298 durch einen Bischof im Zentrum einer Diözese auf einer strategisch günstigen Lage errichtet. In unmittelbarer Nähe verlief der Pilgerweg nach Trondheim (in Norwegen). Die erste Burg war nur ein Burghaus, das eine kompakte, äußere Wehranlage aufwies. Im Laufe der Jahrhunderte entstand aus dem kleinen Gebäude eine große Burg, die bis in das 17. Jahrhundert erweitert wurde. Schon 1505 handelte es sich um eine mehrflügelige Anlage.
Heute ist Läckö ein kompakter Gebäudekomplex mit drei Höfen und zahlreichen Türmen. Von der mittelalterlichen Burg sind nur noch wenige Bereiche erhalten geblieben. Die Anlage besteht aus drei Höfen, die in Nord-Süd-Richtung angeordnet sind. Zum Festland hin wird die Halbinsel durch einen noch gut erkennbaren Graben gesichert, der tief in den Felsen getrieben wurde und Belagerungswaffen davon abhalten sollte sich der Mauer zu nähern. Heute ist der Graben mit einer Brücke überspannt, die höchstwahrscheinlich eine Zugbrücke als Ursprung hat. Der Graben liegt trocken, diente aber vermutlich im Mittelalter als Wassergraben, der durch den See gespeist wurde.
Der Zugang zum Schloss Läckö erfolgt heute wie damals von Süden her. Erste Abwehrinstanz ist ein kleiner Torzwinger, dessen Wehrmauern nicht besonders dick waren. Er wurde erst mit dem regelmäßigen Einsatz von Kanonen erbaut, um ein Einschließen des Haupttores zu verhindern. Seine Außenmauern sind zum Außentor hin nach innen gezogen, um dieses flankieren zu können. Im Zwinger führt der Weg zum Haupttor, das sich heute in einem großen Rundturm befindet. Der Rundturm steht in der Südmauer, die als Schildmauer diente. Sowohl Turm wie auch Mauer weisen wie alle Außenmauern der Burg eine Dicke von mehr als zwei Metern auf und waren so gegen feindliche Geschosse relativ gut geschützt. Der herausstehende Torturm wurde halbrund gehalten, so dass Geschosse nicht frontal einschlugen, sondern abgelenkt wurden. Flankiert wurde das Tor durch zwei Türme, die in ihrer Form achteckig sind und sich an der Südwestecke und der Südostecke befinden.
Hinter dem Tor eröffnet sich der Blick auf den Vorhof, der hauptsächlich Wirtschaftsgebäude beherbergte. Der Hof ist im Süden, Westen und Osten von Wirtschaftsräumen umgeben, die im Zuge der Umbauten durch Magnus Gabriel de la Gardie entstanden sind.
Heute befinden sich im Vorhof zahlreiche Räumlichkeiten, die unter anderem der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Man trifft auf multimediale Ausstellungsstücke, die Informationen zu Läckö und anderen Burgen in der Region geben. In der Nordostecke befindet sich der Zugang zur Kapelle, die nur zusammen mit der Führung besuchbar ist. Die Schlosskapelle ist in einem Turm untergebracht, der als einziges Gebäude aus der Flucht des Schlosses heraussteht und wie viele sakrale Gebäude der Zeit in Ost-West-Richtung orientiert ist. Die Kapelle wurde in der Zeit zwischen 1655 und 1668 unter der Leitung von Magnus Gabriel de la Gardie erbaut. Baumeister war der Deutsche Franz Stiemer, dessen Arbeit durch Matthias Holl aus Augsburg fortgesetzt wurde. Vollendet wurde das Werk durch den Schweden Olof Falck. Architektonisch gesehen bildet die Kapelle eine Meisterleistung, da sie in den viel früher entstandenen Turm im Erdgeschoss eingearbeitet wurde. Innerhalb des sakralen Gebäudes stößt man heute noch auf zahlreiche Wandmalereien, die originalen Ursprungs sind.
Im Norden des Vorhofs schließt die Kernburg an, deren Tor mit über acht Metern Länge die Kernburg mit dem Vorhof verbindet. Das Tor und der Hof der Kernburg befinden sich heute noch trotz zahlreicher Umbauten an selbiger Stelle wie im Mittelalter. Ihr Aussehen hingegen hat sich stark verändert. Die Hoffassaden wurden durch Magnus Gabriel de la Gardie verziert und einheitlich gestaltet. An der Nordseite trifft man auf Arkadengänge und eine Galerie (genannt Trompetengalerie), die die strenge Fassade auflockern. Halb zugebaute Fenster deuten darauf hin, dass man die Galerie erst später vor dem Nordflügel baute. In den Pfeilern der Nordgalerie stößt man auf Statuen des Generals Jacob und des Staatsmanns Magnus Gabriel de la Gardie. Zwischen den Pfeilern führt der Weg in den nördlichen Küchenhof.
Die Gebäude der Kernburg rahmen den Burghof, genannt "großer Hof", zu allen Seiten ein. Der Südflügel beherbergte neben dem Tor eine Treppe, die im Inneren die Stockwerke miteinander verbindet. Im Erdgeschoss befinden sich hauptsächlich im Westflügel Keller mit Gewölben und Lagerbereiche. Der Ostflügel beherbergte zwei weitere Lagerräume, eine kleine Küche und das Zimmer von Bischof Brynolf. Im ersten Stockwerk trifft man auf die repräsentativen Räume, die aus der Ritterhalle, dem Vorraum der Ritterhalle, die Halle der gerüsteten Adeligen, die Stallmeisterhalle, dem gräflichen Esszimmer, dem gräflichen Schlafzimmer, dem Arbeitszimmer der Prinzessin, dem Schlafzimmer der Prinzessin, dem Malzimmer der Prinzessin, dem alten königlichen Schlafzimmer, der österreichischen Halle und der Halle des Friedens bestehen. Dazu kommen noch zwanzig Nebenräume, die anderen Aufgaben unterlagen. Das Stockwerk diente hauptsächlich der Vergnügungen. Räume wie der Rittersaal oder das Malzimmer der Prinzessin dienten des Feierns und der Ausübung kulturellem Interesses.
Die Ritterhalle besaß nach dem Dreißigjährigen Krieg Wandmalereien, die deutsche Einwohner zeigten, die den Schweden für ihre Befreiung dankten. Diese und zahlreiche weitere propagandistische und die Realität verfälschende Malereien wurden durch König Fredrik I 1746 vollständig entfernt.
Das dritte Obergeschoss beherbergt die französische Halle, den Saal der französischen Könige, den Saal der englischen Könige, den Saal der polnischen Könige, den Jagdsaal, das Zimmer des großen Grafen von Muscovy, die Prager Halle, die Halle der Leutnants, das Marinezimmer, das Turmzimmer, das Zimmer des Grafen Sparre, das Zimmer des Grafen Axel de la Gardie, das Zimmer des Grafen Pontus de la Gardie, das Zimmer der Königin Christina, die Trojaner Halle und das Musikzimmer. Alle Räume wurden thematisch sortiert und durch Magnus Gabriel de la Gardie geschaffen. Sie sind als Gästezimmer und als Vergnügungsräume für den täglichen Gebrauch ausgelegt. Die Räumlichkeiten weisen bis auf die Motive der Wandmalereien alle dieselbe Dekoration auf und scheinen der Qualität nach zu urteilen vom selben Künstler zu stammen. Dekorateur und Maler war Hans Rebeck, einem Vertrag von 1673 nach zu urteilen.
Die Räume der einzelnen Stockwerke sind nur im Zusammenhang mit einer Führung besuchbar. Aufgrund der Vielzahl werden hauptsächlich nur die Räume im Westflügel und im Nordflügel besichtigt. Anschließend geht es durch ein kleines Tor im Nordflügel im Erdgeschoss in den nördlichen dritten Hof: den Küchenhof.
Der Küchenhof beherbergt die Wirtschaftsgebäude der Burg und liegt zum See hin. Die Ostseite wird durch einen großen Turm geprägt, der über drei Meter dicke Außenwände aufweist und unter anderem zu den ältesten Gebäuden gehört. Der Turm flankiert die Nordostseite gegen Angriffe vom See. Ein weiterer Turm gleichen Ausmaßes an der Nordwestseite flankiert die Westflügel. Der Küchenhof ist sehr klein gehalten und weist nur einstöckige Gebäude auf. Ursprünglich stand an seiner Stelle die mittelalterliche Burganlage, die 1470 abgebrannt ist. Der heute erkennbare Hof stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde auf die Grundmauern der mittelalterlichen Ringmauer errichtet. Im nordöstlichen Part befindet sich ein Brunnenhaus mit einem 27 m tiefen Brunnen, der direkten Zugang zum See hatte und somit immer Wasser aufweist. 1678 baute Niklas Steen eine Pumpe in den Brunnen, die 1926 rekonstruiert wurde. Im Erdgeschoss der Gebäude des Küchenhofs befinden sich Räumlichkeiten wie die Küche, das Brauhaus, der Brunnen und das Badehaus. Die darüber liegenden Stockwerke dienten als Wohnungen für das Personal.
Heute ist das Schloss Läckö ein Museum mit sehr hohem kulturellem Wert. Die Anlage zeigt vor allem den Prunk und das Leben des 16. und 17. Jahrhunderts. Zahlreiche Umbauten und ein guter Erhalt durch das schwedische Königshaus geben der Burg bzw. dem Schloss ein eindrucksvolles und repräsentatives Auftreten.

Historie

Schloss Läckö wurde 1298 durch den Bischof Brynolf Algotsson gegründet. Anfangs bestand die Anlage nur aus einem Gebäude, das bis in das 15. Jahrhundert in alle Richtungen erweitert wurde. Nach einem Brand um 1470, bei dem die Burg vollständig zerstört wurde, baute der Bischof Brynolf Gerlachsson die Anlage zwischen 1478 und 1505 wieder auf. 1505 führt der Bischof Vincentius die Arbeiten seines Vorgängers fort, wird aber 1520 bei dem Stockholmer Blutbad hingerichtet.
Läckö ist ab 1520 im Besitz von Magnus Haraldson, dem letzten katholischen Bischof in Schweden. 1529 verlässt er aufgrund der Grafen von Västergötland das Land. Die Burg wurde schon 1527 durch die Krone und König Gustav Vasa beschlagnahmt.
1543 geht Läckö als Lehen an Svante Sture, der Märta Eriksdotter Lejonhufvud geheiratet hat. Eine Verwandte von Svante Sture, genannt Anna Sture heiratet Hogenskild Biekle und bekommt das Schloss von der Familie im Jahre 1571 inklusive der Grafschaft. Ihr Mann renoviert die Anlage und behält es bis 1591. Anschließend geht der Besitz bis 1593 zurück an die Krone. 1593 bekommt Hogenskild Bielke die Burg wieder als Lehen, wird aber schon im Jahre 1600 wegen Verrat eingesperrt und 1605 hingerichtet. Mit der Anklage als Verräter verliert er auch seinen Besitz, der 1600 an den Grafen Johan von Östergötland geht. Der Graf ist der einzige Sohn von Johan III. und Gunilla Bielke. Johan heiratet die Prinzessin Maria Elisabeth und behält bis 1610 Läckö.
1610 geht das Schloss zurück an die Krone. 1615 übernimmt der Graf Jacob Pontusson de la Gardie, verheiratet mit Ebba Brahe, das Anwesen und beginnt mit intensiven Umbaumaßnahmen und Möblierung des Schlosses. Läckö wird zum Hauptsitz des Grafen. Sein Sohn Magnus Gabriel de la Gardie, verheiratet mit der Prinzessin Maria Eufrosyne von Pfalz-Zwiebrücken (Schwester von Karl X. Gustav), baut in den Jahren 1652-1681 das alte Renaissanceschloss in eine repräsentative Anlage im Stil des Barocks um.
Am 12. Mai 1681 wird das Schloss durch die Krone konfisziert und die Grafschaft von Läckö wird aufgelöst. 1684 verpachtet die Krone das Schloss an Bernt Papegoja. Im Jahre 1719 übernimmt der Graf Carl Gustav Dücker, damaliger Ratsherr der Region, Läckö als Pacht. Er übergibt es 1732 an den Grafen Claes Ekeblad, ebenfalls Ratsherr, der es 1752 dem Grafen Gustav Tessin überlässt. Tessin baut das Schloss partiell um. Er behält es nur wenige Jahre und vergibt die Pacht 1770 an Gustav Adolf Hiärne, der es bis 1805 behält.
1810 ist das Schloss im Besitz von Karl Johan Adlercreutz, der dem Anwesen den Namen Siikajoki gibt. Mit ihm stirbt 1815 der neu gegründeten Name wieder aus und setzt sich nicht durch. In jenem Jahr übernimmt sein Bruder Gustav Magnus Adlercreutz Läckö und behält es bis 1845. Anschließend geht es als Pacht an Karl Rudenschöld, dessen Familie bis 1914 im Besitz der Anlage bleibt und es anschließend zurück an die Krone gibt. Seit 1965 befindet sich Läckö in der Pacht des Västergötland Tourismusamts, gehört aber immer noch dem Königreich.

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Anfahrt

Schloss Läckö befindet sich auf einer Halbinsel, nördlich von Lidköping. Die kleine Stadt liegt an der Schnellstraße 187. Von hier beginnt eine Ausschilderung zur Burg.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 07.06.2009


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