Burg Penzlin

Burg Penzlin

Deutschland / Mecklenburg-Vorpommern

Inhaltsverzeichnis

Kurz & gut

Burg Penzlin wurde auf einer ehemaligen Wallburg errichtet und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die schöne Backsteinanlage besaß ursprünglich einen Wassergraben und beherbergt heute ein Museum und eine Gastronomie.
Die alte Anlage birgt bis heute ein dunkles Geheimnis, das es nur selten unter den Schlössern und Burgen in Deutschland gibt. Sie diente als Hauptstandort für die Hinrichtung und Verfolgung zahlreicher Hexen. Diese wurden in den Hexenverliesen unterhalb der Burg gefoltert und hingerichtet.
Der Verliese sind heute Teil der Ausstellung und können besichtigt werden. Nahezu 4.000 Hexenprozesse fanden hier statt.
Bis heute haben sich von Burg Penzlin der Palas, die ehemalige Toranlage, der Burghof, Teile der Ringmauer, der Graben und einzelne Elemente der Vorburg erhalten. Penzlin wird heute gut gepflegt und erhalten. Ein Besuch lohnt sich.

Hat Burg Penzlin trotz Corona Lockdown offen?

Kategorie: geschlossen, Außenbesichtigung möglich
Die Einrichtungen dieser Burg oder des Schlosses sind geschlossen. Eine Besichtigung ist nur von außen möglich. Vorburgen und Burghöfe sind unter Umständen begehbar. Bergfriede und Türme sind vermutlich aufgrund der Enge geschlossen. Die Gebäude sind geschlossen. Es gibt Einblicke aus dem öffentlichen Raum.*

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Die schönsten Schlösser und Burgen in Deutschland

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Baubestand & Beschreibung

Burg Penzlin liegt an der Nordseite der ehemaligen Altstadt auf einer Erhöhung. Die Burganlage wurde auf einer ehemaligen Wallburg errichtet und im Laufe der Jahrhunderte stetig ausgebaut. Die Burg ist fünfeckig und liegt innerhalb der Stadtmauer auf dem höchsten Punkt. Ihr zu Füßen befand sich eine Vorburg. Zur Stadt hin war sie durch einen Wassergraben geschützt, nach außen, also vor der Stadtmauer, befand sich ein Graben und ein steiler Hang.
Burg Penzlin ist vor allem aufgrund ihrer Geschichte bekannt. In der Anlage wurden mehr als 3.000 Menschen der Hexerei angeklagt, gefoltert und hingerichtet. Heute beherbergt der erhaltene Hauptbau ein Museum zum Thema Hexenverbrennung. Neben vollständig restaurierten Räumen wie eine mittelalterliche Küche gibt es die Möglichkeit eine Folterkammer, einen Hexenkeller und zahlreiche Informationstafeln zur Hexenverbrennung zu besichtigen. Im Obergeschoss steht zudem eine große Liste, aller Namen und Todesarten, die in dieser Region vollzogen wurden. Hierbei handelt es sich um über 3.000 Namen.
Die Burg bestand ursprünglich aus einer weitläufigen Kernburg mit Ringmauer und Graben. Bis heute haben sich die wieder aufgebaute Ringmauer mit abgehender Stadtmauer, der Graben und ein L-förmiger Gebäudekomplex mit vorliegendem Hof erhalten.
Der L-förmige Gebäudekomplex beherbergt heute Museum und Gastronomie. Es ist das einzige erhaltene Gebäude der Burg und besteht aus einem Torbau mit abgehenden Anbauten. Die Gebäude wurden zum Teil wieder aufgebaut. Alle Gebäudeelemente weisen Feldsteinfundamente auf.
Der Torbau scheint mit abgehendem Anbau der älteste erhaltene Part der Burg zu sein. Es lassen sich zahlreiche zugemauerte Kamine, Fenster, Erker und Balkenlöcher erkennen. Nach außen, also an der Nordseite, stößt man auf Backsteinverzierungen und einen erhaltenen Abort, sowie Rundbogenfenster. Der Anbau besitzt teilweise einen aufgesetzten Fachwerkaufsatz.
Der Rest des Burghofs besteht aus einer leeren Fläche, die heute zahlreiche Sitzmöglichkeiten und Informationen über Fabelwesen aufweist. Ein rekonstruierter Brunnen liegt fast im Zentrum des ehemaligen Hofes.
Die Hexenverliese im Ostflügel liegen 7m unter der Burghoffläche. Sie beherbergen in den Wänden eingelassene Nischen, die nach Vorgabe des Hexenhammers (1487) erstellt wurden. In den Nischen wurden die Hexen angekettet ohne eine Möglichkeit zu haben den Boden zu berühren, so dass sie die magischen Mächte des Teufels nicht sammeln konnten.
Burg Penzlin lädt heute mit einem teilweise schaurigen und gut aufbereitetem Museum über die Hexenverfolgung, sowie einem Rundweg um die Burg zum Erkunden und Verweilen ein. Ein Besuch lohnt sich.

Historie

Die Burg entstand neben einer slawischen Wallburg aus dem 9. Jahrhundert. Es entstand um 1220 eine Burg, die von den Fürsten zu Werle bewohnt wurde. Im 15. Jahrhundert geht sie an das Geschlecht derer von Maltzan. Im Jahre 1812 wurde auf den Überresten der slawischen Wallburg die Neue Burg errichtet. Die Alte Burg blieb bestehen und wird 1881 von Otto Piper untersucht. Nach 1991 wurde die Alte Burg aufwändig saniert und restauriert. Heute weist sie wieder eine geschlossene Ringmauer und abgehende Stadtmauer auf. Diese waren größtenteils verschwunden.

Anfahrt

Über die A20 Ausfahrt "Neubrandenburg Ost" auf der B197 Richtung Neubrandenburg und innerorts über die B192 weiter nach Penzlin. In Penzlin ist die Burg ausgeschildert.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 25.03.2005



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