Neuravensburg

Burg Neuravensburg

Deutschland / Baden-Württemberg

In der Mitte des 12. Jahrhunderts entstand auf einem einzelnen Berg oberhalb der "Oberen Argen" die Burg Neuravensburg. Von der Anlage hat sich nur der eindrucksvolle Bergfried erhalten, der bis heute das Wahrzeichen des kleinen Ortes ist. Im 19. Jahrhundert wurde die Burg großzügig abgerissen und auf Abbruch verkauft. Neben dem imposanten Turm haben sich zahlreiche Bodenfundamente und die Grabenanlage erhalten. Einige Plateaus weisen auf Zwingeranlagen und eine Vorburg hin. Von der Burg eröffnet sich eine weite Aussicht, die bei gutem Wetter bis zu den Alpen reicht. Neuravensburg lädt mit der Aussicht und dem eindrucksvollen Turm zum Verweilen und Entdecken ein.

Adresse

Burg Neuravensburg
Bodenseestr.
88239 Neuravensburg
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Gipfelburg
Nutzung: -
Lage: 560 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:21-19:24 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei
Website: Buh-Neuravensburg.de

Baubestand & Beschreibung

Burg Neuravensburg liegt auf einem Berg oberhalb des Flusses "Obere Argen". Der eindrucksvolle Bergfried ist heute der letzte Rest einer Burganlage, die bis in das 18. Jahrhundert genutzt und ausgebaut wurde.
Aufgrund des Verkaufs auf Abbruch im 19. Jahrhundert sind nur bedingt Reste der Anlage erhalten. Das Burgareal besteht aus dem Bergfried, einem angrenzenden Gebäude, dessen Kellergewölbe erhalten geblieben sind und einem dreieckigen Burgplateau, das nach Norden, Westen und Osten abschüssig ist.
Die Burg war wahrscheinlich der Topographie angepasst und von der Form her dreieckig. Eine Grabenanlage im Süden deutet darauf hin, dass der Eingang sich in der Nähe des Bergfrieds befunden haben könnte und durch diesen flankiert wurde. Inwieweit dem Graben eine Vorburg vorgelagert war, ist heute nicht bekannt. Verstreute Fundamente auf dem Burgareal deuten darauf hin, dass sich die Gebäude an der Ringmauer orientierten und um einen Burghof angeordnet waren. Der Palas, später Schlossbau, war direkt an die Nordseite des Bergfrieds angebaut. Seine L-förmigen Form lässt auf einen langen Bau mit angrenzendem Treppenturm an der Westseite, also zum Burghof hin, schließen. Unter dem Gebäude befindet sich ein Kellergewölbe, das der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung steht.
Der Bergfried stellt mit seinen 7 m Seitenlänge und über 2 m starken Außenmauern einen massiven Turm dar, der wahrscheinlich wie eine Schildmauer vor dem Palas lag. Er steht am südlichen Ende des Palas und ist somit zur Hauptangriffsseite (Süden) gerichtet. An der Ostseite lassen sich noch die Fundamente einer Verstärkung der Außenmauer erkennen, die nach einem alten Stich auf Höhe des Palas geendet haben soll. Das oberste Stockwerk des Bergfrieds weist heute noch Fensteröffnungen auf. Die Aussicht war in alle Richtungen uneingeschränkt und reicht noch heute bis in die Alpen. Wahrscheinlich befand sich im obersten Stockwerk ein Kamin, so dass der Raum im Winter beheizt werden konnte. Ähnlich wie bei Burg Katzenstein besaß der Turm ein Giebeldach, anstelle einer Aussichtsplattform. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Turm aufgestockt. Dies ist deutlich an der Nutzung eines anders farbigen Steins und an der Verjüngung der Außenmauern in den oberen Stockwerken erkennbar.
Burg Neuravensburg ist nur bedingt erhalten. Der eindrucksvolle Bergfried ist heute Wahrzeichen des Ortes und letzte Rest einer bewegten Geschichte[1]
.

Historie

Burg Neuravensburg wurde wahrscheinlich durch die Welfen in der Mitte des 12. Jahrhunderts gegründet. Um 1260 entsteht durch Heinrich von Neuravensburg eine Ortschaft unterhalb der Burg. Burg und Ort gehen 1270 an das Kloster St. Gallen.
In dem Zeitraum zwischen 1271 und 1292 kommt es zu Fehden zwischen den Grafen von Montfort um das Neuravensburger Gebiet. Die Stadt wird mehrfach zerstört und verkümmert zu einem Dorf. 1451 verpfändet man die Region an die Stadt Lindau.
In den Bauernkriegen 1525 stürmt der Neuravensburger Haufen die Burg und zündet sie an. Die Stadt Wangen übernimmt 1568 die Pfandschaft von Lindau bis 1606. Im Jahr 1614 beginnt man unter dem Fürstabt Bernhard Müller aus St. Gallen mit dem Wiederaufbau des Schlosses.
Im Schweizer Glaubenskrieg 1712 findet der geflohene Abt von St. Gallen, Leodegar Bürgisser, hier mehrere Jahre Zuflucht. 1770 werden Fischweiher, die Holzbrücke und die ersten Schulen durch den Fürstabt Beda Angehrn angelegt. Sein Nachfolger, der Abt Pankration Vorster flieht 1792 auf das Schloss.
Mit der Säkularisierung 1803 werden dem Kloster St. Gallen alle Besitztümer genommen. Fürst von Dietrichstein übernimmt Neuravensburg und verkaufte es an Württemberg, die das Schloss auf Abbruch verkaufen. Zwischen 1837 und 1845 wird das zum Teil noch erhaltene Schloss mehrfach verkauft. 1845 ist nur noch der Bergfried erhalten, die Steine nutzte man zum Bau der Kirche in Roggenzell.
1896 bricht der Turm an der Nordwestecke aufgrund mangelnder Sicherung zusammen. 1912 kommt es zu einem Erdbeben, das für weitere Einstürze am Turm sorgt. Mit der Sicherung entsteht eine Aussichtsplattform.
1934 beginnt man mit der Konservierung und Renovierung der erhaltenen Reste. 1962 feiert man nach erfolgreicher Sicherung des Turms das erste Burgfest. 1986 droht der Ostgiebel einzustürzen. Dies nehmen mehrere Personen zum Anlass 1987 den Burg- und Heimatverein zur Erhaltung der Burg zu gründen. 1992 kauft die Stadt Wangen den Burghügel und erhält durch das Denkmalamt ein Verbot den Burgberg zu bebauen. 1995 kommt es zu umfangreichen Sanierung der Anlage durch den Heimatverein. Sie richten 1996 ein Burgfest aus, das seitdem jährlich am 2. Augustwochenende stattfindet.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Neuravensburg liegt in dem gleichnamigen Ort, südlich von Wangen im Allgäu. Von Norden kommend die A96 über die Ausfahrt "Wangen-West" verlassen und auf die B32 Richtung Wangen wechseln. In Wangen auf die L320 Richtung Süden (Weißensberg). Die L320 führt durch Neuravensburg.
Von Süden kommend die A96 über die Ausfahrt "Weißensberg" verlassen und gleich rechts auf die L320 wechseln. Dieser nach Norden bis Neuravensburg folgen.
In Neuravensburg in den Hagmühleweg einbiegen und dort parken. Der Straße zu Fuß 100m und rechts dem Weg zur Burg folgen. Die Burg ist ausgeschildert.

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Literatur

- Friedrich-Wilhelm Krahe, "Burgen des deutschen Mittelalters- Grundriss-Lexikon", Stürtz Verlag, 2000, Würzburg, ISBN: 3-88189-360-1
- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 11.04.2012

Fußnoten

[1]Der in Kursiv geschriebene Textabschnitt basiert auf eigenen Beobachtungen. Literaturhinweise oder Informationen im Internet wurden dazu nicht gefunden. Das Veröffentlichen und Verbreiten der Informationen ist sowohl in digitaler Form, wie auch in Printform oder im Internet nur als Zitat mit Verweis auf den Autoren und die Website, bzw. die App erlaubt.

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