Falkenstein

Burg Falkenstein

Deutschland / Baden-Württemberg

Burg Falkenstein stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die Burg besteht aus zwei Anlagen, die auf zwei Felssäulen liegen. Die Unterburg ist heute nicht mehr begehbar, da sie auf einer exponierten Felssäule lag. Die Oberburg wurde wieder erschlossen. Von beiden Anlagen haben sich mehrere Meter hohe Mauern erhalten, die heute durch zahlreiche Sicherungen und Instandhaltungen gut gepflegt wirken. Es lassen sich noch alle Gebäude, die Grabenanlage und die Vorburg erkennen. Die Oberburg ist besuchbar, die Unterburg nicht.

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Adresse

Burg Falkenstein
Zum Steinbruch
88631 Beuron-Thiergarten
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine
Burgtyp: Felsenburg
Nutzung: -
Lage: 720 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:00-16:09 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: offen
Eintrittspreise: frei

Baubestand & Beschreibung

Burg Falkenstein liegt auf einem Bergsporn oberhalb des Donautals, westlich von Thiergarten. Die Burg hat ihren Ursprung in einer kleinen Felsenburg, genannt Unterfalkenstein, die aufgrund ihrer geringen Größe schnell durch eine größere Anlage auf einem nahe gelegenem Felsen, genannt Oberfalkenstein erweitert wurde. Es handelt sich folglich um eine Doppelburganlage.
Burg Oberfalkenstein ist die größere und die jüngere der beiden Anlagen. Sie besteht aus einer Kernburg auf einem bis zu 10m hohen Felsplateau und einer Vorburg, die sie vor allem von Westen her einrahmte. Nach Osten war sie durch einen mächtigen Halsgraben vom Bergrücken getrennt, der sich noch deutlich erkennen lässt.
Von der Vorburg ist heute nicht mehr viel existent. Im Süden lassen sich neben Elementen der einstigen äußeren Wehrmauer und dessen Verlauf die Grundmauern eines Wirtschaftsgebäudes erkennen. Zudem stößt man an der Südseite auf den ehemaligen Aufgang, der aus einer lang gezogenen Treppe bestand, dessen Ansätze noch deutlich am Felsen zu sehen sind. Der obere Treppenansatz weist heute noch auf eine Aussparung hin, die mit einer Brücke die Treppe mit dem ehemaligen Südturm verband. Nahm man die Brücke weg, war der Südturm von der Treppe getrennt. Es tat sich ein Graben zwischen diesen auf, die Kernburg konnte nicht mehr betreten werden. Im Zuge der Restauration wurde der Südturm größtenteils wieder aufgebaut und zeigt die ehemalige Eingangshöhe der Kernburg.
Heute ist die Kernburg von Osten, also vom Halsgraben her über eine Wendeltreppe aus Stahl erschlossen. Zur Blütezeit nahm diesen Bereich ein halbrunder Ostturm ein, der spurlos verschwunden ist. Der Zugang mündet, genau wie der damalige Eingang auf einem Burghof, der heute durch fehlende Gebäude größer wirkt als damals.
In der Kernburg sind mehrere Elemente gut erhalten und durch die Restaurationsarbeiten gut gesichert worden. Noch deutlich zu erkennen sind die Zisterne, der Nordturm, der ehemalige Palas und dessen Treppenturm, sowie zahlreiche weitere Gebäude. Umgeben sind alle Bauwerke von einer dicken Ringmauer, die dem Felsplateau angepasst wurde und die Form eines Schiffes aufweist.
Der heutige Zugang zum Palas erfolgt direkt durch den ehemaligen Treppenturm, der nur noch von den Grundmauern auf einen runden Verlauf hindeutet und zur Erschließung der oberen Stockwerke diente. Ein Teil des Palas beherbergte eine Kapelle, die einen Falkensteiner Altar aufwies, der vom Meister von Meßkirch geschaffen wurde. Den Altar barg man im Zuge der Neuzeit und brachte ihn in die Staatsgalerie Stuttgart.
Der Palas unterlag einer gewissen Gliederung der einzelnen Funktionen und bestand aus drei Stockwerken. Unterstes war das Erdgeschoss, das noch Gewölbeansätze erkennen lässt und wahrscheinlich Vorratsräume beinhaltete. Im ersten Obergeschoss geht man vom Standort der Wohnräume, dem Saal und der Kapelle aus. Das zweite Obergeschoss nahmen die Schlafräume ein.
Neben dem Palas, an der nördlichen Innenseite der Ringmauer, findet man heute einen ehemaligen Durchgang, der im Nordturm mündet. Der bastionsartige Turm war eine Auslagerung Richtung Norden, wo sich nach Krahe unter anderem Teile der Vorburg befanden. Der Turm flankierte neben der Nordmauer der Kernburg anscheinend auch den ehemaligen Zugang der sich auf diesem Sporn befindlichen Vorburg.
Westlich der ausgeprägten Oberfalkenstein liegt auf einem separatem Felsen die Burg Unterfalkenstein. Die Anlage ist heute nur noch mit Kletterausrüstung zu erreichen und darf nicht aufgesucht werden. Unterfalkenstein liegt 26 Meter niedriger als Oberfalkenstein und weist vor allem gut erhaltene Reste der einstigen Nordmauer auf. Ähnlich wie beim nahegelegenem Schloss Hausen bestand Unterfalkenstein aus einer sehr kompakten und kleinen Kernburg, die auf einer eigenen Felssäule saß. Eine vorgelagerte Felssäule diente anscheinend als Bollwerk und diente zur Erschließung vom Bergrücken her. Einen guten Einblick auf die Überreste erlangt man von Norden, vom weiteren Verlauf des Bergrückens.
Ober- und Unterfalkenstein gehören einer eher selten vertretenden Burgtypologie an. Die beiden Felsenburgen in teilweise exponierter Lage lassen gut das ehemalige Aussehen erkennen und sind einen Besuch wert.

Historie

Burg Falkenstein wurde nach Keramikfunden zu urteilen im 12. Jahrhundert errichtet. Die Unterburg ist nach Krahe zwischen 1100 und 1150, die Oberburg um 1200 entstanden. Urkundlich wird der Name erstmals 1213 genannt. Ende des 12. Jahrhunderts war eine Burganlage existent, die im Besitz der Herren von Falkenstein war, die diese um 1318 an derer von Rosna übergaben. 1362 wurde Falkenstein als Lehen an die Landgrafen von Lupfen-Stühlingen vergeben, war aber im Besitz derer von Magenbuch. Das Lehen wird 1390 an die Herren von Bubenhofen übertragen. Im Jahre 1516 gilt die Burg als leicht ruinös und wird für 4880 Gulden in Gold von Gottfried Werner von Zimmern mit der Herrschaft Falkenstein gekauft und wieder aufgebaut. 1554 verbindet sich die Herrschaft, bestehend aus Thiergarten, Kreenheinstetten und der Hälfte von Neidingen mit der Herrschaft Meßkirch. Nachdem das Geschlecht der Zimmern 1594 ausstirbt, erben die Grafen von Helfenstein den Besitz. Durch eine Heirat geht die Burg 1627 an das Haus Fürstenberg über. Nach Krahe soll die Anlage 1631 unbewohnbar gewesen sein.
Im Folge des Dreißigjährigen Krieges wird die Burg 1640 aufgegeben. 1717 erfolgt der Abbruch einiger Bereiche. In der Neuzeit wird 1977 bis 1989 die Ruine durch den Verein "Aktion Ruinenschutz Oberes Donautal e.V." und dem Landesdenkmalamt geräumt, saniert und gesichert. Die Ruine ist heute im Besitz des Maximilian Prinz zu Fürstenberg.

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Anfahrt

Burg Falkenstein ist am schnellsten über die A81 Ausfahrt "Tuningen" zu erreichen. Von hier folgt man der B523 nach Tuttlingen, verlässt dort die Bundesstraße Richtung Mühlheim und folgt der Straße über Mühlheim, Fridingen, Beuron und Hausen nach Thiergarten. In Thiergarten hält man sich gleich links und folgt der Straße "Zum Steinbruch". Am Steinbruch zu Fuß weiter über den Wanderweg Richtung Süden (am Steinbruch entlang). Dieser führt nach einem Kilometer direkt auf das Burggelände.

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Literatur


- Günter Schmitt, "Burgenführer Schwäbische Alb- Band 3- Donautal", Biberacher Verlagsdruckerei, 1990, Biberach
- Christoph Bizer, Rolf Götz, "Vergessene Burgen der Schwäbischen Alb", DRW Verlag, 1989, Stuttgart, ISBN: 3-87181-244-7 S.102

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 05.01.2012

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