Ifflinger Schloss, Neuhohenberg

Burg Ifflinger Schloss, Neuhohenberg

Deutschland / Baden-Württemberg

Das Ifflinger Schloss steht heute recht unscheinbar zwischen mehreren Wohnhäusern inmitten der kleinen Ortschaft Fridingen. Das Gebäude diente ursprünglich nur zur Verwaltung der Grafschaft Hohenberg, ruht aber auf den Resten der ehemaligen Wasserburg Neuhohenberg. Die Frontfassade des Gebäudes gehört zur ehemaligen Ringmauer, während die Rückfassade Teil des ehemaligen Wohnturms der Burganlage ist. Im Inneren findet man heute ein Heimatkundemuseum und eine Bücherei. Ein kurzer Blick von der Straße aus lohnt sich, sofern man in der Region unterwegs ist.

Adresse

Burg Ifflinger Schloss, Neuhohenberg
Am unteren Tor
87567 Fridingen a. d. Donau
Parken: im Ort, kostenlos

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Schloss
Burgtyp: Wasserburg
Nutzung: Museum, Bücherei
Lage: 630 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 03:34-19:07 Uhr Info

Zugang

Öffnungszeiten: saisonal
Außenanlage: offen
mehr
Eintrittspreise: Außenanlage: frei
Burg: Museum
Website: Fridingen.de

Baubestand & Beschreibung

In dem kleinen Örtchen Fridingen im malerischen Donautal liegt an der ehemaligen Nordwestseite der Stadtmauer nahe der Donau das Ifflinger Schloss. Das kleine, schmale, schöne Gebäude steht heute in einer Seitenstraße zwischen zwei Garagen. Ursprünglich handelte es sich nur um einen Erweiterungsbau, der aber unter der Familie Ifflinger von Granegg den Namen Ifflinger Schloss erhielt. Es beherbergt heute eine Bibliothek und ein Heimatkundemuseum, das 2013 frisch saniert wurde.

Burg Hohenberg
Das heutige Ifflinger Schloss war ursprünglich Teil einer Burganlage. Es handelte sich um eine kleine Turmburg mit einem großen Wohnturm, der von einer Ringmauer umgeben war. Um diese Ringmauer zog sich ein Wassergraben, der wahrscheinlich von der nahe gelegenen Donau mit Wasser versorgt wurde. Die Burg lag zusammen mit dem Graben innerhalb der Stadtmauer und nahm den Bereich der nordwestlichen Ecke ein. Wahrscheinlich befand sich direkt neben der Burg eines der beiden Stadttore, da die Straße vor dem Schloss "Am unteren Tor" heißt. [1]
Das Ifflinger Schloss war ursprünglich ein Anbau, der direkt an den ehemaligen Wohnturm angrenzte. Die heutige zweigeschossige Rückfassade war zeitgleich die Südostfassade des Wohnturms. Die Frontfassade (Straßenfassade) war ursprünglich Teil der ehemaligen Ringmauer, die die Burg umzog. Man hat also das Schloss zwischen der Fassade des Wohnturms und der äußeren Ringmauer der Burg gebaut. Da die Rückfassade vom Wohnturm höher war, musste man die Vorderfassade mit einem Fachwerkaufsatz erhöhen, so das man ein einheitliches Dach errichten konnte.[1] Später folgten die Giebelwände mit Staffelgiebeln. Gegen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die gesamte Anlage abgerissen, sodass heute nur noch das Schloss erhalten geblieben ist.

Ifflinger Schloss heute
Heute sind nur noch die steinernen Mauern original erhalten. Der Rest ist eine Rekonstruktion aus der Neuzeit, da das Schloss 1942 vollständig ausbrannte. Die Rekonstruktion zeigt das Schloss im Spätmittelalter. Das Gebäude war nie sehr repräsentativ gehalten, da es die längste Zeit nur als Verwaltung der Grafschaft Hohenberg diente.[1]
Bei der Restauration 1981 entdeckte man zwei spätgotische Fenstergruppen aus Haustein, die sich heute von der Straßenfassade aus im zweiten Obergeschoss erkennen lassen. In diesem Stockwerk befindet sich ein Saal, der ursprünglich das Gebäude auf volle Grundfläche einnahm. In der Mitte steht eine Mittelsäule, die die Fachwerkkonstruktion trägt. Sie ist eine Rekonstruktion, basierend auf der originalen Mittelsäule, die nach dem Brand gefunden wurde. Auf dem großen Dach befindet sich heute ein kleiner Glockenturm, der sich vor dem Brand 1942 an selbiger Stelle befand. Die damalige Glocke gilt seit dem Brand als verschollen.

Fazit
Das Ifflinger Schloss ist ein schöner, kleiner, repräsentativer Bau, der im Zuge der Neuzeit recht liebevoll restauriert wurde und sich heute in das Stadtbild integriert. Das Gebäude beherbergt eine Bücherei und ein kleines Museum, die alle Stockwerke des Schlosses einnehmen. Von der Straße aus eröffnen sich Blicke auf die nördliche Giebelwand und die schöne Frontfassade, die ein gern fotografiertes Motiv in Fridingen ist. Auf der Fahrt durch das Donautal sollte man mal einen Blick auf das Schloss in Erwägung ziehen.

Historie

Das Ifflinger Schloss entstand zwischen 1300 und 1330 durch Heinrich von Hohenberg oder durch seinen Vorgänger als Burg Neuhohenberg. Kurze Zeit später kam es zu Ortsgründung Fridingen. Der Ort bildete sich um die Burg herum. Der Name stammt von der Burgstadt Altfridingen, die sich direkt oberhalb des Ortes auf einem Berg befindet. Ein Adel zu Fridingen wird zwischen dem 11. und dem 16. Jahrhundert mehrmals genannt. Es ist aber unklar, ob es sich um den Adel von Fridingen an der Donau oder von Fridingen im Hegau handelt.
Schon ab 1263 ist Burg Neuhohenberg bzw. das Ifflinger Schloss Sitz eines Obervogtes, der für die Verwaltung der oberen Grafschaft Hohenberg verantwortlich ist. Dieser Verwaltungssitz bleibt bis 1688 bestehen.
1372 trägt Graf Rudolf Kaiser Karl IV. die Grafschaft als Lehen auf. Unter Erzherzog Leopold von Österreich bekommt Fridingen in jenem Jahr Stadtrechte verliehen. 1381 kaufte Österreich schließlich die Grafschaft Hohenberg auf.
In der Folge geht die Burg Neuhohenberg als österreichisches Lehen an unterschiedliche Adlige. Nach 1483 ist sie an die Herren von Balgheim, anschließend an die Herren von Stein und die Herren von Enzberg vergeben worden. Unter der Familie Ifflinger von Granegg kommt es zu dem heutigen Namen Ifflinger Schloss. Anfangs nur als Lehen vergeben, kauft Hieronymus Ifflinger von Granegg 1537 die Burg schließlich. Sie bleibt bis 1793 im Besitz der Familie.
Im 30-jährigen Krieg und dem Pfälzischen Erbfolgekrieg werden Stadt und Burg mehrmals beschädigt. 1635 greifen Besatzungstruppen von Hohentwiel die Ortschaft an und zerstören sie fast gänzlich. 1703, 1796 und 1799 folgen Plünderungen durch die Franzosen.
1793 verkauft Karl Alexander Ifflinger von Granegg die Burg auf Abbruch, da Steine für den Wiederaufbau der Ortschaft benötigt werden. Es folgte der Abbruch der mittelalterlichen Ringmauer und vermutlich auch der Stadtmauer. Nach 1800 wird schließlich auch der Wohnturm abgerissen. 1836 erfolgt die Beseitigung der restlichen Schlossmauer und weiterer Gebäude, sodass nur das Ifflinger Schloss erhalten blieb.
Mit dem Verkauf geht das Schloss in den Besitz der Stadt Fridingen über. Nach den zahlreichen Abbrucharbeiten wird der erhaltene Bau als Armenhaus, Schule, Fabrik und später als Lager für die Feuerwehr genutzt.
In der Nacht vom 23. auf den 24. Januar 1942 sorgt ein überhitzter Ofen für einen Schlossbrand, der im dritten Stockwerk des Gebäudes ausbricht. In dieser harten Winternacht beträgt die Außentemperatur -32 °C, weshalb die Löscharbeiten nur zögernd vorankommen. Das Dachgeschoss und das Obergeschoss werden vollständig zerstört. Die Glocke, die sich ursprünglich im kleinen Glockentürmchen auf dem Dach befand, gilt seitdem als verschollen.
Zwischen 1978 und 1981 erfolgte die Restaurierung und der Umbau. Dabei werden gotische Fenster im Obergeschoss im ehemaligen Saal gefunden und freigelegt. Noch während der Restaurierung 1980 werden die ehemalige Pfarrbücherei von 1928 und die Stadtbücherei von 1963 zusammengelegt und in dem Schloss untergebracht. 1987 zieht das Heimatmuseum hinzu.
Nach einem Umbau von über einem Jahr wird am 7. Juni 2013 das Heimatmuseum im Schloss wieder eröffnet und steht der Öffentlichkeit heute wieder zur Verfügung.

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Anfahrt

Das Ifflinger Schloss liegt in Fridingen nahe Tuttlingen. Von der A81 Ausfahrt "Tuningen" auf die B523 Richtung Tuttlingen. In Tuttlingen bei der Kreuzung mit der B14 weiter geradeaus in die Stuttgarter Str. und über Nendingen und Mühlheim an der Donau nach Fridingen.
Innerorts hinter der Brücke über die Donau in der langen Kurve in die Mittlere Gasse und gleich wieder links in die "Am unteren Tor" abbiegen. Das Schloss steht zwischen zwei Garagen.

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Literatur

- Diverse, Herausgeber: Karl Seith, Max Miller, "Historische Stätten VI- Baden-Württemberg- 6. Band", Alfred Kröner Verlag, 1965, Stuttgart
- http://www.fridingen.de/gemeinde/ueber-fridingen/159-virtuellerstadtrundgang.html - letzter Aufruf: 18.01.2015

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Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 18.01.2015

Fußnoten

[1]Der in Kursiv geschriebene Textabschnitt basiert auf eigenen Beobachtungen. Literaturhinweise oder Informationen im Internet wurden dazu nicht gefunden. Das Veröffentlichen und Verbreiten der Informationen ist sowohl in digitaler Form, wie auch in Printform oder im Internet nur als Zitat mit Verweis auf den Autoren und die Website, bzw. die App erlaubt.

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