Burg Nanstein, Nannstein

Burg Nanstein, Nannstein
Deutschland / Rheinland-Pfalz

Inhaltsverzeichnis

Kurz & gut

Die Burg Nanstein bei Landstuhl ist eine imposante Ruine aus dem 13. Jahrhundert und gehört zu den ältesten Burgen in der Pfalz. Sie liegt auf einem Berg über der Stadt Landstuhl und bietet einen atemberaubenden Ausblick auf die umliegende Landschaft.
Burg Nanstein wurde vor 1200 erbaut und diente als Verteidigungsbau während der Kriegszeiten des Mittelalters. Im Laufe der Jahre erweiterte man sie immer wieder, bis sie schließlich im 17. Jahrhundert zerstört wurde und zu einer Ruine verfiel.
Heute ist Burg Nanstein ein beliebtes Ziel für Touristen und Geschichtsinteressierte. Besucher können die imposanten Mauern erklimmen und die Aussicht genießen, während sie mehr über die bewegte Geschichte der Burg erfahren.
Burg Nanstein ist ein faszinierendes Stück Geschichte und einen Besuch wert, wenn man in der Pfalz unterwegs ist.

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Burg Nanstein, Nannstein wird in folgenden Artikeln erwähnt:
Die Schlösser und Burgen um Kaiserslautern

Bilder

Adresse, Karte & Parken


Burg Nanstein, Nannstein
66849 Landstuhl

Parken: Es gibt für Burg Nanstein, Nannstein einen kostenlosen Parkplatz. Von hier beläuft sich der Fußweg zur Anlage auf 200 m.

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Ruine, Festung
Burgtyp: Felsturmburg, Spornburg
Nutzung: Gastronomie
Lage: 320 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 08:14-19:09 Uhr Info

Baubestand & Beschreibung

Burg Nanstein liegt auf einem Sporn oberhalb des Tals des Hembachs. Der Ursprung der Anlage liegt in einer Kernburg, die um 1150 auf einem 12 m hohen Felskamm errichtet wurde. Im 13. Jahrhundert kam die umliegende Burg am Fuß des Felsens hinzu. Zwischen 1519 und 1523 wurde die eindrucksvolle Festungsanlage mit Batterieturm und Rondellen errichtet. In der umliegenden Vorburg der Burg Nanstein, von der sich hauptsächlich nur Grundmauern erhalten haben, liegt heute eine Gastronomie. Die Zutritt zur Kernburg ist kostenpflichtig.

Ein Rundweg gibt interessante Einblicke in die äußere Abwehrstruktur der Burg Nanstein.
Ein Rundweg gibt interessante Einblicke in die äußere Abwehrstruktur der Burg Nanstein.

Rundweg um Burg Nanstein

Auf Burg Nanstein gibt es einen Rundweg, über den man die Anlage umrunden kann. Ein Blick in den Wald verrät, dass die Ablage früher breiter war und noch weiteren Verteidigungsanlagen besaß.

Burg Nanstein - Das große Torhaus mit Wachstube am Eingang zur Sternschanze nahe dem Anschluss der Stadtmauer.
Burg Nanstein - Das große Torhaus mit Wachstube am Eingang zur Sternschanze nahe dem Anschluss der Stadtmauer.

Torhaus mit Wachstube

Der Weg führt zur Talseite, bzw. Westseite der Burg Nanstein, direkt an die alte Stadtmauer, die mit der Burg verbunden war. Vor dieser steht noch ein großes Tor mit Wachstube, das den Eingang in die Sternschanze darstellte. In der Verlängerung zum Tor befinden sich am bewaldeten Hang noch Reste der Stadtmauer. Ein Blick nach oben zeigt die bearbeitete und behauene Felswand, sowie Teile der Wehrmauer und eines Turmes.

Am Eingang zur Kernburg (Treppe rechts) liegen die Ruinen der Vorburg.
Am Eingang zur Kernburg (Treppe rechts) liegen die Ruinen der Vorburg.

Die Vorburg mit Ausbau von 1519

An der Nordseite der Burg Nanstein sind die Ruinen des Ausbaus von 1519 zu erkennen. Beim Umwandern macht als erstes die Ecke der Kapelle (laut Krahe) auf sich aufmerksam, die noch Ansätze von Spitzbogenfenstern und Säulen eines Gewölbes beherbergt. Spuren einer sakralen Einrichtung und des Altars zeugen von der Nutzung als heiliger Ort.
Vollständig erhalten ist der Durchgang mit Türsturz zu den Nachbargebäuden. Von dem anliegendem Bau sind ab dem Durchgang nur noch Fundamente zu erkennen. Direkt dahinter befindet sich die Treppe hoch in die Kernburg und die Unterburg der Burg Nanstein.

Eine weitläufige Unterburg umgibt den Felsen der Kernburg von Burg Nanstein.
Eine weitläufige Unterburg umgibt den Felsen der Kernburg von Burg Nanstein.

Der Ausbau am Fuße der Kernburg

Die mittelalterliche Kernburg nahm ursprünglich einen Felsen ein, zu dessen Füßen mit Aufkommen der Feuerwaffen Festungselemente errichtet wurden. Im Osten befindet sich der Rondellturm, den man schon vom Parkplatz aus gesehen hat. Dieser lässt sich durch einen restaurativen Ausbau vollständig durchlaufen. Im Süden erstreckt sich die südliche Plattform mit einem zweiten Rondell.

Das Rondell schützte Burg Nanstein zum Halsgraben und zur Angriffsseite hin.
Das Rondell schützte Burg Nanstein zum Halsgraben und zur Angriffsseite hin.

Die Kernburg, Oberburg

Die Kernburg ist zentraler Mittelpunkt der gesamten Anlage. Sie wurde der Form des Felsens angepasst und fällt sehr schmal aus. Das westliche Ende wird von einem wiederaufgebauten Turm mit anliegender Wehrplattform dominiert. Vor diesem erstreckt sich eine längere, freie Wiese, die noch einige Fundamente aufweist. Im östlichen Bereich befindet sich der Aufstieg und die ehemalige Schildmauer, die einst die Funktion des Batterieturmes einnahm. Noch erkennbare Gebäudereste deuten auf eine einstige, kompakte Bebauung hin.

Von der Unterburg erkennt man den mächtigen Felsen, auf dem die Kernburg der Burg Nanstein stand. Ursprünglich verdeckten dicke Mauern den Felsen.
Von der Unterburg erkennt man den mächtigen Felsen, auf dem die Kernburg der Burg Nanstein stand. Ursprünglich verdeckten dicke Mauern den Felsen.

Die Kernburg der Burg Nanstein war eine enge Konstruktion aus mehreren Gebäuden, die ab dem 16. Jahrhundert durch Treppentürme mit den Bereichen am Fuß des Felsens verbunden wurde. Durch den Bau auf den blanken Felsen sind nur wenige Mauern erhalten geblieben. Highlight ist die erhaltene Schildmauer, die im 16. Jahrhundert nochmals verstärkt wurde. Zudem haben sich Kammern und Durchgänge im Felsen erhalten.
Von der Atmosphäre her ist Burg Nanstein sehr angenehm. Die Burg ist eine Mischung aus Festung und enger, mittelalterlicher Felsburg. Die verwinkelte Struktur lädt zum Entdecken und eine weiter Aussicht zum Verweilen ein. Ein Besuch lohnt sich.

Historie

Die erste schriftliche Erwähnung der Burg Nanstein in Landstuhl ist aus dem Jahr 1189. Sie gehörte zum staufischen Befestigungssystem, das Kaiser Friedrich Barbarossa im südwestlichen Teil des alten Reichslands errichtet hatte. Barbarossa ernannte die Burg zum Sitz eines Reichsministerialen, der die Verwaltung überwachte. Mit der Zeit wurde das Lehen jedoch vererbt und die Burg Nanstein wurde zwischen mehreren Familien geteilt. Dies führte zu unsystematischen Aus- und Anbauten, die die Wehrfähigkeit der Burg beeinträchtigten.
1482 wurde der Ritter Schweickhardt von Sickingen Teilhaber der Burg. Sein Sohn Franz konnte die Burg bis 1518 durch Zahlungen an die anderen Familien ganz in seinen Besitz bringen. Er versuchte Burg Nanstein zu einer modernen Festung mit Widerstandskraft gegen schwere Geschütze auszubauen, aber diese Bemühungen scheiterten.
Im September 1522 griff Franz von Sickingen das Fürstbistum Trier an. Er verlor die Oberhand und zog sich auf Burg Nanstein zurück. Im Frühjahr 1523 folgte der Gegenschlag und die Burg wurde von den Heeren dreier Reichsfürsten angegriffen. Nach zweitägigem Beschuss im April bzw. Mai 1523 fällt die Anlage. Franz starb an den Folgen einer Verletzung am 7. Mai und sein Besitz wurde beschlagnahmt und teilweise zerstört.
Franz Söhne und Enkel bauten die Burg Nanstein ab 1543 wieder auf, was um 1600 zu einem prächtigen Renaissanceschloss führte. Die Anlage wurde mit der Stadtmauer verbunden.
Nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1648 besetzte Herzog Karl IV. von Lothringen aufgrund von Schulden des Reichs bei ihm Burg Homburg, Landstuhl und Burg Hammerstein.
Im Jahre 1668 eroberte Landesherr Pfalzgraf und Kurfürst Karl I. Ludwig Landstuhl und das Schloss zurück. Er lässt Burg Nanstein sprengen, da laut dem Vertrag von 1542 eine militärische Nutzung der Anlage verboten war. Danach belehnte er die Sickinger erneut mit der Herrschaft über Landstuhl.
In den darauffolgenden Jahren wurde das Anwesen notdürftig wiederaufgebaut, aber schon 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen endgültig zerstört.

Eintritt und Öffnungszeiten

Stand: 2023
Eintrittspreise oder Öffnungszeiten nicht mehr aktuell? Hier bitte einreichen.
Öffnungszeiten: Saisonal
Vorburg: offen
Kernburg:
Jan-März:
Di-Fr:
10.00-16.00Uhr
Apr-Sept:
Di-Fr:
9.00-18.00Uhr
Okt-Nov:
Di-Fr:
10.00-16.00Uhr
Dez: geschlossen
Eintrittspreise: Vorburg: frei
Kernburg: kostenpflichtig
Erwachsene: 2,10 €
Schüler: 1,10 €
Rentner, Studenten: 1,10 €
Behinderte: 1,10 €
Gruppe (>20Pers): 1,60 € p.P.
Schulklassen: 0,50 € p.P.
Kontakt: Burgführung:
Fr. Glantz
Tel: 06371 / 92 34 15
Fax: 06371 / 92 34 40
Website: Landstuhl.info/burg

Anfahrt

Die Burg Nanstein liegt auf einem Felsen oberhalb von Landstuhl bei Kaiserslautern. Über die A6 Ausfahrt “Landstuhl Ost“ Richtung Stadtmitte, vorbei an der Esso-Tankstelle. An der Dreieckskreuzung rechts und dann geradeaus bis in die kleine Gasse “Schlossstraße“. Die nächste Straße, die links eng zwischen zwei Gebäuden abgeht, führt direkt zur Burg, wobei man auf dem Weg nicht zum Hotel abbiegen sollte.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 26.02.2023, 06.07.2005


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