Burg Monschau

Burg Monschau

Burg Monschau

Deutschland / Nordrhein-Westfalen

Burg Monschau thront malerisch oberhalb der gleichnamigen Stadt auf einem auslaufenden Sporn in einer Flussschleife der Rur. Die schöne Anlage wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweitert, sodass man heute auf eine Unter- und eine Oberburg stößt. Die Oberburg beherbergt eine Jugendherberge. Die Vorburg der Oberburg wird gerne im Sommer für klassische Events genutzt, die viele Opern-Fans aus dem gesamten Land anzieht.
Von der Bausubstanz her geht Burg Monschau bis in das 12. Jahrhundert zurück. Es haben sich trotz großzügigem Wiederaufbau viele Elemente erhalten, die an die mittelalterliche Wehranlage erinnern. Sehenswert ist vor allem der Eselsturm, der noch heute den einzigen Fahrweg in die Burg bewacht.
Zusammen mit dem Haller und der malerischen Altstadt von Monschau ist Burg Monschau ein absolutes Muss bei Ausflügen in der Region. Es lohnt sich!

Burg Monschau 1
Burg Monschau 2

Baubestand & Beschreibung

Burg Monschau

Burg Monschau thront auf einem weitläufigen Bergsporn in einer Flussschleife der Rur oberhalb des malerischen Ortes Monschau. Die Anlage stammt aus der Zeit um 1190 und ist vermutlich die Nachfolgerin der nördlich gelegenen Burg Haller.
Nach einer Zerstörung in einer Fehde im Jahre 1543 wurde Burg Monschau großzügig verändert. Auch nach einer starken Beschädigung im Pfälzischen Erbfolgekrieg kam es zur Wiederherstellung für militärische Zwecke. Heute befindet sich in der Anlage eine Jugendherberge. Zahlreiche klassische Veranstaltungen ziehen jedes Jahr vor allem Opern-Fans aus allen Ecken des Landes an.

Burg Monschau besteht aus einer Oberburg und einer Unterburg. Die Oberburg thront auf dem höchsten Punkt des Bergrückens. Von hier expandierte die Anlage über die Jahrhunderte, bis sie schließlich den gesamten östlichen Burgberg einnahm. Es entstanden die Unterburg und etwas später die zahlreichen Zwingeranlagen, die Burg Monschau zum Ort hin schützten.
Der Zugang erfolgt heute wie damals von Norden her. Der Weg verläuft über die Unterburg durch mehrere Torzwingeranlagen zum Tor der Oberburg.

Burg Monschau - Der Eselsturm
Burg Monschau - Der mächtige Eselsturm lässt heute noch die Aussparung der Zugbrücke erkennen. Der mächtige Bau steht zur Hälfte im Halsgraben.

Unterburg - Eselsturm und Brücke

Ursprünglich besaß Burg Monschau nur einen Eingang von Norden her. Über einen Halsgraben, der heute noch deutlich erkennbar ist, führt eine steinerne Brücke direkt vor den Eselsturm. Der letzte Part der steinernen Brücke war ursprünglich eine hölzerne Zugbrücke, deren Aussparung man noch am mächtigen Turm erkennen kann.
Der Eselsturm stammt aus der Zeit von vor 1370 und wird in jenem Jahr schriftlich als "Neuer Turm" erwähnt. 1517 baut man ihn zum mächtigen Batterieturm aus und bestückt ihn mit leichten Geschützen.
Das hohe Bauwerk steht seit dem Umbau zur Hälfte im Halsgraben. Der Turm besitzt im Inneren drei Geschosse. Die Durchfahrt weist eine gewölbte Decke mit Rechteckblende für die Zugbrücke auf. Im obersten Stockwerk lassen sich an der Außenmauer noch die Reste eines Rundbogenfrieses erkennen. Die einzelnen Stockwerke sind nur über eine Wandtreppe in der Mauer miteinander verbunden. Jedes Stockwerk ist kuppelartig überwölbt und mit jeweils fünf Schießkammern ausgestattet.
1990 wurde der Turm basierend auf alten Ansichten des 19. Jahrhunderts nach seinem Verfall wieder rekonstruiert und mit einem Obergeschoss bzw. einer Wehrplatte versehen. Heute trägt er zudem ein Haubendach.

Unterburg

Hinter dem Eselsturm beginnt die Unterburg der Burg Monschau. Zusammen mit ihren Zwingeranlagen war sie mehr als doppelt so groß wie die Oberburg.
Direkt hinter dem Eselsturm schließt auf der rechten Seite ein kleiner Gebäudekomplex an. Hierbei handelt es sich um ein Wachhaus mit Stallungen aus Bruchstein aus dem Jahre 1586. Der schmale, heute verputzte Bau lehnt an der Wehrmauer der Oberburg an und verengt den Durchgang.
Ihm schräg gegenüber befindet sich das alte Wohnhaus des Burgkommandanten aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. An der Südseite des Kommandantenhaus wurde ein weiterer Bau angebaut, der eine große Tordurchfahrt aufweist. Vermutlich handelte es sich um eine Remise. Vor dem Bau trennen sich die Wege zur Unter- und zur Oberburg.

Burg Monschau - Die Burgkapelle
Burg Monschau - Die Burgkapelle steht mitten in der Unterburg.

Unterburg - Burgkapelle

Ein Großteil der Unterburg von Burg Monschau dient heute als Parkplatz für die umliegenden Gebäude. Im Zentrum der Anlage steht die alte Burgkapelle, die 1369 erstmals urkundlich erwähnt wird. Sie wurde vermutlich unter den Burggrafen von Schönhorst errichtet und ist den Heiligen Martin und Josef geweiht. Heute dient sie als Kommunikationszentrum des sich hier befindlichen Altenheims.
Der Chor der Burgkapelle steht an der östlichen Ringmauer. Er ruht auf einem ehemals quadratischen Wehrturm, der hier in beide Richtungen die Wehrmauer flankierte. Sowohl der Turm, wie auch der Chor stammen aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhundert. Mehrere Schießscharten weisen noch auf die Funktion des Wehrturms hin.

Unterburg - Kasernenbau

Südlich der Burgkapelle der Burg Monschau schließt direkt der Kasernenhof aus dem 17. Jahrhundert an. Er beherbergt heute ein Altenheim und liegt leicht abseits vom Rest der Burg. Mittelpunkt des lang gezogenen Baus ist ein halbrunder Turm, der aus der Ringmauer heraussteht. Das zweigeschossige Bauwerk wurde damals im Kasernenbau verbaut und unter dem Mansarddach mit Schweifhaube im 20. Jahrhundert mit integriert. Man verlängerte den Kasernenbau beidseitig um 1900 beim Umbau zum Hospital. Er erhielt zudem ein weiteres Obergeschoss.

Oberburg

Die Oberburg der Burg Monschau belegt den höchsten Punkt der gesamten Anlage. Sie teilt sich in Kern- und Vorburg. Während der Südteil von der Vorburg eingenommen wird, bestimmt die Kernburg das Bild des nördlichen Bereiches.

Burg Monschau - Das Doppelturmtor
Burg Monschau - Der Zugang zur Oberburg ist durch zwei Tore gesichert. Das hintere Tor ist das mächtige Doppelturmtor.

Oberburg - Vorburg

Die Vorburg der Burg Monschau ist nahezu rechteckig und nimmt den kompletten südlichen Bereich des oberen Burgbergs ein. Einer Ringmauer mit mehreren Türmen umgibt das Ensemble.
Der Zugang erfolgt heute wie damals über ein Doppelturmtor an der Südostecke. Vor der Doppelturmtoranlage liegt ein rundbogiges Tor, das durch einen Wehrturm flankiert wird. Über eine Rampe führt der Weg durch das rundbogige Tor, knickt abrupt nach rechts ab und endet vor dem Doppelturmtor.
Das Doppelturmtor besteht aus einem spitzbogigen Tor, vor dem anscheinend einst eine Zugbrücke lag. Es wird links und rechts von zwei hohen Türmen flankiert, die auf ihre vermutete ehemalige Höhe rekonstruiert wurden. Heute tragen die beiden Türme flachen Kappen. Vor dem Tor befindet sich ein Torzwinger, der recht eng gehalten ist. Das spitzbogige Tor ist aus Nideggener Sandstein und führt bergauf direkt auf den Hof der Vorburg der Oberburg.
Die Vorburg der Oberburg ist vollständig frei von Gebäuden. Auf der hohen Ringmauer wurde ein Wehrgang rekonstruiert. Die große Freifläche dient heute vor allem als Event-Location für die berühmten Festspiele auf Burg Monschau. Fast ganzjährig findet man hier Aufbauten für Events.
Von der Vorburg aus eröffnet sich der Blick auf die Kernburg, die direkt im Norden an die Vorburg anschließt. Im Osten führt ein Weg über einen Zwinger zum Teil um die Kernburg herum, sodass eine Betrachtung von außen möglich ist. Auch gelangt man von hier in das Obergeschoss des Eselsturms.

Burg Monschau - Blick auf die Kernburg der Oberburg
Burg Monschau - Von der Vorburg eröffnet sich ein Blick auf die Kernburg. Das Tor wurde einst durch den Bergfried geschützt.

Oberburg - Kernburg

Die Kernburg der Oberburg ist der älteste Teil der Burg Monschau und geht auf das Ende des 12. Jahrhunderts zurück. Von hier begann die Ausbreitung über den Burghügel. Ihr einziger Zugang verlief ursprünglich über ein sehr enges und kleines Tor von der Vorburg aus.
Die Kernburg ist noch heute das Zentrum der Burg Monschau. Sie ist dreieckig und beherbergt einige Gebäude, die sich um einen kleinen Hof anordnen. Die Westseite wird durch einen mächtigen Palas eingenommen. Ihm gegenüber steht an der Ostseite neben dem ehemaligen Tor die Ruine des schlanken, rechteckigen Bergfrieds. Er besaß eine Seitenlänge von 7 m und flankierte den gesamten Torbereich.
Noch deutlich erkennbar ist die ausschließliche Nutzung von Bruchstein so wie überall in der Burganlage. Nach Norden und Westen wird die Kernburg der Oberburg durch steile Hänge und den Halsgraben gesichert.
Die vorhandenen Gebäude der Kernburg lassen deutlich erkennen, ob sie Rekonstruktionen, Neubauten oder originale Bausubstanz sind. Heute unterliegt die Kernburg der Nutzung als Jugendherberge und ist teilweise stark verändert. Dennoch lässt sich ihre dreieckige Form mit dem Palas an der Westseite und dem Bergfried an der Ostseite deutlich nachvollziehen.

Burg Monschau - Blick auf den Ort Monschau
Burg Monschau - Von der Burg eröffnen sich immer wieder wunderschöne Sichtachsen auf den malerischen Ort Monschau.

Fazit

Burg Monschau wurde im Laufe der Zeit stark verändert und dient heute als Jugendherberge und Event-Location. Dennoch hat sie teilweise ihren alten Charme nicht verloren und überzeugt mit mächtigen Wehranlagen und einer herrlichen Aussicht über das malerische Monschau.

Historie

Ende 12. Jahrhundert
Vermutlich wurde Burg Monschau zu dieser Zeit von den Herzögen von Limburg errichtet. Man geht davon aus, dass als Vorgängeranlage die Burg Haller in unmittelbarer Nähe gedient hat.

1198
Burg Monschau wird erstmals als "Castrum Munioie" schriftlich erfasst. Ein Adeliger hat sich in der Urkunde nach der Burg benannt.

nach 1225
Eine Seitenlinie der Herzöge von Limburg kommt auf die Burg Monschau. Sie folgten den Grafen von Berg.

1269
Die beiden Herrschaften Monschau und Valkenburg (heute Niederlande) werden vereinigt.

1342
Die Siedlung Monschau wird unter dem Namen "Tal" erstmals erwähnt.

1354
Burg Monschau fällt mit Territorium an die Markgrafen von Jülich. Es folgt eine Verpfändung an die Herren von Schönforst.

1369
In der Vorburg wird anscheinend eine neue Kapelle errichtet.

1435
Monschau wird der Herrschaft Jülich einverleibt.

1476
Monschau erhält Stadtrechte.

1543
In einer Fehde zwischen Kaiser Karl V. und Herzog Wilhelm V. von Jülich werden Stadt und Burg Monschau schwer beschädigt.

17. Jahrhundert
Die Stadt Monschau wächst und wird wohlhabend durch das Tuchgewerbe. Zudem beginnt man in Höhlen mit dem Abbau von Schiefer. Bis in das 20. Jahrhundert bilden sich unterhalb der Burg Schieferstollen, die im Zweiten Weltkrieg von der Bevölkerung als Bunker genutzt werden.

1609
Im Jülich-Klevischen Erbfolgestreit wird Burg Nordschau von brandenburgischen Truppen besetzt.

1622
Die Spanier erobern die Anlage, womit Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg neuer Besitzer der Herrschaft wird.

1689
Der Pfälzischen Erbfolgekrieg hinterlässt schwere Schäden in Stadt und an der Burg.

17. / 18. Jahrhundert
Die Unterburg wird zur Kaserne für die kurpfälzische Invalidenkompanie.

1796
Burg Monschau gelangt in Privatbesitz.

1836 und 1837
Da auf jedes Haus mit Dach Steuern zu zahlen sind, nimmt der Privatbesitzer der Burg Monschau alle Dächer ab. Durch eindringendes Regenwasser und Witterung beginnt ein schneller Verfall.

1857
Die alte Kaserne in der Unterburg wird zum Maria-Hilf-Hospital - einem Altenheim.

1900
Burg Monschau wird von der Stadt Monschau gekauft und bis 1912 vor dem Verfall gesichert. Dies betrifft vor allem die Oberburg.

1930
Der verfallene Palas wird nach Plänen des Regierungsbaurats Ernst Stahl als Jugendherberge wieder aufgebaut.

1971
Christo verpackt die Burg im Zuge eines Kunstprojekts.

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Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Monschau erwähnt:

Große Burg Monreal, Burg Haller, Burg Nideggen

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 29.08.2019


Burgen in der Umgebung

Burg Haller

Ruine
52156 Monschau
Entfernung: 0.35 km

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