Burg Harburg

Burg Harburg
Deutschland / Bayern

Inhaltsverzeichnis

Kurz & gut

Burg Harburg gehört zu den schönsten Burgen Bayerns und damit auch zu den schönsten Schlösser und Burgen in Deutschland. Die Anlage entstand im 11. Jahrhundert und wurde in der Folgezeit immer wieder erweitert. Es haben sich die eindrucksvolle Ringmauer, sowie die Mehrheit der GebĂ€ude erhalten. Bis heute wird der Ursprung des Sprichworts „Holzauge sei Wachsam!“ der Burg zugeordnet. Dieses geht auf spezielle Schießscharten zurĂŒck. Die FĂŒhrung ist sehr interessant und hat ihren Schwerpunkt auf mittelalterliche Redewendungen und das damalige Leben auf der Burg. Es wird zudem das Schlossgespenst vorgestellt.

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Burg Harburg wird in folgenden Artikeln erwÀhnt:
Die Schlösser und Burgen um Nördlingen
Die schönsten Schlösser und Burgen in Deutschland

Bilder

Adresse, Karte & Parken


Burg Harburg
Burgstraße 1
86655 Harburg

Parken: Es gibt fĂŒr Burg Harburg einen kostenlosen Parkplatz. Von hier belĂ€uft sich der Fußweg zur Anlage auf 200 m.

Kurzinfo

Punkte:
Zustand: Burg
Burgtyp: Spornburg
Nutzung: Gastronomie, Museum
Lage: 478 m.ü.NN.
Sonnenlicht: 07:42-19:12 Uhr Info

Baubestand & Beschreibung

Burg Harburg liegt auf einem Berg hoch ĂŒber der Wörnitz. Der Parkplatz befindet sich heute sĂŒdlich der Burg, in den alten Ă€ußeren Wehranlagen zum BergrĂŒcken hin. Von hier eröffnen sich die erste Blicke auf die hohe und imposante Schildmauer, die nur einen kleinen Teil der intakten Anlage darstellt. Burg Harburg gehört zu den besterhaltenen Burgen SĂŒddeutschlands. Die Anlage befindet sich im Besitz der Familie derer von Wallerstein, die vom nahe gelegenen Schloss Wallerstein stammen. Seit einigen Jahren kĂŒmmern sie sich um die Burg und sorgen fĂŒr die Pflege und Instandhaltung.
Burg Harburg betritt man heute wie damals ĂŒber den mittelalterlichen Zugang. Der Weg fĂŒhrt durch das untere Tor in den ehemaligen Zwinger, der Wachstube und RĂ€umlichkeiten enthĂ€lt. Über das Obere Tor geht es in die ehemalige Vorburg, von der heute noch die Roten Stallungen und die Zehntscheune erhalten geblieben sind. Die Vorburg war ungefĂ€hr genauso groß wie die Kernburg und lag auf einer Terrasse am Hang im Norden der Kernburg. Noch deutlich zu erkennen sind der Wasserturm, der Glockenturm und der Weiße Turm. Letzterer war Bestandteil der Verteidigungsanlage zur Vorburg hin und flankierte das Tor der Kernburg, das heute noch ein Fallgitter beherbergt.
Die Kernburg ist der besterhaltene Part der Burg. Sie beinhaltet heute ein Museum, einen kleinen Souvenirladen, ein Restaurant, sowie eine Kirche und ein großes BĂŒcherarchiv. Umgeben von einer vollstĂ€ndig erhaltenen Ringmauer mit VerstĂ€rkung zur Schildmauer im SĂŒden, strahlt die Kernburg eine gewisse Wehrhaftigkeit aus. Die Anlage beherbergt heute noch die beiden ehemaligen Bergfriede (genannt: Faulturm und Bergfried), den Palas, eine Kirche, den alten Saalbau, eine Vogtei, einen Brunnen, das alte Kastenhaus, einen GefĂ€ngnisturm und eine Pfisterei. Alle GebĂ€ude lehnen an der Ă€ußeren Ringmauer an und sind vom zentralen Hof aus erschlossen. Der Bergfried war anfangs ĂŒber einen Eingang zum Hof hin erschlossen, erhielt aber spĂ€ter einen Zugang mit ZugbrĂŒcke vom Wehrgang der Ringmauer aus. Die meisten GebĂ€ude weisen unter anderem noch Buckelquader und Wehrelemente auf. Aus dem Barock stammen die Kirche und der Saalbau, die typische epochale Verzierungen wie Eckquader aufweisen. Fast alle Fenster beherbergen FensterlĂ€den, die mit dem Wappen der Familie geschmĂŒckt sind. Zum Schutz einzelner Fassaden wurden witterungsbestĂ€ndige Zementputze aufgetragen, die den GebĂ€uden Einheitsfarben verleihen. In der Mitte befindet sich der Brunnen, der heute noch eine stolze Tiefe von 52 Metern aufweist und zur BlĂŒtezeit mehr als 102 Meter tief (laut FĂŒhrung 102m, laut Literatur 127m) war. Der Besucher hat die Möglichkeit die GebĂ€ude von außen zu erkunden, der Innenbereich ist nur im Zusammenhang mit einer FĂŒhrung besuchbar. Einige GebĂ€ude, wie z.B. der alte Palas beherbergen RĂ€umlichkeiten, die der Öffentlichkeit nicht zur VerfĂŒgung stehen. Im alten Palas befindet sich heute ein Archiv, das ĂŒber 5 km Buchregale aufweist.
Die FĂŒhrung findet innerhalb der Öffnungszeiten jede volle Stunde statt. Sie fĂŒhrt durch viele Bereiche der Burg und deckt zahlreiche Seltenheiten auf, die untere anderem nur noch auf Burg Harburg in Originalzustand zu finden sind. Zudem werden Theorien widerlegt, die im Laufe der fortschreitenden Forschung der Historie großen Anklang fanden. Es wird zum Beispiel auf die Benutzung von Pech eingegangen, das angeblich auf den anrĂŒckenden Feind gegossen wurde. Pech war sehr teuer und schwer zu gewinnen. Auf Harburg ist man daher der Meinung, dass man ungelöschten Kalk (wirkt zersetzend) auf den Feind warf.
Die FĂŒhrung beginnt in der Kirche, ein evangelischer Sakralbau. Es wird auf die Kirche und das Geschlecht derer von Harburg eingegangen. Über den ehemaligen Kirchengarten geht es ĂŒber eine Treppe am Wasserturm auf den alten Wehrgang, ein original erhaltener ĂŒberdachter Gang aus dem Mittelalter, der sich einmal auf der Ringmauer entlangzieht. Über diesen wird die FĂŒhrung in die einzelnen GebĂ€ude der Burg fortgesetzt. Beim Betreten des Wehrgangs stĂ¶ĂŸt man auf zwei Einzigartigkeiten: Treppen aus vollem Holz und sogenannte Kugelschießscharten. Die Kugelschießscharten sind Erfindungen aus der Zeit der ersten BĂŒchsen (VorlĂ€ufer von Gewehren). Sie bestehen aus einer Kugel aus Holz, durch die ein Loch fĂŒhrt. Die Kugel ist eingefasst in einem entsprechenden Loch in der Wand. Die Konstruktion lĂ€sst sich in der Wand in alle Richtungen drehen und die darin steckende Waffe in alle Richtungen abschießen. Man vermutet, dass der Spruch “Holzauge sei wachsam“ hier entstanden ist, da die Kugelschießscharte einem ĂŒberdimensionalen Holzauge gleicht.
Weitere Elemente der FĂŒhrung sind das alte Gericht, das heute unter anderem als Standesamt genutzt wird, das GefĂ€ngnis im Bergfried mit Wachraum, sowie zwei Zellen und einem so genannten Schwitzkasten, die sĂŒdliche Schildmauer, zwei Drittel des Wehrgangs der Ringmauer und der alte Saalbau. ZusĂ€tzlich zu bewundern sind eine kleine RĂŒstungskammer mit ArmbrĂŒsten, RĂŒstungen und Schusswaffen und das Schlossgespenst, das sich im alten Verlies befindet.
Die FĂŒhrung befasst sich unter anderem sehr genau mit den RĂ€umlichkeiten, wie auch mit dem Alltagsleben der Burgbewohner. Die ErzĂ€hlungen reichen vom Verbrauchen und Nutzen von Federn zum Schreiben bis hin zum Wassertransport und der ErnĂ€hrung und den Kosten von Nutztieren. Sind Kinder bei der FĂŒhrung anwesend, wird sehr pĂ€dagogisch vorgegangen und jede Einzelheit genauestens und kindgerecht erklĂ€rt.
Von der AtmosphĂ€re her ist Burg Harburg sehr angenehm. Bei der Burg hat man es geschafft, privaten und geschlossenen Bereich von öffentlichen zu trennen und Nutzungen separat von einander unterzubringen. Durch zahlreiche Seltenheiten und eine vollstĂ€ndig erhalten Ringmauer mit Wehrgang wirkt die Burg sehr urig und wehrhaft. Einzelne Bauten weisen Buckelquader auf und erinnern an eine lange Geschichte. Obwohl viele Bereiche nur mit der FĂŒhrung zu besichtigen sind, hat der Besucher eine gewisse Bewegungsfreiheit, die sehr zum Erkunden und Bestaunen der einzelnen Bestandteile einlĂ€dt.

Historie

Die erste Urkundliche Nennung findet unter dem Namen “Horeburc“ im Jahre 1093 statt. 1150 wird sie unter den Staufern durch Heinrich, dem Sohn König Konrads III. genannt. König Konrad IV. bewohnt die Harburg im Jahre 1239. König Adolf von Nassau verpfĂ€ndet die Anlage an die Grafen von Oettingen im Jahre 1295. Die Oettinger erhalten die Burg von Kaiser Sigmund 1418 als Geschenk aufgrund besonderer Verdienste. Harburg bleibt bis 1731 im Besitz derer von Oettingen, in jenem Jahr stirbt die mĂ€nnliche Seite der Oettinger aus. Eine Nebenlinie namens Oettingen-Wallerstein erbt die Anlage und behĂ€lt sie bis heute. Ab 1948 ist der Palas von Harburg Lager fĂŒr die Bibliothek der Oettinger, die ĂŒber 5 km BĂŒcher enthĂ€lt. Unter anderem wurden Teile der Bibliothek bis heute verkauft.

Eintritt und Öffnungszeiten

Eintrittspreise oder Öffnungszeiten nicht mehr aktuell? Hier bitte einreichen.
Öffnungszeiten: Saisonal
Burghof: offen
FĂŒhrungen (jede Std.):
Apr-Nov:
tÀglich:
10.00-17.00 Uhr
Eintrittspreise: Burghof: frei
FĂŒhrung: kostenpflichtig
Erwachsene: 5,00€
Kind (<16J):3,00€
Student: 3,00€
Gruppe (>15Pers): 4,50€ p.P.
Schulklassen: 3,00€ p.P.
MusikfĂŒhrung: 7,00€
Website: Fuerst-Wallerstein.de

Anfahrt

Burg Harburg liegt im gleichnamigen Ort, nördlich von Augsburg. Zu erreichen sind Ort und Burg ĂŒber die A6 Ausfahrt “Ansbach“ und ĂŒber die A8 Ausfahrt “Augsburg West“. Von der A6 aus sollte man ĂŒber die B13 nach Weißenburg fahren und hier auf die B2 wechseln. Dieser folgt man nach Donauwörth und wechselt in jenem Ort auf die B25, die direkt durch Harburg fĂŒhrt.
Von der A8 Ausfahrt “Augsburg West“ folgt man der B2 nach Donauwörth und wechselt auf die B25 Richtung Harburg. In Harburg ist die Burg ausgeschildert.

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Gastronomie

Burg Harburg beherbergt neben dem Tor ein kleines Restaurant, das unter anderem auf dem Hof SitzplĂ€tze anbietet, die vor allem zum Genießen des Ambientes einladen.

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 08.06.2007


5 Kommentare

  1. „Auf Harburg ist man der Meinung, dass man ungelöschten Kalk in Wasser mischte (die Mischung wirkt zersetzend) und dieses auf die Feinde goss.“
    Dazu meine Anmerkungen: ungelöschter Kalk mit Wasser ergibt gelöschten Kalk (den man z.B. zum WĂ€nde streichen verwendet), aber er hat keine Ă€tzende Wirkung mehr. Und diese KalkbrĂŒhe wĂŒrde nur an der Mauer runterlaufen, entsprechend wie Pech. Ungelöschter Kalk ist pulverförmig. Dieses Pulver aus den Öffnungen in der Mauer nach außen geschĂŒttet, verteilt sich auf die Feinde, in die Augen, Nasen, Mund und wirkt dort zusammen mit den feuchten SchleimhĂ€uten Ă€tzend.

  2. „Im alten Palas befindet sich heute ein Archiv, das ĂŒber 15km Buchregale aufweist.“
    Dazu: Das Archiv hat eine GrĂ¶ĂŸe von 5 Regal-km (Ich bin dort öfters), davon sind 3,5 km im Palas und der Rest in einem anderen GebĂ€ude auf der Burg

  3. „Ab 1948 ist der Palas von Harburg Lager fĂŒr die Bibliothek der Oettinger, die ĂŒber 5 km BĂŒcher enthĂ€lt. Unter anderem wurden Teile der Bibliothek bis heute verkauft.“
    Evtl. haben sich da zwei Dinge, Bibliothek und Archiv, vermischt.
    Bibliothek: Diese kam 1948 auf die Harburg und wurde 1980 an die Uni-Bibliothek Augsburg verkauft. Wie groß diese war, weiß ich nicht. Aber ich nehme an, daß sie kleiner war (5 km bringt man da nicht unter). siehe auch
    https://www.bibliothek.uni-augsburg.de/sondersammlungen/oettingen_wallerstein/geschichte/uba/
    Archiv: 1991 kamen die beiden oettingischen Archive (Oettingen-Wallerstein und Oettingen-Spielberg) auf die Harburg (BurgfĂŒhrer Harburg, S. 29 u. 40) und sind immer noch dort. Beide Archive zusammen haben 5 km.
    FĂŒr die Burg als solches ist das nicht so wichtig, nur eben zur Klarstellung.

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