Foteviken, Höllviken

Burg Foteviken, Höllviken

Burg Foteviken, Höllviken

Schweden / Schweden

Foteviken ist eine mittelalterliche Burg der späteren Wikinger. Die Anlage lag in der gleichnamigen Bucht und schützte die Kriegsflotte, die hier im Winter repariert wurde. Bis heute hat sich nur der Wall erhalten. Mit dem Einzug des Freilichtmuseums entstanden zahlreiche Gebäude und Abwehranlagen, die mit den Mitteln und den Handwerksgeräten der damaligen Zeit errichtet wurden. Die Mitarbeiter des Museums laufen in alter Kleidung über das Gelände und beantworten auf mehreren Sprachen alle Fragen zum Leben im 10. Jahrhundert. Ein Besuch lohnt sich!

Burg Foteviken, Höllviken 1
Burg Foteviken, Höllviken 2

Baubestand & Beschreibung

Die Wikingerburg Foteviken ist eine klassische Wallanlage in Randsituation. Zum Landesinneren war sie durch einen Wall mit vorliegendem Graben geschützt. Zum Strand hin sorgte eine kleine natürliche Steilküste als Abwehranlage. Ein Abstieg führte wahrscheinlich zu einem kleinen Hafen, der sich am Strand befand. Die Burg beherbergte mehrere Häuser und eine abgesonderte Kernburg. Heute gehört das Areal zu einem Freilichtmuseum und kann vollständig besucht werden.
In dem hufeisenförmigen Wall befanden sich an der Nord- und der Südseite zwei Tore. An der Nordseite steht bis heute eine Motte (aufgeschütteter Hügel), der anscheinend einen Turm aus Holz trug. Wahrscheinlich diente der Turm als Aussichtsturm und zur Flankiweunf des Tores. Mit dem Wiederaufbau des Dorfes durch das Freilichtmuseum wurde auch ein neuer Turm auf die Motte gesetzt.
Hinter dem nördlichen Tor sind noch weitere künstlich wirkende Wälle zu erkennen, die eventuell zur äußeren Verteidigungsanlage gehörten oder eine Expansion des Dorfes trugen.
Die Wikingerburg Foteviken beherbergt heute ein wieder aufgebautes Dorf aus der Neuzeit, das als Freilichtmuseum dient. Die Häuser wurden im Stil und mit den Mitteln des 10. Jahrhunderts errichtet und sind wie in der Vergangenheit mit unterschiedlichen Funktionen versehen. So trifft man auf die Kriegerhalle, mehrere Wohnhäuser, einen wieder aufgebauten Turm, das rekonstruierte Südtor mit Wehrgang und Palisade, sowie zahlreiche Handwerkerhäuser. In die Erde vergrabene Gebäude dienten als Lager für Proviant sowie zum Schutz und wurden gleichermaßen wieder hergestellt. Vor der Küste liegen Wikingerboote vor Anker und noch nicht fertig errichtete Gebäude zieren die freien Flächen des Dorfes. Die Dächer der bereits stehenden Häuser wurden im Stil der Wikinger als Umkehrdach mit alten Materialien errichtet und sind zum Innenraum hin wasserdicht. Alle Betreiber des Museums und Mitarbeiter sind in Wikingerkleidung gekleidet und geben Unterricht in zahlreichen Handwerken, wie z.B. die Schnitzerei. Jedes Gebäude ist frei zugänglich und kann sowohl von innen wie auch von außen betrachtet werden.
Vom touristischen Aspekt her ist Burg Foteviken sehenswert. Die eindrucksvolle Wallburg, die zum Teil wieder aufgebaut wurde, lädt heute zu einem ausgiebigen Besuch ein. Zahlreiche Handwerke lassen sich ausprobieren. Mitarbeiter des Museums erklären vorort vieles über das Leben der Wikinger in verschiedenen Sprachen. Ein Besuch lohnt sich.

Historie

Im Mittelalter befand sich in dem heute rekonstruiertem Dorf ein heidnischer Kultplatz, genannt "Vi" mit einer Siedlung, die in dem noch heute deutlich zu erkennendem hufeisenförmigen Wall, der zum Strand hin geöffnet war, lag. Die befestigte Siedlung lag zwei Kilometer südlich von der Bucht Foteviken, die durch eine Absperrung geschützt wurde und die Boote der Wikinger beherbergte. Hier soll auch der König gewohnt haben. Etwas weiter im Meer nordwestlich der Bucht lagen zwei kleine Inseln, die aufgrund des über Jahrhunderte gestiegenen Meeresspiegels heute unter Wasser liegen. Die Inseln dienten zur Sperrung der gesamten Meeresbucht. Sie hießen Eskiltorp oder auch Kissen. Die dreihundert Meter große Öffnung zur Bucht wurde wahrscheinlich mit Unterwasserbarrieren gesichert. In Karten von 1687 sind die Inseln noch als Untiefen bzw. Inseln gekennzeichnet.
Das Dorf wurde im 10. Jahrhundert errichtet und war von dem bereits erwähnten Wall umgeben. Zerstört wurde es im Sommer 1134 bei einer Schlacht zwischen den Dänen mit König Niels als Anführer und den Schonen (Skane). Als die Schlacht aussichtslos für die Dänen verloren war, floh König Niels. Die Siedlung wurde dennoch bis auf den Wall zerstört.
Etwas im Landesinneren trifft man auf einen Hügel, der einst zu seinen Füßen eine Werft beherbergte. Im Winter fror hier im Süden die Küste Schwedens nicht zu, so dass man die Kriegsboote sammelte und reparierte. Eine große Werft war dafür nötig. Die Werft befand sich nahe der Straße 100 an der Verbindungsstraße zwischen Vellinge und Höllviken.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Die wieder aufgebaute Wikingerburg Foteviken liegt südlich von Malmö an der Westküste Südschwedens. Die Anlage ist über die Autobahn E6 zu erreichen, die bei Vellinge in eine Landstraße übergeht. Kurz vorher die letzte Abfahrt, genannt "Vellinge-Södra" nehmen und Richtung Höllviken fahren. Vor Ortsanfang beginnt die Ausschilderung zur Burg.

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Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 12.02.2009


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