Burg Altrathen, Rathen

Burg Altrathen, Rathen

Burg Altrathen, Rathen

Deutschland / Sachsen

Burg Altrathen thront oberhalb der Elbe in malerischer Lage. Sie bildete im Mittelalter das östliche Ende der Rathener Burgengruppe und ist trotz des Namens jünger als die Burg Neurathen. Über die schöne Anlage, die im Zuge des 19. Jahrhunderts neogotisch verändert wurde, weiß man recht wenig. Bis vor einiger Zeit beherbergte sie eine Gastronomie. Heute ist sie Feriendomizil eines Hamburger Millionärs. Da sie für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, reicht ein Blick aus dem Tal um alles gesehen zu haben.

Burg Altrathen, Rathen 1
Burg Altrathen, Rathen 2

Baubestand & Beschreibung

Burg Altrathen, Rathen

Burg Altrathen liegt in malerischer Lage auf einem abgerissenen Felssporn am südöstlichen Ende des Felsenmeers der Bastei, direkt über der Elbe. Mit dem Verkauf der schöne Burg 2018 wurde das hier seit Jahrzehnten ansässige Hotel mit Gastronomie geschlossen. Sie dient mittlerweile als Feriendomizil eines Fitnessstudiobetreibers. Zusammen mit der Felsenburg Neurathen bildete Burg Altrathen eine der flächengrößten Burgengruppen der sächsisch-böhmischen Schweiz.
Die schöne Anlage sah ursprünglich ganz anders aus als heute. Burg Altrathen wurde von einem Großindustriellen im 19. Jahrhundert neogotisch stark verändert, lässt aber noch ihre Grundstruktur grob erkennen. Die äußere Ringmauer der Kernburg war rechteckig und besaß zum Bergrücken, also zur Hauptangriffsseite hin, eine halbkreisförmige Abrundung, damit Geschosse keinen Frontaltreffer landen konnten. Teile dieser halben Rundung lassen sich noch an der Talseite zur Elbe hin neben dem neogotischen Neubau erkennen.
Der Zugang zur Burg Altrathen erfolgte über einen schmalen Pfad, der aus dem Tal des Grünbachs zur Burg und weiter um die Anlage an die Talseite (Südseite) führte. Somit war der Eingang gegen Beschuss geschützt. Der Versprung der Ringmauer für das Tor lässt sich heute noch gut vom Elbufer aus erkennen.
Hinter der Burg beginnt der Aufstieg zur Burg Neurathen. Hier ist noch deutlich der Halsgraben vorhanden, der aus dem Felsen geschlagen wurde. Die recht dicke, halbrunde Mauer zum Graben hin, schützte die Anlage wie eine Schildmauer.
Der Bergfried der Burg Altrathen war ebenfalls zum Graben hin orientiert. Es haben sich Reste seiner Wendeltreppe erhalten. Eine Radierung von circa 1820 zeigt noch Teile mehrere Kellergewölbe die unter Burg Altrathen im Felsen eingelassen waren.
Heute ist die Burg leider privat und nicht mehr zu besichtigen. Ein Blick vom Tal aus verrät alles über die Anlage. Man sollte sich eher der Burg Neurathen und der Basteibrücke zuwenden. Diese gehören zu den Highlights der Region.

Historie

11. bis 13. Jahrhundert
Wann die Burg gebaut wurde, ist unbekannt. Man vermutet, dass sie kurz nach der Felsenburg Neurathen entstanden sein könnte.

29. November 1261
Papst Urban IV. beauftragt den Propst von Sankt Thomas einen Streit zwischen dem Bischof von Meißen und böhmischen Lehensleuten zu schlichten. Zu den Lehensmännern gehört Teodoricus de Raten. Der Name verweist auf eine Burg mit dem Namen Rathen. Ob es sich dabei um Altrathen oder Neurathen handelte, ist unbekannt. Es wäre eine erste urkundliche Erwähnung der beiden Burgen.

1289
Ein Castrum Rathen wird genannt. Es handelt sich um einen Tauschvertrag zwischen dem böhmischen König Wenzel II. und Friedrich Clem, dem Herrn von Dresden. Die Burg wird böhmisches Lehen.

1361
Peter von Michelsberg gibt Kaiser Karl IV. als Zeichen des Friedens das Öffnungsrecht auf beiden Burgen. Die Anlagen sind zu dieser Zeit Teil der Herrschaft der Herren von Michelsberg.

1363
1363 werden in einer Urkunde als einziges Dokument des Mittelalters explizit beide Burgen getrennt erwähnt.

1419
Nach dem Tod seines Vaters wird Benesch Berka von der Duba Eigentümer der Rathener Burgen. Die Berken von der Duba sind schon seit langer Zeit im Streit mit den Markgrafen von Meißen. Es werden vermutlich beide Burgen verstärkt ausgebaut um sich auf gewaltsame Auseinandersetzungen vorzubereiten. Die Markgrafen von Meißen beginnen vermehrt die Gebiete der böhmischen Adelsfamilien einzunehmen und zu behalten.

1426
1423 wird Friedrich I. von Sachsen Kurfürst. Die Rathener Burgen werden unter seinem Befehl angegriffen. Friedrich von Oelsnitz, damaliger Vogt auf dem Königstein, beginnt einen Angriff und nimmt nachweislich Neurathen ein. Was mit Burg Altrathen passiert, ist unbekannt. Sie wird kurze Zeit später im Besitz von Friedrich von Oelsnitz erwähnt. Er muss sie folglich erobert haben.

1438
Albrecht Berka von der Duba erobert trotz Treueschwur den Kurfürsten von Sachsen gegenüber Neurathen und Altrathen zurück.

1439
Friedrich von Oelsnitz lässt die Taten von Ablrecht Berka von der Duba so nicht stehen und holt zum Gegenschlag aus. Mit der Unterstützung durch den Kurfürsten Friedrich II. von Sachsen erobert er erneut die Anlagen. Im nächsten Jahren kommt es zu weiteren Kämpfen, bei denen Benesch Berka von der Duba fällt. Albrecht Berka und Jan von Wartenberg geraten auf Burg Wildenstein in die Hände Sachsens. Friedrich von Oelsnitz lässt beide in das Burgverlies der Burg Neurathen sperren.

10. März 1441
Kaum sind die beiden Burgherren wieder frei, beginnen sie erneut mit Streitigkeiten. Burg Neurathen und Burg Altratehn bleiben im Besitz von Friedrich von Oelsnitz.

1466
Nach dem Tod seines Vaters übernimmt Hans von Oelsnitz die Burgen. Er startet von hier Raubritterangriffe und nutzt beide Anlagen als Raubritternester.

1467
Kurfürst Ernst von Sachsen und sein Bruder Herzog Albrecht der Beherzte beginnen recht schnell eine Offensive gegen den Raubritter und belagern die beiden Burgen.

Mai 1469
Die markgräflichen Truppen setzen die Burgen in Brand. Hans von Oelsnitz kann zwar fliehen, findet aber keine Anhänger mehr um zurückzuschlagen. Der Kurfürst von Sachsen gestattet ihm wegen der Verdienste seine Vaters in Sachsen zu leben. Er erhält sogar eine finanzielle Entschädigung. Das Lehen Rathen wurde mit der Zerstörung der Burgen dem Amt Pirna einverleibt.

1530
Burg Neurathen und Burg Altrathen werden als stark verfallen bezeichnet.

1593
In einer sächsischen Landkarte von Matthias Oeder tauchen die Burgen unter den Namen Neurathen und Altrathen auf, damals noch "Schloss Der neue Raden". Es bilden sich die falschen Namen der Burgen.

1888 bis 1893
Der Industrielle Eduard Seifert kauft die Ruine und baut sie im neogotischen Stil wieder auf. Von der mittelalterlichen Burg werden nur Kellerräume und Teile der Wendeltreppe des Bergfrieds wiederverwendet. Stehendes Mauerwerk wird teilweise für den Neubau niedergelegt.

Nach 1945
Während der Zeit der DDR dient Burg Altrathen als Betriebsferienheim des VEB Brau und Malz in Dresden und später der Staatsbank des Landes.

1995
Es folgt ein Verkauf der Treuhandanstalt an private Eigentümer, die ein Hotel und eine Gastronomie einrichten.

2018
Die Burg wird an einen neuen Eigentümer aus Bremen verkauft, der das Hotel und die Gastronomie auflöst. Das Gelände zur Burg wird eingezäunt und dient zukünftig als privates Feriendomizil. Somit ist es für Wanderer nicht mehr möglich dem alten Weg, der teilweise auf mittelalterlichen Pfaden ruht von Burg Altrathen zur Burg Neurathen zu folgen.

Events in der Nähe

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Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Altrathen, Rathen erwähnt:

Felsenburg Neurathen an der Bastei

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 11.07.2019


Burgen in der Umgebung

Felsenburg Neurathen an der Bastei

ehemalige Burg
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