Ahus, Åhus, Aosehus

Burg Ahus, Åhus, Aosehus

Burg Ahus, Åhus, Aosehus

Schweden / Schweden

Burg Aosehus ist eine seltene ehemalige Flussburg am Fluss. Die Anlage wurde im 19. Jahrhundert unter einer Sandbank gefunden und ausgegraben. Sie weist einen typisch europäischen Inselburgstil auf und war ursprünglich recht groß. Die erhaltenen Reste sind teilweise architektonisch recht interessant. Heutzutage wird die Ruine nachts von aggressiven, nächtlichen Partygästen immer wieder schwer beschädigt.

Burg Ahus, Åhus, Aosehus 1
Burg Ahus, Åhus, Aosehus 2

Baubestand & Beschreibung

Die Burg Åhus befindet sich im gleichnamigen Ort nahe des Kanals inmitten eines kleinen Industriegebiets. Ursprünglich lag die Burg auf einem Sandhügel (wahrscheinlich zum größten Teil Motte), der inmitten der Mündung des Flusses Helge lag. Die Burg diente als Bischofssitz, zum Schutz vor Piraten und als Zollstation, da jedes Schiff die Burg bei der Fahrt in den Fluss passieren musste. Im Zuge der Kanalisierung des Flusses entstand an der linken Uferseite ein Industriegebiet, in dem die Burg heute liegt.
Ursprünglich bestand Åhus aus einer kleinen Burganlage auf einer Insel inmitten der Flussmündung. Die Burg beherbergte einen dreistöckigen Turm, einen Palas und eine Ringmauer, an die anscheinend noch weitere Gebäude aus Holz gebaut waren. Heute sind noch die Grundmauern des Palas sowie die Außenmauern des Turmes erhalten. Von dem Palas ging die Ringmauer nach Westen und nach Norden ab. Die Anschlüsse an das Gebäude sind heute noch erkennbar. Der Turm, wahrscheinlich ein Bergfried, stand außerhalb der Mauerflucht an der östlichen Giebelfront des Palas. Wahrscheinlich war er nur über das oberste Stockwerk mit dem Palas verbunden gewesen.
Die Burg steht heute wie damals auf einem größeren Hügel, der noch deutlich auf die einstigen Dimensionen der Anlage hinweist. Umgeben ist der Hügel nach Norden und nach Westen von Überresten des damaligen Ringgrabens, der im Süden dem Straßenbau zum Opfer fiel. Nördlich der Burg und des Grabens lässt sich ein weiterer, größerer Hügel erkennen, auf dem man die Vorburg vermutet. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel wurde dieser aber noch nicht archäologische untersucht.
Von den Gebäuden der Burg Åhus sind der Palas und der Turm erhalten geblieben. Den 30m langen und 10m breiten Palas betrat man über die westliche Giebelfront. Direkt hinter dem Eingang befindet sich der gewölbte Abstieg ins Kellergewölbe und rechts das alte Treppenhaus, das in die oberen Stockwerke führte. Das Gebäude wurde fast vollständig aus Feldstein errichtet, die entweder aus Granit oder aus Sandstein sind. Später fügte man Ziegelsteinen hinzu, die vor allem die alten Tür- und Fensterrahmen zieren.
Das Kellergeschoss liegt circa 1,5 m niedriger als das Bodenniveau. An den Außenmauern lassen sich noch Gewölbeansätze erkennen. Zwei freistehende Mittelpfeiler deuten darauf hin, dass sich oberhalb des Kellergewölbes mehrere Stockwerke befunden haben müssen, deren Gewicht abgetragen werden musste. Noch gut zu erkennen sind die sehr kleinen Fenster im Kellergeschoss, die nach außen in Schießscharten übergehen. An den Außenmauern lassen sich teilweise noch die Deckenstrukturen des darüber gelegenen Geschosses erkennen.
Im Eingangsbereich trifft man auf original erhaltenen Fußboden. In der Südostecke befindet sich eine kleine Kammer, die über das Kellergewölbe zugänglich war und direkt unter dem Turm liegt.
Der Turm, wahrscheinlich ein Bergfried, stand an der Südostecke des Palas und somit außerhalb der Ringmauer. Er fiel von der Grundfläche her verhältnismäßig klein aus und diente allem Anschein nach eher nicht zum Wohnen. Auch er besteht hauptsächlich aus Feldstein und schützte die Burg zur Meeresseite hin. Südlich vom Turm sind die Fundamente eines weiteren Gebäudes zu erkennen. Auch gehen von dem Palas und dem Bergfried eine Mauer in diese Richtung ab, die auf einen Vorbau außerhalb der Ringmauer schließen lassen. Der Palas stand somit wahrscheinlich nicht in einer Ecke der Ringmauer, sondern wies nach Süden noch weitere Elemente auf. Die über 2 m starken Mauern, die sowohl in Palas wie auch Bergfried und Ringmauer zu finden sind, deuten auf eine sehr ausgeprägte Burg hin, die allem Anschein nach auch Kanonengeschossen standhalten sollten. Durch die Lage im Fluss war die Anlage von allen Seiten her angreifbar, weswegen anscheinend auch alle Mauern mit über 2 m Breite errichtet wurden.
Burg Åhus sticht mit seiner Lage als Flussburg und dem typisch europäischen Aufbau stark aus der schwedischen Typologie heraus. Die Anlage ist zwar nur bedingt erhalten, aber durch ihre Art und die vielen Fragen, die sich beim Besuchen stellen und bis heute ungeklärt sind, sehr interessant. Leider dient die Anlage des Nachts öfters der Jugend als Partyort, so dass diese stets verdreckt und durch Vandalismus stark zerstört ist. Die Mauern sind alle beschmiert und zahlreiche leere Flaschen liegen herum. Einst existente Bänke in der Nähe wurden als Feuerholz missbraucht.

Historie

Die Stadt Åhus wird um 900 genannt. Der Handel der Stadt reichte bis nach Osteuropa. Bei Ausgrabungen fand man neben teuerstem Glas auch zahlreiche Münzen, zu denen eine arabische Münze gehört. Man vermutet, dass der Ort mehr als 100 Häuser hatte. Die Mündung des Flusses, damals über 500m breit, wurde aufgrund von Piraten auf eine kleine Öffnung verengt, die man mit einem quer gestellten Schiff versperren konnte. Der Handelsplatz florierte und gehörte zu den wichtigsten Skandinaviens. Nach 900 verschwindet der Ort plötzlich. Wahrscheinlich zog man sich aufgrund der Piraten weiter in das Landesinnere zurück.
Die Burg Aosehus oder auch Åhus wurde vermutlich vom Erzbischof Eskil (1138-1177) von Lund um 1150 errichtet. Grund des Baus war die Verwendung als Wohnsitz für den Bischof und als Verwaltungssitz für das nordöstliche Schonen. Zudem befand sich die Anlage damals in der Mündung des Flusses Helge und diente zur Erhebung von Zoll bei einfahrenden Schiffen, sowie zum Schutz vor Piraten. Zum Ende des Mittelalters hin war die Anlage durch die gute Verwaltung im Besitz von mehr als 270 Landgütern. Mit dem wachsendem Reichtum der Stadt kam es um 1200 zum Bau eines Dominikanerklosters. Das Kloster wird erstmals 1254 genannt. Die Mönche gaben Unterricht und entwickelten Åhus zu einem kulturellen Zentrum im damaligen dänischen Königreich. Es folgte der Bau einer Universität und gelehrte Männer aus ganz Europa besuchten Åhus.
1536 endet die Zeit des Klosters durch die dänische Reformation. Das komplette Archiv der Universität geht in die Bibliothek nach Kopenhagen, wo es 1728 einem Feuer zum Opfer fällt. Kristianstad erhält um 1600 das Stadtrecht, wodurch Åhus stark an Wert verliert. 1658 wird Åhus schwedisch und mehrmals in dem Schonenkrieg 1675-1679 belagert.
Urkundlich wird die Burg Åhus erstmals 1262 bei einer Verwüstung durch Bauern genannt. Anschließend folgte ein Wiederaufbau. Das Schloss dient über die Jahrhunderte weiterhin als Bischofssitz und Verwaltung. 1569 wird die Burg vom Herzog Karl zerstört. Durch die Lage in der Flussmündung verschwindet die Anlage schnell im Sand und wird erst 1882 bis 1883 bei Ausgrabungen wieder freigelegt. 1569 verlegt man die Residenz in das ehemalige Kloster, von dem heute nur noch eine 17m lange Mauer steht. Beim Bau eines nahe gelegenen Hauses fand man über 250 verschiedene Menschenknochen, die auf einen ehemaligen Friedhof schließen lassen.
Im Norden der Burg liegen weitere Hügel, die eventuell noch eine Vorburg beherbergen, doch fehlte bislang das Geld für weitere archäologische Ausgrabungen. Heute nutzt man vor allem im Sommer die Burg und die Umgebung für Konzerte und Feste.

Events in der Nähe

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Anfahrt

Burg Aosehus liegt im Ort Åhus, südlich von Kristianstad, nahe der Absolut Wodka Fabrik und nahe der Jugendherberge. Über die Schnellstraße 118 gelangt man nach Åhus. Innerorts fährt man zum Kanal (Ausschilderung Jugendherberge folgen) und parkt nahe der Jugendherberge, bzw. der Wodkafabrik. Die Burg steht auf einem Hügel zwischen der Jugendherberge und einem großen Silo / Fabrikgebäude in der Straße "Gamla Skeppsbron".

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Sonstige Einrichtungen

ACHTUNG! Nachts wird die Burg von teilweise stark aggressiven Jugendlichen für Partys genutzt. Es kommt hier öfters zu Auseinandersetzungen zwischen Einwohnern.

Querverweise

Bei folgenden Burgen wird Ahus, Åhus, Aosehus erwähnt:

Burg Grensholm

Aktualisierung

Letzte Aktualisierungen dieser Seite: 18.02.2009


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